Aktuelles zum Thema Bildung

Mo

25

Jan

2021

Austausch leidet

Bild: pixabay
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Eine offene Gesellschaft war schon immer das Leitbild des Liberalismus. Eine solche Gesellschaft lebt davon, dass man miteinander redet – nicht übereinander. Eine solche Gesellschaft sieht sich auch nicht an Staatsgrenzen gebunden – sie sucht den Austausch über diese Grenzen hinweg. Der internationale Schüler- und Jugendaustausch ist ein wichtiges Element dieses Prozesses, dem sich auch Youth for Understanding (YfU) verpflichtet fühlt.

 

In dieser Legislaturperiode konnte ich an einem Treffen nationaler politischer Entscheidungsträger*innen, das von YfU veranstaltet worden war, teilnehmen – in Nizza! Das Folgetreffen konnte wegen Corona nur als Online-Länderkonferenz durchgeführt werden.

Die jetzt vorliegende Ergebnisdokumentation offenbarte noch einmal das tiefe Bedürfnis nach einer möglichst baldigen Wiederaufnahme der tollen Austauschprogramme, die für die Teilnehmer eine großartige Chance für ihre Persönlichkeitsentwicklung bieten – und sie damit zu aktiven und gestaltenden Mitgliedern der Gesellschaft werden lässt.

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Sa

23

Jan

2021

Mehr Schul“krankenschwestern“ …

wünscht sich meine frühere „Chefin“ Helga Lerch. In ihrer Zeit als Schulleiterin eines Gymnasiums betreute ich das dortige Krankenzimmer. Es sind eben nicht nur Grundschüler*innen, die gesundheitliche Probleme haben können – auch an weiter-führenden Schulen braucht es einen fachkundigen Ansprechpartner in medizinischen Fragen. Nun gut – ich war da eher für die Psyche der Schüler*innen zuständig. Aber meine Tätigkeit war so erfolgreich, dass ich schließlich zum Schul-Maskottchen avancierte.

 

Jetzt bin ich im wohlverdienten Ruhestand und kann dem Bildungsministerium unseres Landes nur ans Herz legen, das Projekt „Schulgesundheitsfachkraft“ auch auf weiterführende Schulen auszuweiten. Es geht dabei nicht um die Versorgung medizinischer Notfälle – sondern um präventive Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Schüler- und vielleicht auch der Lehrerschaft. Und für chronisch Kranke wäre eine ausgebildete Fachkraft ebenfalls ein Segen. Denn einen solchen Service können und dürfen Lehrkräfte nicht leisten.

Schon wenige „Sprechstunden“ pro Woche könnten viel bewirken! 

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Fr

22

Jan

2021

Pressemitteilung

Schulkrankenschwestern vorerst nur im Grundschulbereich

Der Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften in Rheinland-Pfalz soll ausgeweitet werden. Wie das Bildungsministerium auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Helga Lerch (Wahlkreis Ingelheim) jetzt mitgeteilt hat, können an dem Modellprojekt 15 weitere Grundschulen teilnehmen. Auch im Landkreis Mainz-Bingen könnten schon bald Schulkrankenschwestern zum Einsatz kommen - sofern die Voraussetzungen vorliegen.

 

Die frühere Schulleiterin Helga Lerch plädiert schon lange dafür, die Schulen möglichst flächendeckend mit Schulkrankenschwestern zu versorgen, um das Personal bei medizinischen Notfällen zu entlasten. Das Bildungsministerium hat die Notwendigkeit durchaus erkannt, will das Modellprojekt aber zunächst nur im Grundschulbereich fortführen.

 

Gestartet wurde das Modell im September 2018 an zwei Mainzer Grundschulen als Teil eines Forschungsprojekts der Universitätsmedizin Mainz. Die Studie befasste sich mit der Etablierung von Schulgesundheitsfachkräften zur Akut- und Unfallversorgung sowie zur spezifischen Versorgung und Förderung chronisch kranker Kinder. Hintergrund war eine Zunahme chronischer Erkrankungen im Kindesalter.

 

Die Studie förderte zutage, dass sich rund 80 Prozent der Lehrkräfte im Umgang mit chronisch kranken Kindern nicht ausreichend vorbereitet sahen. Durch den Einsatz von medizinischem Fachpersonal an der Schule fühlten sich Lehrkräfte, aber auch Eltern betroffener Kinder spürbar entlastet. Angesichts dessen hat sich das Land entschlossen, das Modellprojekt in Kooperation mit der Universitätsmedizin auszuweiten und weiter zu entwickeln. Schulgesundheitsfachkräfte trügen dazu bei, die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern zu erhalten, drohende Gesundheitsrisiken zu erkennen und Probleme in Kooperation mit anderen Akteuren zu bewältigen, so die Begründung des Bildungsministeriums.

 

Eine gute Nachricht für die teilnehmenden Schulen ist, dass die Personalkosten vom Land übernommen werden. Die jeweiligen Schulträger müssen allerdings geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stellen und an einer projektbegleitenden Evaluation teilnehmen. Bewerben können sich die Schulen für das Modellprojekt nicht. „Infrage kommende Schulen werden vom Ministerium für Bildung direkt angesprochen“, beantwortet das Bildungsministerium Lerchs entsprechende Anfrage. Zu den Auswahlkriterien zähle unter anderem der schulische Bedarf - zum Beispiel der Anteil chronisch kranker Schülerinnen und Schüler.

 

Landtagsabgeordnete Helga Lerch begrüßt die Ausweitung des Modellprojekts ausdrücklich, wünscht sich aber, dass Schulkrankenschwestern perspektivisch auch an weiterführenden Schulen zum Einsatz kommen, wo der Bedarf an medizinisch-pflegerischer Versorgung ebenfalls gegeben ist.

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Do

21

Jan

2021

Reine Mädchenschule noch zeitgemäß?

Bild: pixabay
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In den naturwissenschaftlich-technischen Berufen arbeiten deutlich weniger Frauen als Männer. Mit ein Grund dafür mag sein, dass sich schon in der Schule Mädchen weniger zu den MINT-Fächern hingezogen fühlten als Jungs. Auch in meiner Schulzeit gehörte das, was man heute unter dem Begriff MINT-Fächer zusammenfasst, nicht gerade zu meinen Lieblingsfächern. Allerdings blieben mir als Schülerin der Binger Hildegardisschule – einer reinen Mädchenschule – demotivierende Vergleiche mit mehr MINT-affinen Jungs erspart.

Heute ist die Zukunft meiner ehemaligen Schule ein Thema im politischen Raum, da das Bistum Mainz sich aus seiner Trägerschaft der Schule zurückziehen will. Vieles deutet jetzt auf eine Fortführung als staatliche Schule hin. In diesem Fall müsste die Schule aber auch für Jungs geöffnet werden, „sodass auch kein monoedukatives Profil möglich wäre“ – wird Bildungsministerin Dr. Hubig in der Presse zitiert.

 

Was die Zukunft der Hildegardisschule angeht, so liegt der Ball momentan beim Bistum – und nicht bei der Politik. Eine Lösung, die das Alleinstellungsmerkmal der Schule als reine Mädchenschule beibehält, halte ich dennoch für erstrebenswert – nicht zuletzt im Sinne einer besseren Heranführung von Mädchen an die MINT-Fächer.

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Do

21

Jan

2021

Endlich...

Bild: pixabay
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… scheint sich auch in den Reihen der Schulaufsichtsbehörden die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass Milde vielleicht doch das falsche Signal gegenüber den Pädagogen ist, die sich gegenüber Schüler*innen eklatantes Fehlverhalten leisteten.

 

In den letzten Monaten beschäftigten konkret die Vorgänge am „Koblenz-Kolleg“ sogar mehrfach den rheinland-pfälzischen Landtag. Die Anschuldigungen vor allem früherer Kollegiatinnen (Sexismus, Diskriminierung, Demütigungen, Drohungen) richteten sich dabei immerhin gegen den Schulleiter selbst. Die Schulaufsicht leitete ein Disziplinarverfahren ein und verhängte ein sofortiges „Dienstgeschäftsführungs-verbot“ gegen ihn. Sein juristisches Vorgehen dagegen hatte keinen Erfolg.

Die Causa „Koblenz-Kolleg“ ist ein Beispiel dafür, wie man die lange praktizierte „Mauer des Schweigens“ zum Einsturz bringen kann. Es begann mit mutigen jungen Frauen, die das an die Öffentlichkeit brachten, was ihnen in ihrer Zeit am Kolleg widerfahren war. Es ging weiter mit Menschen, die ihren Schilderungen Glauben schenkten. Dazu gehörte ich als Landtagsabgeordnete ebenso wie einige Journalisten, die akribisch in dieser „schmutzigen“ Sache recherchierten.

 

Und so gelang es, einen Druck aufzubauen, dem die „Mauer des Schweigens“ nicht mehr standhalten konnte.

 

Mit unserer Hartnäckigkeit konnten wir ein Signal senden an all die Lehrkräfte, die Tag für Tag in einem schwierigen Umfeld einfach nur ihr Bestes bei der Erfüllung ihres pädagogischen Auftrags geben. Und sie sind die Mehrheit – nicht die schwarzen Schafe, die für Schlagzeilen sorgen …

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Sa

16

Jan

2021

Herausforderung Integration

Bild: pixabay
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Unsere Gesellschaft basiert auf einem Konsens über ein Mindestmaß an gemeinsamen Wertvorstellungen. Diese sollen Kindern und Jugendlichen möglichst frühzeitig vermittelt werden, um sie in diese Gesellschaft zu integrieren. Elternhaus, Kita und Schule sollten diese Aufgabe – möglichst gemeinsam – wahrnehmen. In einer zunehmend bunten Gesellschaft, in der viele junge Menschen einen Migrationshintergrund haben, gestaltet sich die Erfüllung dieser Aufgabe nicht ganz so einfach.

Die jüngste Statistik der Einschulungen weist für Rheinland-Pfalz mit rund 36.900 die höchste Zahl seit zwölf Jahren auf. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dabei der Anteil der Schüler*innen mit einem Migrationshintergrund stetig gewachsen – auf nunmehr 29 Prozent!

 

Für die Bildungspolitik bedeutet dies vermehrte Anstrengungen, um zu verhindern, dass diese jungen Menschen in eine Parallelgesellschaft abdriften, die durch andere Wertvorstellungen gekennzeichnet ist. Dabei steht die Vermittlung von Sprachkompetenz – Deutsch in Wort und Schrift – an erster Stelle.

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Mi

30

Dez

2020

Unterricht 2021?

Bild: pixabay
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Auch wenn mittlerweile dank (hoffentlich!) effizienter Impfstoffe der Kampf gegen das Corona-Virus nicht mehr so aussichtslos erscheint wie noch vor Monaten – ein Zurück zu gewohnter Normalität ist nur schrittweise möglich. Das gilt auch für den Schulbetrieb.

 

Auch 2021 werden AHA-Regeln und Home-Schooling noch nicht der Vergangenheit angehören. Und nach wie vor wird ein notwendiger Fernunterricht nicht nur mit digitalen Endgeräten möglich sein.

 

Umso mehr begrüße ich es daher, dass in Rheinland-Pfalz das Pädagogische Landesinstitut Lehr- und Lerninhalte auch in analoger Form für den Fernunterricht zur Verfügung stellt. So haben auch Haushalte, die nicht über digitale Hardware verfügen, eine reelle Chance darauf, dass ihre Kinder bei der Teilhabe an Bildung nicht abgehängt werden.

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Mi

30

Dez

2020

Pressemitteilung

Schulkrankenschwestern als Pilotprojekt?

Schon lange fordert Landtagsabgeordnete Helga Lerch (Wahlkreis Ingelheim), die zugleich Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kreistag Mainz-Bingen ist, Schulgesundheitsfachkräfte an den Schulen in Trägerschaft des Kreises. Nachdem das Land nun erstmals Mittel hierfür bereitstellen will, richtet Lerch eine Kleine Anfrage an die Landesregierung zur Klärung der Rahmenbedingungen.

 

Offene Wunden, Schwindel, Übelkeit oder chronische Krankheiten wie Diabetes, Asthma und Epilepsie: Wenn schulisches Personal mit Krankheitsfällen konfrontiert wird, ist guter Rat teuer. Sekretariate und Lehrkräfte müssen ad hoc entscheiden, was zu tun ist. Genügt Ruhezeit im Sanitätsraum, muss das Kind medizinisch versorgt werden, wird es nach Hause geschickt, oder muss gar der Notarzt kommen? All das sind Fragen, die aus Sicht der Landtagsabgeordneten Helga Lerch (Wahlkreis Ingelheim) am besten von einer Schulgesundheitsfachkraft zu beantworten wären. Als ehemalige Schulleiterin weiß Lerch sehr genau, wie man unter Druck gerät, wenn sich ein Schüler oder eine Schülerin schwer verletzt oder plötzlich über starke Schmerzen klagt.

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So

27

Dez

2020

Wunschdenken?

Bild: pixabay
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Irgendwie hatte die letzte Sitzung des Bildungsausschusses des rheinland-pfälzischen Landtags bei mir ungeahnte Nachwirkungen. Da erschien mir doch tatsächlich im Traum eine gute Fee und fragte mich, ob sie mir einen Wunsch erfüllen könne. Ich musste etwas länger überlegen – denn Wünsche habe ich als Bildungspolitikerin viele. Da war es nicht ganz einfach, aus dieser großen Menge den einen herauszugreifen, der noch dazu ohne großen finanziellen Aufwand zu realisieren wäre.

 

Doch ich glaube, meine Überlegung führten zu einem Wunsch, den viele mit mir in der von Corona arg gebeutelten Bildungslandschaft teilen – den Wunsch nach besserer Planbarkeit. Denn das ständige „Fahren auf Sicht“ ist für alle Adressaten der Vorgaben der Kultusbürokratie zermürbend und demotivierend.

 

Ist dieser Wunsch denn wirklich so schwer zu erfüllen ?

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Mi

16

Dez

2020

Nichts dazu gelernt?

Bild: pixabay
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So oder ähnlich stellt sich der Alltag in einer Kita dar. Das Personal ist in engem Kontakt mit den Kindern. Diese körperliche Nähe ist unvermeidbar. Aber er ist unvereinbar mit den Abstandsregeln, die die Gefahr einer Infektion mit dem Corona-Virus vermindern sollen.

 

Wenn in Rheinland-Pfalz – anders als in anderen Bundesländern – auch nach dem 16. Dezember Eltern ihre Kinder in die Kita schicken dürfen, dann ist das zwar schön für die Eltern. Doch hat Ministerin Dr. Hubig auch das Risiko bedacht, dem sie durch diese Vorgehensweise das Kita-Personal aussetzt?

Auch Kinder und Jugendliche können mit dem Corona-Virus infiziert sein. Das sollten Politiker*innen mittlerweile gelernt haben. Damit können Kita-Kinder ebenso wie Schüler*innen erwachsene Kontaktpersonen mit dem Virus anstecken. Und nicht erst die aktuellen Infektionszahlen zeigen, dass eine Politik der bloßen Appelle an die Vernunft keine nachhaltigen Erfolge gebracht hat.

 

Es müssen klare unmissverständliche Vorgaben gemacht werden – auch wenn diese unpopulär sein mögen. Die Furcht vor möglichen negativen Auswirkungen solcher Entscheidungen auf die Chancen der Entscheider bei der nächsten Wahl darf nicht den Blick für die Realität und ihre Erfordernisse verstellen!

 

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Mo

14

Dez

2020

Pressemitteilung

Auf der Suche nach einem neuen Schulträger

Anfang Oktober hatte das Bistum Mainz angekündigt, die Trägerschaft für die Binger Hildegardisschule abzugeben. Was das für die Schule bedeutet, darüber informierte sich Landtagsabgeordnete und Kreistagsmitglied Helga Lerch bei einem Besuch in Bingen. Christian Ahrens, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums, und Hans-Peter Lorscheider, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, gaben einen Überblick über die aktuelle Lage.

 

„Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich gelesen habe, dass das Bistum die Trägerschaft abgibt.“ Nicht nur der Landtagsabgeordneten Helga Lerch ging das so, auch die Hildegardisschule selbst wurde von der Entscheidung kalt erwischt. Im Gespräch mit der Abgeordneten berichteten Christian Ahrens, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums, und Hans-Peter Lorscheider (Öffentlichkeitsarbeit), vor welchen Herausforderungen das Mädchengymnasium jetzt steht.

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Do

10

Dez

2020

Offene Schulen?

Bild: pixabay
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Politiker*innen müssen Entscheidungen treffen – auch in Fragen, in denen ihnen die dafür notwendige fachliche Grundlage fehlt. Da dies nun einmal so ist, ziehen sie für ihre Entscheidungshilfe fachkundige Berater*innen zu Hilfe. Das ist auch jetzt in der Corona-Pandemie nicht anders. Hier ist der Rat von Virolog*innen gefragt – auch wenn es um die heiß diskutierte Frage geht, wie der Schulbetrieb durchgeführt werden soll, um die Infektionszahlen mit dem Corona-Virus so niedrig wie möglich zu halten.

 

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und amtierende Präsidentin der Kultus-ministerkonferenz Dr. Stefanie Hubig hält fast schon gebetsmühlenartig an der Notwendigkeit des Präsenzunterrichts fest und wird nicht müde zu betonen, Schulen seien „keine Treiber der Pandemie“. Und als Zeugen für ihre Behauptung benennt sie Epidemiologen.

Nun ist es in der Wissenschaft üblich, dass es zu vielen Fragen mehr als eine Meinung gibt. Davon lebt letztendlich der wissenschaftliche Diskurs. Es ist aber „Rosinen-Pickerei“, wenn die Ministerin sich aus den divergierenden Meinungen der Fachleute genau die heraussucht, die ihr ins Bild passen.

 

Geradezu unglaublich ist aber das, worüber heute die „Rhein-Zeitung“ berichtet. Gleich mehrere Experten, die von Ministerin Dr. Hubig – auch im Bildungsausschuss des Landtags – als Kronzeugen für ihre These von der Unbedenklichkeit des Präsenzunterrichts benannt wurden, erheben nun massive Vorwürfe gegen die Ministerin und das von ihr geführte Haus. Verzerrte Wiedergabe von Expertenäußerungen ist da noch eine der milderen Formulierungen. Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz nennt die Erklärung aus dem Hubig-Ministerium gar „reine Propaganda statt ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung mit dieser Problematik“ und wehrt sich gegen „diese Art der Vereinnahmung und Verfälschung“.

 

Irgendwie scheint die Ministerin offenkundige Probleme nach dem Motto zu behandeln, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. So kann man aber die Bürger*innen nicht „mitnehmen“ bei den schwierigen Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie!

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Mo

07

Dez

2020

Ungewisse Zukunft

vlnr: Hans-Peter Lorscheider, MdL Helga Lerch, Christian Ahrens
vlnr: Hans-Peter Lorscheider, MdL Helga Lerch, Christian Ahrens

In diesen Tagen schauen überall im Land Schulleitungen und Lehrerschaft mit bangen Blicken in die Zukunft. Wie wird es mit dem Schulbetrieb weitergehen? Bleiben die Schulen offen oder gibt es eine Rückkehr zum „Home Schooling“? In der Binger Hildegardisschule kommt dazu noch eine ganz andere Frage: Wie wird es mit unserer Schule weitergehen, nachdem das Bistum sich aus seiner Trägerschaft „verabschiedet“ hat?

 

Bei meinem heutigen Treffen mit den beiden Schulleitungsmitgliedern Christian Ahrens und Hans-Peter Lorscheider war die Anspannung bei den Betroffenen deutlich spürbar. Wer wird die Trägerschaft der Schule übernehmen? Wird der neue Träger das Konzept eines reinen Mädchen-Schule übernehmen? Was wird mit den Lehrkräften, die bisher im kirchlichen Dienst waren?

Fragen über Fragen. Fragen aber, über die andernorts entschieden wird – bisher ohne Einbeziehung der Betroffenen. Und da kommen bei diesen keine vorweihnachtlichen Gefühle auf.

 

Gewissheit über die Zukunft der Schule konnte auch ich heute nicht geben. Aber ich konnte zumindest klarmachen, wofür ich mich einsetze – nämlich die Übernahme der Trägerschaft durch den Landkreis Mainz-Bingen und den Fortbestand der Schule als Mädchen-Schule.

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Do

03

Dez

2020

ADD handelt endlich

Bild: pixabay
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Das, was in 47 schriftlichen Erklärungen aktueller und ehemaliger Kollegiat*innen des Staatlichen Koblenz-Kollegs ans Tageslicht kam, ist alles andere als ein harmloser Fauxpas eines Lehrers. Sollten die Anschuldigungen gegen eine Lehrkraft des Kollegs zutreffen, so hat der Betreffende seit 2012 immer wieder – vor allem Schülerinnen – durch sexistische Äußerungen gedemütigt und beleidigt.

 

Natürlich gilt auch für den fraglichen Lehrer zuerst einmal die Unschuldsvermutung. Aber in persönlichen Gesprächen mit Betroffenen gewann ich den Eindruck, dass die erhobenen Vorwürfe alles andere als „aus der Luft gegriffen“ sind. Die zuständige Schulaufsicht hätte längst in angemessener Form reagieren und den Vorwürfen nachgehen müssen.

Jetzt endlich scheint die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion zu handeln. Für die Dauer der laufenden Untersuchungen wurde der beschuldigte Lehrer vom Koblenz-Kolleg abgezogen. Die Schäden, die er durch sein Fehlverhalten bei seinen Schutzbefohlenen vermutlich angerichtet hat, sind wohl nicht so einfach aus der Welt zu schaffen.

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Do

03

Dez

2020

Vorbild Mainz-Bingen

Bild: pixabay
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Jetzt – im „Lockdown light“ – kocht die Debatte um den Schulbetrieb so richtig hoch. Während die einen gebetsmühlenartig von der Unverzichtbarkeit des Präsenzunterrichts reden, fordern die andern vehement den Wechselunterricht. Dabei würden die Klassen halbiert. Eine Hälfte wird in dabei in den nur noch halbvollen Klassenräumen unterrichtet – die andere Hälfte ist dem Unterricht von daheim per iPad zugeschaltet. Die Vorteile hinsichtlich der Minderung des Infektionsrisikos mit dem Corona-Virus liegen auf der Hand.

 

Die Umsetzung eines solchen Vorgehens steht und fällt aber mit der Ausstattung von Schülerschaft und Lehrkräften mit der notwendigen Hardware. Im Landkreis Mainz-Bingen hatten sowohl die Verwaltung wie auch die politischen Gremien geahnt, dass es mit dieser Umsetzung auf dem von Bund und Land geplanten Weg nicht schnell genug gehen würde. Man ergriff selbst die Initiative und handelte.

Ergebnis?

 

An den weiterführenden Schulen im Landkreis verfügen alle Schüler*innen und Lehrer*innen über die notwendigen digitalen Endgeräte. Und mehr noch: der Landkreis kümmert sich auch um die Weiterbildung der Lehrkräfte für den sinnvollen Einsatz dieser Ausstattung.

 

Merke: nicht lange reden – sondern handeln!

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So

29

Nov

2020

Pressemitteilung

Quo vadis Hildegardisschule?

Wie geht es mit der Binger Hildegardisschule weiter? Diese Frage steht im Raum, seitdem Anfang Oktober bekannt geworden ist, dass sich das Katholische Bistum Mainz aus finanziellen Gründen aus der Trägerschaft zurückzuziehen wird. Die Entscheidung, gerade bei der Bildung den Rotstift anzusetzen, hat Betroffenheit und Irritationen ausgelöst. Auch bei der Landtagsabgeordneten Helga Lerch, die zugleich Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag Mainz-Bingen ist. „Ich bedauere die plötzliche - für alle überraschende - Entscheidung des Bistums“, erklärt die Bildungspolitikerin aus dem Wahlkreis Ingelheim. Aus Lerchs Sicht muss nun schnell eine Lösung gefunden werden.

 

Künftig Kreisschule?

Als mögliche Option gehandelt wird unter anderem die Übernahme der Trägerschaft durch den Landkreis Mainz-Bingen. Grund für FDP-Fraktionsvorsitzende Lerch, eine Anfrage an Landrätin Dorothea Schäfer zu richten. Darin erkundigt sich Lerch, ob es bereits Gespräche mit dem Bistum und der Schule gegeben hat. Außerdem will sie vom Landkreis wissen, wie eine mögliche Trägerschaft für die Hildegardisschule von der Kreisverwaltung beurteilt wird. Gefragt wird schließlich auch nach den Kosten, die auf den Landkreis zukommen könnten. Gemeint sind damit nicht nur die laufenden Kosten, sondern auch die Investitionen, die erforderlich wären, um den Sanierungsstau an den diversen Gebäuden der Hildegardisschule zu schultern. Im Haushalt des Kreises für 2021 sind jedenfalls keine Mittel hierfür vorgesehen, weshalb die FDP-Fraktion wissen will, warum das Thema „ausgeklammert“ worden ist. 

 

Auch Bistum in der Verantwortung!

Eine Beantwortung der Fragen zur Binger Hildegardisschule soll im Rahmen der Haushaltssitzung des Landkreises Mainz-Bingen im Dezember erfolgen. „Nur im Dialog kann der nunmehr eingeleitete Prozess einer Lösung zugeführt werden - im Interesse der gesamten Schulgemeinschaft“, ist Bildungspolitikerin Helga Lerch überzeugt. „Dabei kann sich auch das Bistum von Verantwortung nicht freisprechen.“

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Do

26

Nov

2020

Schulgesundheits-Fachkräfte

In meiner Zeit als Schulleiterin war das Krankenzimmer ein wichtiger Aufenthaltsort, in dem so manches „medizinische Wunder“ bewirkt wurde – gerade bei den Schüler*innen der unteren Jahrgangsstufen. Übelkeit, Bauch- oder Kopfschmerzen waren häufige Beschwerden. Oft waren bevorstehende Klassen-arbeiten oder früher Liebeskummer die Ursache für solche Beschwerden. Und der große Plüschbär im Krankenzimmer ersetzte die Gesundheits-Fachkraft. Er avancierte sogar zum Schul-Maskottchen „Zuck“. Kleinere Verletzungen als Folge von Pausenhofraufereien verarztete die Schulsekretärin.

Doch für Fälle von schwereren Verletzungen oder dem plötzlichen Hyperventilieren ist mehr als das Knowhow eines Erste-Hilfe-Kurses gefragt. Und das Verabreichen von Medikamenten – egal ob oral oder intravenös – bei chronisch kranken Schüler*innen darf von Laien nicht vorgenommen werden.

 

Für solche Fälle ist eine Schulgesundheits-Fachkraft der einzig richtige Adressat. Denn das Recht auf „beste Bildung“ beinhaltet mehr als pädagogische und didaktische Aspekte.

 

Die FDP-Kreistagsfraktion Mainz-Bingen kämpft daher seit Jahren für die Etablierung von Schulgesundheits-Fachkräften an Schulen – in einem ersten Schritt an denen in Trägerschaft des Landkreises. So ist ihr Antrag nur konsequent – findet auch mein Bär „Bobby“.

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Mi

25

Nov

2020

Quo vadis Hildgardisschule

Bild: pixabay
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Die Nachricht, dass das Bistum Mainz sich aus der Trägerschaft der Binger Hildegardisschule verabschieden will, berührte mich ganz persönlich. Schließlich hatte ich dort mein Abitur gemacht. Und die dort vermittelten Werte prägen mich bis heute.

 

Doch auch in der katholischen Kirche sind die Geldmittel knapper geworden – man muss den Rotstift ansetzen (oder in diesem Fall den Schwarzstift?). Wie soll es nun mit dieser Schule weitergehen?

 

Die Namensgeberin der Schule – Hildegard von Bingen – hatte schon zu ihrer Zeit im 12. Jahrhundert mit Finanzproblemen ihres Konvents zu kämpfen gehabt. Mit Tatkraft und Gottvertrauen konnte sie diese jedoch meistern. Ob diese Tugenden allerdings heute für eine gute Zukunft der Hildegardisschule reichen, ist mehr als fraglich.

Eine gute Lösung wäre die Übernahme der Trägerschaft dieser Schule durch den Landkreis Mainz-Bingen. Die FDP-Kreistagsfraktion erkundigt sich jetzt nach dem Stand entsprechender Gespräche – in der Hoffnung, dass der Weg der Schule in eine gesicherte Zukunft führt...

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Fr

20

Nov

2020

Verlierer Förderschule?

Bild: pixabay
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Mit der Begründung, dass Kinder schließlich ein Recht auf Bildung hätten, soll auch in Zeiten von Corona der Schulbetrieb nicht heruntergefahren werden. Wie aber soll das gelingen – speziell in Förderschulen?

 

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) stellte jetzt die Ergebnisse einer Umfrage vor, die belegen, wie Anspruch und Wirklichkeit bei der Inklusion auseinander klaffen. Es sei hinlänglich bekannt, dass Schüler*innen mit Behinderung und einem besonderen Förderbedarf spezielle schulische Rahmenbedingungen bräuchten.

 

Doch immer noch hapere es an der Barrierefreiheit von Schulgebäuden. Die Doppelbesetzung (Lehrkraft plus Sonderpädagoge) sei immer noch nicht umgesetzt. Ganz zu schweigen von den nach wie vor zu großen Lerngruppen, Und dann noch das Dauerthema – der Mangel an ausgebildeten Lehrkräften für den Förderschulbereich.

Eigentlich brachte die Umfrage nichts Neues – aber sie machte noch einmal deutlich, dass in diesem Bereich akuter Handlungsbedarf besteht, vor dem die Bildungspolitik nicht die Augen verschließen darf.

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Mo

16

Nov

2020

Was wird aus dem Jugendaustausch?

Bild: pixabay
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Youth for Understanding (YfU) – der Name ist Programm. Und das Programm hat den internationalen Jugendaustausch zum Inhalt. Denn durch das Zusammen-treffen von Jugendlichen aus verschiedenen Ländern können auf beiden Seiten vorhandene Klischees und Vorurteile abgebaut und Verständnis für die alltäglichen Sorgen und Nöte des anderen geweckt werden. Doch mittlerweile drücken Sorgen und Nöte YfU selbst. Und der Grund dafür hat ebenfalls einen Namen – Corona!

Als ich als Landtagsabgeordnete mit dem Schwerpunkt „Bildungspolitik“ erstmals in Kontakt mit YfU kam, berichteten Teilnehmer des Austauschprogramms „Erasmus“ voller Begeisterung, wie ein Auslandsaufenthalt ihr Leben und ihre weitere Persönlichkeitsentwicklung bereichert habe.

 

Und heute?

 

Wegen Corona fand das heutige Treffen nur als Videokonferenz statt – und das Virus hat den internationalen Jugendaustausch lahmgelegt. Eine Teilnehmerin der heutigen Video-„Schalte“ brachte es auf den Punkt: Die Generation „Erasmus“ droht von einer Generation „Corona“ abgelöst zu werden …“.Noch so ein Kollateralschaden der Pandemie, um dessen Behebung sich die Politik kümmern muss!

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Fr

06

Nov

2020

Für eine friedliche und tolerante Gesellschaft...

engagiert sich die Bildungs- und Begegnungsstätte Givat Haviva in Israel. Mit ihr gibt es seit vielen Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium. Im Rahmen eines Austauschprogramms sollen Schüler*innen bei Begegnungen vor allem lernen, die in den jeweiligen Ländern immer noch vorherrschenden stereotypen Sichtweisen der jeweils anderen Gesellschaft abzubauen.

 

Auf meine Kleine Anfrage (Drucksache 17/13362) musste mir das Ministerium heute leider mitteilen, dass die eigentlich für dieses Jahr geplanten Jugendbegegnungen wegen der Corona-Pandemie ins nächste Jahr verschoben wurden. Wieder einmal musste also die Strichliste der Kollateralschäden der Pandemie um einen neuen Strich erweitert werden.

 

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Do

05

Nov

2020

Mehr Schüler – was nun?

Bild: pixabay
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Die Zahlen des Statistischen Landesamts in Bad Ems sind für uns als Politiker eine wichtige Grundlage für unsere Arbeit. Es sind zwar nur Zahlen – aber manchmal steckt hinter diesen Zahlen Brisanz. So auch hinter der Meldung, dass zum Schuljahr 2020/21 rund 36.900 Kinder eingeschult wurden – immerhin die höchste Zahl seit 2008. Und die Bevölkerungsentwicklung in Rheinland-Pfalz lässt keine Trendwende erkennen.

 

Für die Bildungspolitik bedeuten diese Zahlen eine echte Herausforderung. Denn für diese Schüler*innen brauchen wir Lehrkräfte. Die Zeiten, in denen über eine „Lehrerschwemme“ gewitzelt wurde, sind aber längst vorbei.

Und noch eine Zahl gibt zu denken: rund 29% dieser „ABC-Schützen“ haben einen Migrationshintergrund. Ihre „Beschulung“ erfordert bei den Lehrkräften eine über das „Normale“ hinausgehende Qualifikation.

 

Knifflige Hausaufgaben also für Bildungspolitiker*innen jedweder Couleur...

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Mo

02

Nov

2020

Schulbesuche IX

Eigentlich hatte ich schon nicht mehr zu hoffen gewagt, dass der heutige Abschlusstermin meiner „Sommer-Reise“ durch die regionale Schullandschaft überhaupt zustande kommen würde – befinden wir uns doch in der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Umso gespannter war ich auf das, was mich im Theresianum Mainz erwarten würde.

 

Schuleiter Stefan Caspari und sein Stellvertreter Stephan Kurz-Gieseler mussten meinen Blick erst gar nicht auf die ungewöhnliche Innenarchitektur ihres Schulgebäudes lenken. Sie ist wohl für jeden ein echter „Hingucker“. Dahinter steckt die bauliche Umsetzung eines in dieser Art ungewöhnlichen pädagogischen Konzeptes. Es ist zentriert um eine Aula, von der – ähnlich wie bei einem Marktplatz – der Zugang zu den wichtigen Schulbereichen möglich ist. Für die Schüler*innen sind dies ihre „Lern-Ebenen“ (jede Jahrgangsstufe hat eine eigene). Dort stehen ihnen neben den normalen Unterrichtsräumen auch Räume für Teamarbeiten sowie Stillarbeitsräume zur Verfügung.

Mein Eindruck – und als ehemalige Schulleiterin weiß ich, wovon ich spreche – ist, dass die hier investierten Mittel in ein wirklich zukunftsfähiges Schulumfeld geflossen sind. Und als ehemalige Lehrerin füge ich noch hinzu: Abkupfern (von dieser Planung) ausdrücklich erwünscht!

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Fr

16

Okt

2020

Grenzen des Föderalismus

Bild: pixabay
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Schon als Schülerin empfand ich den Föderalismus mit seinen Auswirkungen auf das Schulwesen als befremdlich. Da war die Rede von „A- und B-Ländern“. Und das Wort „Hessen-Abitur“ war gleichbedeutend mit einer Geringschätzung eines dort erworbenen Abschlusses. Der Versuch, durch ein „Bonus- bzw. Malus-System“ für eine bessere Vergleichbarkeit des Abiturs in den einzelnen Bundesländern zu sorgen, war faktisch das Eingeständnis eines vorhandenen Unterschieds im Bildungsniveaus in den einzelnen Bundesländern.

Grundlegende Verbesserungen konnte ich auch in später in meiner Arbeit als Bildungspolitikerin nicht feststellen. Und auch der unterschiedliche Umgang mit den Regeln zur Eindämmung des Corona-Virus in den Schulen offenbarte einmal mehr die Auswirkungen der föderalen Struktur unseres Staates.

 

Als jetzt die KMK sich zu ersten Schritten zu einer Vereinheitlichung des Bildungssystems durchringen konnte, entfuhr mir spontan ein „Na endlich“. Um nicht missverstanden zu werden – ich bin kein Verfechter eines Zentralabiturs. Und Wettbewerb tut dem Bildungssystem sicher insgesamt gut. Doch dürfen Schülerinnen und Schülern keine Nachteile dadurch entstehen, dass sie in einem bestimmten Bundesland die Schule besuchen …

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Di

06

Okt

2020

Pressemitteilung

An der Grundschule Am Frankenwall in Asbach hat digitaler Unterricht einen hohen Stellenwert

Im Rahmen ihrer „BildungsSommerReise“ besuchte Landtagsabgeordnete Helga Lerch (Wahlkreis Ingelheim) die Grundschule Am Frankenwall in Asbach. Auf Einladung von Alexander Buda (FDP-Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat Asbach) informierte sich die Bildungspolitikerin über den digitalen Unterricht an der Pilotschule für Medienkompetenz.

 

Auf den ersten Blick wirkt die Grundschule Am Frankenwall in Asbach wie jede andere Grundschule. Doch ein Blick in den Klassenraum von Frederic Heumann zeigt, dass man hier in Sachen Digitalisierung bereits einen Schritt weiter ist. Die Grundschule gilt als Vorreiterschule für Medienkompetenz und digitales Lernen. 

 

Wie sich das in der Praxis vollzieht, ließ sich Landtagsabgeordnete Helga Lerch bei einem Ortstermin erläutern. Grundschullehrer und Medienkoordinator Frederic Heumann gewährte der Besucherin einen Blick ins digitale Klassenzimmer. Beeindruckt zeigte sich Helga Lerch von den Rahmenbedingungen, die digitales Lernen im Grundschulbereich möglich machen. Motivierte und engagierte Lehrkräfte, innovatives Arbeitsmaterial und kompetente Betreuung durch die Verwaltung sind wichtige Mosaiksteine.

 

Helga Lerch, die selbst acht Jahre lang Schulleiterin im Landkreis-Mainz war, und die für die FDP im Mainz-Binger Kreistag sitzt, kam auf Einladung von Alexander Buda (FDP-Fraktionsvorsitzender im VG-Rat Asbach) an die Schule. An dem Gedankenaustausch nahmen auch Markus Harf, Erster Beigeordneter der VG, sowie Florian Gombert und Herbert Limbach, Fachleute aus der Verwaltung, teil.

 

Grundschullehrer Frederic Heumann geht in seinem Unterricht erfolgreich neue Wege. Er arbeitet mit dem interaktiven Schulbuch, nutzt Visualisierungen an der Leinwand, setzt Apps, Lern- und Erklärvideos ein. Diese Form des Unterrichts wirkt nicht nur motivierend, sie hat auch andere Vorzüge: „Mit einer App kann die ganze Klasse differenziert werden“, erklärte der Pädagoge. Ohne großen Aufwand könnten leistungsschwächere oder leistungsstärkere Kinder mit individuell auf sie zugeschnittenen Aufgaben versorgt werden. Zugleich liefert die App dem Lehrer Aufschlüsse darüber, was die Kinder gearbeitet haben, was richtig und was falsch gelaufen ist, und wieviel Zeit die Schüler wofür gebraucht haben. Wichtig ist dem Koordinator, dass der digitale Unterricht eine Ergänzung zum klassischen Lehren und Lernen ist. „Es ist ein Hilfsmittel“, verdeutlichte Heumann anhand einer Schreib-Lern-App. „Das Digitale ist eine Motivation“, so Heumann. „Danach bekommen es die Kinder auch mit dem Arbeitsblatt gut hin.“ Wert legt die Schule obendrein darauf, dass im Unterricht nur solche Apps zum Einsatz kommen, die einen tatsächlichen Mehrwert haben. Daher wird im Kollegium viel getestet und ausprobiert.

 

„Ich bin sehr beeindruckt, was an Ihrer Schule geleistet wird“, kommentierte Landtagsabgeordnete Lerch die Präsentation. „Und ich bin gespannt, welche Hausaufgaben Sie mir mitgeben.“ Als Mitglied im Kreistag Mainz-Bingen interessierte sich die Bildungspolitikerin natürlich auch für auch die Rolle des Schulträgers (Verbandsgemeinde Asbach), die Alexander Buda beleuchtete. „Wir sind in einem guten Fluss der permanenten Weiterentwicklung der Digitalen Schule“, stellte der FDP-Fraktionschef im VG-Rat fest. An der Asbacher Grundschule funktioniere es besonders gut, weil das persönliche Engagement vorhanden sei. Zudem sei das Zusammenspiel zwischen Schule und Schulträger höchst effizient. Das betrifft auch den IT-Support, den die Verwaltung den Schulen anbietet. Allerdings bringt die fortschreitende Digitalisierung eine hohe personelle Belastung mit sich. Die Verwaltung arbeite inzwischen am Anschlag, bemerkte Beigeordneter Markus Harf.

 

Die Verbandsgemeinde Asbach hat die Digitalisierung der Schulen also zur Chefsache gemacht, und dennoch gibt es an einigen Stellen noch Luft nach oben. Die Strukturen müssen weiter ausgebaut und mehr Endgeräte zur Verfügung gestellt werden. An die Adresse der Landespolitik gibt es weitere konkrete Forderungen: weniger administrativer Aufwand - etwa bei der Beantragung von Fördermitteln und eine Aufstockung der Lehrerfortbildung im Digitalbereich. Wichtig wären aus Sicht des Schulträgers außerdem eine bessere Bezahlung der Grundschullehrer, von denen viele aus finanziellen Gründen nach NRW abwanderten, sowie mehr Lehrkräfte, denn der Vorreiterschule in Sachen Digitalisierung fehlen derzeit 25 Wochenstunden.

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Mo

05

Okt

2020

Schulbesuche VIII

Schon vor Corona war fast jede bildungspolitische Debatte vom Schlagwort „Digitalisierung“ beherrscht. Doch die wenigsten derer, die dieses Schlagwort in den Mund nahmen, hatten konkrete Vorstellungen davon, wie dies in der schulischen Praxis aussehen könnte. Bei meinem heutigen Schulbesuch in der Grundschule am Frankenwall in Asbach bekam ich einen mehr als überzeugenden Eindruck davon, was im Zusammenwirken von engagierten Lehrkräften und einem Schulträger, der das Thema zur Chefsache gemacht hat, auf die Beine gestellt werden kann.

Was mir Medienkoordinator Frederic Heumann in seinem Klassenraum vorführte, war in der Tat beeindruckend. Kein Wunder, dass diese Schule als Vorreiterschule für Medienkompetenz und Digitales Lernen gilt.Die eingesetzten Lern-Apps erlauben ein individuelles Eingehen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler*innen und die Erfassung ihrer Lernfortschritte. Bei aller Begeisterung für die technischen Möglichkeiten verfällt man an der Schule aber nicht in den mancherorts zu beobachtenden „Digitalisierungswahn“ – sondern sieht Digitalisierung vor allem als Hilfsmittel zur Motivation der Lernenden.

 

Mit einem Blick zurück auf meine eigene Schulzeit, die noch von Tafel und Kreide beherrscht war, wurde mir bewusst, in welchem Tempo sich Schule fortentwickelt. Es ist wichtig, auch die Lehrer*innen auf diesem Weg mitzunehmen – damit das Projekt „Digitale Schule“ gelingt. In Asbach ist man da schon sehr weit …

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Sa

03

Okt

2020

Kirchen knapp bei Kasse

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In Rheinhessen pflegen die Menschen zu sagen „Wo Du nicht bist, Herr Jesu Christ“, wenn sie sich bestimmte Dinge finanziell nicht leisten können. Ob Bischof Kohlgraf ähnlich geseufzt hat, als er das Sparprogramm des Bistums Mainz bekanntgab, weiß ich nicht.

 

Wohl aber weiß ich jetzt, dass mit der Hildegardisschule in Bingen (Higa) auch die Schule von den Sparmaßnahmen betroffen ist, an der ich einst mein Abitur machte. Das Bistum kann sich die Trägerschaft der Higa schlichtweg nicht mehr leisten.

 

In der gestrigen Sitzung des Kreistags Mainz-Bingen wurde offensichtlich, dass auch die Politiker*innen im „Bildungs-Landkreis“ von dieser Meldung „kalt erwischt“ worden waren. Nun muss schleunigst ein neuer Träger für die Schule gefunden werden – eine Schule, die nicht unwesentlich zur Herausbildung meiner Wertevorstellungen beigetragen hat …

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Mi

30

Sep

2020

Kleinere Klassen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Die Bildungspolitik ist eine Dauerbaustelle – und kann es mit dem Tempo des Baufortschritts durchaus mit dem Berliner Flughafen aufnehmen. Vor der Landtagswahl 2011 hatte man für die rheinland-pfälzischen Schulen eine Senkung des „Klassenteilers“ – d.h. der Klassengröße, ab der eine Klasse in zwei aufgeteilt werden muss – in Aussicht gestellt. Was die Orientierungsstufe angeht, wurde das auch umgesetzt – nicht aber bei den höheren Klassenstufen an den weiterführenden Schulen. Dort sind Lerngruppen von 30 Schüler*innen keine Seltenheit.

In einem offenen Brief an die Landtagsabgeordneten fordern die Bildungsverbände einstimmig eine Absenkung dieses Klassenteilers.

 

Dies macht in meinen Augen nicht nur im Hinblick auf die Umsetzung der Abstandsregeln in Zeiten von Corona Sinn – sondern auch in pädagogischer Hinsicht. Kleinere Lerngruppen ermöglichen naturgemäß größeren Lernerfolg.

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Do

24

Sep

2020

Schulbesuche VII

Die Namensgebung für eine Schule kann ein langwieriger Prozess sein. Nicht so im Fall der Schule, die ich heute im Rahmen meiner Info-Tour besuchte. Das Sebastian-Münster-Gymnasium (SMG) trägt den Namen des wohl berühmtesten Sohnes der Stadt. Und an der Fassade prangt unübersehbar als Schul-Logo, das Ihnen vielleicht bekannt vorkommt. Ja - das ist doch der „Mann auf dem 100-Mark-Schein“! Passt irgendwie zu einer Schule mit 1.700 Schüler*innen.

 

Schulleiter Dr. Michael Frings ist noch neu im Amt – weshalb ich ihm auch ein kleines Gastgeschenk mitbrachte. Keinen Rotwein – sondern einen Weißwein aus Nacken-heim, wo ich früher Schulleiterin war.

Genau wie ich weiß auch er die Vorteile zu schätzen, die die gute Finanzlage des Schulträgers mit sich bringt. Aktuell zeigt sich dies zum Beispiel daran, dass der Landkreis Mainz-Bingen das SMG als Pilotschule für „offenes Lernen“ ausgewählt hat. „Offenes Lernen“ meint dabei die räumliche Anpassung an das veränderte Lern-verhalten der heutigen Schüler*innen – weg vom hergebrachten Klassenraum hin zu „Lern-Landschaften“. Mit der 6. Klassenstufe sollen jetzt erste Erfahrungen gesammelt werden.

 

Bei aller Euphorie über das Neue verliert Dr. Frings aber auch nicht das Alte aus den Augen und mahnt die notwendige Sanierung des alten Baubestands an. Wieder einmal verlasse ich eine Schule nicht ohne Hausaufgaben...

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Do

24

Sep

2020

Pressemitteilung

Pilotschule für offenes Lernen in erweiterten Lernräumen

Bei einem Besuch am Ingelheimer Sebastian-Münster-Gymnasium informiert sich Landtagsabgeordnete Helga Lerch aus dem Wahlkreis Ingelheim über das Pilotprojekt für offenes Lernen in erweiterten Lernräumen.

 

Nicht nur Digitalisierung und die Corona-Pandemie halten das Ingelheimer Sebastian-Münster-Gymnasium (SMG) derzeit auf Trab, auch ein Modellprojekt, das gerade in der Umsetzung ist. Das Gymnasium ist als „Pilotschule des Landkreises Mainz-Bingen für offenes Lernen in erweiterten Lernräumen“ ausgewählt worden. Die Grundidee dabei ist, dass nicht mehr nur im traditionellen Klassenraum gelehrt und gelernt wird, sondern in modular konzipierten Lernlandschaften. 

 

Das Pilotprojekt ist eines der Themen, die beim Besuch der Landtagsabgeordneten Helga Lerch am SMG zur Sprache kommen. Schulleiter Dr. Michael Frings erläutert das Grundkonzept des Modells, das zunächst in der Orientierungsstufe des Gymnasiums Einzug halten soll. Vier Klassen werden probeweise in so genannten „Lernlandschaften“ unterrichtet, die etwa als Stillarbeitsraum oder Präsentationsbereich ausgestaltet werden. Das Pilotprojekt soll dem veränderten Lernverhalten von Schülerinnen und Schülern Rechnung tragen. Um die neuen Lernwelten einzurichten, mussten einige bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Anfang Dezember, so der Plan, soll die Ausstattung installiert werden. Nach Ansicht des Schulleiters könnte das innovative Unterrichts-Modell Schritt für Schritt auf weitere Klassen und Stufen des Gymnasiums ausgeweitet werden.

 

Eine wichtige Rolle spielt auch für diese Form des Unterrichts das Thema Digitalisierung -ein Bereich, in dem das Ingelheimer Gymnasium nach Überzeugung der Schulleitung gut ausgerüstet ist. Dies habe sich auch während des Corona-Lockdowns im Frühjahr bemerkbar gemacht. Alle Schülerinnen und Schüler wurden noch in den Osterferien in Teams eingebunden. Das Homeschooling sei unter anderem mit Videokonferenzen und Chats gut bewältigt worden, berichtet Dr. Michael Frings.

 

Vom Schulträger, dem Kreis Mainz-Bingen, fühlt sich das Gymnasium ausgesprochen gut unterstützt. „Wir haben einen verlässlichen Partner an unserer Seite“, lobt der Direktor des größten Gymnasiums in Rheinland-Pfalz. Auf Nachfrage von Helga Lech in ihrer Funktion als Mitglied des Kreistags Mainz-Bingen formuliert Dr. Michael Frings schließlich noch einen Wunsch an die Adresse des Schulträgers. Was den in die Jahre gekommenen Teil des Schulgebäudes anbelangt, so würde sich Frings über die baldige Umsetzung einigernotwendiger Sanierungsmaßnahmen freuen.

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Di

22

Sep

2020

Erfolgsmodell Sommerschule?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Am 15. Juni trafen die rheinland-pfälzische Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände eine Vereinbarung, nach der in den Sommerferien durch ein zusätzliches Lehr- und Lernangebot an allgemeinbildenden Schulen Defizite für Schüler*innen zumindest zum Teil gemildert werden sollten. Bereits im Mai hatte ich im Rahmen einer Kleinen Anfrage mehr über die Ausgestaltung dieser „Sommerschule RLP“ in Erfahrung bringen wollen.

Das Angebot stieß auf große Resonanz bei den Eltern. Und rückblickend empfanden wohl auch die Schüler*innen das Angebot als hilfreich – denn viele Fragen, die nach wochenlangem „Home-Schooling“ offen geblieben waren, konnten in dieser Präsenz-Phase geklärt werden. Unterm Strich wurden die beiden Wochen also nicht als Beschneidung der Sommerferien empfunden.

 

Obwohl die von mir nachgefragte exakte Evaluierung des Experiments „Sommerschule“ noch aussteht, begrüße ich die Ankündigung einer „Herbstschule“ und wünsche ihr bereits jetzt viel Erfolg.

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Mo

21

Sep

2020

Sexismus an Schulen

Nicht erst seit der „MeToo“-Kampagne ist das Thema stärker in den Fokus gerückt – sexistisches Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht. Betroffen sind dabei in der Mehrzahl Frauen. Und die Formen sexistischen Verhaltens können dabei von anzüglichen Bemerkungen über ungewollte körperliche Berührung bis hin zu sexueller Gewalt reichen. Besonders schlimm ist es, wenn dies im schulischen Bereich gegenüber minderjährigen Schutzbefohlenen geschieht. Als Frau, Pädagogin und Politikerin schrillen dann bei mir gleich mehrfach die Alarmglocken. Umso mehr, wenn ich den Eindruck gewinne, dass von Seiten der Schulaufsicht in solchen Fällen nur mit „angezogener Handbremse“ vorgegangen wird.

In meinem Engagement für die Betroffenen habe ich von vielen Seiten Unterstützung erfahren. Leider nicht von meinen Kolleg*innen in der FDP-Landtagsfraktion, die mit diesem Engagement meinen Ausschluss aus ihren Reihen begründeten.

 

In den letzten Wochen erwiesen sich meine kritischen Fragen an die Exekutive gleich mehrfach als berechtigt. So musste die Schulaufsicht zugeben, dass ihr Vorgehen in einem von mir konkret angeführten Fall „suboptimal“ gewesen sei. Die Berichte über Vorfälle am Koblenz-Kolleg und die Aktionen der „Cat Calls of Mainz“ sind weitere Belege für die Richtigkeit meiner Bemühungen um ein konsequenteres Vorgehen.

 

So war auch bei meiner heutigen Pressekonferenz das Medieninteresse groß, als ich ganz konkrete Vorschläge für ein solches Vorgehen vorstellte: Anlaufstellen an jeder Schule, einen Sexismus-Beauftragten auf Landesebene und eine Änderung des Landesdisziplinargesetzes.

 

Leider kann ich als fraktionslose Abgeordnete solche Vorschläge nicht im Landtag parlamentarisch umsetzen. Hier bin ich auf die Hilfe der antragsberechtigten Fraktionen angewiesen, an die ich mich auch gewandt habe. Ihr Verhalten wird ein echter „Lackmus-Test“ dafür sein, wie sie es mit dem Kindeswohl in der Praxis halten.

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Mo

21

Sep

2020

Pressemitteilung

Mehr Prävention an Schulen

Bei einer Pressekonferenz in Mainz fordert Landtagsabgeordnete Helga Lerch mehr Prävention gegen sexuellen Kindesmissbrauch an Schulen.

 

Prävention ist das A und O, wenn es um sexuellen Kindesmissbrauch geht. Dies umso mehr, als längst nicht jeder Fall zur Anzeige kommt. Die Dunkelziffer ist hoch; viele Opfer schweigen aus Angst oder Scham. „Deshalb rückt Prävention immer mehr in den Mittelpunkt“, erklärt Landtagsabgeordnete Helga Lerch bei einer Pressekonferenz in Mainz zum Thema sexueller Missbrauch an Schulen. Die Bildungsexpertin spricht sich für verschiedene Maßnahmen aus, die Schülerinnen und Schüler besser vor Übergriffen schützensollen. So plädiert Helga Lerch für die Bestellung von Beratungslehrkräften für Missbrauch an allen Schulen. Eine weitere Forderung ist die Abschaffung des so genannten „Verwertungsverbots“, wonach Vorfälle schon nach wenigen Jahren aus der Akte entfernt werden. Schließlich fordert die Bildungsexpertin die Einrichtung eines Landesbeauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

 

„An jeder Schule sollte eine Beratungslehrkraft für Missbrauch bestellt werden“, ist Helga Lerch überzeugt. Analog etwa zu den Beratungslehrkräften für Suchtprävention, die seit Jahren an den rheinland-pfälzischen Schulen verpflichtend sind. „Wenn Kinder akute Probleme haben, müssen sie wissen, an wen sie sich wenden können“, plädiert Lerch für interne Anlaufstellen auch bei dieser Thematik.

 

Um den Schutz von Schülerinnen und Schülern besser zu gewährleisten, muss nach Lerchs Einschätzung das Landesdisziplinarrecht überarbeitet werden. Ziel ist, das Verwertungsverbot für sexuelle Übergriffe deutlich auszuweiten beziehungsweise ganz abzuschaffen. Bislang werden solche Vorfälle je nach Schwere der Tat nach zwei bis sieben Jahren aus der Akte gelöscht. Obwohl Täter eine einschlägige Vorgeschichte haben, ist dies nach Fristablauf nicht mehr greifbar. Eine Einschätzung des Gefahrenpotenzials sei damit nicht möglich und auch keine Aussage über die Rückfallquote, moniert Helga Lerch. „Opferschutz geht vor Täterschutz“, betont die Abgeordnete. „Mein Appell ist daher, das Verwertungsverbot möglichst ganz abzuschaffen."

 

Stark macht sich die Bildungspolitikerin auch für die Einrichtung eines Landesbeauftragten für sexuellen Kindesmissbrauch. Damit unterstützt sie eine Forderung, die Johannes-Wilhelm Rörig, Bundesbeauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, schon lange erhebt. Rörig, den Helga Lerch vor wenigen Wochen in Berlin besucht hatte, hatte Anfang April alle Bundesländer diesbezüglich angeschrieben. Aus Rheinland-Pfalz habe es bislang keine Reaktion gegeben, teilt Helga Lerch mit. Daher hat die Abgeordnete alle Fraktionen im rheinland-pfälzischen Landtag angeschrieben mit dem Ziel, im anstehenden Haushalt Mittel für einen Missbrauchsbeauftragten auf Landesebene bereitzustellen.

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Di

15

Sep

2020

Schulbesuche VI

In der Reihe meiner Schulbesuche gab es heute wieder ein „Heimspiel“. Schließlich liegt die Albert-Schweitzer-Schule Ingelheim (ASS) in der Nähe unserer früheren Wohnung in der Rotweinstadt. Die ASS ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“. Die Einhaltung der Abstandsregeln in Corona-Zeiten stellt für eine solche Schule natürlich eine ganz besondere Herausforderung dar.

Schulleiterin Gabriele Fichtner zeigte sich in dieser Situation kreativ, indem sie mit versetzten Pausenzeiten dafür sorgte, dass auf dem Pausenhof die geforderten Abstände eingehalten werden konnte. Bei derzeit 75 Schüler*innen war das umsetzbar.

 

In den Klassenräumen stellt natürlich die Einhaltung der Abstandsregeln die Lehrkräfte einer Förderschule vor ganz besondere Probleme. Social Distancing ist nur schwer mit der für die spezielle Schüler-Klientel erforderlichen Zuwendung zu vereinbaren. Mangels entsprechender Vorgaben muss die Schulleitung dann Wege finden - und dann auch verantworten. Und das alles neben der üblichen Verwaltungsarbeit, bei der die Schulleitung auch noch Sekretariatsarbeit übernehmen muss - ganz zu schweigen von der Wahrnehmung von Unterrichtsstunden.

 

Bewerber*innen um eine Schulleitungsstelle an einer Förderschule müssen schon eine Extra-Portion Idealismus mitbringen...

 

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Mo

14

Sep

2020

Schulbesuche V

Mein heutiger Schulbesuch führte mich an die Wirkungsstätte, an der ich über Jahre hinweg einen Sozialkunde-Unterricht erteilen durfte, der sich nicht stur an – ohnehin zwangsläufig veralteten – Lehrbüchern orientierte. Im Gymnasium Oppenheim erlebten die Schüler*innen Politik „aus erster Hand“. So konnte ich mit Egon Bahr einen prominenten Zeitzeugen der Ostpolitik präsentieren. Und so manches „Urgestein“ des politischen TV-Journalismus sorgte für unvergessliche Unterrichtsstunden. Natürlich wurden die Erinnerungen an diese Zeit wieder wach, als ich das Schulgelände betrat.

Aber das Schwelgen in Erinnerungen war nicht der Grund für meinen Besuch. Von Schulleiter Dr. Hendrik Förster erhoffte ich mir vor allem Informationen darüber, wie die rheinlandpfälzischen Gymnasien das „Corona-Schuljahr 2019/20“ gemeistert hatten. Denn er war dafür aufgrund seiner Funktion im Landesverband Rheinland-Pfalz der Bundes-Direktoren-Konferenz der ideale Ansprechpartner.

 

Wie alle Schuleiter*innen spürte auch er in Zeiten von Corona den Druck, der dadurch entsteht, dass man in dieser Funktion sich ständig zwischen den „Mahlsteinen“ von Schülerschaft, Eltern, Kollegium, Schulträger, Schulaufsicht und Bildungsministerium befindet. Was seine eigene Schule angeht, so stand er im Vergleich zu seinen Kolleg*innen noch gut da – dank eines finanzkräftigen Schulträgers, der für eine bauliche Erweiterung und eine großzügige digitale Ausstattung gesorgt hatte. Davon konnten Gymnasien in anderen Landesteilen nur träumen.

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Mo

14

Sep

2020

Mehr Frauen in Schulleitungen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Eigentlich sollte die Gleichberechtigung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit sein. Die Praxis zeigt, dass dies noch immer nicht der Fall ist – ganz besonders, wenn es um die Besetzung von Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geht. Aus den Reihen der Politik wird dabei gerne mit dem Finger auf die Wirtschaft gezeigt und eine „Frauenquote“ in den Führungsgremien von Unternehmen gefordert. Doch wer mit dem Finger auf andere zeigt, muss sich auch gefallen lassen, dass der Finger dann auch mal in die andere Richtung zeigt. Mit Lösungen wie Frauenquoten bei Listenaufstellungen bei Wahlen oder „Mann/Frau-Doppelspitzen“ in der Parteiführung versucht man, vor der eigenen Tür zu kehren.

Ich halte solche Quoten für keine gute Lösung. In meinen Augen ist die Schaffung von Rahmenbedingungen, die es Männern und Frauen gleichermaßen ermöglichen, Familie und Beruf in Einklang zu bringen, der bessere Weg.

 

Mit Elementen wie Jobsharing und Teilzeit versucht die rheinland-pfälzische Landesregierung gerade, Frauen die Ausübung von Führungspositionen in der Landtagsverwaltung zu erleichtern. Könnte etwas Ähnliches auch bei der Besetzung von Positionen in Schulleitungen funktionieren?

 

Für die nächste Sitzung des Bildungsausschusses habe ich zumindest diesen Punkt auf die Tagesordnung setzen lassen.

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Sa

12

Sep

2020

Zur Sache

In der Sendung "Zur Sache Rheinland-Pfalz" im SWR ging es am Donnerstag um die Vorkommnisse am Koblenz-Kolleg, die auch schon Thema im Bildungsausschuss des Landtages waren. Damit in Zukunft solche Fälle besser gehandhabt werden können, wäre eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene sinnvoll.

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Sa

12

Sep

2020

Mangelfächer

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Auf der Homepage des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums gibt es tatsächlich den Suchbegriff „Mangelfächer“. Dort sind als Beispiele allerdings nur Fächer mit einem klaren Berufsbezug aufgelistet – wie etwa Metall- oder Elektrotechnik oder Gesundheitspflege. Und gleich neben dieser Aufzählung findet sich ein Hinweis für Quereinsteiger, die solche Fächer etwa an einer Berufsschule unterrichten wollen.

 

Aus meiner Zeit als Schulleiterin an einem Gymnasium weiß ich allerdings, dass sich auch für andere Schularten die Suche nach geeigneten Fachlehrer*innen manchmal schwierig gestaltet – während es bei anderen Fächern ein Überangebot gibt. Bereits in einer Fragestunde des Landtags im August hatte ich von der Landesregierung wissen wollen, wie sie hier gegenzusteuern gedenkt.

Jetzt hakte ich noch einmal nach und bat um konkrete Angaben, welche Fächer sich bei welchen Schularten als Mangelfächer herausgestellt haben. Und ich möchte gerne wissen, in welcher Form das Bildungsministerium bei Studierwilligen für das Lehramt für solche Fächer wirbt.

 

Denn die tollste Ausrüstung eines Chemie-Saals nutzt nichts, wenn keine Chemie-Lehrkraft da ist, die diese einsetzten könnte.

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Mi

09

Sep

2020

Pressemitteilung

Neubau der Ingelheimer BBS kann starten

Auf ihrer „BildungsSommerReise“ besucht Landtagsabgeordnete Helga Lerch die Berufsbildende Schule (BBS) Ingelheim. Schulleiter Wolfgang Fluche berichtet, dass der seit Jahren geplante Neubau nun endlich realisiert wird.

 

Der Bauzaun ist schon mal aufgestellt; die Bagger können anrollen. Auf dem Gelände neben der Ingelheimer Kaiserpfalz-Realschule plus soll der Neubau der Berufsbildenden Schule in die Höhe wachsen. Das Projekt ist seit vielen Jahren in Planung, weil die Schule unter Raumnot leidet. Angesichts stetig steigender Schülerzahlen musste immer wieder improvisiert werden. Nun aber kann man an der BBS aufatmen, das Bauprojekt startet.

 

Was die Anzahl der Räume anbelange, so sei man gut aufgestellt, sagt BBS-Leiter Wolfgang Fluche im Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Helga Lerch, die zugleich Mitglied im Kreistag Mainz-Bingen ist. Allerdings, meint Fluche, hätte man bei der Größe der Räume noch ein wenig zugeben können. Begrüßt hätte es der Schulleiter auch, wenn bei der Planung moderne Konzepte - wie offene Lernwelten oder Clusterschule - stärker berücksichtigt worden wären. Unter dem Strich indes ist Wolfgang Fluche froh, dass das Großprojekt nun in die Umsetzung geht. Der Neubau soll nicht nur den gestiegenen Schülerzahlen an der Berufsbildenden Schule Rechnung tragen, sondern auch die Voraussetzungen für neue Angebote schaffen - etwa im Bereich der Pflege, wo sich die BBS weiter entwickeln will. Die neue Fachschule für Altenpflegehilfe ist gerade mit 19 Anmeldungen gestartet. Im künftigen Schulgebäudesoll dann auch die generalisierte Pflegeausbildung mit moderner Ausstattung angeboten werden. Geplant ist unter anderem ein „Skill Lab“ - ein Übungslabor, in dem pflegerische Tätigkeiten realistisch simuliert werden können.

 

Helga Lerch informierte sich an der BBS auch darüber, wie der Schulbetrieb nach den Ferien angelaufen ist. „Es läuft alles wieder im Präsenzunterricht“, teilte Schulleiter Fluche mit. Dies natürlich unter Einhaltung der coronaspezifischen Vorgaben. Um die Abstände in den unterrichtsfreien Zeiten zu ermöglichen, werden unter anderem Parkplätze als Pausenhof genutzt.

 

Auf den Fall einer neuerlichen Schulschließung aufgrund von Corona ist die BBS nach Ansicht des Schulleiters gut vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler würden nach und nach mit digitalen Endgeräten ausgestattet; zudem könne man Videokonferenzen und Lernplattformen einsetzen.

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Mi

09

Sep

2020

Pressemitteilung

Entlastung durch Schulverwaltungsfachkraft?

Die vierte Station ihrer „BildungsSommerReise“ führt Landtagsabgeordnete Helga Lerch an die Integrierte Gesamtschule (IGS) Kurt Schumacher in Ingelheim. Schulleiterin Karin Hantschel berichtet vom Schulbetrieb in Zeiten von Corona und einer stetigen Zunahme von Verwaltungsaufgaben.

 

Im Gespräch mit Schulleiterin Karin Hantschel informiert sich Landtagsabgeordnete Helga Lerch, wie der Schulbetrieb in Zeiten von Corona läuft. Die Bildungspolitikerin, die zugleich Mitglied im Mainz-Binger Kreistag ist, erkundigt sich darüber hinaus, welche Wünsche es an die Adresse von Bildungsministerium und Schulträger (Kreis Mainz-Bingen) gibt.

 

Die Corona-Pandemie stellt natürlich auch die Integrierte Gesamtschule Kurt Schumacher vor einige Herausforderungen. Eines der Themen, das zurzeit wohl allen Bildungseinrichtungen Kopfzerbrechen bereitet, ist die Belüftung von Klassenräumen, Fluren oder Sporthallen. Bislang lasse sich dies noch realisieren, meint Karin Hantschel. Wie das freilich in der kalten Jahreszeit werde, müsse man sehen. Wünschenswert wären entsprechende Belüftungsgeräte.

 

Was die Zusammenarbeit mit dem Schulträger anbelangt, so gibt es hier offenbar wenig auszusetzen. Der Kreis Mainz-Bingen hat die Schule insgesamt gut ausgestattet. Und doch sieht Karin Hantschel an der einen oder anderen Stelle noch Luft nach oben. „Wir haben zu wenig Differenzierungsräume“, berichtet die Schulleiterin. Zudem fehlten Aufenthaltsräume und ein größerer Förderraum. Handlungsbedarf sieht Hantschel zudem im Schulsekretariat, womit die Ingelheimer Schulleiterin bekanntlich nicht allein steht. Immer wieder werden Forderungen nach einem höheren Stundenkontingent laut. Die Sekretariate arbeiten am Limit. „Einige Stunden mehr wären wichtig“, meint Hantschel. Eine Maßnahme, die auch die frühere Schulleiterin Helga Lerch seit langem fordert. Denn die Anforderungen an die Schulsekretariate haben sich in den letzten Jahren spürbar erhöht. Das Aufgabenspektrum wächst, und die Arbeit wird komplexer. Gleichzeitig aber sind die Gehaltsstufen unverändert geblieben. Das wiederum führt dazu, dass es immer schwieriger wird, kompetentes Personal zu halten. Karin Hantschel liebäugelt daher mit dem Modell der Schulverwaltungsfachkraft, das Schulleitungen und Lehrkräfte entlasten und mehr Freiraum für pädagogische Aufgaben schaffen würde. Damit, meint Hantschel, könnte man einen Teil der Probleme lösen. Eine Idee, die bei Helga Lerch auf offene Ohren stößt. „Wenn man das Angebot nicht attraktiv gestaltet, laufen einem die Leute weg“, so die Bildungspolitikerin.

 

Herausfordernd ist für die Gesamtschule schließlich auch das Thema Lehrerversorgung. „Hier ist es ganz eng“, sagt Hantschel. „Wir haben zwar keinen Unterrichtsausfall“, betont die Schulleiterin. Um dies zu vermeiden, müsse man aber mit großen Kursen arbeiten. Doch selbst dort, wo Planstellen vorhanden sind, gibt es mitunter Probleme, die Stellen zu besetzen. „In Mathematik und Informatik ist der Markt leergefegt“, beschreibt Karin Hantschel, wie schwierig es derzeit ist, Lehrkräfte für diese Fächer zu finden.

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Di

08

Sep

2020

Schulbesuche IV

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Mein heutiger Schulbesuch war wieder ein „Heimspiel“ – und zwar in der IGS Kurt Schumacher Ingelheim. Schulleiterin Karin Hantschel gab mir einen Einblick in die Probleme, die die Home Schooling-Phase mit sich gebracht hatte. So hatten längst nicht alle Schüler*innen zu Hause die nötigen Endgeräte, um am digitalen Unterricht richtig teilnehmen zu können. Auch hätte sie sich eine zügigere Festlegung auf einheitliche Software-Vorgaben gewünscht.

 

Mit den befürchteten Problemen beim jetzt wieder möglichen Präsenz-Unterricht komme man im Großen und Ganzen klar. Zusätzliche Busse und eine Entzerrung der Busfahrpläne federten das Risiko von Infektionen durch überfüllte Schulbusse einigermaßen ab.

Sorgenfalten treibt der Schulleiterin hingegen die ungeklärte Frage der Lüftung der Sporthalle, wo entsprechende Anlagen fehlten.

 

Einen Kritikpunkt ganz anderer Art, den Frau Hantschel ansprach, konnte ich aus meiner Erfahrung als ehemalige Schulleiterin sehr gut nachvollziehen – die Bewältigung des Aufwands für die Schulverwaltung. Nicht erst durch Corona ist hier der Umfang der Aufgaben enorm gestiegen. Da passt es nicht ins Bild, wenn der Schulträger einfach Stunden für die Schulsekretär*innen streicht. Ohnehin steht deren Bezahlung in keinem Verhältnis zu den von ihnen zu bewältigenden Aufgaben.

 

So endete auch mein heutiger Schulbesuch wieder mit Hausaufgaben, bei deren Erledigung in der politischen Praxis ich sicher nicht von allen Seiten Zustimmung ernten werde. Aber wer „weltbeste Bildung“ auf seine Fahnen schreibt, muss dafür auch investieren – auch wenn die „Bildungs-Rendite“ sich erst später rechnet.

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Mo

07

Sep

2020

Schulbesuche III

Im Rahmen meiner Schulbesuche in der Region wollte ich unterschiedliche Schularten berücksichtigen. Heute führte mich daher mein Weg in die Berufsbildende Schule Ingelheim zu Schulleiter Wolfgang Fluche. Sowohl Schulstandort als auch Schulleiter sind mir bestens vertraut. An dem Standort fahre ich fast täglich vorbei – liegt er doch praktisch um die Ecke von unserer Wohnung. Und Herrn Fluche kenne ich aus meiner Arbeit im Kreistag schon seit Jahren. Der Meinungsaustausch mit ihm konnte somit sowohl für meine Arbeit im Landtag als auch im Kreistag wertvolle Anregungen liefern.

Was das Bild nur erahnen lässt – der BBS-Bau ist in die Jahre gekommen. Ende 2022 soll der Umzug in neue Räumlichkeiten in Ingelheim über die Bühne gehen. Sicher ein Fortschritt für die Schule, auf die aber auch neue Anforderungen zukommen. Nicht zuletzt der neue Schwerpunkt Altenpflegehilfe wird zu steigenden Schülerzahlen führen – was räumlich bewältigt werden muss.

 

Noch aber muss man die Zeit bis zum Umzug irgendwie „hinkriegen“. Und das wird durch die Vorschriften im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Corona-Virus nicht gerade einfacher. Als Beispiele nannte Herr Fluche das Einhalten der Abstandsregeln im praktischen Unterricht, das Lüften und den Sportunterricht.

 

Herr Fluche wäre übrigens ein schlechter Sachwalter der Interessen seiner Schule, wenn er mir nicht noch Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben hätte. Bei der Raumplanung wünscht er sich mehr Arbeitsplätze für das Lehrpersonal im Schulgebäude. Und „die Politik“ solle bitte auch daran denken, dass der Maschinenpark der BBS dringend auf den Stand des 21. Jahrhunderts gebracht werden müsse.

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Fr

04

Sep

2020

Demokratie will gelernt sein

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Unsere Gesellschaft ist bunt und vielfältig. Das gilt auch für die Meinungen und Ansichten der Menschen, die diese Gesellschaft ausmachen. Das macht die Suche nach Lösungen für anstehende Fragen nicht einfacher. Umso wichtiger ist es, dass der Austausch dieser unterschiedlichen Meinungen und Auffassungen in einer Art und Weise erfolgt, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Nur so kann eine Demokratie funktionieren.

Dieser Umgang miteinander ist uns aber nicht in die Wiege gelegt worden. Er muss erst erlernt werden – und das so früh wie möglich.

 

Das ist auch eines der Motive für die Verankerung der Demokratieerziehung im neuen rheinland-pfälzischen Schulgesetz. Und da setzt man bereits bei den Grundschulen an. Wie das gehen soll – ohne dass dabei der eigentliche Bildungsauftrag zu kurz kommt – fragen sich viele Lehrkräfte. Nicht überall ist man in einer solch komfortablen Situation wie in meiner Heimatstadt Ingelheim, wo mit der Fridtjof-Nansen-Akademie (FNA) ein Bildungsträger gleich einen ganzen „Werkzeugkasten“ für die Umsetzung dieser Aufgabe anbietet. Wie gut bestückt dieser „Werkzeugkasten“ ist, wurde bei der heutigen Kuratoriumssitzung der FNA mir und den anderen Mitgliedern noch einmal deutlich.

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Do

03

Sep

2020

Künftig mehr Transparenz?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Nicht alle Lehrkräfte sind Engel. Auch sie sind nicht frei von Fehlern. Und manche begehen unentschuldbare Verfehlungen im Umgang mit ihren Schutzbefohlenen. Eine denkbare dienstrechtliche Konsequenz ist das, was man gemeinhin als „Straf-versetzung“ bezeichnet. Dabei wäre es für die Leitung der Einrichtung, zu der eine solche „Strafversetzung“ erfolgt, enorm wichtig zu wissen, welcher Art die Verfehlungen des/der Betreffenden waren – um nicht erneuten Verfehlungen ähnlicher Art Vorschub zu leisten. Dies gilt in ganz besonderem Maße für den sensiblen Bereich sexueller Übergriffigkeiten gegenüber Schüler*innen. Das Verschweigen solcher Tatsachen ist sicher alles andere als eine geeignete Präventionsmaßnahme.

Als ich im letzten Jahr in der Sitzung eines Landtagsausschusses diese Praxis des Verschweigens kritisch hinterfragte, brachte ich offenbar einen Stein ins Rollen – so auch in meiner eigenen FDP-Landtagsfraktion. Statt mir in dieser Sache den Rücken zu stärken, zog sie es vor, mich als unliebsame Fragestellerin aus ihren Reihen auszuschließen.

 

Dass man mit meinen Fragen auch anders umgehen kann, bewies die heutige Sitzung des Bildungsausschusses, bei der der von mir beispielhaft angeführte konkrete Fall nochmals zur Sprache kam. Sowohl die Schulaufsicht als auch das Ministerium bestätigten, dass dieser Fall „suboptimal“ (O-Ton) gelaufen sei. Noch wichtiger war aber die Zusage, in solchen Fällen künftig mehr Transparenz walten zu lassen.

 

Ein schöner Erfolg, für den ich allerdings einen hohen politischen Preis zahlen musste.

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Do

03

Sep

2020

Zuviel ist zuviel

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Es ist heute üblich, dass Schulen sich ein Leitbild geben. Da macht auch das Staatliche Koblenz-Kolleg keine Ausnahme. Wer die Homepage dieser Bildungs-einrichtung, an der junge Erwachsene auf dem zweiten Bildungsweg zum Abitur geführt werden, besucht, findet dort unter den Werten, die das Leitbild prägen den Satz „Wir achten auf Respekt, Toleranz und Wertschätzung im Umgang miteinander.“

Diese Worte mussten einer großen Zahl ehemaliger – und auch aktueller – Schülerinnen geradezu wie Hohn vorkommen. Denn sie waren – und sind noch immer (?) – sexistischen Demütigungen und Erniedrigungen seitens  eines (?) Pädagogen ausgesetzt. Lange scheuten sie den Weg an die Öffentlichkeit. Doch irgendwann wurde ihr Leidensdruck zu groß. Als mich ihr Hilferuf erreichte, beschloss ich spontan, mich ihrer Sache anzunehmen.

 

In persönlichen Gesprächen gewann ich sehr schnell den Eindruck, dass die Vorwürfe der Schülerinnen alles andere als leichtfertig erhoben sind. Sie sind minutiös belegt.

 

Und so beantragte ich bereits am 21. Mai, die Vorwürfe zum Gegenstand einer Sitzung des Bildungsausschusses des Landtags zu machen. Diese Sitzung fand heute statt. Schulaufsicht und Ministerium werden die Angelegenheit nicht „unter den Teppich kehren“ – sondern in der gebotenen Form verfolgen. Der Mut der Schülerinnen, sich mit ihrer Forderung nach mehr Respekt öffentlich um Hilfe zu bemühen, wurde also belohnt. Genau das ist es, was in dem Bild zu diesem Beitrag zum Ausdruck kommen soll.

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Mi

02

Sep

2020

Schulbesuche II

Durch den Besuch unterschiedlicher Schulen in der Region will ich mir selbst einen Eindruck verschaffen, wie diese mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie umgehen. Heute führte mich mein Weg in Freie Waldorfschule Mainz, wo ich mit Lehrer Dr. Holger Michels und seiner 11. Klasse einen angeregten Meinungsaustausch führte.

 

Alles in allem verzeichnet diese Schule keine größeren Probleme mit der Umsetzung der Hygiene-Anforderungen. Und der Außenbereich erweist sich als regelrechte grüne Oase, um die sie andere Schulen in der Mainzer Innenstadt beneiden. Sicher ein Plus in Zeiten von Corona.

Und wie bei den motivierten Schüler*innen einer Waldorf-Schule nicht anders zu erwarten, nutzten diese weidlich die Gelegenheit, ihrerseits die Landtagsabgeordnete mit Fragen zu „löchern“. So entwickelte sich ein spannender Diskurs, der für beide Seiten ein echter Gewinn war.

 

Gerne hätte ich meinen aufgeschlossenen Gesprächspartner*innen auch schon einen Termin für einen Besuch im Landtag angeboten – doch da steht das Corona-Virus (noch!) auf der Bremse.

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Fr

28

Aug

2020

Plenarrede zu Stehplätzen in Schulbussen

Im heutigen Plenum forderte die CDU-Fraktion im Rahmen ihres Antrags eine Reduzierung der Stehplätze in den Schulbussen. Doch anstelle einer sachlich geführten Diskussion traten Schuldzuweisungen von Regierung und Opposition. Dabei geht es doch um praktische Lösungen für die Schülerbeförderung, gerade während der Corona-Pandemie.

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Fr

28

Aug

2020

Hallo Wahlkampf!

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Eigentlich ging es im Rahmen der heutigen Plenardebatte des rheinland-pfälzischen Landtags „nur“ um einen simplen Antrag der CDU, die eine Reduzierung der Anzahl der zulässigen Stehplätze in Schulbussen forderte, um das Infektionsrisiko bei der Schülerbeförderung wenigstens etwas zu mindern.

 

Man hätte darüber sachlich diskutieren können – aber offenbar nicht in Zeiten des sich bereits abzeichnenden Landtagswahlkampfes. Da zog man es lieber vor, „Schwarzer Peter“ zu spielen. Der Hinweis darauf, dass die Vorschriften hinsichtlich der Zahl der zulässigen Stehplätze ja schließlich aus Zeiten einer CDU-geführten Landesregierung stammten, war da nur ein Element des Spiels. Ebenso wie der Vorwurf, die Kreise als Schulträger hätten ja in den Sommerferien etwas tun können, um die Schülerbeförderung per Bus breiter aufzustellen.

Ein rüder Umgangston, gepaart mit gegenseitigen Schuldzuweisungen und Vorwürfen, lassen wenig Hoffnung auf eine gesittete politische Auseinandersetzung aufkommen, die an der Sache orientiert ist. Wer einen Vorschlag nur noch danach beurteilt, ob er aus dem Regierungs- oder dem Oppositionslager kommt, der muss sich ernsthaft fragen, ob das noch im Sinne seiner/ihrer Wähler*innen ist.

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Mi

26

Aug

2020

Schulstart „kopflos“?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

„Wenn das nur gut geht …“ – auf diesen Punkt kann man die Skepsis vieler bezüglich des Starts ins neue Schuljahr 2020/21 an den Schulen in Rheinland-Pfalz bringen. Denn zumindest zwei der drei AHA-Regeln (Mindestabstand von 1,5 Meter und Maskenpflicht) würden im Präsenz-Unterricht erst einmal nicht zur Anwendung kommen. Doch was wäre die Alternative gewesen? Etwa weiterhin „Schule geschlossen“? Und wenn ja – bis wann? Bis der sehnsüchtig erwartete „Impfstoff für alle“ verfügbar ist?

Die AfD hatte den Start ins neue Schuljahr zum Thema der heutigen „Aktuellen Stunde“ im Landtag gemacht – und dabei mit dem Adjektiv „kopflos“ gleich einmal für reichlich Emotionen gesorgt.

 

Sicher hätte man – speziell in Sachen Kommunikation mit den Schulen und den Schulträgern -  einiges besser machen können. Doch der politische Umgang mit der Corona-Pandemie erfordert mehr Sensibilität – auch im Vorfeld von Wahlen!

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Mi

26

Aug

2020

Plenarrede zum Schulstart

Heute sprach ich in der aktuellen Debatte zum Schulstart unter den Bedingungen der Corona-Pandemie. Dabei stelle ich die Frage, ob die Landesregierung die Sommerferien genutzt hat, um trotz Corona einen guten Start in das neue Schuljahr zu ermöglichen.

Von Schulleiter*innen und Schüler*innen vernimmt man, dass sie sich alleine gelassen fühlen, daher muss die Landesregierung nachlegen und für die nächsten Monate besser planen, damit Schule allgemein und auch im speziellen auch der Schulsport auch in der kalten Jahreszeit möglich ist.

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Mo

24

Aug

2020

Schulbesuche I

Sie ist schon eine ungewöhnliche Schule – die Christian-Erbach-Realschule plus in Gau-Algesheim. Als „Integrative RS+“ integriert sie Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Schulbetrieb. Wie kann eine solche Schule die besonderen Herausforderungen in Corona-Zeiten bewältigen? Dazu erhoffte ich mir von Schulleiter Andreas Dilly bei meinem heutigen Besuch konkrete Hinweise.

 

Und er resümierte zunächst einmal, dass man die kritischen Wochen vor den Sommerferien „alles in allem ganz gut hingekriegt“ habe. Auch für das neue Schuljahr mit Präsenz-Unterricht fühle sich die Schule gut gewappnet. In zwei Punkten wolle er mir als Bildungspolitikerin auf Kreis- und Landesebene allerdings noch „Hausaufgaben“ mit auf den Weg geben:

1. Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie sei seine Schule räumlich bereits an ihre Grenzen gestoßen. Und die Anmeldezahlen für die Schule würden – nicht zuletzt wegen ihres guten Rufs in der Region – eher noch steigen. Eine bauliche Erweiterung müsse daher vom Schulträger (Landkreis) ins Auge gefasst werden. Dann könne man auch die Corona-bedingten Abstandsregeln eher umsetzen.

 

2. Losgelöst von den allerorten geäußerten Wünschen nach einer allgemein besseren Lehrerversorgung besteht bei Herrn Dilly der spezielle Wunsch nach mehr Lehrkräften im Förderbereich. Auch ihm ist bewusst, dass es hier nicht um mehr Stellenzuweisungen geht. Es fehlt einfach an genügend Lehrkräften mit dieser speziellen Ausbildung. Hier muss das Land – wofür auch ich mich schon wiederholt ausgesprochen habe – zusätzliche Ausbildungskapazitäten schaffen.

 

Ich werde mich also an die Erledigung der mir von Herrn Dilly mit auf den Weg gegebenen Hausaufgaben machen.

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Mo

24

Aug

2020

Infektionsherd Schulbus?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Sicher sehnen sich im schulischen Bereich wohl alle nach einer alsbaldigen Rückkehr zu mehr „Normalität“. So begrüßten viele Eltern die Ankündigung der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin eines Starts in das neue Schuljahr im „Fast-Normal-Betrieb“. Sorgenfalten zeigten sich hingegen bei denen, die diese Ankündigung an der schulischen „Basis“ umsetzen sollten.

So beklagten zum Beispiel die Schulleitungen vor Ort die Kurzfristigkeit der Vorgaben des Ministeriums. Wenn freitags Neufassungen von Hygieneplänen vom Ministerium verschickt würden, die bereits montags umgesetzt sein sollen, sei das einfach nicht zu schaffen.

Konzentrierten sich die Bemühungen überwiegend auf vorbeugende Maßnahmen gegen eine Infektion innerhalb der Schulgebäude, so rückte mit dem Ende der Sommerferien unvermittelt ein anderer potenzieller Infektionsherd ins Bewusstsein – die Schulbusse.

In einem SWR-Interview hatte Ministerin Dr. Hubig noch gemeint, dass die Schülerbeförderung nicht in die Zuständigkeit ihres Ministeriums falle – dies sei Sache der Schulträger. Inzwischen hat die Landesregierung wohl eingesehen, dass sie die Schulträger mit diesem Problem nicht im Regen stehen lassen kann. Denn Schulbusse, bei denen noch einmal bis zu 70 % der Sitzplätze als Stehplätze zulässig sind, erlauben alles – nur nicht das Einhalten von Abstandsregeln!

Das hätte man aber schon vor Wochen wissen können.

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Sa

22

Aug

2020

Schule in Zeiten von Corona

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Seit dem Frühjahr hat das Corona-Virus uns ganz neue Regeln auferlegt, die durch drei Buchstaben charakterisiert werden: AHA. Durch das Einhalten eines Mindestabstands, die Anwendung von Hygienemaßnahmen und das Tragen von Alltagsmasken soll die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Diese Regeln greifen zweifelsohne in gewohnte tägliche Abläufe ein. Aber wir sehen, dass überall dort, wo es zu Infektionen mit dem Virus kam, dies daran lag, dass Menschen sich nicht an diese Regeln hielten.

Doch gerade das Einhalten eines Mindestabstands ist in der Praxis gar nicht so einfach umzusetzen. Dies gilt auch für den Lebensbereich Schule, wo der klassische Präsenz-Unterricht von heute auf morgen so nicht mehr möglich war. Stattdessen wurde Homeschooling praktiziert, was allerdings den Schüler*innen die zu ihrer persönlichen Entwicklung ebenfalls notwendigen sozialen Kontakte nicht ersetzen konnte.

Jetzt nach den Sommerferien soll das neue Schuljahr 2020/21 wieder als Präsenz-Unterricht gestaltet werden – ohne dass dabei die Schulen zu neuen Corona-Hotspots werden. Wie die Schulen in meiner Region die Herausforderung Corona bewältigen und wo sie welche zusätzliche Unterstützung brauchen – darüber will ich mir in den nächsten Tagen durch entsprechende Schulbesuche selbst ein Bild machen. Für meine Arbeit sowohl im Kreis- als auch im Landtag ist dies unabdingbar.

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Do

20

Aug

2020

Tabu-Thema Missbrauch?

„Schule gegen sexuelle Gewalt“ ist der Titel eines der Flyer, mit denen der Arbeitsstab des „Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“ Johannes-Wilhelm Rörig auf ein Thema aufmerksam machen will, das auch mich intensiv beschäftigt. Und so freute ich mich, dass ich mich heute mit ihm in seinem Berliner Büro zu einem langen und intensiven Meinungsaustausch treffen konnte.

Besonders Punkt IV („Personalverantwortung“) des Flyers zeigt klar auf, dass Prävention und Intervention bei sexueller Gewalt an einer Schule „Chefsache“ sind. Wörtlich heißt es dort „… die Leitung kann ihre Personalverantwortung schon bei Einstellungen entsprechend nutzen …“.

Dass diese Möglichkeiten nicht uneingeschränkt bestehen, führt allerdings die Praxis z.B. bei der Versetzung sexuell übergriffig gewordener verbeamteter Lehrkräfte drastisch vor Augen. Schon nach relativ kurzer Zeit werden – abhängig von der Schwere des Vergehens – entsprechende Eintragungen in der Personalakte des Betreffenden gelöscht. Dieses Verwertungsverbot bindet der Schulleitung die Hände. Im schlimmsten Fall erlangt sie noch nicht einmal Kenntnis von der Vorgeschichte der betreffenden Lehrkraft.

Als ich es als Landtagsabgeordnete „wagte“, in einer Sitzung eines Landtagsausschusses die Bitte um eine Darlegung der diesbezüglichen Rechtslage zu äußern, wurde dies von meiner Fraktion zum Anlass für den Ausschluss aus ihren Reihen  genommen.

Offenbar tut man sich in unserer Gesellschaft immer noch schwer mit der richtigen Balance zwischen Täter- und Opferschutz. Es gibt also noch viel zu tun. Johannes-Wilhelm Rörig arbeitet daran – und ich werde ihn im Rahmen meiner Möglichkeiten dabei unterstützen.

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Mo

17

Aug

2020

Ich drücke die Daumen …

Bild: pixabay
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… dass alles klappt mit dem Start in ein in vielerlei Hinsicht ungewöhnliches Schuljahr 2020/21. Die Vorbereitungen haben allen Beteiligten viel abverlangt. Dies gilt insbesondere für Schulträger, Lehrkräfte, Schulleitungen und –bedienstete. Aber auch die Eltern sehen dem Start in ein Schulleben, das wohl noch länger nur eine Annäherung an den „Normalzustand“ sein wird, mit einer Mischung aus freudiger Erwartung und banger Skepsis entgegen.

 

Ihnen allen – und natürlich den Schülerinnen und Schülern – alle guten Wünsche!

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Di

04

Aug

2020

Corona-Tests für Kita-Personal

Bild: pixabay
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So möchten wir wohl alle den Kita-Betrieb sehen – mit fröhlichen gesunden Kindern. Und wenn das auch für das Kita-Personal gilt, dann wäre das der Idealfall. Doch das Corona-Virus droht dieses Idealbild zu gefährden. Denn die Einhaltung des in den AHA-Regeln empfohlenen Mindestabstands in einer Kita ist illusorisch. Gerade die körperliche Nähe untereinander – und auch zu den Erzieher*innen  - ist wichtig für das Entstehen einer Wohlfühlatmosphäre. Doch damit steigt die Gefahr einer Infektion mit dem Corona-Virus.

Heute hatte ich sogar eine Video-Konferenz mit Elternvertreter*innen, die ihre Besorgnis zum Ausdruck brachten, dass die Landesregierung in dieser Situation nicht genug tue. So verweist die Bildungsministerin in Interviews darauf, dass das Land die Kosten für Corona-Tests des Kita-Personals tragen werde. Aber …

 

1. Einen solchen Test müssen Erzieher*innen lediglich auf freiwilliger Basis vornehmen.

 

2. Das Land trägt nur die Kosten für einen einmaligen Test, der lediglich eine Momentaufnahme liefert. Eine Kostenübernahme für aus epidemiologischer Sicht sinnvolle Wiederholungstests lehnt die Landesregierung ab.

 

Verantwortungsvolles Handeln sieht anders aus.

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Fr

31

Jul

2020

Letzter Tag

Was ich hier in Händen halte, ist die Urkunde, die es amtlich macht: mit dem Ende des Monats Juli 2020 trete ich wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand. Die Urkunde hatte ich schon vor Antritt des Ostfriesland-Urlaubs bei der ADD in Neustadt aus den Händen des zuständigen Referatsleiters Dr. Volker Schult in Empfang nehmen können.

Heute ist also – was das Schulische angeht – mein letzter Arbeitstag!

Während meiner fast vier Jahrzehnte im rheinland-pfälzischen Schuldienst führte mich mein Weg vom Referendariat bis hin zum Aufbau und der Leitung eines G8-Gymnasiums (im Ganztag). Als dann der erste Jahrgang an diesem Gymnasium sein Abitur machte, war dies für mich der richtige Zeitpunkt, um meine Erfahrungen in ein neues Tätigkeitsfeld einzubringen – die Arbeit im Landtag.

Mit meinen Erfahrungen aus der schulischen Praxis war und bin ich dabei sicher nicht für alle Akteure in Legislative und Exekutive ein „bequemer“ Gesprächspartner. Dies tat und tut auch weiterhin meinem Engagement in der Sache keinen Abbruch. Und dabei lasse ich mir von niemandem „ein X für ein U“ vormachen.

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Do

30

Jul

2020

Politische Arbeit in Ostfriesland

Schon beim Antritt unserer Urlaubsreise nach Ostfriesland war meinem Mann und mir klar, dass dies kein politikfreier Aufenthalt sein würde. Und so wurde in unserem Ferienhaus in Greetsiel auch gleich der WLAN-Zugangscode aktiviert, um für notwendige Videokonferenzen gerüstet zu sein.

Die wichtigsten Schalten waren dabei die Sitzungen des Landesfachausschusses Bildung der FDP Rheinland-Pfalz zur Formulierung der wichtigsten Punkte des bildungspolitischen Programms zur Landtagswahl im kommenden Jahr. Unsere beiden „tierischen“ Reisebegleiter „Teddy“ und „Otti“ (letzterer war übrigens das Maskottchen der BUGA in Cottbus 1995) schauten interessiert zu, als ich im Garten mit den übrigen Teilnehmer*innen Programmpunkte formulierte – bei herrlichem Wetter!

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Mi

22

Jul

2020

Schulbau in Zeiten von Corona

Bild: pixabay
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Wohl jeder Bauherr kann von den Tücken der bei seinem Vorhaben zu berücksichtigenden Anforderungen ein Lied singen. Der Schulbau macht da keine Ausnahme. Hier sind vor allem die Schulbaurichtlinien des Landes zu beachten. Deren Neufassung ist noch immer nicht verabschiedet. Und wie ich heute aus der Antwort auf meine Kleine Anfrage (Drucksache 17/12267) entnehmen konnte, sind die Arbeiten daran noch immer nicht abgeschlossen.

 

Auf den ersten Blick ist das natürlich ein Ärgernis – nicht nur für die Schulträger. Aber vielleicht bietet sich ja jetzt die Gelegenheit, nicht nur den Aspekten unterschiedlicher „Lernsettings“ (O-Ton Bildungsministerium) Rechnung zu tragen. Auch der Umgang mit dem Corona-Virus erfordert bauliche Gegebenheiten, die nach der augenblicklichen Rechtslage schwer zu realisieren sind.

Oder wie sollen Lehrkräfte zum Beispiel mit den Fenstern, die den Unfallverhütungs-vorschriften entsprechen, das aus virologischer Sicht notwendige Stoßlüften realisieren?

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Mo

20

Jul

2020

Alarmierende Zahlen

Bild: pixabay
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Der bevorstehende Beginn des neuen Schuljahres ist für alle Beteiligten mit großen Fragezeichen verbunden. Wird die angestrebte Rückkehr zur „Normalität“ mit einem Anstieg der Infektionsrate durch das Corona-Virus einhergehen?

Darüber ging eine Nachricht fast unter, die heute in der Allgemeinen Zeitung zu lesen war – es wird keine Einschulungs-Untersuchungen bei den Erstklässlern geben, da die Gesundheitsämter durch die Corona-Pandemie dafür keine Kapazitäten haben. Das ist nachvollziehbar.

Alarmierend sind allerdings die Zahlen über die Feststellungen, die in der Vergangenheit bei diesen Einschulungsuntersuchungen gemacht wurden. Nur rund ein Viertel der angehenden ABC-Schützen zeigten demnach keine Auffälligkeiten in kognitiven und/oder koordinativen Fähigkeiten, Sprachbeherrschung, Zahlenwissen oder Aufmerksamkeitsverhalten.

Dieser Befund zeigt überdeutlich, wie wichtig die Arbeit in Kindertagesstätten ist. Sauber, satt und gesund alleine reicht eben nicht!

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Sa

18

Jul

2020

Ankunft in Greetsiel

Der Bus hatte uns von Norden durch die Krummhörn nach Greetsiel bis zur Endhaltestelle „Grundschule“ gebracht. Als Bildungspolitikerin fiel mir natürlich sofort der Zusatz „verlässliche Grundschule“ unter dem Namensschild der lokalen Grundschule auf.

Namensgeber der Schule ist der 1547 in Greetsiel geborene Theologe, Historiker und Pädagoge Ubbo Emmius, der es bis zum Gründungsrektor der Universität Groningen (Niederlande) brachte. Und der Mann mit dem für diese Region so typischen Vornamen hat auch eine Beziehung zu meiner Herkunftsregion – 1574 machte er sich zu Fuß (!) auf in den Süden. Sein Weg führte ihn entlang des Rheins u.a. nach Heidelberg.

Mir aber machte das Schild mit seinem Zusatz klar – die Schulpolitik würde mich auch hier an der Nordseeküste nicht loslassen!

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Fr

17

Jul

2020

AHA

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Nein – bei „AHA“ handelt es sich nicht um die Initialen des Abfallwirtschafts-verbands Hannover und auch nicht um die norwegische Gruppe mit dem Hit „Take on me“. Nein – in Zeiten von Corona steht „AHA“ als Kürzel für die drei wesentlichen Bausteine der Bekämpfungsmaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus: „Abstand-Hygiene-Atemmaske“.

 Bisher konnten wir damit die Infektionsraten in Deutschland erfreulich niedrig halten – auch wenn der eine oder andere diese Maßnahmen als lästig empfinden mag. Meine Bitte an alle Schülerinnen und Schüler:

 

Befolgt auch in den Ferien die AHA-Regel!

 

Damit das neue Schuljahr nicht gleich wieder mit einem „Lockdown“ beginnt.

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Mo

13

Jul

2020

Digitale Zukunft?

Bild: pixabay
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Schon seine Geburt war alles andere als einfach. Und nach der Geburt entwickelt er sich auch nicht in dem erhofften Maße. Gemeint ist der DigitalPakt Schule. Mit fünf Milliarden Euro ist er ausgestattet. Damit lässt sich doch einiges machen – sollte man meinen. Doch bisher sind davon gerade einmal 390 Millionen bewilligt worden – wie den Zeitungen zu entnehmen ist.

Und dabei haben doch gerade die letzten Monate drastisch vor Augen geführt, dass ohne Digitalisierung so einiges nicht funktioniert hätte – nicht nur im schulischen Bereich. Doch wer geglaubt hatte, das Corona-Virus würde als Beschleuniger auf dem Weg in die digitale Zukunft unserer Schulen wirken, wird durch diese Meldung unsanft auf den Boden deutscher Realität geholt.

„Beste Bildung“ im Schneckentempo als deutscher Sonderweg in die Zukunft?

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Di

07

Jul

2020

Großer Wurf Sommerschule?

Bild: pixabay
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Unter der Überschrift „Sommerschule 2020“ kündigt die Landesregierung in Rheinland-Pfalz ein Programm an, das große Erwartungen weckt. In den letzten beiden Ferienwochen sollen Schüler*innen der Jahrgangsstufen 1 – 8 im Rahmen von Intensivkursen in Deutsch und Mathematik das aufholen können, was durch den Corona-Shutdown auf der Strecke geblieben ist.

Klingt erst einmal gut – aber bei näherem Hinschauen zeigt sich das eine oder andere Problem.

So kann man wohl kaum die höchst unterschiedlichen Bedürfnisse von acht Jahrgangsstufen mit einem Angebot befriedigen. Hier sind vielmehr nach Jahrgangs-stufen differenzierte Angebote erforderlich. Ob das von allen Freiwilligen geleistet werden kann, die in den „Sommerschulen“ zum Einsatz kommen sollen, ist fraglich. So verfügen Oberstufenschüler*innen und Abiturient*innen, die in dem Projekt auch zum Einsatz kommen sollen, nicht über die notwendige pädagogische Erfahrung, die für ein effektives Herangehen an diese verantwortungsvolle Aufgabe eigentlich Voraussetzung sein müsste. Man sollte also an diese „Sommerschulen“ keine überzogenen Erwartungen knüpfen.

Und dass die Schulträger – also die Kommunen – sich bei dem Ganzen auch etwas im Regen stehen gelassen fühlen, machte gerade der Bürgermeister der VG Rhein-Selz deutlich (siehe Allgemeine Zeitung von heute). Nicht nur, dass in den Schulen während der Sommerferien üblicherweise notwendige Reparaturen und Grundreinigung anstehen. Auch die Frage der Beförderung der „Sommerschul“-Besucher*innen zu den Schulen ist nicht geklärt. Ganz zu schweigen von zusätzlich benötigtem Aufsichtspersonal oder auch der Sicherstellung eines Schulsanitätsdienstes. Und wer ist zuständig für die Umsetzung des nach wie vor gültigen Hygiene konzepts?

Momentan erscheint mir das Projekt „Sommerschule“ mit einer „sehr heißen Nadel gestrickt“ zu sein. Ich würde mich dennoch freuen, wenn es ein Erfolg wird. Auf jeden Fall habe ich bereits vorsorglich um eine Berichterstattung im Bildungsausschuss des Landtags gebeten.

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Do

02

Jul

2020

Zeitgemäße Schulen

Bild: pixabay
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Als Schulleiterin hatte ich das Glück, meine Funktion in einem Neubau ausüben zu können. Er war unter Berücksichtigung der Anforderungen der Schulbaurichtlinie geplant und errichtet worden. Leitgedanke einer solchen Richtlinie ist die Erkenntnis, dass der Lernerfolg von Schüler*innen nicht unwesentlich von den räumlichen Gegebenheiten am Lernort beeinflusst wird.

Der Lernort Schule muss aber auch die Umsetzung veränderter Anforderungen ermöglichen – wie beispielsweise Digitalisierung oder Inklusion. Schulbaurichtlinien müssen daher diesen veränderten Anforderungen angepasst werden. Dies hatte sich die Ampel-Koalition in Rheinland-Pfalz auch in ihrem 2016 geschlossenen Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt. Nun neigt sich die 17. Wahlperiode des Landtags bereits ihrem Ende zu – und die versprochene neue Schulbaurichtlinie lässt noch immer auf sich warten.

Ich richtete daher heute eine Kleine Anfrage an die Landesregierung und bat darin um Auskunft über den aktuellen Stand der Ausarbeitung der neuen Vorgaben. Diese Informationen sind schließlich eminent wichtig für jeden Schulträger, der Erweiterungs- und/oder Neubaumaßnahmen plant. Denn die Einhaltung der in den Richtlinien gemachten Vorgaben ist Voraussetzung für Fördermittel vom Land – und ohne die können Schulbauprojekte kaum realisiert werden.

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Do

02

Jul

2020

Spiel mit dem Feuer?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wenn die Schüler*innen nach den Sommerferien in ihre Klassenräume zum Präsenz-Unterricht zurückkehren, soll zumindest dort wieder Normalzustand herrschen. Also keine Maskenpflicht mehr – und auch kein Mindestabstand von 1,5 Metern. Außerhalb der Klassenräume gilt aber nach wie vor die Maskenpflicht. So der jetzt von Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig vorgestellte Plan für den Start ins neue Schuljahr.

Die bisher gemachten Erfahrungen haben gezeigt, dass Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregeln eine wirksame Maßnahme gegen Infektionen mit dem Corona-Virus waren. Klar ist aber auch, dass unsere Gesellschaft nicht auf Dauer mit diesen Maßnahmen leben kann. Eine schrittweise und behutsame Rückkehr zur Normalität – auch im schulischen Alltag – ist also angesagt.

Jedem sollte bewusst sein, dass dieser Schritt nicht gänzlich risikofrei ist – aber ein Null-Risiko-Szenario ist und bleibt eine Utopie. Hoffen wir also, dass es im neuen Schuljahr keine schulischen COVID-19-Hotspots geben wird.

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Di

30

Jun

2020

Populistischer Vorschlag

Bild: pixabay
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In diesen Tagen wird viel über mangelnde Wertschätzung geredet, die manchen Berufsgruppen entgegengebracht wird. Meist geht es dabei um „systemrelevante Gruppen“, um diesen Begriff einmal zu gebrauchen. Gemeint sind Gruppen, die „den Laden am Laufen halten“. Dazu zählen definitiv auch Lehrer*innen!

Nun erfreut sich dieser Berufsstand immer wieder Klischees wie „Lehrer haben doch einen schönen Beruf. Vormittags haben sie immer recht, nachmittags immer frei – und dazu ständig Ferien.“.Eigentlich könnte man solche Witzchen als dummes Geschwätz von Menschen abhaken, die keine Ahnung vom Lehramt haben (oder haben wollen!).

Jetzt hat sich aber mit René Quante, Geschäftsführer des Bundes der Steuerzahler, jemand zu Wort gemeldet, der eigentlich über solchen geistigen Niederungen stehen sollte. Er fordert allen Ernstes einen Verbeamtungsstopp für Lehrer, um die Pensionskasse zu schonen.

Nun ist das nicht die erste provokante Forderung dieses Mannes – aber diesmal muss man sich fragen, was ihn zu einer solchen Forderung bewegt.

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Di

30

Jun

2020

Grenzen des digitalen Lernens

Bild: pixabay
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Das Corona-Virus hat auch den Schulbetrieb gründlich durcheinander gewirbelt. Wohl den Schüler*innen und Lehrer*innen, die Zugriff auf die Hardware haben, die Home-Schooling überhaupt erst ermöglichen. Doch eines hat sich in den letzten Monaten auch gezeigt – ganz ohne Präsenz-Unterricht geht es doch nicht!

Denn auch die ausgefeiltesten Lern-Programme können den Schüler*innen zwar sagen, dass sie etwas falsch gemacht haben – aber (noch) nicht, wo ihr Fehler liegt. Genau dieses Eingehen auf den unrichtigen Lösungsansatz der Schüler*innen und die Erklärung, warum dieser nicht zielführend ist, kann (noch) am ehesten von Lehrkräften im persönlichen Kontakt mit den Schüler*innen geleistet werden.

Und noch etwas vermag die „schöne neue“ digitale Lernwelt (noch) nicht zu leisten – nämlich den Schüler*innen Werte zu vermitteln – und nicht nur bloße Scorer-Punkte oder „credit points“ .

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Di

30

Jun

2020

Nachhilfe-Pläne

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Lesen, Schreiben und Rechnen sind Fähigkeiten, die Kindern spätestens in der Schule vermittelt werden sollen. In der Beherrschung und Anwendung dieser Fähigkeiten zeigen Schülerinnen und Schüler aber teils gravierende Unterschiede. Taschenrechner, Rechtschreibkorrektur-Programme und Hörbücher können Mängel in der Beherrschung dieser „skills“ zwar teilweise kaschieren – aber eigentlich ist das nicht das, was man unter Bildung versteht. Was also tun?

Das Bildungsministerium des Landes will mit speziellen Nachhilfe-Kursen in den Sommerferien zumindest den gröbsten Mängeln in Deutsch und Mathematik entgegenwirken. Dafür sollen die Lehrkräfte mit 300 Euro entlohnt werden.

Ich wage zu bezweifeln, ob dieses Salär Anreiz genug für Lehrerinnen und Lehrer, die in diesem Corona-Schuljahr schon bis an die Grenze des Zumutbaren belastet waren, sein wird, auf die verdiente Regeneration in den Ferien zu verzichten. Schließlich wird ihnen auch das kommende Schuljahr mehr als üblich abverlangen. Der absehbare Mix aus Präsenzunterricht und Homeschooling kostet nämlich ganz schön „Körner“ – wie man im Leistungssport zu sagen pflegt.

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Mi

24

Jun

2020

Plenarrede zum neuen Schulgesetz

In der heutigen Landtagssitzung sprach ich zum neuen Schulgesetz. Die neu vorgesehenen Partizipationsmöglichkeiten sind ein Fortschritt, jedoch braucht Partizipation Zeit - insbesondere in der Primarstufe. Demokratiebildung darf nicht nebenbei ablaufen und darf nicht auf Kosten des Unterrichts gehen.

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Fr

19

Jun

2020

Fridays for Corona?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Es ist eines der üblichen Klischees über Verwaltungen – freitags nach 12 Uhr ist da keiner mehr zu erreichen. In Zeiten von Corona scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein. Das zeigen zumindest die Gespräche, die ich mit dem Personal von Schulen jüngst hatte. Dabei wurde mir berichtet, dass freitags nachmittags in den Schulsekretariaten die Vorschriften eintrudelten, nach denen montags der Schulbetrieb laufen solle.

Doch wie stellten sich die Absender dieser Handlungsanweisungen deren Umsetzung übers Wochenende vor? Darüber enthielten die schlauen Anweisungen natürlich keine Hinweise.

Die Mitteilungsblätter der Bildungsverbände sind voll von Erfahrungsberichten über die zahlreichen Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit beim Umgang mit Homeschooling einerseits und Wiederöffnung der Schulen andererseits. Vielleicht hätte den Verfassern der Handlungsanweisungen etwas mehr Praxiserfahrung nicht geschadet.

Dazu gehört zum Beispiel auch die Einsicht, dass man übers Wochenende keine Änderung der Schulbusfahrten organisieren kann, wenn man freitags nachmittags erst dazu aufgefordert wird.

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Do

18

Jun

2020

Kulturveränderung

Bischofsstab (Bild: pixabay)
Bischofsstab (Bild: pixabay)

Als ich im September 2016 als einer der Ehrengäste aus der Politik an der Weihe von Dr. Georg Bätzing zum neuen Bischof von Limburg teilnahm, war ich erst einmal neugierig. Als evangelische Christin war mir vieles am Procedere einer Bischofsweihe neu. Und natürlich hatte ich die Berichterstattung um seinen Amtsvorgänger – den Skandalbischof Tebartz-van Elst – mit ungläubigem Staunen verfolgt. Und da die Kirchen zum Kerngebiet meiner parlamentarischen Arbeit im Landtag gehören, verfolgte ich natürlich auch die Berichte über die Aufarbeitung der Fälle von sexuellem Missbrauch durch katholische Priester aufmerksam.

Als ich – damals noch als Mitglied der FDP-Landtagsfraktion – in einem Landtagsausschuss die Frage stellte, ob denn das Beamtenrecht im Fall von sexuell übergriffig gewordenen Lehrkräften genügend Möglichkeiten einer angemessenen Sanktionierung dieses Fehlverhaltens bietet, löste ich damit bei einigen einen Sturm der Entrüstung aus, der in meinem Ausschluss aus der Fraktion gipfelte.

 

Vielleicht täten diejenigen, die so reagierten, gut daran, sich an dem zu orientieren, was Bischof Bätzing gerade im Bistum Limburg tut. In seiner Diözese geht man nun einen konsequenten Weg, der die Opfer und deren Anspruch auf Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt – und nicht die Täter und deren vermeintlichen Anspruch auf Weiterbeschäftigung. Bischof Bätzing bezeichnet dies vorsichtig als „Kulturveränderung“. Und dass er sich dabei der Hilfe einer Anwältin bedient, die bereits eine wesentliche Rolle bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle an der Odenwald-Schule spielte, zeigt mir, dass mein Gefühl, dass es gewisse Parallelen zwischen Missbrauch im schulischen und kirchlichen Bereich gibt, nicht ganz falsch sein kann.

Vielleicht findet ja doch noch eine „Kulturveränderung“ im Umgang mit sexuell übergriffig gewordenen verbeamteten Lehrkräften statt – damit diese mehr befürchten müssen als bloß eine Versetzung von A nach B …

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Di

16

Jun

2020

Exit auf "Teufel komm raus"?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Der „Druck im Kessel“ wuchs von Tag zu Tag. Die Öffnung von Kitas und Schulen wurde quasi zum Symbol für den Exit aus dem Corona-Lockdown. Und tatsächlich – die Rückkehr zum Normalbetrieb wurde in Aussicht gestellt. Doch die Abstandsregeln und Hygienevorschriften sollen nicht außer Kraft gesetzt werden. Soweit die Theorie...

Doch deren Umsetzung wirft neue Fragen auf. Etwa die nach dem Personal, das dann in den Einrichtungen zur Verfügung steht. Bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie gab es nicht genügend Erzieher*innen in den Kitas. Jetzt gehören viele wegen ihres Alters und/oder Vorerkrankungen zu den so genannten „Risikogruppen“, die man eigentlich keinem unnötigen Infektionsrisiko aussetzen will. Ähnliches gilt für den Schulbetrieb mit Präsenzunterricht.

Es ist ja eine nette Geste, wenn man diesen Vertreter*innen „systemrelevanter“ Berufe applaudiert und sie als Helden bezeichnet. Aber darf man das Risiko, dem sie sich bei Kinderbetreuung und Präsenzunterricht aussetzen, einfach als „Berufsrisiko“ abtun? Eigentlich sollte doch jeder Arbeitgeber verpflichtet sein, alles zu unterlassen, was die Gesundheit seiner Beschäftigten gefährdet.

Auf die Frage, was denn geschehe, wenn es in einer Kita oder Schule nach der Öffnung doch zu einer Infektion mit dem Corona-Virus komme, hört man von den Politiker*innen die lapidare Antwort, dass man dann eben die Einrichtung wieder schließen müsse. Kein Wort über die Menschen, die sich dabei infiziert haben – mit einem Virus, das in manchen Fällen auch tödlich wirken kann.

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Do

11

Jun

2020

Vorbild Hessen?

Kita (Bild: pixabay)
Kita (Bild: pixabay)

Die Stimmen derer mehren sich, die nach einer Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus rufen. Und sie werden lauter. Der Druck auf „die Politik“ wächst. Besonders stark wird dieser Druck von Eltern artikuliert, die ihre Kinder lieber heute als morgen wieder im Normalbetrieb von Kita oder Schule sehen möchten. Doch rechtfertigen die momentan niedrigen Zahlen von Neuinfektionen bereits jetzt ein solches Umlegen des Schalters?

In Hessen ist die Landesregierung offenbar der Meinung, dass ja. Und so erleben wir in diesen Tagen wieder einmal, dass Hessen und Rheinland-Pfalz getrennte Wege gehen. Für mich als Bildungspolitikerin ist dies keine neue Erfahrung. Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als man von „A- und B-Ländern“ sprach – und über den vermeintlich niedrigeren Wert eines in Hessen erworbenen Abiturs spöttelte. Was man in Hessen prompt mit dem Slogan „Hessen vorn“ konterte.

Die Vorreiterrolle Hessens bei der Öffnung von Kitas und Schulen für den Normalbetrieb sehe ich aber eher mit Skepsis – bei allem Verständnis für die Probleme und Sorgen der Eltern. Aber es gibt in dieser Frage nun einmal keinen Königsweg.

 

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Do

11

Jun

2020

Bildung lohnt sich!

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Die Wirtschaft befindet sich bereits spürbar im Würgegriff der Corona-Krise. Ein Beleg dafür sind steigende Arbeitslosenzahlen. Natürlich sind nicht alle Sektoren der Wirtschaft gleichermaßen betroffen. Doch ein genauerer Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen vor Ausbruch der Corona-Pandemie sollte uns zu denken geben.

Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) legte Ende letzten Jahres eine Statistik „Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten in Deutschland“ vor. Für 2018 als letztes darin erfasstes Jahr zeigt sich, dass 17,4 % der Menschen ohne Berufsabschluss keinen Job haben. Bei Menschen mit einer Lehre oder einem Fachschulabschluss liegt dieser Wert hingegen nur bei 3,4 % (bei Akademikern sogar nur bei 2,0 %)

Ein klarer Beleg  dafür, dass jeder Euro, der in die Bildung investiert wird, eine hohe Rendite bringt – sowohl für Jobsuchende als auch für Wirtschaft und Gesellschaft!

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Mi

10

Jun

2020

Sozialkunde - wichtiger denn je

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In diesen Tagen beherrscht neben Corona plötzlich auch ein anderes Thema die Schlagzeilen – Rassismus! Auslöser war der durch einen weißen Polizisten verursachte Tod eines Afro-Amerikaners. Weltweit gehen – trotz Corona – Menschen auf die Straße und demonstrieren gegen Rassismus. Dabei haben sie weit mehr im Fokus als die Verurteilung der Ausübung brachialer Gewalt gegen einen Farbigen. Ihr Protest richtet sich gegen jedwede Form der Benachteiligung von Menschen anderer Hautfarbe. Die Protestwelle hat auch Deutschland erfasst – und unter den Protestierenden befinden sich erfreulich viele Jugendliche.

Sie sind sich bewusst, dass sie in einer Gesellschaft leben, die in mehrfacher Hinsicht „bunt“ ist. Für sie ist diese „Buntheit“ selbstverständlich. Doch nicht alle bei uns denken so. Unsere Gesellschaft zeigt, was das Verhalten gegenüber denen, die „anders“ sind oder aussehen, sehr unterschiedliche Verhaltensweisen, die von Ablehnung über Akzeptanz und Toleranz bis hin zur selbstverständlichen Normalität reichen.

Das Fach Sozialkunde ist wie kein anderes Schulfach geeignet, die Grundlagen für ein Verhalten zu legen, das Menschen dazu bringt, die „Buntheit“ unserer Gesell-schaft als Wert an sich zu schätzen. Ich habe mich daher als Abgeordnete an die rheinland-pfälzische Landesregierung gewandt und um Berichterstattung gebeten, was aus den in der Regierungserklärung von Bildungsministerin Dr. Hubig am 30.01.2019 angekündigten Maßnahmen zur Ausweitung des Sozialkundeunterrichts an den Schulen geworden ist.

 

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Mi

10

Jun

2020

Mehr Demokratie wagen?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Unter Demokraten sollte Konsens herrschen über diese Forderung, die einst Willy Brandt erhoben hatte. Doch demokratisches Verhalten will geübt werden – am besten so früh wie möglich. Und so ist es nachvollziehbar, dass im Entwurf des neuen Schulgesetzes für Rheinland-Pfalz bereits für die Grundschule Demokratieerziehung verankert ist.

Doch das Erlernen und Einüben des Ausbalancierens von Meinung und Gegenmeinung und des Schließens von Kompromissen ist ein Prozess, der gerade in der Grundschule eine intensive pädagogische Betreuung erfordert. Darauf wiesen bei der Anhörung im Bildungsausschuss die anwesenden Vertreter der Lehrerverbände hin.

Wo aber sollen die Lehrkräfte die Zeit für diese Betreuung des zweifelsohne wichtigen „Demokratie-Lernens“ hernehmen? Wie sollen die Schulen diesen zusätzlichen Zeitbedarf managen?

Darauf fehlt bisher eine schlüssige Antwort.

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Mo

08

Jun

2020

Sommerferien?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Das Schuljahr 2019/20 war geprägt von einer unvorhersehbaren Vollbremsung – ausgelöst durch das Corona-Virus. „Home-Schooling“ war plötzlich in aller Munde, als auch das Schulwesen seinen ganz speziellen Lockdown erfuhr. War dieses denkwürdige Schuljahr für Schülerinnen und Schüler ein verlorenes Jahr? Kann man es einfach abhaken und sich stattdessen gedanklich lieber auf die nahenden Sommerferien einstellen, um Abstand zu dem ganzen Durcheinander zu gewinnen?

Diese Frage stellt sich auch denen, die Bildungspolitik zum Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit gemacht haben.

Kann man die Sommerferien nutzen, um einiges von dem aufzuholen, was durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus auf der Strecke geblieben ist?

In einer Kleinen Anfrage (Drucksache 17/11946) an die Landesregierung bat ich jetzt um Auskunft über mögliche Maßnahmen wie Förderkurse für Schülerinnen und Schüler oder auch Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte – speziell im digitalen Bereich. Denn allen Beteiligten sollte bewusst sein, dass es auch nach den Sommerferien kein Zurück zu Präsenz-Unterricht in hergebrachter Form geben kann und wird.

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Fr

29

Mai

2020

Händewaschen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In Zeiten von Corona gehört sorgfältiges Händewaschen zum Standard-Procedere beim Einhalten der Hygiene-Vorschriften – auch bei der von vielen herbeigesehnten Öffnung von Kitas und Schulen. Urheber solche Hygiene-Vorschriften sind Bund und/oder Länder. Umgesetzt werden müssen sie von den Trägern der betreffenden Einrichtungen und deren Personal – also dem letzten Glied in der Kette. Die jeweiligen Bundes- und Landespolitiker*innen besuchen dann publikumswirksam eine solche Einrichtung und suggerieren damit das Gefühl, doch alles Menschen-mögliche getan zu haben. Vielleicht fällt in ihren Statements noch ein kurzes Lob für Kita- und Schulpersonal ab – und dann gehts weiter zum nächsten Termin.

In der heutigen Plenarsitzung des Landtags konnte ich es mir nicht verkneifen, auf die Probleme hinzuweisen, die „die Politik“ denen bereitet, die solche – im Prinzip ja gut gemeinten – Ideen in die Praxis umsetzen sollen. Und wenn es mit der Umsetzung hapert, gilt für die „Ideengeber“ wieder „Hände waschen“ – aber diesmal „in Unschuld“.

Aber das war auch schon vor Corona nicht viel anders.

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Do

28

Mai

2020

Plenarrede zum AfD-Antrag "Der Wissenschaft vertrauen - KiTas und Schulen möglichst vollständig öffnen, Risikogruppen schützen"

Die AfD-Fraktion möchte Risikogruppen im Lehr- und KiTa-Personal schützen, indem sie von ihrer Anwesenheitspflicht befreit werden und somit das Angebot reduziert wird. Durch die Corona-Pandemie haben wir bereits einen sehr hohen Unterrichtsausfall, wodurch viele Inhalte an Schulen wegfallen. Der AfD-Vorschlag würde dieses Problem verstärken, da die Situation bezüglich der Risikogruppen an jeder Schule bzw. KiTa anders aussieht. Es würden - je nach dem wer an der Schule betroffen ist .- starke Unterschiede zwischen den Lehrinhalten der Schulen entstehen. Die Schüler*innen brauchen Verbindlichkeit was den Lehrplan angeht.

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Do

28

Mai

2020

Plenarrede zur aktuellen Debatte "Rückkehr zum geregelten Schul- und Kitaalltag - Grundrecht auf Bildung sichern"

In der heutigen Plenarsitzung sprach ich in der aktuellen Debatte "Rückkehr zum geregelten Schul- und Kitaalltag - Grundrecht auf Bildung sichern" darüber, unter welchen Bedingungen eine Rückkehr zu einem geregelten Alltag in den Schulen stattfinden kann, solange die Corona-Pandemie nicht beendet ist. Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung und wie werden diese funktionieren?

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Mi

27

Mai

2020

Wir machen Musik...

Bild: pixabay
Bild: pixabay

... auch wenn es in der Schule nur ein „Nebenfach“ ist. Den Mitgliedern von Schulchor und/oder Schulorchester macht das Musizieren jedenfalls Spaß. Und sie sind durchaus nicht der Meinung von Wilhelm Busch, der in einer seiner Bildgeschichten den Gärtner Knoll die Maulwurfplage in seinen Beeten mit Musik be-kämpfen lässt – denn „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.“

Damit musikalische Darbietungen aber vom Publikum nicht als störende „Katzenmusik“ empfunden werden, sollten Schüler*innen bereits in der Grundschule einen qualifizierten Musikunterricht erfahren

Doch zur fachgerechten Abdeckung des Musikunterrichts fehlt es – nicht nur in Rheinland-Pfalz – an ausgebildeten Lehrkräften mit der Lehrbefähigung für Musik. Für unser Bundesland prognostiziert die Studie „Musikunterricht in der Grundschule – Aktuelle Situation und Perspektive“ für 2028 einen Bedarf an 3.250 Lehrkräften mit der Lehrbefähigung für Musik, dem aber nur etwas mehr als 1.100 ausgebildete Lehrkräfte gegenüberstehen werden.  Wie kann die Lücke geschlossen werden?

Im Studienjahr 2018/19 haben sich an der einzigen Ausbildungsstätte in Rheinland-Pfalz – der Universität Koblenz-Landau – gerade einmal 7 (!) Studierende für die Lehramtsausbildung mit Fachrichtung Musik eingeschrieben.

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Sa

23

Mai

2020

Lehrpläne und Corona

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Allmählich wird wohl allen klar, dass das laufende Schuljahr kein normales sein kann. Und das gilt nicht nur für die Ausbalancierung zwischen Präsenz-Unterricht und Home-Schooling. Auch die aktuell gültigen Lehrpläne können nicht in vollem Umfang abgearbeitet werden. Doch wo können und dürfen überhaupt Abstriche gemacht werden, ohne dass dieses „Corona-Schuljahr“ zum Total-Ausfall wird?

Vom Bildungsministerium wurde dazu bisher keine verbindliche Aussage getroffen. Die Entscheidung darüber ins Ermessen der jeweiligen Schule beziehungsweise der Lehrkräfte zu stellen, kann aber auch nicht die Lösung sein.

Es gibt „Regionale Fachberater“ (ich selbst war übrigens ein solcher für das Fach Sozialkunde) und „Fachdidaktische Kommissionen“. Diese müssten schleunigst mit der Aufgabe betraut werden, Vorschläge für die jeweiligen Fächer zu unterbreiten. Was ist verzichtbar – und was ist unverzichtbar?

Nur so kann es zumindest eine landeseinheitliche Regelung geben – wenn schon der Föderalismus ein bundeseinheitliches Vorgehen illusorisch erscheinen lässt.

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Do

21

Mai

2020

Jugendaustausch

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Der internationale Jugendaustausch bietet eine einzigartige Chance zum Aufbau einer friedlichen Welt, in der Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Kultur und Religion einander mit gegenseitigem Respekt begegnen. Ich habe selbst bei einer Tagung erlebt, wie Teilnehmer solcher Austauschprogramme mit Begeisterung von den gewonnenen Eindrücken berichteten – und wie diese ihren eigenen Werdegang prägten.

Die Corona-Pandemie hat solche internationalen Begegnungen schlagartig gestoppt. Und die gemeinnützigen Veranstalter stehen von einem Tag auf den andern vor massiven finanziellen Problemen. Es werden keine Einnahmen erzielt – aber die Kosten laufen weiter. Und Rücklagen konnten sie wegen ihres Status nicht bilden.

Als Landtagsabgeordnete wandte ich mich im April an Bildungsministerin Dr. Hubig mit der Bitte um Hilfe. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Die Ministerin will sich in ihrer Funktion als Präsidentin der Kultusministerkonferenz beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie beim Auswärtigen Amt für eine finanzielle Unterstützung der gemeinnützigen Träger solcher Austausch-programme stark machen.

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Mo

18

Mai

2020

Kita-Öffnung?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In unserer Gesellschaft hat sich über Jahrzehnte ein Wandel im Familienbild vollzogen. Wenn beide Elternteile berufstätig sind, ist die Kindertagesstätte (Kita) ein wesentliches Element, das diese Familienstruktur erst möglich macht. Und genau dieses Element droht(e) in der Corona-Krise wegzubrechen. Eltern versuch(t)en ver-zweifelt, Arbeit – egal ob im Home-Office oder an ihrem eigentlichen Arbeitsplatz – und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen.

Auch heute erreichte mich wieder ein „Brandbrief“ solcher Eltern, die sich am Limit des Zumutbaren sehen. Wann machen die Kitas endlich wieder auf? So die Frage an „die Politik“.

Doch „die Politik“ sieht auch die Probleme bei der gewünschten Kita-Öffnung. Wie soll zum Beispiel die Einhaltung der Abstandsregel gewährleistet werden? Und manch gutgemeinter Vorschlag von Elternseite – etwa die Aufteilung von Kita-Gruppen auf mehrere Räume – hat bei näherer Betrachtung einen Haken. De facto bräuchte es bei einer solchen Aufteilung – so sie denn räumlich überhaupt machbar wäre – auch mehr Betreuungspersonal. Davon gab es aber schon vor Corona nicht genug.

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Do

14

Mai

2020

Schule in Zeiten von Corona

Bild. pixabay
Bild. pixabay

Als Schülerin erlebte ich die noch die „Kurzschuljahre“ 1966/67. Grund dafür waren die Verlängerung der Schulpflicht auf 9 Jahre und die Umstellung auf den Schuljahresbeginn nach den Sommerferien. Was damals für Diskussionen sorgte, wirkt heute eher als Kleinigkeit im Vergleich zu dem, was das Corona-Virus mit unserer Schullandschaft anstellt: „Home-Schooling“ statt „Präsenz-Unterricht“! Und plötzlich sehnen sich die Kids danach, wieder in ihrer Schule zu sein. „Hurra – die Schule brennt“ drückte da ein ganz und gar anderes Schulgefühl aus.

Als gelernte Pädagogin freue ich mich natürlich, dass die Schüler*innen ihrer „Penne“ eine solche Wertschätzung entgegenbringen und den „Live-Kontakt“ mit ihren Lehrer*innen herbeisehnen. Doch die Befolgung der Hygieneregeln steht einer schnellen Erfüllung dieses Wunsches (noch) entgegen. Und so müssen sich alle Betroffenen wohl auf eine längere Phase der Kombination von „Präsenz-Unterricht“ und „Fern-Unterricht“ einstellen. Doch wer sollte bevorzugt in den Genuss des „Präsenz-Unterrichts“ kommen?

Ein plausibler Vorschlag: Schüler*innen aus sozial schwachen Milieus, die ansonsten abgehängt zu werden drohen. Die Auswahl müssten dann die Lehrer*innen treffen. Denn sie können wohl am besten die Lernsituation der ihnen Anvertrauten einschätzen.

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Mi

13

Mai

2020

Gut aufgestellt

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Als Ende Februar die Kreisverwaltung ankündigte, die Schulen im Landkreis Mainz-Bingen schrittweise im Rahmen einer Zweckvereinbarung in Sachen IT mit einer eigenen Abteilung unterstützen zu wollen, waren Begriffe wie „Corona“ und „Homeschooling“ noch fremd. Jetzt zwingt das Corona-Virus eine ganze Schülergeneration zum abrupten Wechsel gewohnter Unterrichtsformen. Und der IT-Support durch die Kreisverwaltung erleichtert „Homeschooling“ ganz wesentlich.

Und damit beim „Homeschooling“ – was die Ausstattung mit Endgeräten angeht – auch Chancengleichheit herrscht, hat der Landkreis nochmals tief in die Geldschatulle gegriffen. In einem Pool stehen allen Schüler*innen, die eine weiterführende Schule im Landkreis besuchen, iPads zur Ausleihe zur Verfügung – immerhin knapp 18.000 Geräte (samt Software).

Der Landkreis Mainz-Bingen kann sich durch diesen mutigen Schritt mit Fug und Recht als „Bildungs-Landkreis“ bezeichnen.

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Mo

11

Mai

2020

IGS in Zeiten von Corona

Bild: pixabay
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Als Schultyp erfreut sich die Integrierte Gesamtschule (IGS) großer Beliebtheit. Dem Umstand, dass nicht alle Schüler*innen in allen Fächern gleich leistungsstark sind, trägt man durch Kurse auf unterschiedlichem „Level“ Rechnung. Diese Kurse können entweder in getrennten Klassen unterrichtet werden – oder aber in unter-schiedlichen Lerngruppen innerhalb einer Klasse. Die Befürworter der IGS sehen darin einen Schlüssel zum Erreichen dessen, was in der Politik gerne als „beste Bildung“ propagiert wird.

Jetzt könnte sich dieser Schlüssel – dank Corona – für längere Zeit nicht mehr im „IGS-Schloss“ drehen. Abstandsregeln, niedrigere Anzahl von Schüler*innen im Klassenraum und Ausfall von Lehrer*innen, die einer Risikogruppe zugerechnet werden, schränken die Möglichkeiten der Praktizierung des IGS-typischen Kurssystems massiv ein. Heute berichtete die Allgemeine Zeitung Mainz von einem Schreiben des Bildungsministeriums, mit dem die Kursbindung bis auf Weiteres aufgehoben wird.

Diese Meldung nahm ich zum Anlass, eine ausführliche Unterrichtung über die Hintergründe dieser Anweisung auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Landtagsausschusses „Bildung“ setzen zu lassen.

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Do

30

Apr

2020

Wege und Irrwege

Bild: pixabay
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Die Vorstellungen, die viele Deutsche vom Islam und von Muslimen haben, sind oft ein Sammelsurium aus den unterschiedlichsten Mosaiksteinchen. Da vermischen sich Erinnerungen an die Helden aus den Romanen von Karl May mit den Bildern aus „Lawrence von Arabien“, Eindrücke aus dem letzten Tunesien-Urlaub oder der Besichtigung der Alhambra und – nicht zu vergessen -  der schnelle Imbiss im Döner-Laden um die Ecke zu einem doch eher diffusen Bild.

Und wenn dann noch im Kopf eines solchen „Islam-Kenners“ der geistige Link zum Islamismus angeklickt wird, dann darf man sich über so manche unqualifizierte Meinungsäußerung nicht wundern.

Leider schleichen sich auch in die politische Debatte immer wieder solche von Klischees beeinflusste Elemente ein. Die Aufregung um das Tragen eines Kopftuchs durch muslimische Schülerinnen ist nur ein Beispiel dafür.

Quasi zum Dauerbrenner hat sich das Thema „Islamischer Religionsunterricht“ entwickelt. Dabei spitzt sich die Debatte immer wieder auf die Frage zu, ob der Religionsverband Ditib ein für solche Fragen geeigneter Ansprechpartner ist oder nicht. Heute stand in der Zeitung zu lesen, dass das Land Hessen diese Frage mit „Nein“ beantwortet und einen eigenen Weg gehen will. Rheinland-Pfalz hingegen will auch weiterhin versuchen, gemeinsam mit den Islamverbänden eine für alle Seiten akzeptablen Weg für die Erteilung des Unterrichts in einem Fach „Islamische Religion“ zu finden.

Diesen rheinland-pfälzischen Weg halte ich für den richtigen. Und vielleicht sollten manche, die lautstark monieren, dass es nicht den Ansprechpartner auf islamischer Seite gibt, bedenken, dass dies auf christlicher Seite spätestens seit Martin Luther auch nicht der Fall ist.

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Do

30

Apr

2020

Español por favor!

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Mit „España por favor!“ bringt der Urlaubs-Hit „Eviva España“ seine Botschaft unüberhörbar auf den Punkt. Offenbar gilt Ähnliches auch für den Fremdsprachen-Unterricht an weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz.

Zumindest lassen die Zahlen, die ich heute auf meine Kleine Anfrage zur „Neu einsetzenden 2. Fremdsprache an Gymnasien und IGSn in der Oberstufe“ vom Bildungsministerium erhielt, diesen Schluss zu. Überall dort, wo Spanisch als eine Option neben einer Alternative wie Latein und/oder Französisch angeboten wird, geht Spanisch eindeutig als „Sieger“ hervor. Und mehr noch – der Vergleich der Zahlen in der Schulstatistik des Statistischen Landesamtes belegt für die letzten drei Schuljahre eine steigende Tendenz in diese Richtung.

Manche Frankophile mögen darin eine Gefahr für unsere guten Beziehungen zu den französischen Nachbarn sehen. Ich teile diese Befürchtungen nicht und sehe in dieser Entwicklung eher eine „Abstimmung mit den Füßen“ – und zwar für das Erlernen einer Sprache, die in der Rangliste der Weltsprachen nun einmal vor Französisch rangiert. Davor kann auch die rheinland-pfälzische Bildungspolitik nicht die Augen verschließen.

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Mi

29

Apr

2020

Plenarrede zum Schulgesetz

Heute sprach ich zum Landesgesetz zur Änderung des Schulgesetzes, der Schulwahlordnung und von Schulordnungen. Mit dem Gesetzt werden die richtigen Impulse gesetzt, gerade was Themen wie Partizipation angeht. Ob dies auch in der Realität gelingt, wird sich in Zukunft zeigen.

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Fr

24

Apr

2020

Chance für die BBS Ingelheim

Bild: pixabay
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Die Berufsbildende Schule (BBS) in Ingelheim wird im kommenden Schuljahr eine Ausbildung im Fach „Altenpflege“ anbieten. Dass hier Fachkräfte mittlerweile mit der Lupe gesucht werden müssen, ist hinreichend bekannt.

Umso naheliegender finde ich die ergänzende Einrichtung eines „Berufsvorbe-reitungsjahrs für junge Erwachsene“ (BVJ-E) an diesem Standort. Gerade für junge Migrant*innen, von denen es im Landkreis Mainz-Bingen eine beträchtliche Anzahl gibt, könnte sich hier ein Einstieg für einen späteren Job in der Altenpflege bieten.

Vielleicht gelingt es mir ja, die politischen Entscheidungsträger auf Kreis- und Landesebene von der Sinnhaftigkeit dieses Ansatzes zu überzeugen. Mit der Kreisbeigeordneten Ursula Hartmann-Graham habe ich schon eine Verbündete. Und die BBS arbeitet bereits an einem entsprechenden Konzept.

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Di

21

Apr

2020

Hilferuf

Bild: pixabay
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Seit 1951 bringen die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter des Netzwerks von Youth for Understanding (YfU) Jugendliche aus aller Welt – bevorzugt Schüler*innen – im Rahmen von Austauschprogrammen zusammen. Das Corona-Virus hat diesen Treffen nun einen Riegel vorgeschoben. Und öffentliche Mittel, die für die Arbeit von YfU überlebenswichtig sind, drohen wegzubrechen.

Als Landtagsabgeordnete konnte ich mir anlässlich eines Treffens in Nizza einen Einblick in die Arbeit von YfU verschaffen. Speziell für die Förderung des europäischen Gedankens sind die Austauschprogramme von YfU ein nicht hoch genug einzuschätzender Baustein. Er darf nicht ein Opfer von Corona werden.

Ich habe mich daher an das rheinland-pfälzische Bildungsministerium gewandt und um Überprüfung gebeten, ob und wie YfU finanziell geholfen werden kann, diese schwierige Zeit zu überbrücken. Europa sollte uns allen mehr als nur ein Lippenbekenntnis bei Sonntagsreden sein.

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Mo

20

Apr

2020

Home-Schooling

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Das Corona-Virus zwang viele von uns von einem Tag auf den anderen zur Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung. Die Erwachsenen arbeiteten nun im Home-Office“ – und die Schüler*innen paukten im „Home-Schooling“.

Der Kreisausschuss (KA) des Landkreises Mainz-Bingen konnte sich heute hingegen fast schon ganz „konventionell“ zu seiner Sitzung treffen. Im Kreis-Saal konnte der nötige Mindestabstanden zwischen den Personen eingehalten werden. Und beim Betreten des Sitzungssaals wurde ein Mund-Nasen-Schutz ausgehändigt.

Wichtigster Punkt der Tagesordnung war ein Erfahrungsbericht über das „Home-Schooling“ an den Schulen im Kreisgebiet. Während es bei den Schulen in Trägerschaft des Kreises keine größeren Probleme gab, lief das bei den Schulen auf örtlicher Ebene teils etwas holprig. Im Vergleich mit den Nachbarkreisen oder auch der Landeshauptstadt zeigt sich gerade in einer solch außergewöhnlichen Situation, dass es richtig war, massiv in die Ausstattung der Schulen im Landkreis zu investieren. Der „Bildungs-Landkreis“ hat seinen Stress-Test bestanden.

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Mo

20

Apr

2020

Vorsichtiger Neubeginn

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Das Corona-Virus hatte in den Schulen zu einem Umschalten von Normalbetrieb auf „Notbetreuung“ geführt. „Home-Schooling“ sorgte für eine völlig ungewohnte Form des Unterrichtsbetriebs, die allen Beteiligten einiges abverlangte.

Da waren die Probleme, vor die wir als Mitglieder des Bildungsausschusses des Landtags in seiner heutigen als Videokonferenz gestalteten Sitzung zu bewältigen hatte, dagegen nur ein Klacks.

Und die Vorgehensweise des Bildungsministeriums, mit einem gestaffelten Neubeginn nach der Zwangspause zu starten, fand breite Zustimmung. Natürlich gab es hier und da Zweifel, ob alle Schulen die Einhaltung der strengen Hygiene-vorschriften garantieren können. Problematisch könnte zum Beispiel die Befolgung der Abstandsregeln in den Schulbussen werden.

Ein gravierenderes Problem sehe ich in der Tatsache, dass die Schulmensen vorerst geschlossen bleiben sollen. Ich werde dies zum Gegenstand einer Anfrage an das Ministerium machen.

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Mi

08

Apr

2020

Ungeahnte Fragen

Bild: pixabay
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Auch im schulischen Bereich hat das Corona-Virus vorübergehende Schließungen verursacht. Und nun wird immer vernehmlicher gefragt, wie es denn nun „danach“ weitergehen soll. Doch da taucht bereits das erste Problem auf – nämlich die Festlegung des exakten Zeitpunkts für „danach“. Weder Virologen noch Politiker können derzeit hierfür ein konkretes Datum benennen. Und der Umstand, dass für den Schulbereich die Bundesländer zuständig sind, macht die Sache auch nicht gerade einfacher.

Dennoch – für Rheinland-Pfalz muss „die Politik“ irgendwann eine Antwort geben. Als Landtagsabgeordnete bin ich dann auch gefragt. Zu zwei Fragen habe ich mir bereits jetzt eine Meinung gebildet.

Ich kann zum Beispiel den Überlegungen für einen gestaffelten „Neustart“ der einzelnen Klassenstufen viel abgewinnen. Und zum Thema „Sitzenbleiben“ ist für mich ebenfalls klar, dass im Falle eines „Neustarts“ erst nach dem 4. Mai einfach nicht genügend Leistungsnachweise vorliegen, um über die Frage des “Wiederholen-Müssens“ einer Klassenstufe ein eindeutiges Urteil fällen zu können.

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Fr

20

Mär

2020

Aufgabe des Gymnasiums

Bild: pixabay
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So ärgerlich manche Begleitaspekte der „Corona-Krise“ für meine politische Arbeit auch sind – es gibt auch positive Auswirkungen. So lichtet sich auf meinem Schreibtisch allmählich der Stapel mit dem Label „Landtags-Post“. Und da sammelt sich bei mir als Landtagsabgeordnete gerade zum Thema „Bildungspolitik“ eine ganze Menge an.

So las ich heute die Ausgabe 1/2020 von „Gymnasium in Rheinland-Pfalz“, der Zeitschrift des Philologenverbands (PhV). Schon seit Jahrzehnten bin ich Mitglied des PhV – wie so viele Lehrkräfte an Gymnasien. Dass ich seit Annahme meines Landtagsmandats nicht mehr im Schuldienst bin, hat an meiner Mitgliedschaft im PhV nichts geändert. Als Landtagsabgeordnete sehe ich die bildungspolitischen Forderungen des Verbandes nun aber noch aus einem zusätzlichen Blickwinkel.

Und da kam ich beim Lesen des Leitantrags zur Bildungspolitik für die Vertreterversammlung am 14./15. November 2019 in Kaiserslautern doch etwas ins Grübeln. Da wurde nämlich als primäre Aufgabe gymnasialer Bildung formuliert „… die Schülerinnen und Schüler auf ein erfolgreiches Hochschulstudium vorzubereiten …“.

Nach meiner Meinung unterstützt ein solcher Ansatz einen Automatismus Abi → Uni, der heute nicht mehr zeitgemäß ist. Die Gymnasien müssen eine aktivere Rolle in der beruflichen Bildung übernehmen!

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Mi

18

Mär

2020

Baustein S4

Bild: pixabay
Bild: pixabay

„Wir schaffen das“ meinte 2015 Kanzlerin Merkel, als sie die Grenzen für Hunderttausende von Flüchtlingen öffnete. Doch wie schaffen wir die Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft – speziell in der Schule? Wie kann man Schüler*innen mit Migrationshintergrund in den deutschen Schulalltag integrieren, wenn im Elternhaus nicht Deutsch gesprochen wird und die Eltern einer guten Schul-bildung nur geringe Wertschätzung entgegenbringen?

 

Gerade für Schulen, in denen teilweise bis zu 90 % der Schüler*innen einen Migrationshintergrund haben, ist das eine wahre Herkules-Aufgabe. Die Stärkung solcher Schulen „in herausfordernder Lage“ hat sich die Wübben-Stiftung zum Ziel gesetzt. Sie beteiligt sich daher auch finanziell an dem Programm „S4 – Schule stärken, starke Schule!“, das jetzt vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium gestartet wurde. Es soll insbesondere die Schulleitungen bei der Bewältigung von Aufgaben wie individuelle Förderung und Elternarbeit unterstützen.

Vielleicht können wir dann eines Tages wirklich erleichtert sagen „Ja – wir haben es geschafft“.

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Di

10

Mär

2020

Weiter aktiv

Von Anfang an habe ich mich im Landtag zu bildungspolitischen Themen geäußert. Dabei eckte ich manchmal an – aber bildungspolitische Kompetenz wurde mir nie abgesprochen. Nach Jahrzehnten im Schuldienst – zuletzt als Schulleiterin – ist das auch nicht weiter verwunderlich.

Wer nun gemeint hatte, nach meinem Ausschluss aus der FDP-Landtagsfraktion sei diese bildungspolitische Stimme verstummt, dem darf ich sagen: mitnichten!

Auch als fraktionslose Abgeordnete darf ich nicht nur im Plenum des Landtags Stellung nehmen (und nicht nur zur Bildungspolitik). Überdies darf ich auch in einem Landtagsausschuss mitwirken. Das Präsidium hat heute meinem Wunsch entsprochen und mir die Mitwirkung im Bildungsausschuss gestattet.

Und Sie dürfen sicher sein, dass ich von den mir zustehenden Mitwirkungsrechten und –möglichkeiten regen Gebrauch machen werde. Es gibt viel zu tun – und ich packe es an!

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