Aktuelles zum Thema Bildung

Fr

17

Jul

2020

AHA

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Nein – bei „AHA“ handelt es sich nicht um die Initialen des Abfallwirtschafts-verbands Hannover und auch nicht um die norwegische Gruppe mit dem Hit „Take on me“. Nein – in Zeiten von Corona steht „AHA“ als Kürzel für die drei wesentlichen Bausteine der Bekämpfungsmaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus: „Abstand-Hygiene-Atemmaske“.

 Bisher konnten wir damit die Infektionsraten in Deutschland erfreulich niedrig halten – auch wenn der eine oder andere diese Maßnahmen als lästig empfinden mag. Meine Bitte an alle Schülerinnen und Schüler:

 

Befolgt auch in den Ferien die AHA-Regel!

 

Damit das neue Schuljahr nicht gleich wieder mit einem „Lockdown“ beginnt.

mehr lesen

Mo

13

Jul

2020

Digitale Zukunft?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Schon seine Geburt war alles andere als einfach. Und nach der Geburt entwickelt er sich auch nicht in dem erhofften Maße. Gemeint ist der DigitalPakt Schule. Mit fünf Milliarden Euro ist er ausgestattet. Damit lässt sich doch einiges machen – sollte man meinen. Doch bisher sind davon gerade einmal 390 Millionen bewilligt worden – wie den Zeitungen zu entnehmen ist.

Und dabei haben doch gerade die letzten Monate drastisch vor Augen geführt, dass ohne Digitalisierung so einiges nicht funktioniert hätte – nicht nur im schulischen Bereich. Doch wer geglaubt hatte, das Corona-Virus würde als Beschleuniger auf dem Weg in die digitale Zukunft unserer Schulen wirken, wird durch diese Meldung unsanft auf den Boden deutscher Realität geholt.

„Beste Bildung“ im Schneckentempo als deutscher Sonderweg in die Zukunft?

mehr lesen

Di

07

Jul

2020

Großer Wurf Sommerschule?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Unter der Überschrift „Sommerschule 2020“ kündigt die Landesregierung in Rheinland-Pfalz ein Programm an, das große Erwartungen weckt. In den letzten beiden Ferienwochen sollen Schüler*innen der Jahrgangsstufen 1 – 8 im Rahmen von Intensivkursen in Deutsch und Mathematik das aufholen können, was durch den Corona-Shutdown auf der Strecke geblieben ist.

Klingt erst einmal gut – aber bei näherem Hinschauen zeigt sich das eine oder andere Problem.

So kann man wohl kaum die höchst unterschiedlichen Bedürfnisse von acht Jahrgangsstufen mit einem Angebot befriedigen. Hier sind vielmehr nach Jahrgangs-stufen differenzierte Angebote erforderlich. Ob das von allen Freiwilligen geleistet werden kann, die in den „Sommerschulen“ zum Einsatz kommen sollen, ist fraglich. So verfügen Oberstufenschüler*innen und Abiturient*innen, die in dem Projekt auch zum Einsatz kommen sollen, nicht über die notwendige pädagogische Erfahrung, die für ein effektives Herangehen an diese verantwortungsvolle Aufgabe eigentlich Voraussetzung sein müsste. Man sollte also an diese „Sommerschulen“ keine überzogenen Erwartungen knüpfen.

Und dass die Schulträger – also die Kommunen – sich bei dem Ganzen auch etwas im Regen stehen gelassen fühlen, machte gerade der Bürgermeister der VG Rhein-Selz deutlich (siehe Allgemeine Zeitung von heute). Nicht nur, dass in den Schulen während der Sommerferien üblicherweise notwendige Reparaturen und Grundreinigung anstehen. Auch die Frage der Beförderung der „Sommerschul“-Besucher*innen zu den Schulen ist nicht geklärt. Ganz zu schweigen von zusätzlich benötigtem Aufsichtspersonal oder auch der Sicherstellung eines Schulsanitätsdienstes. Und wer ist zuständig für die Umsetzung des nach wie vor gültigen Hygiene konzepts?

Momentan erscheint mir das Projekt „Sommerschule“ mit einer „sehr heißen Nadel gestrickt“ zu sein. Ich würde mich dennoch freuen, wenn es ein Erfolg wird. Auf jeden Fall habe ich bereits vorsorglich um eine Berichterstattung im Bildungsausschuss des Landtags gebeten.

mehr lesen

Do

02

Jul

2020

Zeitgemäße Schulen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Als Schulleiterin hatte ich das Glück, meine Funktion in einem Neubau ausüben zu können. Er war unter Berücksichtigung der Anforderungen der Schulbaurichtlinie geplant und errichtet worden. Leitgedanke einer solchen Richtlinie ist die Erkenntnis, dass der Lernerfolg von Schüler*innen nicht unwesentlich von den räumlichen Gegebenheiten am Lernort beeinflusst wird.

Der Lernort Schule muss aber auch die Umsetzung veränderter Anforderungen ermöglichen – wie beispielsweise Digitalisierung oder Inklusion. Schulbaurichtlinien müssen daher diesen veränderten Anforderungen angepasst werden. Dies hatte sich die Ampel-Koalition in Rheinland-Pfalz auch in ihrem 2016 geschlossenen Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt. Nun neigt sich die 17. Wahlperiode des Landtags bereits ihrem Ende zu – und die versprochene neue Schulbaurichtlinie lässt noch immer auf sich warten.

Ich richtete daher heute eine Kleine Anfrage an die Landesregierung und bat darin um Auskunft über den aktuellen Stand der Ausarbeitung der neuen Vorgaben. Diese Informationen sind schließlich eminent wichtig für jeden Schulträger, der Erweiterungs- und/oder Neubaumaßnahmen plant. Denn die Einhaltung der in den Richtlinien gemachten Vorgaben ist Voraussetzung für Fördermittel vom Land – und ohne die können Schulbauprojekte kaum realisiert werden.

mehr lesen

Do

02

Jul

2020

Spiel mit dem Feuer?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wenn die Schüler*innen nach den Sommerferien in ihre Klassenräume zum Präsenz-Unterricht zurückkehren, soll zumindest dort wieder Normalzustand herrschen. Also keine Maskenpflicht mehr – und auch kein Mindestabstand von 1,5 Metern. Außerhalb der Klassenräume gilt aber nach wie vor die Maskenpflicht. So der jetzt von Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig vorgestellte Plan für den Start ins neue Schuljahr.

Die bisher gemachten Erfahrungen haben gezeigt, dass Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregeln eine wirksame Maßnahme gegen Infektionen mit dem Corona-Virus waren. Klar ist aber auch, dass unsere Gesellschaft nicht auf Dauer mit diesen Maßnahmen leben kann. Eine schrittweise und behutsame Rückkehr zur Normalität – auch im schulischen Alltag – ist also angesagt.

Jedem sollte bewusst sein, dass dieser Schritt nicht gänzlich risikofrei ist – aber ein Null-Risiko-Szenario ist und bleibt eine Utopie. Hoffen wir also, dass es im neuen Schuljahr keine schulischen COVID-19-Hotspots geben wird.

mehr lesen

Di

30

Jun

2020

Populistischer Vorschlag

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In diesen Tagen wird viel über mangelnde Wertschätzung geredet, die manchen Berufsgruppen entgegengebracht wird. Meist geht es dabei um „systemrelevante Gruppen“, um diesen Begriff einmal zu gebrauchen. Gemeint sind Gruppen, die „den Laden am Laufen halten“. Dazu zählen definitiv auch Lehrer*innen!

Nun erfreut sich dieser Berufsstand immer wieder Klischees wie „Lehrer haben doch einen schönen Beruf. Vormittags haben sie immer recht, nachmittags immer frei – und dazu ständig Ferien.“.Eigentlich könnte man solche Witzchen als dummes Geschwätz von Menschen abhaken, die keine Ahnung vom Lehramt haben (oder haben wollen!).

Jetzt hat sich aber mit René Quante, Geschäftsführer des Bundes der Steuerzahler, jemand zu Wort gemeldet, der eigentlich über solchen geistigen Niederungen stehen sollte. Er fordert allen Ernstes einen Verbeamtungsstopp für Lehrer, um die Pensionskasse zu schonen.

Nun ist das nicht die erste provokante Forderung dieses Mannes – aber diesmal muss man sich fragen, was ihn zu einer solchen Forderung bewegt.

mehr lesen

Di

30

Jun

2020

Grenzen des digitalen Lernens

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Das Corona-Virus hat auch den Schulbetrieb gründlich durcheinander gewirbelt. Wohl den Schüler*innen und Lehrer*innen, die Zugriff auf die Hardware haben, die Home-Schooling überhaupt erst ermöglichen. Doch eines hat sich in den letzten Monaten auch gezeigt – ganz ohne Präsenz-Unterricht geht es doch nicht!

Denn auch die ausgefeiltesten Lern-Programme können den Schüler*innen zwar sagen, dass sie etwas falsch gemacht haben – aber (noch) nicht, wo ihr Fehler liegt. Genau dieses Eingehen auf den unrichtigen Lösungsansatz der Schüler*innen und die Erklärung, warum dieser nicht zielführend ist, kann (noch) am ehesten von Lehrkräften im persönlichen Kontakt mit den Schüler*innen geleistet werden.

Und noch etwas vermag die „schöne neue“ digitale Lernwelt (noch) nicht zu leisten – nämlich den Schüler*innen Werte zu vermitteln – und nicht nur bloße Scorer-Punkte oder „credit points“ .

mehr lesen

Di

30

Jun

2020

Nachhilfe-Pläne

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Lesen, Schreiben und Rechnen sind Fähigkeiten, die Kindern spätestens in der Schule vermittelt werden sollen. In der Beherrschung und Anwendung dieser Fähigkeiten zeigen Schülerinnen und Schüler aber teils gravierende Unterschiede. Taschenrechner, Rechtschreibkorrektur-Programme und Hörbücher können Mängel in der Beherrschung dieser „skills“ zwar teilweise kaschieren – aber eigentlich ist das nicht das, was man unter Bildung versteht. Was also tun?

Das Bildungsministerium des Landes will mit speziellen Nachhilfe-Kursen in den Sommerferien zumindest den gröbsten Mängeln in Deutsch und Mathematik entgegenwirken. Dafür sollen die Lehrkräfte mit 300 Euro entlohnt werden.

Ich wage zu bezweifeln, ob dieses Salär Anreiz genug für Lehrerinnen und Lehrer, die in diesem Corona-Schuljahr schon bis an die Grenze des Zumutbaren belastet waren, sein wird, auf die verdiente Regeneration in den Ferien zu verzichten. Schließlich wird ihnen auch das kommende Schuljahr mehr als üblich abverlangen. Der absehbare Mix aus Präsenzunterricht und Homeschooling kostet nämlich ganz schön „Körner“ – wie man im Leistungssport zu sagen pflegt.

mehr lesen

Mi

24

Jun

2020

Plenarrede zum neuen Schulgesetz

In der heutigen Landtagssitzung sprach ich zum neuen Schulgesetz. Die neu vorgesehenen Partizipationsmöglichkeiten sind ein Fortschritt, jedoch braucht Partizipation Zeit - insbesondere in der Primarstufe. Demokratiebildung darf nicht nebenbei ablaufen und darf nicht auf Kosten des Unterrichts gehen.

mehr lesen

Fr

19

Jun

2020

Fridays for Corona?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Es ist eines der üblichen Klischees über Verwaltungen – freitags nach 12 Uhr ist da keiner mehr zu erreichen. In Zeiten von Corona scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein. Das zeigen zumindest die Gespräche, die ich mit dem Personal von Schulen jüngst hatte. Dabei wurde mir berichtet, dass freitags nachmittags in den Schulsekretariaten die Vorschriften eintrudelten, nach denen montags der Schulbetrieb laufen solle.

Doch wie stellten sich die Absender dieser Handlungsanweisungen deren Umsetzung übers Wochenende vor? Darüber enthielten die schlauen Anweisungen natürlich keine Hinweise.

Die Mitteilungsblätter der Bildungsverbände sind voll von Erfahrungsberichten über die zahlreichen Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit beim Umgang mit Homeschooling einerseits und Wiederöffnung der Schulen andererseits. Vielleicht hätte den Verfassern der Handlungsanweisungen etwas mehr Praxiserfahrung nicht geschadet.

Dazu gehört zum Beispiel auch die Einsicht, dass man übers Wochenende keine Änderung der Schulbusfahrten organisieren kann, wenn man freitags nachmittags erst dazu aufgefordert wird.

mehr lesen

Do

18

Jun

2020

Kulturveränderung

Bischofsstab (Bild: pixabay)
Bischofsstab (Bild: pixabay)

Als ich im September 2016 als einer der Ehrengäste aus der Politik an der Weihe von Dr. Georg Bätzing zum neuen Bischof von Limburg teilnahm, war ich erst einmal neugierig. Als evangelische Christin war mir vieles am Procedere einer Bischofsweihe neu. Und natürlich hatte ich die Berichterstattung um seinen Amtsvorgänger – den Skandalbischof Tebartz-van Elst – mit ungläubigem Staunen verfolgt. Und da die Kirchen zum Kerngebiet meiner parlamentarischen Arbeit im Landtag gehören, verfolgte ich natürlich auch die Berichte über die Aufarbeitung der Fälle von sexuellem Missbrauch durch katholische Priester aufmerksam.

Als ich – damals noch als Mitglied der FDP-Landtagsfraktion – in einem Landtagsausschuss die Frage stellte, ob denn das Beamtenrecht im Fall von sexuell übergriffig gewordenen Lehrkräften genügend Möglichkeiten einer angemessenen Sanktionierung dieses Fehlverhaltens bietet, löste ich damit bei einigen einen Sturm der Entrüstung aus, der in meinem Ausschluss aus der Fraktion gipfelte.

 

Vielleicht täten diejenigen, die so reagierten, gut daran, sich an dem zu orientieren, was Bischof Bätzing gerade im Bistum Limburg tut. In seiner Diözese geht man nun einen konsequenten Weg, der die Opfer und deren Anspruch auf Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt – und nicht die Täter und deren vermeintlichen Anspruch auf Weiterbeschäftigung. Bischof Bätzing bezeichnet dies vorsichtig als „Kulturveränderung“. Und dass er sich dabei der Hilfe einer Anwältin bedient, die bereits eine wesentliche Rolle bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle an der Odenwald-Schule spielte, zeigt mir, dass mein Gefühl, dass es gewisse Parallelen zwischen Missbrauch im schulischen und kirchlichen Bereich gibt, nicht ganz falsch sein kann.

Vielleicht findet ja doch noch eine „Kulturveränderung“ im Umgang mit sexuell übergriffig gewordenen verbeamteten Lehrkräften statt – damit diese mehr befürchten müssen als bloß eine Versetzung von A nach B …

mehr lesen

Di

16

Jun

2020

Exit auf "Teufel komm raus"?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Der „Druck im Kessel“ wuchs von Tag zu Tag. Die Öffnung von Kitas und Schulen wurde quasi zum Symbol für den Exit aus dem Corona-Lockdown. Und tatsächlich – die Rückkehr zum Normalbetrieb wurde in Aussicht gestellt. Doch die Abstandsregeln und Hygienevorschriften sollen nicht außer Kraft gesetzt werden. Soweit die Theorie...

Doch deren Umsetzung wirft neue Fragen auf. Etwa die nach dem Personal, das dann in den Einrichtungen zur Verfügung steht. Bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie gab es nicht genügend Erzieher*innen in den Kitas. Jetzt gehören viele wegen ihres Alters und/oder Vorerkrankungen zu den so genannten „Risikogruppen“, die man eigentlich keinem unnötigen Infektionsrisiko aussetzen will. Ähnliches gilt für den Schulbetrieb mit Präsenzunterricht.

Es ist ja eine nette Geste, wenn man diesen Vertreter*innen „systemrelevanter“ Berufe applaudiert und sie als Helden bezeichnet. Aber darf man das Risiko, dem sie sich bei Kinderbetreuung und Präsenzunterricht aussetzen, einfach als „Berufsrisiko“ abtun? Eigentlich sollte doch jeder Arbeitgeber verpflichtet sein, alles zu unterlassen, was die Gesundheit seiner Beschäftigten gefährdet.

Auf die Frage, was denn geschehe, wenn es in einer Kita oder Schule nach der Öffnung doch zu einer Infektion mit dem Corona-Virus komme, hört man von den Politiker*innen die lapidare Antwort, dass man dann eben die Einrichtung wieder schließen müsse. Kein Wort über die Menschen, die sich dabei infiziert haben – mit einem Virus, das in manchen Fällen auch tödlich wirken kann.

mehr lesen

Do

11

Jun

2020

Vorbild Hessen?

Kita (Bild: pixabay)
Kita (Bild: pixabay)

Die Stimmen derer mehren sich, die nach einer Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus rufen. Und sie werden lauter. Der Druck auf „die Politik“ wächst. Besonders stark wird dieser Druck von Eltern artikuliert, die ihre Kinder lieber heute als morgen wieder im Normalbetrieb von Kita oder Schule sehen möchten. Doch rechtfertigen die momentan niedrigen Zahlen von Neuinfektionen bereits jetzt ein solches Umlegen des Schalters?

In Hessen ist die Landesregierung offenbar der Meinung, dass ja. Und so erleben wir in diesen Tagen wieder einmal, dass Hessen und Rheinland-Pfalz getrennte Wege gehen. Für mich als Bildungspolitikerin ist dies keine neue Erfahrung. Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als man von „A- und B-Ländern“ sprach – und über den vermeintlich niedrigeren Wert eines in Hessen erworbenen Abiturs spöttelte. Was man in Hessen prompt mit dem Slogan „Hessen vorn“ konterte.

Die Vorreiterrolle Hessens bei der Öffnung von Kitas und Schulen für den Normalbetrieb sehe ich aber eher mit Skepsis – bei allem Verständnis für die Probleme und Sorgen der Eltern. Aber es gibt in dieser Frage nun einmal keinen Königsweg.

 

mehr lesen

Do

11

Jun

2020

Bildung lohnt sich!

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Die Wirtschaft befindet sich bereits spürbar im Würgegriff der Corona-Krise. Ein Beleg dafür sind steigende Arbeitslosenzahlen. Natürlich sind nicht alle Sektoren der Wirtschaft gleichermaßen betroffen. Doch ein genauerer Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen vor Ausbruch der Corona-Pandemie sollte uns zu denken geben.

Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) legte Ende letzten Jahres eine Statistik „Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten in Deutschland“ vor. Für 2018 als letztes darin erfasstes Jahr zeigt sich, dass 17,4 % der Menschen ohne Berufsabschluss keinen Job haben. Bei Menschen mit einer Lehre oder einem Fachschulabschluss liegt dieser Wert hingegen nur bei 3,4 % (bei Akademikern sogar nur bei 2,0 %)

Ein klarer Beleg  dafür, dass jeder Euro, der in die Bildung investiert wird, eine hohe Rendite bringt – sowohl für Jobsuchende als auch für Wirtschaft und Gesellschaft!

mehr lesen

Mi

10

Jun

2020

Sozialkunde - wichtiger denn je

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In diesen Tagen beherrscht neben Corona plötzlich auch ein anderes Thema die Schlagzeilen – Rassismus! Auslöser war der durch einen weißen Polizisten verursachte Tod eines Afro-Amerikaners. Weltweit gehen – trotz Corona – Menschen auf die Straße und demonstrieren gegen Rassismus. Dabei haben sie weit mehr im Fokus als die Verurteilung der Ausübung brachialer Gewalt gegen einen Farbigen. Ihr Protest richtet sich gegen jedwede Form der Benachteiligung von Menschen anderer Hautfarbe. Die Protestwelle hat auch Deutschland erfasst – und unter den Protestierenden befinden sich erfreulich viele Jugendliche.

Sie sind sich bewusst, dass sie in einer Gesellschaft leben, die in mehrfacher Hinsicht „bunt“ ist. Für sie ist diese „Buntheit“ selbstverständlich. Doch nicht alle bei uns denken so. Unsere Gesellschaft zeigt, was das Verhalten gegenüber denen, die „anders“ sind oder aussehen, sehr unterschiedliche Verhaltensweisen, die von Ablehnung über Akzeptanz und Toleranz bis hin zur selbstverständlichen Normalität reichen.

Das Fach Sozialkunde ist wie kein anderes Schulfach geeignet, die Grundlagen für ein Verhalten zu legen, das Menschen dazu bringt, die „Buntheit“ unserer Gesell-schaft als Wert an sich zu schätzen. Ich habe mich daher als Abgeordnete an die rheinland-pfälzische Landesregierung gewandt und um Berichterstattung gebeten, was aus den in der Regierungserklärung von Bildungsministerin Dr. Hubig am 30.01.2019 angekündigten Maßnahmen zur Ausweitung des Sozialkundeunterrichts an den Schulen geworden ist.

 

mehr lesen

Mi

10

Jun

2020

Mehr Demokratie wagen?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Unter Demokraten sollte Konsens herrschen über diese Forderung, die einst Willy Brandt erhoben hatte. Doch demokratisches Verhalten will geübt werden – am besten so früh wie möglich. Und so ist es nachvollziehbar, dass im Entwurf des neuen Schulgesetzes für Rheinland-Pfalz bereits für die Grundschule Demokratieerziehung verankert ist.

Doch das Erlernen und Einüben des Ausbalancierens von Meinung und Gegenmeinung und des Schließens von Kompromissen ist ein Prozess, der gerade in der Grundschule eine intensive pädagogische Betreuung erfordert. Darauf wiesen bei der Anhörung im Bildungsausschuss die anwesenden Vertreter der Lehrerverbände hin.

Wo aber sollen die Lehrkräfte die Zeit für diese Betreuung des zweifelsohne wichtigen „Demokratie-Lernens“ hernehmen? Wie sollen die Schulen diesen zusätzlichen Zeitbedarf managen?

Darauf fehlt bisher eine schlüssige Antwort.

mehr lesen

Mo

08

Jun

2020

Sommerferien?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Das Schuljahr 2019/20 war geprägt von einer unvorhersehbaren Vollbremsung – ausgelöst durch das Corona-Virus. „Home-Schooling“ war plötzlich in aller Munde, als auch das Schulwesen seinen ganz speziellen Lockdown erfuhr. War dieses denkwürdige Schuljahr für Schülerinnen und Schüler ein verlorenes Jahr? Kann man es einfach abhaken und sich stattdessen gedanklich lieber auf die nahenden Sommerferien einstellen, um Abstand zu dem ganzen Durcheinander zu gewinnen?

Diese Frage stellt sich auch denen, die Bildungspolitik zum Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit gemacht haben.

Kann man die Sommerferien nutzen, um einiges von dem aufzuholen, was durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus auf der Strecke geblieben ist?

In einer Kleinen Anfrage (Drucksache 17/11946) an die Landesregierung bat ich jetzt um Auskunft über mögliche Maßnahmen wie Förderkurse für Schülerinnen und Schüler oder auch Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte – speziell im digitalen Bereich. Denn allen Beteiligten sollte bewusst sein, dass es auch nach den Sommerferien kein Zurück zu Präsenz-Unterricht in hergebrachter Form geben kann und wird.

mehr lesen

Fr

29

Mai

2020

Händewaschen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In Zeiten von Corona gehört sorgfältiges Händewaschen zum Standard-Procedere beim Einhalten der Hygiene-Vorschriften – auch bei der von vielen herbeigesehnten Öffnung von Kitas und Schulen. Urheber solche Hygiene-Vorschriften sind Bund und/oder Länder. Umgesetzt werden müssen sie von den Trägern der betreffenden Einrichtungen und deren Personal – also dem letzten Glied in der Kette. Die jeweiligen Bundes- und Landespolitiker*innen besuchen dann publikumswirksam eine solche Einrichtung und suggerieren damit das Gefühl, doch alles Menschen-mögliche getan zu haben. Vielleicht fällt in ihren Statements noch ein kurzes Lob für Kita- und Schulpersonal ab – und dann gehts weiter zum nächsten Termin.

In der heutigen Plenarsitzung des Landtags konnte ich es mir nicht verkneifen, auf die Probleme hinzuweisen, die „die Politik“ denen bereitet, die solche – im Prinzip ja gut gemeinten – Ideen in die Praxis umsetzen sollen. Und wenn es mit der Umsetzung hapert, gilt für die „Ideengeber“ wieder „Hände waschen“ – aber diesmal „in Unschuld“.

Aber das war auch schon vor Corona nicht viel anders.

mehr lesen

Do

28

Mai

2020

Plenarrede zum AfD-Antrag "Der Wissenschaft vertrauen - KiTas und Schulen möglichst vollständig öffnen, Risikogruppen schützen"

Die AfD-Fraktion möchte Risikogruppen im Lehr- und KiTa-Personal schützen, indem sie von ihrer Anwesenheitspflicht befreit werden und somit das Angebot reduziert wird. Durch die Corona-Pandemie haben wir bereits einen sehr hohen Unterrichtsausfall, wodurch viele Inhalte an Schulen wegfallen. Der AfD-Vorschlag würde dieses Problem verstärken, da die Situation bezüglich der Risikogruppen an jeder Schule bzw. KiTa anders aussieht. Es würden - je nach dem wer an der Schule betroffen ist .- starke Unterschiede zwischen den Lehrinhalten der Schulen entstehen. Die Schüler*innen brauchen Verbindlichkeit was den Lehrplan angeht.

mehr lesen

Do

28

Mai

2020

Plenarrede zur aktuellen Debatte "Rückkehr zum geregelten Schul- und Kitaalltag - Grundrecht auf Bildung sichern"

In der heutigen Plenarsitzung sprach ich in der aktuellen Debatte "Rückkehr zum geregelten Schul- und Kitaalltag - Grundrecht auf Bildung sichern" darüber, unter welchen Bedingungen eine Rückkehr zu einem geregelten Alltag in den Schulen stattfinden kann, solange die Corona-Pandemie nicht beendet ist. Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung und wie werden diese funktionieren?

mehr lesen

Mi

27

Mai

2020

Wir machen Musik...

Bild: pixabay
Bild: pixabay

... auch wenn es in der Schule nur ein „Nebenfach“ ist. Den Mitgliedern von Schulchor und/oder Schulorchester macht das Musizieren jedenfalls Spaß. Und sie sind durchaus nicht der Meinung von Wilhelm Busch, der in einer seiner Bildgeschichten den Gärtner Knoll die Maulwurfplage in seinen Beeten mit Musik be-kämpfen lässt – denn „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.“

Damit musikalische Darbietungen aber vom Publikum nicht als störende „Katzenmusik“ empfunden werden, sollten Schüler*innen bereits in der Grundschule einen qualifizierten Musikunterricht erfahren

Doch zur fachgerechten Abdeckung des Musikunterrichts fehlt es – nicht nur in Rheinland-Pfalz – an ausgebildeten Lehrkräften mit der Lehrbefähigung für Musik. Für unser Bundesland prognostiziert die Studie „Musikunterricht in der Grundschule – Aktuelle Situation und Perspektive“ für 2028 einen Bedarf an 3.250 Lehrkräften mit der Lehrbefähigung für Musik, dem aber nur etwas mehr als 1.100 ausgebildete Lehrkräfte gegenüberstehen werden.  Wie kann die Lücke geschlossen werden?

Im Studienjahr 2018/19 haben sich an der einzigen Ausbildungsstätte in Rheinland-Pfalz – der Universität Koblenz-Landau – gerade einmal 7 (!) Studierende für die Lehramtsausbildung mit Fachrichtung Musik eingeschrieben.

mehr lesen

Sa

23

Mai

2020

Lehrpläne und Corona

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Allmählich wird wohl allen klar, dass das laufende Schuljahr kein normales sein kann. Und das gilt nicht nur für die Ausbalancierung zwischen Präsenz-Unterricht und Home-Schooling. Auch die aktuell gültigen Lehrpläne können nicht in vollem Umfang abgearbeitet werden. Doch wo können und dürfen überhaupt Abstriche gemacht werden, ohne dass dieses „Corona-Schuljahr“ zum Total-Ausfall wird?

Vom Bildungsministerium wurde dazu bisher keine verbindliche Aussage getroffen. Die Entscheidung darüber ins Ermessen der jeweiligen Schule beziehungsweise der Lehrkräfte zu stellen, kann aber auch nicht die Lösung sein.

Es gibt „Regionale Fachberater“ (ich selbst war übrigens ein solcher für das Fach Sozialkunde) und „Fachdidaktische Kommissionen“. Diese müssten schleunigst mit der Aufgabe betraut werden, Vorschläge für die jeweiligen Fächer zu unterbreiten. Was ist verzichtbar – und was ist unverzichtbar?

Nur so kann es zumindest eine landeseinheitliche Regelung geben – wenn schon der Föderalismus ein bundeseinheitliches Vorgehen illusorisch erscheinen lässt.

mehr lesen

Do

21

Mai

2020

Jugendaustausch

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Der internationale Jugendaustausch bietet eine einzigartige Chance zum Aufbau einer friedlichen Welt, in der Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Kultur und Religion einander mit gegenseitigem Respekt begegnen. Ich habe selbst bei einer Tagung erlebt, wie Teilnehmer solcher Austauschprogramme mit Begeisterung von den gewonnenen Eindrücken berichteten – und wie diese ihren eigenen Werdegang prägten.

Die Corona-Pandemie hat solche internationalen Begegnungen schlagartig gestoppt. Und die gemeinnützigen Veranstalter stehen von einem Tag auf den andern vor massiven finanziellen Problemen. Es werden keine Einnahmen erzielt – aber die Kosten laufen weiter. Und Rücklagen konnten sie wegen ihres Status nicht bilden.

Als Landtagsabgeordnete wandte ich mich im April an Bildungsministerin Dr. Hubig mit der Bitte um Hilfe. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Die Ministerin will sich in ihrer Funktion als Präsidentin der Kultusministerkonferenz beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie beim Auswärtigen Amt für eine finanzielle Unterstützung der gemeinnützigen Träger solcher Austausch-programme stark machen.

mehr lesen

Mo

18

Mai

2020

Kita-Öffnung?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In unserer Gesellschaft hat sich über Jahrzehnte ein Wandel im Familienbild vollzogen. Wenn beide Elternteile berufstätig sind, ist die Kindertagesstätte (Kita) ein wesentliches Element, das diese Familienstruktur erst möglich macht. Und genau dieses Element droht(e) in der Corona-Krise wegzubrechen. Eltern versuch(t)en ver-zweifelt, Arbeit – egal ob im Home-Office oder an ihrem eigentlichen Arbeitsplatz – und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen.

Auch heute erreichte mich wieder ein „Brandbrief“ solcher Eltern, die sich am Limit des Zumutbaren sehen. Wann machen die Kitas endlich wieder auf? So die Frage an „die Politik“.

Doch „die Politik“ sieht auch die Probleme bei der gewünschten Kita-Öffnung. Wie soll zum Beispiel die Einhaltung der Abstandsregel gewährleistet werden? Und manch gutgemeinter Vorschlag von Elternseite – etwa die Aufteilung von Kita-Gruppen auf mehrere Räume – hat bei näherer Betrachtung einen Haken. De facto bräuchte es bei einer solchen Aufteilung – so sie denn räumlich überhaupt machbar wäre – auch mehr Betreuungspersonal. Davon gab es aber schon vor Corona nicht genug.

mehr lesen

Do

14

Mai

2020

Schule in Zeiten von Corona

Bild. pixabay
Bild. pixabay

Als Schülerin erlebte ich die noch die „Kurzschuljahre“ 1966/67. Grund dafür waren die Verlängerung der Schulpflicht auf 9 Jahre und die Umstellung auf den Schuljahresbeginn nach den Sommerferien. Was damals für Diskussionen sorgte, wirkt heute eher als Kleinigkeit im Vergleich zu dem, was das Corona-Virus mit unserer Schullandschaft anstellt: „Home-Schooling“ statt „Präsenz-Unterricht“! Und plötzlich sehnen sich die Kids danach, wieder in ihrer Schule zu sein. „Hurra – die Schule brennt“ drückte da ein ganz und gar anderes Schulgefühl aus.

Als gelernte Pädagogin freue ich mich natürlich, dass die Schüler*innen ihrer „Penne“ eine solche Wertschätzung entgegenbringen und den „Live-Kontakt“ mit ihren Lehrer*innen herbeisehnen. Doch die Befolgung der Hygieneregeln steht einer schnellen Erfüllung dieses Wunsches (noch) entgegen. Und so müssen sich alle Betroffenen wohl auf eine längere Phase der Kombination von „Präsenz-Unterricht“ und „Fern-Unterricht“ einstellen. Doch wer sollte bevorzugt in den Genuss des „Präsenz-Unterrichts“ kommen?

Ein plausibler Vorschlag: Schüler*innen aus sozial schwachen Milieus, die ansonsten abgehängt zu werden drohen. Die Auswahl müssten dann die Lehrer*innen treffen. Denn sie können wohl am besten die Lernsituation der ihnen Anvertrauten einschätzen.

mehr lesen

Mi

13

Mai

2020

Gut aufgestellt

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Als Ende Februar die Kreisverwaltung ankündigte, die Schulen im Landkreis Mainz-Bingen schrittweise im Rahmen einer Zweckvereinbarung in Sachen IT mit einer eigenen Abteilung unterstützen zu wollen, waren Begriffe wie „Corona“ und „Homeschooling“ noch fremd. Jetzt zwingt das Corona-Virus eine ganze Schülergeneration zum abrupten Wechsel gewohnter Unterrichtsformen. Und der IT-Support durch die Kreisverwaltung erleichtert „Homeschooling“ ganz wesentlich.

Und damit beim „Homeschooling“ – was die Ausstattung mit Endgeräten angeht – auch Chancengleichheit herrscht, hat der Landkreis nochmals tief in die Geldschatulle gegriffen. In einem Pool stehen allen Schüler*innen, die eine weiterführende Schule im Landkreis besuchen, iPads zur Ausleihe zur Verfügung – immerhin knapp 18.000 Geräte (samt Software).

Der Landkreis Mainz-Bingen kann sich durch diesen mutigen Schritt mit Fug und Recht als „Bildungs-Landkreis“ bezeichnen.

mehr lesen

Mo

11

Mai

2020

IGS in Zeiten von Corona

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Als Schultyp erfreut sich die Integrierte Gesamtschule (IGS) großer Beliebtheit. Dem Umstand, dass nicht alle Schüler*innen in allen Fächern gleich leistungsstark sind, trägt man durch Kurse auf unterschiedlichem „Level“ Rechnung. Diese Kurse können entweder in getrennten Klassen unterrichtet werden – oder aber in unter-schiedlichen Lerngruppen innerhalb einer Klasse. Die Befürworter der IGS sehen darin einen Schlüssel zum Erreichen dessen, was in der Politik gerne als „beste Bildung“ propagiert wird.

Jetzt könnte sich dieser Schlüssel – dank Corona – für längere Zeit nicht mehr im „IGS-Schloss“ drehen. Abstandsregeln, niedrigere Anzahl von Schüler*innen im Klassenraum und Ausfall von Lehrer*innen, die einer Risikogruppe zugerechnet werden, schränken die Möglichkeiten der Praktizierung des IGS-typischen Kurssystems massiv ein. Heute berichtete die Allgemeine Zeitung Mainz von einem Schreiben des Bildungsministeriums, mit dem die Kursbindung bis auf Weiteres aufgehoben wird.

Diese Meldung nahm ich zum Anlass, eine ausführliche Unterrichtung über die Hintergründe dieser Anweisung auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Landtagsausschusses „Bildung“ setzen zu lassen.

mehr lesen

Do

30

Apr

2020

Wege und Irrwege

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Die Vorstellungen, die viele Deutsche vom Islam und von Muslimen haben, sind oft ein Sammelsurium aus den unterschiedlichsten Mosaiksteinchen. Da vermischen sich Erinnerungen an die Helden aus den Romanen von Karl May mit den Bildern aus „Lawrence von Arabien“, Eindrücke aus dem letzten Tunesien-Urlaub oder der Besichtigung der Alhambra und – nicht zu vergessen -  der schnelle Imbiss im Döner-Laden um die Ecke zu einem doch eher diffusen Bild.

Und wenn dann noch im Kopf eines solchen „Islam-Kenners“ der geistige Link zum Islamismus angeklickt wird, dann darf man sich über so manche unqualifizierte Meinungsäußerung nicht wundern.

Leider schleichen sich auch in die politische Debatte immer wieder solche von Klischees beeinflusste Elemente ein. Die Aufregung um das Tragen eines Kopftuchs durch muslimische Schülerinnen ist nur ein Beispiel dafür.

Quasi zum Dauerbrenner hat sich das Thema „Islamischer Religionsunterricht“ entwickelt. Dabei spitzt sich die Debatte immer wieder auf die Frage zu, ob der Religionsverband Ditib ein für solche Fragen geeigneter Ansprechpartner ist oder nicht. Heute stand in der Zeitung zu lesen, dass das Land Hessen diese Frage mit „Nein“ beantwortet und einen eigenen Weg gehen will. Rheinland-Pfalz hingegen will auch weiterhin versuchen, gemeinsam mit den Islamverbänden eine für alle Seiten akzeptablen Weg für die Erteilung des Unterrichts in einem Fach „Islamische Religion“ zu finden.

Diesen rheinland-pfälzischen Weg halte ich für den richtigen. Und vielleicht sollten manche, die lautstark monieren, dass es nicht den Ansprechpartner auf islamischer Seite gibt, bedenken, dass dies auf christlicher Seite spätestens seit Martin Luther auch nicht der Fall ist.

mehr lesen

Do

30

Apr

2020

Español por favor!

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Mit „España por favor!“ bringt der Urlaubs-Hit „Eviva España“ seine Botschaft unüberhörbar auf den Punkt. Offenbar gilt Ähnliches auch für den Fremdsprachen-Unterricht an weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz.

Zumindest lassen die Zahlen, die ich heute auf meine Kleine Anfrage zur „Neu einsetzenden 2. Fremdsprache an Gymnasien und IGSn in der Oberstufe“ vom Bildungsministerium erhielt, diesen Schluss zu. Überall dort, wo Spanisch als eine Option neben einer Alternative wie Latein und/oder Französisch angeboten wird, geht Spanisch eindeutig als „Sieger“ hervor. Und mehr noch – der Vergleich der Zahlen in der Schulstatistik des Statistischen Landesamtes belegt für die letzten drei Schuljahre eine steigende Tendenz in diese Richtung.

Manche Frankophile mögen darin eine Gefahr für unsere guten Beziehungen zu den französischen Nachbarn sehen. Ich teile diese Befürchtungen nicht und sehe in dieser Entwicklung eher eine „Abstimmung mit den Füßen“ – und zwar für das Erlernen einer Sprache, die in der Rangliste der Weltsprachen nun einmal vor Französisch rangiert. Davor kann auch die rheinland-pfälzische Bildungspolitik nicht die Augen verschließen.

mehr lesen

Mi

29

Apr

2020

Plenarrede zum Schulgesetz

Heute sprach ich zum Landesgesetz zur Änderung des Schulgesetzes, der Schulwahlordnung und von Schulordnungen. Mit dem Gesetzt werden die richtigen Impulse gesetzt, gerade was Themen wie Partizipation angeht. Ob dies auch in der Realität gelingt, wird sich in Zukunft zeigen.

mehr lesen

Fr

24

Apr

2020

Chance für die BBS Ingelheim

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Die Berufsbildende Schule (BBS) in Ingelheim wird im kommenden Schuljahr eine Ausbildung im Fach „Altenpflege“ anbieten. Dass hier Fachkräfte mittlerweile mit der Lupe gesucht werden müssen, ist hinreichend bekannt.

Umso naheliegender finde ich die ergänzende Einrichtung eines „Berufsvorbe-reitungsjahrs für junge Erwachsene“ (BVJ-E) an diesem Standort. Gerade für junge Migrant*innen, von denen es im Landkreis Mainz-Bingen eine beträchtliche Anzahl gibt, könnte sich hier ein Einstieg für einen späteren Job in der Altenpflege bieten.

Vielleicht gelingt es mir ja, die politischen Entscheidungsträger auf Kreis- und Landesebene von der Sinnhaftigkeit dieses Ansatzes zu überzeugen. Mit der Kreisbeigeordneten Ursula Hartmann-Graham habe ich schon eine Verbündete. Und die BBS arbeitet bereits an einem entsprechenden Konzept.

mehr lesen

Di

21

Apr

2020

Hilferuf

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Seit 1951 bringen die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter des Netzwerks von Youth for Understanding (YfU) Jugendliche aus aller Welt – bevorzugt Schüler*innen – im Rahmen von Austauschprogrammen zusammen. Das Corona-Virus hat diesen Treffen nun einen Riegel vorgeschoben. Und öffentliche Mittel, die für die Arbeit von YfU überlebenswichtig sind, drohen wegzubrechen.

Als Landtagsabgeordnete konnte ich mir anlässlich eines Treffens in Nizza einen Einblick in die Arbeit von YfU verschaffen. Speziell für die Förderung des europäischen Gedankens sind die Austauschprogramme von YfU ein nicht hoch genug einzuschätzender Baustein. Er darf nicht ein Opfer von Corona werden.

Ich habe mich daher an das rheinland-pfälzische Bildungsministerium gewandt und um Überprüfung gebeten, ob und wie YfU finanziell geholfen werden kann, diese schwierige Zeit zu überbrücken. Europa sollte uns allen mehr als nur ein Lippenbekenntnis bei Sonntagsreden sein.

mehr lesen

Mo

20

Apr

2020

Home-Schooling

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Das Corona-Virus zwang viele von uns von einem Tag auf den anderen zur Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung. Die Erwachsenen arbeiteten nun im Home-Office“ – und die Schüler*innen paukten im „Home-Schooling“.

Der Kreisausschuss (KA) des Landkreises Mainz-Bingen konnte sich heute hingegen fast schon ganz „konventionell“ zu seiner Sitzung treffen. Im Kreis-Saal konnte der nötige Mindestabstanden zwischen den Personen eingehalten werden. Und beim Betreten des Sitzungssaals wurde ein Mund-Nasen-Schutz ausgehändigt.

Wichtigster Punkt der Tagesordnung war ein Erfahrungsbericht über das „Home-Schooling“ an den Schulen im Kreisgebiet. Während es bei den Schulen in Trägerschaft des Kreises keine größeren Probleme gab, lief das bei den Schulen auf örtlicher Ebene teils etwas holprig. Im Vergleich mit den Nachbarkreisen oder auch der Landeshauptstadt zeigt sich gerade in einer solch außergewöhnlichen Situation, dass es richtig war, massiv in die Ausstattung der Schulen im Landkreis zu investieren. Der „Bildungs-Landkreis“ hat seinen Stress-Test bestanden.

mehr lesen

Mo

20

Apr

2020

Vorsichtiger Neubeginn

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Das Corona-Virus hatte in den Schulen zu einem Umschalten von Normalbetrieb auf „Notbetreuung“ geführt. „Home-Schooling“ sorgte für eine völlig ungewohnte Form des Unterrichtsbetriebs, die allen Beteiligten einiges abverlangte.

Da waren die Probleme, vor die wir als Mitglieder des Bildungsausschusses des Landtags in seiner heutigen als Videokonferenz gestalteten Sitzung zu bewältigen hatte, dagegen nur ein Klacks.

Und die Vorgehensweise des Bildungsministeriums, mit einem gestaffelten Neubeginn nach der Zwangspause zu starten, fand breite Zustimmung. Natürlich gab es hier und da Zweifel, ob alle Schulen die Einhaltung der strengen Hygiene-vorschriften garantieren können. Problematisch könnte zum Beispiel die Befolgung der Abstandsregeln in den Schulbussen werden.

Ein gravierenderes Problem sehe ich in der Tatsache, dass die Schulmensen vorerst geschlossen bleiben sollen. Ich werde dies zum Gegenstand einer Anfrage an das Ministerium machen.

mehr lesen

Mi

08

Apr

2020

Ungeahnte Fragen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Auch im schulischen Bereich hat das Corona-Virus vorübergehende Schließungen verursacht. Und nun wird immer vernehmlicher gefragt, wie es denn nun „danach“ weitergehen soll. Doch da taucht bereits das erste Problem auf – nämlich die Festlegung des exakten Zeitpunkts für „danach“. Weder Virologen noch Politiker können derzeit hierfür ein konkretes Datum benennen. Und der Umstand, dass für den Schulbereich die Bundesländer zuständig sind, macht die Sache auch nicht gerade einfacher.

Dennoch – für Rheinland-Pfalz muss „die Politik“ irgendwann eine Antwort geben. Als Landtagsabgeordnete bin ich dann auch gefragt. Zu zwei Fragen habe ich mir bereits jetzt eine Meinung gebildet.

Ich kann zum Beispiel den Überlegungen für einen gestaffelten „Neustart“ der einzelnen Klassenstufen viel abgewinnen. Und zum Thema „Sitzenbleiben“ ist für mich ebenfalls klar, dass im Falle eines „Neustarts“ erst nach dem 4. Mai einfach nicht genügend Leistungsnachweise vorliegen, um über die Frage des “Wiederholen-Müssens“ einer Klassenstufe ein eindeutiges Urteil fällen zu können.

mehr lesen

Fr

20

Mär

2020

Aufgabe des Gymnasiums

Bild: pixabay
Bild: pixabay

So ärgerlich manche Begleitaspekte der „Corona-Krise“ für meine politische Arbeit auch sind – es gibt auch positive Auswirkungen. So lichtet sich auf meinem Schreibtisch allmählich der Stapel mit dem Label „Landtags-Post“. Und da sammelt sich bei mir als Landtagsabgeordnete gerade zum Thema „Bildungspolitik“ eine ganze Menge an.

So las ich heute die Ausgabe 1/2020 von „Gymnasium in Rheinland-Pfalz“, der Zeitschrift des Philologenverbands (PhV). Schon seit Jahrzehnten bin ich Mitglied des PhV – wie so viele Lehrkräfte an Gymnasien. Dass ich seit Annahme meines Landtagsmandats nicht mehr im Schuldienst bin, hat an meiner Mitgliedschaft im PhV nichts geändert. Als Landtagsabgeordnete sehe ich die bildungspolitischen Forderungen des Verbandes nun aber noch aus einem zusätzlichen Blickwinkel.

Und da kam ich beim Lesen des Leitantrags zur Bildungspolitik für die Vertreterversammlung am 14./15. November 2019 in Kaiserslautern doch etwas ins Grübeln. Da wurde nämlich als primäre Aufgabe gymnasialer Bildung formuliert „… die Schülerinnen und Schüler auf ein erfolgreiches Hochschulstudium vorzubereiten …“.

Nach meiner Meinung unterstützt ein solcher Ansatz einen Automatismus Abi → Uni, der heute nicht mehr zeitgemäß ist. Die Gymnasien müssen eine aktivere Rolle in der beruflichen Bildung übernehmen!

mehr lesen

Mi

18

Mär

2020

Baustein S4

Bild: pixabay
Bild: pixabay

„Wir schaffen das“ meinte 2015 Kanzlerin Merkel, als sie die Grenzen für Hunderttausende von Flüchtlingen öffnete. Doch wie schaffen wir die Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft – speziell in der Schule? Wie kann man Schüler*innen mit Migrationshintergrund in den deutschen Schulalltag integrieren, wenn im Elternhaus nicht Deutsch gesprochen wird und die Eltern einer guten Schul-bildung nur geringe Wertschätzung entgegenbringen?

 

Gerade für Schulen, in denen teilweise bis zu 90 % der Schüler*innen einen Migrationshintergrund haben, ist das eine wahre Herkules-Aufgabe. Die Stärkung solcher Schulen „in herausfordernder Lage“ hat sich die Wübben-Stiftung zum Ziel gesetzt. Sie beteiligt sich daher auch finanziell an dem Programm „S4 – Schule stärken, starke Schule!“, das jetzt vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium gestartet wurde. Es soll insbesondere die Schulleitungen bei der Bewältigung von Aufgaben wie individuelle Förderung und Elternarbeit unterstützen.

Vielleicht können wir dann eines Tages wirklich erleichtert sagen „Ja – wir haben es geschafft“.

mehr lesen

Di

10

Mär

2020

Weiter aktiv

Von Anfang an habe ich mich im Landtag zu bildungspolitischen Themen geäußert. Dabei eckte ich manchmal an – aber bildungspolitische Kompetenz wurde mir nie abgesprochen. Nach Jahrzehnten im Schuldienst – zuletzt als Schulleiterin – ist das auch nicht weiter verwunderlich.

Wer nun gemeint hatte, nach meinem Ausschluss aus der FDP-Landtagsfraktion sei diese bildungspolitische Stimme verstummt, dem darf ich sagen: mitnichten!

Auch als fraktionslose Abgeordnete darf ich nicht nur im Plenum des Landtags Stellung nehmen (und nicht nur zur Bildungspolitik). Überdies darf ich auch in einem Landtagsausschuss mitwirken. Das Präsidium hat heute meinem Wunsch entsprochen und mir die Mitwirkung im Bildungsausschuss gestattet.

Und Sie dürfen sicher sein, dass ich von den mir zustehenden Mitwirkungsrechten und –möglichkeiten regen Gebrauch machen werde. Es gibt viel zu tun – und ich packe es an!

mehr lesen

Mo

09

Mär

2020

Dritter Pädagoge?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wohl jeder von uns versucht, sich seine häusliche Umgebung als „Wohlfühl-Ambiente“ zu gestalten. Ähnliche Maßstäbe sollten dann aber auch an den „Lernort Schule“ angelegt werden. Schließlich verbringen Schüler*innen, Lehrer*innen und Verwaltungsmitarbeiter*innen dort einen Großteil des Tages.

Schulgebäude und –gelände haben damit einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Arbeitsklima am „Lernort Schule“. Sie können maßgeblich zum Erfolg der schulischen Arbeit beitragen – sowohl bei Lernenden als auch bei Lehrenden.

Dass der „Lernort Schule“ heute anders aussehen muss als zu unserer eigenen Schulzeit, ist wohl unstrittig. Wichtige Anhaltspunkte für das „Wie“ liefern die Schulbau-Richtlinien. Und die müssen in Rheinland-Pfalz dringend an die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts angepasst werden.

Wertvolle Impulse für die Beratungen im Landtag erhielt ich heute bei einer Fachtagung der GEW im Philosophicum der Mainzer Universität.

mehr lesen

Sa

07

Mär

2020

Fremdsprachen-Unterricht

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Ja – der Föderalismus ist ein wesentliches Element unseres Staatssystems. Ja – unser Schulsystem muss dem Rechnung tragen. Aber dieses Schulsystem kann zum Problem werden – wie folgendes Beispiel zeigt:

Eine Familie wohnt in Hessen. Die Kinder gehen dort zu Schule. Auf dem Gymnasium haben sie in der Mittelstufe als zweite Fremdsprache Spanisch - nicht Französisch oder Latein (wie in Rheinland-Pfalz üblich). Der Vater bekommt ein tolles Berufsangebot in Rheinland-Pfalz. Aber dort können die Kinder nicht die Mittelstufe eines Gymnasiums oder einer IGS besuchen – weil sie die „falsche“ zweite Fremdsprache haben. Sie müssten also in die Realschule plus gehen. Ihre Bildungschancen scheitern also an Ländergrenzen!

Seit Jahren kämpfe ich dafür, dass in Rheinland-Pfalz dort, wo Schüler*innen, Eltern und Schule dies wünschen und umsetzen könnten, Spanisch als Option für die zweite Fremdsprache erlaubt wird.

Auf dem heutigen Bezirksparteitag der FDP Rheinhessen-Vorderpfalz wurde ein entsprechender Antrag für den FDP-Landesparteitag auf den Weg gebracht. Und ich stellte noch einmal klar, dass es nicht darum geht, Französisch durch Spanisch zu ersetzen – sondern beide Optionen für die zweite Fremdsprache zu ermöglichen. 13 der 16 Bundesländer tun dies übrigens bereits.

mehr lesen

Sa

07

Mär

2020

Endlich eine klare Statistik?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wer die Diskussion um Unterrichtsausfall an rheinland-pfälzischen Schulen verfolgt, wird verwirrt feststellen, dass das Bildungsministerium offenbar von anderen Zahlen ausgeht als etwa die Lehrerverbände. Auch ich geriet bei meinen Stellung-nahmen im Rahmen der politischen Debatten öfter in die Situation, diese Diskrepanz erklären zu müssen. Als ehemalige Schulleiterin sind mir allerdings die Tücken der Statistiken zum Unterrichtsausfall bestens bekannt.

Eigentlich ist der Grundanspruch von Schüler*innen und Eltern klar: die Erteilung des geplanten Unterrichtsfachs durch entsprechend ausgebildete Fachlehrkräfte. Dass dies in der Realität nicht immer umgesetzt werden kann, ist wohl jedem klar. Auch Lehrkräfte können einmal krank werden oder müssen sich fortbilden.

Weniger klar ist aber die Art und Weise der Erfassung ausgefallener Unterrichtsstunden in der offiziellen Statistik des Bildungsministeriums. Da gilt zum Beispiel in der Oberstufe eine Stunde als „erteilt“, wenn die Schüler*innen „eigenverantwortlich“ gearbeitet haben – also ohne die Anwesenheit der zuständigen Lehrkraft. Laut Statistik handelt es sich auch um ordnungsgemäß erteilten Unterricht in einer Klasse, wenn diese – weil die eigentlich zuständige Lehrkraft fehlt – durch die Lehrkraft im benachbarten Klassenraum bei geöffneter Tür „mitgeführt“ wird.

Die mit solchen Methoden erstellte Statistik kann unmöglich ein reales Bild der Unterrichtsversorgung an den Schulen im Land vermitteln. Das habe ich in den letzten Jahren immer wieder dargelegt und musste mich dabei oft als einsamer „Rufer in der Wüste“ fühlen.

mehr lesen

Do

05

Mär

2020

Bauern-Power

Irgendwie passte der Himmel über Mainz zu der Stimmungslage der Bauern, die mit ihren Traktoren ein weiteres Mal ein Zeichen des Protests setzten. Protest gegen Bürger*innen, die gesunde Lebensmittel fordern – am besten aus der Region, dann aber dies bitteschön zu Billigpreisen!

Dass regionales Obst und Gemüse ein Saison-Produkt ist, das eben nicht immer dann zur Verfügung steht, wenn dem Verbraucher gerade danach ist, wird da oft übersehen. Genau wie die Tatsache, dass die Erzeuger auch dann ihre Betriebe und ihre Familie am Leben erhalten müssen, wenn gerade nicht Produkte der Saison vermarktet werden können. Dass diese dann notgedrungen auf ihren landwirtschaftlich genutzten Flächen ertragreiche und einfacher zu bewirtschaftende Monokulturen anlegen, ist nachvollziehbar.

Von der Politik fühlen sie sich im Stich gelassen und zu Unrecht als Frevler an der Natur und der Umwelt an den Pranger gestellt.

Ich bin keine Agrarpolitikerin. Aber ich kann mich in meinem Bereich – der Bildungspolitik – dafür stark machen, dass bereits in der Schule ein Bewusstsein dafür geweckt wird, dass gesunde regionale Lebensmittel ihren Preis haben. Und dass ein Weihnachtsessen in Mainz eben keinen frischen Finther Spargel beinhalten kann …

mehr lesen

Do

05

Mär

2020

Mehr Quantität, mehr Qualität

Im Rahmen eines „Werkstattgesprächs“ trafen sich heute Vertreter*innen der Handwerkskammer und der IHK Rheinhessen mit Landtagsabgeordneten der Region zum Meinungsaustausch. Schon der Veranstaltungsort – das Berufsbildungszentrum der HWK in Mainz-Hechtsheim – zeigte, um was es bei dem Treffen ging.

Nun sind Klagen über den Fachkräftemangel – speziell im Handwerk – nicht neu. Aber selten wurden die Probleme so klar auf den Punkt gebracht wie heute. Dazu genügen zwei Begriffe: Quantität und Qualität!

Immer weniger Schüler*innen weiterführender Schulen entscheiden sich für eine berufliche Laufbahn im Handwerk und ziehen eine akademische Ausbildung vor. Und diejenigen, die den Weg einer Ausbildung in einem Handwerksberuf beschreiten wollen, offenbaren in zunehmendem Ausmaß einen erschreckenden Mangel an den dafür notwendigen Kompetenzen. Der Vertreter einer Bauunternehmung brachte es so auf den Punkt: „Wir suchen händeringend Maurer. Aber auch von einem Maurer muss ich erwarten, dass er lesen, schreiben und rechnen kann – und dass er pünktlich auf der Baustelle erscheint."

Das „Werkstattgespräch“ sollte aber mehr bringen als das Wiederholen hinlänglich bekannter Beschwerden. Es sollte auch aufzeigen, wo der Hebel zur Verbesserung der Situation anzusetzen ist. Selbstkritisch konstatierten die Vertreter*innen der Kammern, dass sie noch mehr tun müssen, um Schüler*innen und Eltern die Chancen aufzuzeigen, die in einem Handwerksberuf liegen. Aber auch die Schulen müssten in verstärktem Maße Anstrengungen in die gleiche Richtung unternehmen.

Letztlich dürfe man auch nicht die Augen davor verschließen, dass in der heutigen Gesellschaft viele Jugendliche eine sozialpädagogische Betreuung als flankierende Maßnahme bräuchten. Die zunehmende Durchfallquote von Azubis sei ein Alarmzeichen. Ein weiteres Alarmzeichen sei der Mangel an Fachlehrern in den Berufsschulen. Hier sei die Politik gefordert, neue Wege zum Einstieg von fachlich qualifizierten Kräften zu ermöglichen.

mehr lesen

Sa

29

Feb

2020

Besuch an der Basis

Oftmals werden Politiker*innen als „die da oben“ gesehen – als Menschen also, die den Kontakt zur Basis verloren haben. Ich bemühe mich, meine politische Arbeit so zu gestalten, dass ich dieses Klischee nicht bediene.

Und so freute ich mich über die Einladung zum heutigen Kreisparteitag der FDP Neuwied, wo ich mit engagierten Mitgliedern ausgiebig über bildungspolitische Themen diskutieren konnte. Erst vor wenigen Tagen hatte das Team um den Kreisvorsitzenden Alexander Buda Bildungspolitik als eines der zentralen Themen für den bevorstehenden Landtagswahlkampf ausgemacht.

Dass man in Sachen Bildungspolitik aber auch selbst initiativ werden kann, stellten die Neuwieder Liberalen beim Thema „Gesunde Ernährung“ eindrucksvoll unter Beweis. Ulrike Puderbach und Ingrid Runkel publizierten mit „Vitaminzwerg und Kräuterkobold“ ein Buch, das Kindern in altersgerechter Sprache Geschichten, Wissen und Rezepte rund um gesunde Nahrung nahebringt – ganz ohne erhobenen Zeigefinger!

Mi

22

Jan

2020

Mehr Förderschullehrkräfte

v.l.n.r.: Schulleiter Claus-Werner Dapper, MdL Helga Lerch,  Yvonne Bless u. Christina Spichtinger (beide SEB)
v.l.n.r.: Schulleiter Claus-Werner Dapper, MdL Helga Lerch, Yvonne Bless u. Christina Spichtinger (beide SEB)

Die Zahl der Kinder mit erheblichem Förderbedarf steigt kontinuierlich - und viele Eltern schicken ihr Kind lieber in eine Förderschule als in eine Schwerpunktschule. Aber die Förderschulen klagen zunehmend über personelle Engpässe. So auch die Elisabethenschule in Sprendlingen, bei der ich mir bei meinem heutigen Besuch ein Bild von der angespannten Lage machen konnte.

Längerfristig erscheint es mir ratsam, im Rahmen der geplanten Schaffung einer selbstständigen Universität Koblenz dort auch Förderschulpädagogen auszubilden. Mit einer Erhöhung der Ausbildungskapazität im Land würde so die Möglichkeit geschaffen, eine sich abzeichnende Versorgungslücke bezüglich pädagogischer Fachkräfte zu schließen.

mehr lesen

Di

21

Jan

2020

Pressemitteilung: Massiver Unterrichtsausfall an der Sprendlinger Elisabethenschule

Bei einem Besuch der FDP-Landtagsabgeordneten Helga Lerch an der Sprendlinger Elisabethenschule berichten Schulleiter und Elternvertreterinnen von gravierenden Defiziten bei der Unterrichtsversorgung.

Die Sprendlinger Elisabethenschule braucht dringend Verstärkung. Ohne zusätzliches Personal kann der Unterricht an der Förderschule mit dem Schwerpunkt ganzheitliche Entwicklung nicht mehr sichergestellt werden. Das Kollegium arbeitet seit Monaten am Limit, wie Schulleiter Claus-Werner Dapper bei einem Besuch der FDP-Landtagsabgeordneten Helga Lerch verdeutlichte. Grund ist der massive Unterrichtsausfall, der bei den beamteten Förderschullehrern rund 20 Prozent beträgt. Bei den übrigen pädagogischen Fachkräften, etwa Erzieher oder Sozialarbeiter, sei sogar von 25 Prozent Ausfallzeiten auszugehen, sagte Dapper im Gespräch mit der bildungspolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. „Der tatsächliche Ausfall ist viel, viel höher“, betonte Dapper und verwies auf die drastischen Konsequenzen für das Kollegium: „Die restlichen Lehrkräfte im Haus werden durch die Mangel gedreht.“

Hintergrund für die Zuspitzung sind die seit Jahren kontinuierlich steigenden Schülerzahlen. „Die Anzahl der Kinder mit erheblichem Förderbedarf nimmt zu“, erläuterte Dapper. Außerdem entschieden sich Eltern immer häufiger bewusst für die Förderschule und gegen eine Inklusion in der Schwerpunktschule. Höhere Schülerzahlen, so Dapper, führten zwangsläufig zu einem steigenden räumlichen und personellen Bedarf. „Für die Sachausstattung wird durch den Schulträger (Landkreis Mainz-Bingen) bestens gesorgt“, stellte Dapper fest. Und selbst für die Raumproblematik ist nach jahrelangem Ringen eine Lösung in Sicht. Die dringend erforderliche Erweiterung soll in diesem Jahr starten. Weit weniger erfreulich ist die personelle Situation, wenngleich es auch hier demnächst Entlastung geben soll. Im Februar stehen an der Schule Einstellungsgespräche an. „Wir hoffen, dass die Stellen wirklich besetzt werden“, betonte Claus-Werner Dapper, „denn wir stehen mit dem Rücken zur Wand“.

Nicht so recht nachvollziehen kann der Förderschulleiter, warum erst jetzt gehandelt wird. Die Entwicklung sei schon lange absehbar gewesen. Angesichts dessen wünschen sich Schulleitung und Schulelternbeirat (SEB), dass die Landespolitik der Realität ins Auge blickt. „Es passiert nichts, wenn ich alles schönrechne“, so die Kritik von SEB-Mitglied Yvonne Bless an die Adresse des Bildungsministeriums, das mit unrealistischen Zahlen arbeite. Man müsse die Missstände benennen, nur dann könne sich etwas ändern. „Der Lehrermangel hat sich über Jahre aufgebaut“, ergänzte SEB-Vorsitzende Christina Spichtinger. Viel zu lange sei nichts passiert.

Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem: Es mangelt schlichtweg an Förderschullehrern. „Wir brauchen mehr Ausbildungskapazitäten und einen Ausbildungsschwerpunkt auch im Norden des Landes“, so die Meinung der Landtagsabgeordneten Lerch. Die Aufspaltung der Universität Koblenz-Landau mit einer selbständigen Uni in Koblenz könnte eine Chance sein. „Wir müssen aber auch als Land mehr tun, damit der Beruf des Förderschullehrers attraktiver wird“, meinte Lerch.

Womit die Sprendlinger Elisabethenschule derzeit zu kämpfen hat, ist kein Sonderfall. Darauf wies Claus-Werner Dapper ausdrücklich hin. Umliegende Schulen sähen sich mit ganz ähnlichen Problemen konfrontiert. Für Helga Lerch ist das wenig überraschend, denn die frühere Schulleiterin ist mit der Thematik bestens vertraut. Im Landtag hat sie sich wiederholt für eine bessere Unterrichtsversorgung eingesetzt. Und so sagte sie bei dem Gespräch in Sprendlingen zu, auch weiterhin den Finger in die Wunde zu legen. Dass Handlungsbedarf besteht, unterstreichen nicht zuletzt die schulischen Überlastungsanzeigen, die seit 2018 beim Land eingegangen sind. „Wir haben jetzt die 21. Überlastungsanzeige“, bemerkte Lerch mit Blick auf den jüngsten Hilferuf der Bertha-von-Suttner-Realschule plus in Betzdorf (Kreis Altenkirchen). Auf 21 Seiten hatte der Personalrat alarmierende Zustände geschildert und die Problemfelder anhand von Beispielen aus dem Schulalltag akribisch dokumentiert.

mehr lesen

Di

21

Jan

2020

Klartext: Unterrichtsausfall

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Es gibt wohl kaum ein Bundesland, in dem nicht über den Ausfall von Schulunterricht geklagt wird. Auch Rheinland-Pfalz macht da keine Ausnahme. Doch was ist eigentlich genau unter dem Begriff „Unterrichtsausfall“ zu verstehen?

Da gibt es zunächst einmal den strukturellen Unterrichtsausfall. Das ist rein rechnerisch die Differenz zwischen dem von einer Schule für das Schuljahr geplanten und dem tatsächlich realisierbaren Unterrichtsangebot. Dies muss durch die vorhandenen Lehrerstellen abgedeckt werden – was der Schulleitung bei der Planung schon Schweißperlen auf die Stirn treibt. Natürlich strebt jede Schulleitung für diesen strukturellen Unterrichtsausfall den Wert „Null“ an und kämpft bei der ADD um jede Nachkommastelle bei der Lehrkraftzuweisung („Wir brauchen noch dringend jemanden für vier Stunden Chemie …“).

Im laufenden Schuljahr passieren dann aber Dinge, die nicht planbar sind. Lehrkräfte werden krank, sie fallen wegen Schwangerschaft aus oder reduzieren ihre Stundenzahl wegen Kindererziehung. Auch die Begleitung von Exkursionen oder Klassenfahrten verhindert ihre Erteilung regulären Unterrichts. All das summiert sich dann zum temporären Unterrichtsausfall. Gerade bei kurzzeitigen Ausfällen entsteht eine Lücke, die dann meist nur notdürftig durch – meist fachfremde – Kolleg*innen gestopft wird. Regulärer Fachunterricht findet dann nicht statt – obwohl solche Stunden rein statistisch als „nicht ausgefallen“ erfasst werden.

Wenn ich mich angesichts dieser Realität für eine Lehrerversorgung von 105 % stark mache, so plädiere ich nicht für eine „Luxusversorgung“ – wie mir von manchen Kritikern meiner Haltung vorgeworfen wird. Nein – ich denke nicht anders als jeder Trainer einer Fußballmannschaft. Der weiß ja auch, dass während eines Spiels einer aus seiner Elf z.B. verletzungsbedingt ausgewechselt werden muss. Und daher hat sein Kader eben mehr als 11 Spieler – sonst kann er den Spielbetrieb gleich einstellen!

Auf die Bildungspolitik übertragen heißt das:

Wer „weltbeste Bildung“ fordert, der muss auch bereit sein, dafür Geld in die Hand zu nehmen (= Lehrer einstellen). Oder kurz: Wer A sagt, der muss auch B sagen …

mehr lesen

Do

16

Jan

2020

Ländersache Bildung

v.l.n.r.:  MdL Helga Lerch, Ministerin Dr. Stefanie Hubig, MdL Giorgina Kazungu-Haß
v.l.n.r.: MdL Helga Lerch, Ministerin Dr. Stefanie Hubig, MdL Giorgina Kazungu-Haß

Der Föderalismus ist ein prägendes Element unseres politischen Systems. Die Zuständigkeit in Sachen Bildung liegt dabei in Händen der Länder. Und die 16 Bundesländer verteidigen diese Zuständigkeit mit Vehemenz – nicht immer zum Vorteil der Schülerinnen und Schüler. Doch nicht nur für sie bietet der Bildungs-Föderalismus jede Menge Fallstricke. Und so setzen die Akteure in der „Bildungsrepublik Deutschland“ Jahr für Jahr ihre Hoffnungen auf die KMK (Kultus-ministerkonferenz). Sie möge doch bitte noch Schlimmeres verhüten.

In diesem Jahr übernimmt nun die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig die Präsidentschaft der KMK.

Bei der feierlichen Übergabe des Staffelstabs im Berliner Bundesratsgebäude waren meine SPD-Kollegin Giorgina Kazungu-Haß und ich zugegen.

Sollen wir der neuen KMK-Präsidentin nun gratulieren oder sie eher bedauern? Wenn man erlebt, wie die Medien ihren berechtigten Wunsch nach einer besseren Vergleichbarkeit der Bewertung schulischer Leistungen gleich zu einem Bekenntnis zum Zentralabitur umdeuten, fällt mir die Antwort nicht leicht.

mehr lesen

Fr

03

Jan

2020

Eltern mitnehmen!

Jürgen Hatzfeld (vlw), Karl-Heinz Fuß (vlw) und MdL Helga Lerch
Jürgen Hatzfeld (vlw), Karl-Heinz Fuß (vlw) und MdL Helga Lerch

Die Zeit „zwischen den Jahren“ kann ich als Abgeordnete auch einmal nutzen, um die Eindrücke aus den zahlreichen Gesprächen Revue passieren zu lassen, die ich mit Interessensvertretern im Bereich „Bildung“ führen konnte. Klagen über echte oder vermeintliche Unzulänglichkeiten sind da ja schon „bildungspolitischer Alltag“.

Bemerkenswert – weil über den Tellerrand des Üblichen hinausgehend – fand ich dabei ganz besonders eine Anmerkung meiner beiden Gesprächspartner vom Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen. Sie beklagten, dass Eltern in zunehmendem Maße mehr an der Art des Schulabschlusses ihrer Kinder interessiert sind (am besten natürlich Abitur!) als an den in den Schulen vermittelten Inhalten und Kompetenzen.

Je mehr ich über diese Feststellung nachdenke, umso lohnender erscheint mir das Engagement aller im weiten Umfeld „Schule“ (und das beginnt bereits mit der Kita) Tätigen, die Eltern auch inhaltlich mitzunehmen. Das erfordert allerdings von Elternseite umgekehrt die Bereitschaft, sich mit diesen Inhalten auch auseinander zu setzen.

Von einem ganz ungewöhnlichen Beispiel einer solchen Bereitschaft hatte ich zu Beginn meiner Abgeordnetenzeit bei einem Besuch einer Kita in kirchlicher Trägerschaft in einem Koblenzer „Problemviertel“ gehört. Dabei hatte man mir von einem Vater berichtet, der bei einer Feier in der Kita mit seinem Kind das Vaterunser betete. Das Ungewöhnliche daran? Der Vater war Moslem.

mehr lesen

Do

19

Dez

2019

LMG ... da geht die Post ab!

Wer nach dem Verfolgen meiner bisherigen Website-Beiträge zum Weihnachtskonzert 2019 des LMG in Montabaur glaubt, einen guten Überblick über das Spektrum des musikalischen Schaffens der Schüler*innen gewonnen zu haben, der irrt gewaltig.

Denn mit den Jazzern vom „The Yellow Tone Orchestra“ wurde dem Publikum noch einmal so richtig eingeheizt. Und spätestens jetzt wurde auch dem letzten Zweifler klar, dass in dieser ungewöhnlichen „Musikschule“ nach bestandener Aufnahmeprüfung wirklich alle Schüler*innen ihre ganz persönliche musikalische Nische finden können.

mehr lesen

Do

19

Dez

2019

LMG ... musikalische Kaderschmiede?

Als beim LMG-Weihnachtskonzert Felix Wagner mit seinem Violinen-Spiel das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss, dachte wohl nicht nur ich, dass da ein künftiger Weltstar der klassischen Musik auf der Bühne steht. Gedanken an den Star-Pianisten Martin Stadtfeld, der 2000 am LMG sein Abitur gemacht hatte, drängten sich auf.

Umso größer war dann meine Überraschung als ich hörte, dass der Berufswunsch des jungen Mannes in eine ganz andere Richtung geht – er will Medizin studieren. Ein schöner Beleg für das Leitbild dieser Schule, nach dem Menschen in ihrer Individualität gefördert werden und nicht in eine bestimmte Richtung gelenkt werden sollen.

Do

19

Dez

2019

LMG ... Weihnachtswünsche

In ihrer Begrüßung der zahlreich erschienen Gäste ließen Schulleiter Richard Moser und Ralf Stammberger vom Schulelternbeirat des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz das abgelaufene Jahr mit seinen Highlights noch einmal Revue passieren. Dabei gaben sie auch zu erkennen, welchen Wunsch ans Christkind sie haben – nämlich die schon längst überfällige Aula mit adäquaten Möglichkeiten für Proben und Konzerte. Für ein Musikgymnasium ist das alles andere als ein exotischer Wunsch! Und so musste man sich wieder einmal mit dem Saal der Stadthalle behelfen.

Auch nicht unbedingt exotisch ist der Wunsch zu nennen, den der Chor der 5. Klassen musikalisch äußerte „Wann wird´s mal wieder richtig Winter?“.

Was diesen klimatischen Wunsch angeht, so fällt dieser nicht unbedingt in mein Aufgabengebiet. Beim Wunsch nach einer Konzert-Aula weiß das LMG mich aber ganz auf seiner Seite. Die momentan ins Spiel gebrachte Variante einer akustisch ertüchtigten Sporthalle muss wohl jeder, der auch nur ein wenig Ahnung davon hat, auf welchem Niveau Solisten und Ensembles des LMG musizieren, als blanken Hohn empfinden.

mehr lesen

Do

19

Dez

2019

LMG ... einzigartig

Das Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz mit Sitz in Montabaur ist die einzige Schule ihrer Art im Land Rheinland-Pfalz. Ziel der Schule ist es, neben dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife eine musikalische Ausbildung zu vermitteln, die zu einem Musikstudium befähigt. So jedenfalls ist es bei Wikipedia nachzulesen. Vor ziemlich genau drei Jahren hatte ich dieser Schule in meiner Funktion als bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion einen ersten Besuch abgestattet. Dabei hatte ich viel über das Selbstverständnis dieses ganzbesonderen Gymnasiums erfahren, bei dem Musik Hauptfach ist. Allen Interessierten kann ich den Imagefilm des LMG empfehlen.

Heute machte ich mich auf die Reise zu einem Besuch aus ganz besonderem Anlass. Ich war nämlich zum diesjährigen Weihnachtskonzert der Schüler*innen eingeladen.

mehr lesen

Mi

04

Dez

2019

Pisa-Schock

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Als ich heute in die Sitzung des Bildungsausschusses des Landtags ging, war mir klar, dass die Ergebnisse der Pisa-Studie 2018, die am Vortag veröffentlicht worden waren, zwangsläufig zur Sprache kommen würden. Im internationalen Vergleich waren deutsche Schüler*innen in allen drei erfassten Kernkompetenzen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften abgerutscht.

Da hilft Schönreden ebenso wenig wie das Zuschieben eines politischen „Schwarzen Peters“ an die Adresse des politischen Gegners. Jeder, der vollmundig „weltbeste Bildung“ in Deutschland fordert, muss wissen, dass er dafür Geld in die Hand nehmen muss – und zwar richtig viel. Da die finanziellen Ressourcen aber – nicht nur in Rheinland-Pfalz – begrenzt sind, müssen Mehrausgaben im Bildungsbereich zwangsläufig zu Lasten anderer Bereiche erfolgen. Und im Gegensatz zu manch anderem Bereich, in dem nach der Schaffung zusätzlicher Stellen das Problem besteht, diese mit geeignetem Personal zu besetzen, haben wir genügend gut ausgebildete Lehrkräfte, die sofort eingesetzt werden könnten – zum Wohle unserer Kinder. Man muss das nur politisch wollen!

mehr lesen

Di

26

Nov

2019

Ganztag machts möglich

Bild (v. l. n. r.): Marco Müller u. Heribert Schieler (beide Schulleitung), Ulrich van Bebber (FDP),  MdL Helga Lerch, André Nursinski-Stolberg (FDP), Christina Steinhausen (FDP),  Hellmut Meinhof (FDP), Berthold Phiesel (FDP) u. Nina Pfeil (Schulleitung)
Bild (v. l. n. r.): Marco Müller u. Heribert Schieler (beide Schulleitung), Ulrich van Bebber (FDP), MdL Helga Lerch, André Nursinski-Stolberg (FDP), Christina Steinhausen (FDP), Hellmut Meinhof (FDP), Berthold Phiesel (FDP) u. Nina Pfeil (Schulleitung)

„Sicherung der Chancengleichheit“ wird als oberstes Ziel auf der Homepage des Are-Gymnasiums in Bad Neuenahr genannt. Dieses Ziel wird zum Beispiel bei den Fünftklässlern auf ungewöhnliche Weise umgesetzt. Wer noch nicht schwimmen kann, muss verpflichtend die AG „Schwimmen“ belegen.

Das war aber nur einer der überraschenden Einblicke, die ich bei meinem heutigen Besuch in den pädagogischen Alltag dieser Schule gewinnen konnte. Und auch meine Begleiter von der örtlichen FDP erhielten überzeugende Antworten auf die oft gestellte Frage „Was machen Schüler*innen denn eigentlich den ganzen Tag über in einer Ganztagsschule?“.

Die Fünftklässler hätten da noch eine interessante Antwort parat: „Wir befassen uns in einer AG mit Achtsamkeit!“. Das Kollegium hat für dieses Thema, mit dem sich eigentlich eher Psychotherapeuten beschäftigen, eigens einen Lehrplan entwickelt. Und davon profitieren die Kids nicht nur in den höheren Klassen – sondern ein ganzes Leben lang. Jeder Psychologe wird dies bestätigen!

mehr lesen

Di

29

Okt

2019

Mehr Demokratie wagen...

auch in der Schule. Mit diesem politischen Motto, das die Schülerinnen und Schüler unserer Tage bestenfalls noch aus Berichten über die Zeit des Entstehens der ersten sozialliberalen Koalition der Bundesrepublik Deutschland kennen, könnte man ein Anliegen im Entwurf der Landesregierung zur Änderung des rheinland-pfälzischen Schulgesetzes skizzieren – eines Gesetzes, das im Kern auf das Jahr 2004 zurückgeht.

Unter dem Begriff „Demokratisierung“ ist hier in erster Linie die gesetzliche Verankerung der Mitwirkungsrechte von Schülerinnen und Schülern zu verstehen, was auch meine heutigen Gesprächspartner Jean Matthias Dilg (im Bild links) und Lucas Fomsgaard (im Bild rechts) von der Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV) begrüßen.

Zur konkreten Umsetzung der Mitwirkungsmöglichkeiten der Schülerschaft am Schulgeschehen hatten die beiden LSV-Vertreter auch gleich eine Fülle von Vorschlägen parat.

Gespräche wie das heutige, bei denen ich auf kompetente und gut vorbereitete Partner treffe – ohne dass ich in allen Punkten ihrer Meinung sein muss -, sind ein Beleg dafür, dass junge Menschen durchaus die Reife für gelebte parlamentarische Demokratie besitzen.

mehr lesen

Mi

23

Okt

2019

Plenarrede zu Regulierungsmethoden des Unterrichtsausfalls

In der heutigen Plenarsitzung sprach ich auch zum Thema Unterrichtsausfall. Diesen wird es aus verschiedenen Gründen immer geben, sei es durch eine Erkrankung der Lehrkraft oder eine Fortbildungsmaßnahme. Um den Ausfall aufzufangen haben die Schulen im Land verschiedene Möglichkeiten, wie den Einsatz von PES-Kräften oder den Vertretungspool. In jedem Fall muss die Aufsichtspflicht wahrgenommen werden und dies kann nicht durch eine geteilte Aufsicht geschehen.

Eine wirksame Maßnahme um diesem Problem habhaft zu werden, ist die Erhöhung der Unterrichtsversorgung auf 105 Prozent. So kann nicht nur dem strukturellen Ausfall entgegengewirkt werden, sondern auch die kurzfristigen Ausfälle können damit verringert werden.

mehr lesen

Mi

23

Okt

2019

Plenarrede zum IQB-Bildungstrend

In der heutigen Plenarsitzung sprach ich zum IQB-Bildungstrend. Bei diesem können unsere Schülerinnen und Schüler im MINT-Bereich besser abschneiden, wenn wir ihnen individuell entgegenkommen und so ihre Begabungen gezielt fördern.

mehr lesen

Mo

21

Okt

2019

Hebammen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

So romantisch die Vorstellung auch sein mag – es ist nicht Adebar, der die Babys quasi per Luftfracht überbringt. Noch müssen Schwangere ohne seine Hilfe auskommen. Dafür stehen ihnen Hebammen vor, während und nach der Geburt eines neuen Erdenbürgers mit Rat und Tat zur Seite. Das war schon immer so und ist nicht erst eine Errungenschaft der Neuzeit. Der Beruf der Hebamme ist einer der ältesten Frauenberufe – und bereits in Wandmalereien im Ägypten der Pharaonen-Zeit dokumentiert.

 

Und auch in unserer modernen deutschen Gesellschaft, für die die Statistik nur noch 1,5 Geburten pro Frau ausweist, wissen werdende Mütter die Hilfe von Hebammen zu schätzen. Sicher ist das Risiko von Säuglingssterblichkeit oder Tod der Mutter im Kindbett heute geringer als zu den Zeiten, die uns in Mittelalter-Romanen und –Filmen drastisch vor Augen geführt werden. Doch auch heute werden hohe Ansprüche an die fachliche Qualifikation einer Hebamme gestellt.

Dem wird durch das vom Deutschen Bundestag beschlossene Gesetz zur Reform der Hebammen-Ausbildung Rechnung getragen. Kernpunkt ist die akademische Ausbildung von Hebammen an einer Hochschule. Das Gesetz bedarf nun noch der Zustimmung durch den Bundesrat.

Genau das war für mich der Anlass zu einem Meinungsaustausch mit Ingrid Mollnar vom Hebammen-Landesverband Rheinland-Pfalz, in dessen Verlauf ich sehr viel über die Praxis-Erfahrungen dieses Berufsstandes erfahren konnte.

Und wer es noch nicht wusste, es gibt auch männliche Hebammen. Nur nennt man die Entbindungspfleger.

mehr lesen

Do

17

Okt

2019

Vorbild Deutschland

OAED-Leiter Protopsaltis bei seinen Ausführungen
OAED-Leiter Protopsaltis bei seinen Ausführungen

Er hat im Augenblick im Land einen Job, um den ihn wohl kaum jemand beneiden wird – Spyridon Protopsaltis, der Leiter der griechischen Arbeitsagentur OAED.

Er schilderte uns – der Delegation des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung – die Herkules-Aufgabe, vor der er steht. Was fand er vor, als er vor 6 Wochen sein neues Amt antrat?

Die Statistiken vermeldeten für das erste Quartal 2019 eine Arbeitslosenquote von 15,4 % bei den Männern und 24,0 % bei den Frauen. Dem gegenüber standen Unternehmen, die händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften suchen. Und genau an dieser Qualifikation mangelt es in dem Heer der Arbeitslosen. Auch bei den Jugendlichen. Berufliche Bildung wurde in Griechenland offenbar lange sträflich vernachlässigt.

Hier will man nun den Hebel ansetzen – mit Berufsschulen nach deutschem Vorbild. 49 gibt es bereits, weitere sollen folgen. Gerade vor einer Woche startete zum Beispiel eine Kooperation für das Konditoren-Handwerk mit der Handwerkskammer in Köln.

mehr lesen

Fr

04

Okt

2019

Meisterpflicht

Das waren noch Zeiten, als diese Marke genügte, um einen Brief portogerecht zu frankieren … und zur Eröffnung eines Handwerksbetriebs die Meisterpflicht gefordert war.

Zumindest auf Letzteres sprach mich heute meine Friseurin an. Sie klagte darüber, dass heutzutage „Hinz und Kunz einen Friseurladen aufmachen können“. Und die Qualität sei dann dementsprechend. Wie denn die FDP das sehe, wollte sie von mir wissen.

2004 hatte die Bundesregierung unter Kanzler Schröder aus arbeitsmarktpolitischen Gründen für eine Vielzahl von Gewerken in der Handwerksordnung die Meisterpflicht abgeschafft. Unter dem Aspekt der Qualitätssicherung in meinen Augen keine gute Entscheidung. Dass die jetzige Bundesregierung mit der Wiedereinführung der Meisterpflicht in einigen Gewerken gegensteuern will, finde ich gut. Noch (!) zählt das Friseurhandwerk nicht dazu.

Auf Landesebene hat die FDP aber bereits das umgesetzt, was sie vor der Wahl versprochen hatte – nämlich die finanzielle Unterstützung derjenigen, die sich als Meister selbstständig machen wollen. Und Qualität „von Meisterhand“ ist gerade im Friseurhandwerk etwas, was ich all denen empfehle, die mich danach fragen, zu welcher Friseurin ich denn gehe. Eine gute Frisur ist zwar noch kein Indiz für gute politische Arbeit einer Mandatsträgerin – aber sie schadet auch nicht …

mehr lesen

Do

03

Okt

2019

Lehrer-Star von morgen?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Eigentlich bin ich ja nicht der Typ, der gebannt vor dem Fernseher sitzt, um ein Sportereignis zu verfolgen. Und mein heutiges Interesse an der Leichtathletik-WM in Doha war auch eher der Tatsache geschuldet, dass im Zehnkampf Niklas Kaul antrat. Seinen Vater Michael kenne ich als Referatsleiter in der Gymnasialabteilung des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums. Und spätestens mit dem ersten Speerwurf seines Sohnes war bei mir aus reiner Neugier echtes Mitfiebern geworden.

Dass dieser jüngste „König der Athleten“ aus Rheinhessen – also meiner Region – kommt, ist natürlich ein schöner Aspekt. Dass dieser junge Mensch zudem aber bereits eine ungewöhnlich gereifte Persönlichkeit ist, erscheint mir als ehemalige Lehrerin und Schulleiterin noch viel interessanter. Denn Niklas Kaul will Lehrer werden und studiert Sport und Physik. Und dass er als Schüler bereits für seine Teilnahme am Wettbewerb „Jugend debattiert“ der Hertie-Stiftung ausgezeichnet wurde, lässt mich auf einen künftigen Pädagogen hoffen, der seinen Schülerinnen und Schülern eine ganze Menge mitgeben kann

mehr lesen

Fr

27

Sep

2019

Junge Talente fördern...

... kann man in der Schule zum Beispiel dadurch, dass ihnen die Möglichkeit eingeräumt wird, das Fach, für das sie sich als besonders talentiert erwiesen haben, als Hauptfach zu wählen. Am Landeskunstgymnasium Alzey ist dies der Fall.

Dort können Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9, die einen besonderen Schwerpunkt auf das Fach „Kunst“ legen wollen, sich um einen Platz bewerben. Dazu müssen sie eine Arbeitsmappe vorlegen, mit der sie ihre künstlerische Begabung unter Beweis stellen. Dazu gibt es noch eine Aufnahmeprüfung.

Wenn diese Hürden genommen sind, haben sie damit einen der begehrten Plätze ergattert. Und dass ein solcher Platz so begehrt ist, liegt unter anderem daran, dass dieses Gymnasium in seiner Form einzig ist – in ganz Deutschland!

Grund genug für mich als Bildungspolitikerin aus der Region, mir diese Einrichtung einmal näher anzuschauen.

Und was mir Schulleiterin Dagmar Ried zeigte, hat mich zutiefst beeindruckt. Die talentierten jungen Künstlerinnen und Künstler werden nicht nur ermuntert, ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen. Ihnen wird zugleich eine Menge an handwerklichen Fähigkeiten vermittelt, wie sie ihre Vorstellungen in die Praxis umsetzen können. Dabei wird auch fächerübergreifend – Kunst ist schließlich nicht das alleinige Fach – unterrichtet. Im Chemie-Unterricht lernen die jungen Talente zum Beispiel viel über Farbpigmente und deren mögliche Veränderungen durch den Maluntergrund oder Lichteinwirkung.

Wie groß die Bandbreite der künstlerischen Tätigkeit der Schülerinnen und Schüler ist, zeigt eindrucksvoll ein von einer Gruppe im Herbst 2016 erstellter Trailer, der auf YouTube zu sehen ist.

mehr lesen

Mo

23

Sep

2019

Wir sind dann mal weg...

Bild: pixabay
Bild: pixabay

... zur „Fridays for Future“-Demo! So ähnlich wie auf dem Bild könnte es dann in dem einen oder anderen Klassensaal aussehen.

Wie aber sollen die Schulen mit dieser Situation umgehen? Auf der Suche nach einer Antwort verweist die Kultusministerkonferenz auf ihre Beschlusslage – doch die stammt von 1973, als noch kaum jemand vom Klimawandel sprach. In meiner Zeit als Regionale Fachberaterin (1997 – 2008) wäre ich sicher von den Schulen in meinem Betreuungsbereich auf die Problematik des Umgangs mit demonstrationswilligen Schülerinnen und Schülern angesprochen worden. Was würde ich ihnen heute sagen?

Wahrscheinlich hätte ich ihnen das Beispiel des Leiters des Oppenheimer Gymnasiums zur Nachahmung empfohlen. Ihn besuchte ich heute, da er mir den Erweiterungsbau seiner Schule einmal persönlich zeigen wollte. Auf „Fridays for Future“ angesprochen legte er mir seine Vorgehensweise dar. Und nach der gilt primär die Schulpflicht – auch wenn das Anliegen der Demonstrationswilligen im Kern noch so verständlich sein mag. Dies habe er im Vorfeld Schüler- und Elternschaft wie auch dem Kollegium dargelegt und damit für Klarheit gesorgt.

Als Politikerin und ehemalige Sozialkundelehrerin möchte ich an dieser Stelle zudem die engagierten Jugendlichen zu einem kritischen Hinterfragen der Motive der Initiatoren von „Fridays for Future“ (FFF). Da genügt schon ein Blick auf den FFF-Auftritt bei Facebook vom 24. März. Dort heißt es wörtlich „Wir müssen die Schule bestreiken, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken …“. Die Schule als die Institution, gegen die sich die Streiks richten? Und im gleichen Beitrag findet sich ein Bild von einer FFF-Demo. Darauf groß ein handgemachtes Plakat „SYSTEM CHANGE NOT CLIMATE CHANGE“. Also die unverhohlene Forderung nach einem Systemwechsel!

Dazu passt das, was ich am letzten Freitag als Augen- und Ohrenzeuge der FFF-Demo in Mainz erlebte – nämlich Sprechchöre „Revolution“ und eine aggressive Grundstimmung.

Daher mein Appell an die Jugendlichen, denen es wirklich um mehr Klimaschutz geht: Lasst euch nicht von Agitatoren missbrauchen, die in Wahrheit ganz andere Ziele verfolgen!

mehr lesen

Do

19

Sep

2019

Plenarrede zum AfD-Antrag "Bildungswende"

Im heutigen Plenum sprach ich zum Antrag "Bikdungswende 2021: Umfassende Kurskorrektur in der rheinland-pfälzischen Bildungspolitik" der AfD-Fraktion. Diese fordert verbindliche Schullaufbahnempfehlungen durch die Lehrkräfte. Aus meiner eigenen Erfahrung als Lehrerin und Schulleiterin weiß ich, dass niemand sein Kind besser einschätzen kann, als die Eltern. Der Elternwille bleibt daher für mich das entscheidende Kriterium bei der Schulwahl.

mehr lesen

Sa

14

Sep

2019

2 x Grund zum Feiern

Gleich doppelten Anlass zum Feiern gab es heute im Merkurweg in Mainz-Finthen. Die dortige Freie Waldorfschule Mainz konnte mit Stolz auf ihre Anfänge vor 40 Jahren zurückblicken. Gleichzeitig konnte man an 100 Jahre Waldorf-Pädagogik erinnern.

Alles begann damit, dass 1919 der Direktor der Stuttgarter Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik den Anthroposophen Rudolf Steiner mit dem Aufbau einer Schule für die Kinder seiner Mitarbeiter betraute. Seine schulischen Vorstellungen bedeuteten einen totalen Bruch mit dem Schulsystem des untergegangenen Kaiserreichs. 

Steiners Schule auf der Uhlandshöhe war die erste Gesamtschule in Deutschland. Heute gibt es in Deutschland 245 Waldorf-Schulen (Stand 2018). Grund genug für mich, mich heute in die Schar der Gratulanten einzureihen.

Ich sehe in den Waldorf-Schulen - wie überhaupt in allen Freien Schulen – eine wertvolle Bereicherung des bildungspolitischen Angebots. Denn dieses Angebot sollte von Vielfalt geprägt sein – und nicht von nebulöser Einheitlichkeit. Warum? Weil jedes Kind verschieden ist!

mehr lesen

Fr

06

Sep

2019

KiTa-Kongress

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Heute war ich wieder in Sachen „Kita-Gesetz“ unterwegs. Es ging nach Koblenz, wo in der dortigen Hochschule der V. KiTa-Kongress stattfand. Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig referierte zum Kita-Zukunftsgesetz für Rheinland-Pfalz, das nach langen Debatten nun endlich auf den Weg gebracht werden konnte. Der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz nutzte seinen Heimvorteil zu einigen süffisanten Ausführungen zu einem „guten“ Kita-Gesetz.

Auf der Rückfahrt von Koblenz saß ich im Zug und ließ die ganzen Debatten noch einmal vor meinem geistigen Auge Revue passieren. Und da kam mir das Lied „Sind so kleine Hände“ in den Sinn. Die Idee zu diesem Lied war seiner Schöpferin Bettina Wegner nach eigenem Bekunden übrigens auch auf einer Zugfahrt gekommen.

Und ich musste mit Bedauern feststellen, dass die Debatten der letzten Monate sich viel zu wenig um die gedreht hatten, um die es eigentlich gehen sollte – die Kinder!

mehr lesen

Di

27

Aug

2019

Freie Schulen

"Bildung braucht Vielfalt“ – unter diesem Motto stand die feierliche Gründung der Arbeitsgemeinschaft Freie Schulen Rheinland-Pfalz/Saarland. Und dass dieser Akt im Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtags vollzogen wurde, gab dem Ganzen einen Rahmen, mit dem wohl auch die Initiatoren nicht gerechnet hatten.

Schulen in freier (also nicht-staatlicher) Trägerschaft stellen eine wichtige Ergänzung des Bildungsangebots dar. Von den Kritikern dieser als „teure Privatschulen für die Kinder von Reichen“ dargestellten Einrichtungen wird dabei gerne übersehen, dass die Einrichtung solcher Schulen bereits in den Freiheitsrechten des Grundgesetzes verankert ist (Artikel 7). Die Formulierung dieses Artikels geht übrigens auf einen prominenten Liberalen zurück: Theodor Heuss!

Es freute mich als Liberale daher ganz besonders, dass der Verfassungsrechtler Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio in seinem Festvortrag genau diese nunmehr 70-jährige Tradition der Privatschulfreiheit thematisierte.

Ja – Bildung braucht Vielfalt! Und Freie Schulen sind unverzichtbarer Bestandteil dieser Vielfalt! Und da unterscheide ich mich eben von jenen Bildungspolitikern, die die „Einheitsschule für alle“ zum Ideal erheben.

mehr lesen

Di

27

Aug

2019

Beruf Schulleiter/in

Birgit Vogt, MdL Lerch, Ingrid Baumgartner-Schmitt u. Christine Gauer
Birgit Vogt, MdL Lerch, Ingrid Baumgartner-Schmitt u. Christine Gauer

Wenn es heutzutage darum geht, Schulleiter-Stellen zu besetzen, ist die Bewerberzahl meist überschaubar. Meine heutigen Gesprächspartnerinnen vom Schulleitungsverband Rheinland-Pfalz können dafür eine Vielzahl von Gründen nennen. Und die decken sich mit meinen Erfahrungen als ehemalige Schulleiterin.

„Schulleiter/in“ ist de facto ein eigenständiger Beruf, in dem Qualifikationen gefordert sind, die über die des Lehrberufs hinausgehen. Die Schulleitung ist vor Ort die oberste Führungsebene einer Schule. Für Schülerinnen und Schüler, für die Erziehungsberechtigten, für das Kollegium und für das übrige Schulpersonal ist sie der Ansprechpartner. Und gegenüber Schulträger und ADD muss sie ein ums andere Mal diplomatisches Geschick beweisen.

Doch wo und wie kann man vor Antritt eines solch verantwortungsvollen Postens diese notwendigen Qualifikationen erwerben? Und wie sorgt der Dienstherr für die angemessene Fort- und Weiterbildung derjenigen, die sich der Herausforderung des Berufs „Schulleiter/in“ stellen?

Fragen, auf die Politiker/innen Antworten finden müssen – über Parteigrenzen hinweg. Damit in Zukunft mehr Schulleiter/innen das Gefühl haben können, dass ihrer Tätigkeit die nötige Wertschätzung entgegengebracht wird. Denn eine frustrierte Schulleitung geht irgendwann in die „innere Emigration“ – statt „ihre“ Schule mit Motivation und Engagement nach vorne zu bringen.

mehr lesen

Mo

26

Aug

2019

Schulanfang

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wenn ich – zugegebenermaßen verspätet – mit diesem Bild den Erstklässlern einen guten Start ins schulische Leben wünsche, wird manch einer gleich zwei kritische Anmerkungen parat haben:

 

1. „Bärchen sind uncool!“ und

2. „ Hat MdL Lerch nicht im Landtagswahlkampf das Ende der Kreidezeit propagiert?“

 

Was den ersten Einwand angeht, so sehe ich vor meinen Augen noch immer die „hippen IT-affinen Youngster“, die beim schriftlichen Abi zur moralischen Unterstützung ihr Stofftier mitgebracht hatten...

Und was die „Kreidezeit“ angeht, so bieten die meisten Suchmaschinen bei Eingabe des Suchbegriffs „Schulanfang“ als Symbole immer noch Schultüte und Schiefertafel an statt Tablet. Die Digitalisierung tut sich mit dem Wecken von Emotionen offenbar noch etwas schwer.

mehr lesen

Mo

26

Aug

2019

Bibliothek im Digitalzeitalter

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Jedes Treffen mit Frau Dr. Annette Gerlach vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) lässt vor meinem geistigen Auge unwillkürlich Bilder aus meiner Studienzeit erstehen. Ich sehe mich dann in der Schlagwortkartei nach Büchern zu einem zu bearbeitenden Thema suchen. Mit Glück war das betreffende Buch in der Bibliothek des Fachbereichs oder der Universitätsbibliothek vorhanden und konnte ausgeliehen werden. Ansonsten blieben nur Vorbestellung oder Fernleihe als Alternative. So war das eben im vor-digitalen Zeitalter .

Bei meinem heutigen Besuch in der Pfalzbibliothek in Speyer zeigte mir Frau Dr. Gerlach, wie die digitale Welt Einzug in die Bibliothekswelt hält. Das Zauberwort heißt „dilibri“ – und es steht für ein Digitalisierungsportal, über das man sich landeskundliche Literatur zur Pfalz bequem auf den häuslichen PC downloaden kann. Und „dilibri“ ist nur eines der vielen Portale, die die früher oft mühselige und langwierige Recherchearbeit rückblickend wie einen bösen Traum erscheinen lassen.

Einen Haken hat diese digitale Revolution allerdings: die Digitalisierung der Dokumente erfordert den Einsatz von Personal- und Sachmitteln, von denen (nicht nur das LBZ) gerne mehr zur Verfügung hätte.

mehr lesen

Sa

24

Aug

2019

Lehrerstellen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Die Frage nach angemessenen Schulen für unsere Kinder ist ein Dauerthema – nicht nur im Landtag. Und da wird viel in einen Topf geworfen: Zustand der Gebäude, technische Ausstattung, Zahl der Lehrkräfte …

Bei solchen oftmals emotionsgeladenen Debatten geht auch schon mal der Blick für die Zuständigkeiten verloren. Bund, Länder, Kommunen – kurz: die da oben sollens richten...

....zum Beispiel bei der Schaffung von Lehrerstellen.

Und dabei denkt man sicher nicht an einen Vertreter jener Spezies, die Wilhelm Busch mit seinem Lehrer Lämpel so treffend karikierte.

Doch die vorausschauende Planung des tatsächlichen Bedarfs an Lehrerstellen muss mit einigen „Tücken des Objekts“ kämpfen. Neben dem Wettbewerb der ein-zelnen Bundesländer, der sich in Unterschieden bei Besoldung und Beförderung bis hin zu Abwerbungen (obwohl das angeblich keiner tut!) zeigt, spielt – was auf der Hand liegt – auch die zu erwartende Schülerzahl eine Rolle. Da gab es in Deutschland in den Nachkriegsjahren den bis in die Mitte der 60er Jahre andauernden „Babyboom“, der dann vom „Pillenknick“ abgelöst wurde. Und auch heute stehen solche Prognosen auf wackligen Füßen – und sollen doch die Grundlage für politische Entscheidungen liefern.

mehr lesen

Do

22

Aug

2019

Rede zum AfD-Antrag "Deutschunterricht vor Regelunterricht"

Im Landtag sprach ich heue über einen Antrag der Fraktion der AfD zum Thema „Deutschunterricht vor Regelunterricht“. Kinder, die Deutsch lernen wollen, brauchen ein deutsches Umfeld. Nicht ausgliedern, sondern einbeziehen ist die richtige Antwort.

mehr lesen

Mi

21

Aug

2019

Rede zur aktuellen Debatte: Gute Rahmenbedingungen für erfolgreiche Bildung - gelungener Start

In der heutigen Plenarsitzung hielt ich eine Rede zu den Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Bildung in Rheinland-Pfalz. 

Die Bildungspolitik des Landes ist erfolgreich, so konnte sich Rheinland-Pfalz laut Bildungsmonitor im Vergleich zu den anderen Bundesländern von Platz zehn auf Platz sechs verbessern. Besonders erfreuliche Punkte sind dabei, dass die soziale Herkunft nur einen geringen Einfluss auf den Bildungserfolg hat und die Erfolge im Bereich der beruflichen Bildung.

Mit dem Ausbau der Lehrerversorgung und dem Anlaufen des DigitalPakt Schule beurteilt die FDP-Fraktion den Start in das neue Schuljahr positiv.

mehr lesen

Mi

21

Aug

2019

Geschafft

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Das Kita-Zukunftsgesetz war sicher eines der wichtigsten Vorhaben dieser Landesregierung. Mit ihm sollten die Weichen gestellt werden für eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichzeitig sollte eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung ermöglicht werden – und das ohne Kosten für die Eltern. Ein ambitioniertes Vorhaben, bei dem es sich die Regierungs-Fraktionen nicht leicht gemacht haben. Auch ich wurde da schon mal gescholten, wenn ich Nachbesserungen beim ersten vorgelegten Entwurf einforderte. Aber heute wurde ein Gesetz verabschiedet, hinter dem ich stehe. Mein Einsatz hat sich gelohnt – auch wenn ich manchem dabei auf seine Nerven gegangen sein mag.

Die Spielzeug-Lok, die durchaus in einer Kita stehen könnte, ist in doppelter Hinsicht symbolisch. Ihre Bauteile tragen die Farben der Parteien der „Ampel-Koalition“, die dieses Gesetz auf den Weg brachten. Es fehlen die Farben der Oppositions-Parteien im Landtag. Sie wurden nicht müde, fast schon gebetsmühlenartig hervorzuheben, was ihnen alles an dem eingebrachten Gesetzesentwurf nicht passt. Diese Kritik und die fast schon ebenso gebetsmühlenartig vorgebrachte Forderung nach mehr Geld – ohne zu sagen, wo es denn herkommen solle – schienen ihnen den Blick auf das Positive des Vorhabens zu verstellen. Konstruktive Opposition sieht anders aus.

mehr lesen

Mi

21

Aug

2019

Rede zum KiTa-Zukunftsgesetz

Heute sprach ich im Plenum über das KiTa-Zukunftsgesetz.

Mit der lange überfälligen Reform wird das KiTa-Gesetz an die neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Mit dem Rechtsanspruch auf sieben Stunden durchgehende Betreuung gewinnen Familien und Alleinerziehende Flexibilität und durch die Beitragsfreiheit für alle Kinder ab dem zweiten Lebensjahr werden sie auch finanziell entlastet. Die begleitende Evaluation stellt sicher, dass die durch die Reform eingeführten Neuerungen auch wirklich zu mehr Qualität in den Kindertagesstätten führen. Daher stimmt die FDP-Fraktion für das KiTa-Zukunftsgesetz.

mehr lesen

Di

20

Aug

2019

Fusion auf Augenhöhe

AStA-Vorsitzender Paul Klär mit MdL Helga Lerch
AStA-Vorsitzender Paul Klär mit MdL Helga Lerch

Wenn im parlamentarischen Alltag schwierige Fragen anstehen, die kontrovers diskutiert werden, ist es ratsam, möglichst alle Seiten zu hören, um sich eine Meinung bilden zu können. Die Fusionierung des Campus Landau der Doppel-Uni Koblenz-Landau mit der TU Kaiserslautern ist ein solcher Fall, in dem die Emotionen mitspielen – auch bei meinen eigenen Parteifreunden.

In der Sache hatte ich in der Vergangenheit bereits einige Gespräche mit den Akteuren geführt. Heute stand das schon länger geplante Gespräch mit denen an, um die es ja letztlich geht – nämlich den Studierenden. Dazu traf ich mich mit dem AStA-Vorsitzenden Paul Klär und dem zuständigen Referenten Lukas Körner.

Als unabdingbar bei der angedachten Fusion sehen beide allerdings, dass man sich dabei „auf Augenhöhe“ begegnet. In der Steuerungsgruppe zur Vorbereitung der Fusion werden beide als studentischer Vertreter sicherlich diesen Aspekt auch betonen. Und dass der Campus Landau in diese „Vernunftehe“ – denn um eine „Liebesheirat“ handelt es sich ja eher nicht – eine beachtliche „Mitgift“ zum Beispiel in Form gut ausgestatteter Laborgebäude einbringt, machten sie in unserem Gespräch ebenfalls deutlich. Woran es der „Braut“ mangelt, ist sicher die Finanzausstattung, bei der man auf Mittel aus dem Hochschulpakt angewiesen ist.

Als „Land aus der Retorte“ hat Rheinland-Pfalz nun einmal eine recht zersplitterte Hochschullandschaft. Keiner weiß das wohl besser als Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. Schließlich war er bis zum Antritt seines Ministeramts Präsident der Hochschule Kaiserslautern – und die hatte mit Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken gleich drei Standorte.

mehr lesen

Do

15

Aug

2019

Lesen neu gedacht

Bild: pixabay
Bild: pixabay

So lautete der Untertitel der heutigen Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung im Festsaal des Neuen Schlosses in Simmern. Zu der Diskussionsrunde war ich als bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion eingeladen.

Zentraler Punkt des Abends war die Frage nach der Lesekompetenz – nicht nur von Kindern. Schnell wurde klar, dass Lesekompetenz mehr ist als das bloße flüssige Vorlesen eines Textes mit möglichst noch korrekter Aussprache und Betonung. Nein – es geht letztlich um das Verstehen des Gelesenen.

Auch viele Studien zur Erfassung der Lesekompetenz berücksichtigen diesen Aspekt nur unzureichend. In der politischen Diskussion dienen solche Studien aber zur Rechtfertigung von Forderungen nach dem Ergreifen von Maßnahmen und der Bereitstellung von Mitteln zur Förderung der Lesekompetenz.

 

Damit liegt auf der Hand, dass auch Politiker über echte Lesekompetenz verfügen müssen, wenn sie solche Studien lesen und verstehen wollen. Und dann entpuppt sich so manche Studie als teure Makulatur.  

mehr lesen

Sa

03

Aug

2019

DigitalPakt Schule

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Im ersten Schuljahr hatte ich noch Angst, in meinem Ranzen könnte die Schwammdose auslaufen. Schule war damals eben tatsächlich noch „Kreidezeit“. Später als Lehrerin arbeitete ich zu Beginn selbst noch mit Tafel und Kreide. Doch die Digitalisierung bemächtigte sich mit Riesenschritten auch des schulischen Alltags. Als Schulleiterin freute ich mich, dass der Schulträger meine Schule großzügig mit Whiteboards, Laptops und Tablets ausstattete.

Und jetzt erlebe ich als Bildungspolitikerin, wie sogar das Grundgesetz geändert wird, damit der Bund den Ländern finanziell unter die Arme greifen kann – damit diese ihrerseits den Schulträgern Mittel zu Aufbau und Verbesserung der digitalen Infrastruktur der Schulen zur Verfügung stellen können. DigitalPakt Schule nennt sich das Ganze.

Auch der Landkreis Mainz-Bingen profitiert davon. In den nächsten 5 Jahren kann er auf zusätzlich 6 Mio. Euro aus diesem „Topf“ zugreifen. Damit Schülerinnen und Schüler Tafel und Kreide bald nur noch in einem der zahlreichen Heimatmuseen zu Gesicht bekommen.

mehr lesen

Fr

26

Jul

2019

MINT-Nachwuchs

MdL Lerch mit TH-Präsident Becker
MdL Lerch mit TH-Präsident Becker

Zugegeben – die naturwissenschaftlichen Fächer gehörten in der Schule nicht gerade zu meinen Lieblingsfächern (was mich übrigens nicht daran gehindert hat, einen Chemiker zu heiraten). Dennoch ist auch mir bewusst, dass unser Land nicht durch Dichter und Denker alleine groß geworden ist. Deutsche Ingenieurskunst hat nach wie vor in aller Welt einen guten Ruf. Damit dies auch in Zukunft noch der Fall ist, braucht es Nachwuchs im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.

Und wo wüsste man dies besser als an der TH Bingen, einer Einrichtung mit der Erfahrung von 120 Jahren in der Ausbildung von Ingenieuren. Und der „Chef“ in Bingen, Prof. Dr.-Ing. Klaus Becker, ist ein echter „Talent-Scout“ in Sachen MINT-Nachwuchs. Bereits 2014 rief die TH Bingen ein Projekt ins Leben gerufen, um Schülerinnen und Schüler nachhaltig für Mathematik, Informatik, Naturwissen-schaften und Technik (= MINT) zu interessieren. Sie ist damit zur „Keimzelle der MINT-Region Mainz-Bingen“ (so die Formulierung im Pressedienst des Wissenschaftsministeriums) geworden.

Ich beteiligte mich daher gerne am Besuch von Minister Wolf im Rahmen seiner Sommer-Tour – zumal es mit TH-Präsident Becker einiges zu bereden gab. Aktuell insbesondere der von ihm und mir unterstützte Antrag der Berufsbildenden Schule in Bingen auf Einrichtung eines Zweigs „Technisches Gymnasium“.

mehr lesen

Mo

22

Jul

2019

Schulobst

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Im Englisch-Unterricht lernte ich bereits den Satz „An apple a day keeps the doctor away“. Ja – Obst ist gesund. Und so ist auch zu begrüßen, dass das Land Rheinland-Pfalz sich weiterhin an dem „Europäischen Schulprogramm“ beteiligt, in dessen Rahmen Kindergärten, Kindertagesstätten, Grund- und Förderschulen einmal in der Woche mit einer Obstkiste beliefert werden.

Auch die Kinder in der Ockenheimer Grundschule kommen in den Genuss dieser Extra-Portion an Vitaminen. Doch als zertifizierte ÖKOPROFIT-Schule fragten sich Schüler und Eltern ebenso wie die Lehrerschaft, ob die Abwicklung des Programms auch im Sinne eines nachhaltigen Stoffstrom- und Abfallmanagements erfolge, zu dem sich die Schule ja verpflichtet habe. Bei einem Besuch vor Ort hatte ich Schulleiterin Kerstin Perrey zugesichert, mich als MdL der Sache anzunehmen. Am 25. Juni berichtete ich auf meiner Website darüber.

Mit einer entsprechenden Kleinen Anfrage hatte ich mich an die Landesregierung gewandt. Heute kam die Antwort von der zuständigen Ministerin Ulrike Höfken.  Zu der von der Ockenheimer Schule bemängelten Verwendung von Plastikverpackungen heißt es darin konkret „… wird von den Lieferanten ab dem Schuljahr 2019/20 auch gefordert, unnötige Umverpackungen aus Plastik zu vermeiden …“.

Und auch hinsichtlich der Herkunft der gelieferten Produkte äußert sich das Ministerium klar: „Lieferanten sind vertraglich angehalten, die Einrichtungen bei Vor-handensein saisonaler Angebote vorrangig mit Obst aus Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Regionen zu beliefern …“. Bananen, Kiwis, Melonen und andere „Exoten“ sollen daher eher die Ausnahme sein.

 

Und noch ein wichtiger Aspekt: Das Schulobst-Programm beinhaltet auch ein pädagogisches Begleitprogramm!    

mehr lesen

Mo

08

Jul

2019

Puzzle Uni Koblenz-Landau

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Ein bisschen kommt es einem schon vor wie ein Puzzle – das Konstrukt „Universität Koblenz-Landau“. Im Gründungsjahr 1969 nannte sich das Ganze noch „Erziehungswissenschaftliche Hochschule Rheinland-Pfalz“. Doch auch schon damals war es ein Puzzle, dessen Teile nicht so recht zusammen passen wollten. Momentan verteilen sich knapp 18.000 Studierende aus den Campus Landau und den Campus Koblenz. Und das „Headquarter“ Präsidialamt residiert über den Dächern von Mainz in einem der Bonifazius-Türme.

Und genau dort empfing heute Universitätspräsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode die FDP-Fraktionsvorsitzende Cornelia Willius-Senzer und mich zu einem Meinungs-austausch über die Probleme der Doppel-Uni. Denn an dem Puzzle wird schon wieder gebastelt, um es „passend“ zu machen.

Ob diese hochschulpolitischen „Bastelarbeiten“ der Weisheit letzter Schluss sind, fragt sich nicht nur die Eule, die ja den alten Griechen als Symbol der Weisheit galt. Auch ich versuche, in Gesprächen mit allen Akteuren Antworten auf diese Frage(n) zu finden. Denn ich sehe meine parlamentarische Aufgabe in mehr als dem bloßen Abnicken von Vorlagen der Regierung 

mehr lesen

Do

04

Jul

2019

Master oder Meister?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Im Rahmen der Sommer-Tour der FDP-Landtagsfraktion bestand jeweils abends die Gelegenheit zur Vertiefung des Themas des Tages im Rahmen einer Talk-Runde vor Ort. Heute stand ich im „Alten Auktionsgaus“ in Mainz auf dem Gelände der ehemaligen Waggonfabrik zum Thema „Berufliche Bildung“ Rede und Antwort.

Ich griff dabei noch einmal den Slogan auf, mit dem wir bereits im Landtags-Wahlkampf unsere Position verdeutlicht hatten „Ein Meister muss so viel wert sein wie ein Master“. Prägnanter kann man die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung wohl nicht auf den Punkt bringen.

Durch unsere Regierungsbeteiligung in Rheinland-Pfalz haben wir nun die Möglichkeit, unseren Worten auch Taten folgen zu lassen. Denn dem Fachkräfte-Mangel kann nicht durch immer mehr und neue Studiengänge begegnet werden – sondern nur durch eine qualifizierte Berufsausbildung.

mehr lesen

Di

25

Jun

2019

"Heiße" Anhörung

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In meinem Presse-Archiv nehmen Meldungen und Artikel zur Kita-Novelle fast schon beängstigend viel Platz in Anspruch. Es ist für die schreibende Zunft zunehmend schwieriger, den Wortmeldungen und Meinungsäußerungen in der öffentlichen Debatte Neues zu entnehmen.

Auch die heutige Anhörung im Bildungsausschuss des Landtags brachte nichts wirklich Neues. Man tauschte – teils höchst emotional – noch einmal hinlänglich bekannte Argumente aus. Und es ging mal wieder ums Geld. Während auf der einen Seite die Träger ein deutliches Mehr forderten, mahnte der Rechnungshof zu noch mehr Sparsamkeit. Und die Landespolitik muss einen Kompromiss finden zwischen den Standpunkten, die - jeder für sich isoliert gesehen – durchaus nachvollziehbar sind. Ich halte den jetzt vorliegenden Kompromiss jedenfalls für zustimmungsfähig.

Und die schreibende Zunft?

Die hatte doch noch einen neuen Aspekt für ihre Berichterstattung entdeckt – nämlich die fast schon unerträgliche Hitze im Sitzungssaal, bei der man fast schon Pizza auf den Tischen hätte backen können (so die Wahrnehmung der Allgemeinen Zeitung Mainz).

mehr lesen

Di

25

Jun

2019

Schulobst

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Die Grundschule am Jakobsberg in Ockenheim meint es ernst mit ihrem Engagement für die Umwelt. Immerhin ist man ja nicht ohne Grund als „Ökoprofit-Schule“ zertifiziert worden.

Da passen Plastiktüten und –verpackungen bei der Anlieferung des Schulobstes nicht ins Bild – meinen zu Recht die umweltbewussten Schülerinnen und Schüler. Schulleiterin Kerstin Perrey wandte sich daher an „die Politik“ mit der Bitte um Hilfe.

Bei meinem heutigen Besuch vor Ort vermittelten mir die Kids sehr glaubhaft ein Bild dessen, was sie stört. Da kam neben der Plastikverpackung auch die Frage nach der Herkunft der angelieferten Produkte zur Sprache. Mehr Regionalität wäre da durchaus auch im Sinne der Jugendlichen – gerade in einem Gebiet, in dem Obstbauern heimische Produkte liefern können.

Die Argumente der jungen „Aktivisten“ waren durchdacht – und sind der Unterstützung durch „die Politik“ wert. Ich trage meinen Teil im Rahmen meiner Arbeit im Bildungsausschuss des Landtags dazu bei. Denn es ist letztlich das zielstrebige Verfolgen solcher – scheinbar kleiner – Anliegen, das Politikerinnen und Politiker glaubwürdig macht – auch wenn es nicht die großen Schlagzeilen liefert.

mehr lesen

Mo

17

Jun

2019

Lies ein Buch!

Immer wieder ist zu hören, das Buch in seiner klassischen Form sei „tot“. Und gerade die junge Generation greife – wenn überhaupt – bestenfalls zum eBook. Doch trifft diese Wahrnehmung zu?

Bei meinem heutigen Besuch in der Bibliothek des Schulzentrums Wörrstadt hatte ich einen ganz anderen Eindruck. Dort wurde der „Lesesommer 2019“ feierlich eröffnet. Die vom Land geförderte Aktion wendet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren. Mit der „Lesesommer“-Clubkarte können sie in den teil-nehmenden Bibliotheken Bücher kostenlos ausleihen.

 

Und wer dann in die Gesichter der Kids schaute, die gebannt an den Lippen des Kinderbuchautors Rüdiger Bertram hingen, der aus seinem Buch „Coolman“ vorlas, der erlebte dabei eine Generation, die das Schmökern in einem gedruckten Buch offenbar doch „ganz cool“ findet. 

 

mehr lesen

Do

13

Jun

2019

Rede zur Schreibschrift an rheinland-pfälzischen Schulen

Es gibt viele Möglichkeiten den Erstschreibunterricht zu auszugestalten. Unter der Vielfalt an Schriften, die hierbei angewandt werden können hat auch die Fachwissenschaft keinen Favoriten. Unabdingbar ist für mich beim Schreibunterricht, dass er didaktisch gut durchdacht ist und die Kinder begeistert lernen.

mehr lesen

Do

13

Jun

2019

Rede zu Digitalen Lernzentren 4.0

In der Plenarsitzung am sprach ich zum Ausbau Digitaler Lernzentren 4.0. 

Für die Wirtschaft ist die Digitalisierung zu einer der zentralen Herausforderungen der Zukunft geworden. Daher muss die Politik die Weichen stellen, um die Wirtschaft wettbewerbsfähig zu machen und den zukünftigen Fachkräften berufsspezifisch die entsprechenden Qualifikationen mit auf den Weg zu geben. Deswegen begrüße ich den DigitalPakt Schule, da mit ihm die Voraussetzungen geschaffen werden, um flächendeckend neue Technologien an allen Schularten zu implementieren.

mehr lesen

Fr

07

Jun

2019

Binger IT-Pläne

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Deutschland möchte gerne ein Hightech-Standort sein. Doch leider entscheiden sich immer weniger Studienwillige für einen Studiengang im MINT-Bereich. Und wenn sie es dennoch tun, sind ihre schulischen Vorkenntnisse mitunter nicht sehr fundiert.

Ein Manko, das auch Prof. Dr. Klaus Becker, Präsident der Technischen Hochschule Bingen, beklagt. Er begrüßt daher die Pläne der Berufsbildenden Schule Bingen zur Einrichtung eines Technischen Gymnasiums mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Informationstechnik zum Schuljahr 2020/2021.

Der Kreistag des Landkreises Mainz-Bingen (Schulträger) hat dem entsprechenden Antrag bereits seine Zustimmung erteilt. Jetzt steht nur noch die Genehmigung durch die Landesebene aus (Ministerium/ADD).

Hier werde ich am Ball bleiben, damit am Standort Bingen die letzte Lücke in der Qualifizierung des Nachwuchses im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich geschlossen wird. Dann werden wir eine durchgängige MINT-Förderung haben – von der Kita bis zur TH.

mehr lesen

Sa

01

Jun

2019

Gelder für Schulbau

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wer den Bildungsserver des Landes Rheinland-Pfalz besucht, findet dort unter dem Stichwort „Landesschulbauprogramm“ ein schwedisches Sprichwort:

„Jedes Kind hat drei Lehrer.

Der erste Lehrer sind die anderen Kinder,

der zweite Lehrer ist der Lehrer selbst …

… und der dritte Lehrer ist der Schulraum.

Aus meiner eigenen Erfahrung als Schülerin, Lehrerin und Schulleiterin weiß ich, wie sehr der Schulraum Einfluss auf den Lernerfolg eines Kindes nehmen kann. Umso mehr begrüße ich es, dass das Land – das ja eigentlich selbst gar kein Schulträger ist – dennoch Geld für die Unterstützung der eigentlichen Schulträger bei Schulbau-maßnahmen „locker macht“.

Im Mai wurden die Bewilligungsbescheide für über 20 Maßnahmen verschickt, die allein im Landkreis Mainz-Bingen vom Land gefördert werden – mit einem Gesamt-volumen von rund 2,5 Mio. Euro!

In einer schönen Schule lernt es sich eben leichter.

mehr lesen

Fr

24

Mai

2019

Freie Schulen

Welche Schule ist die richtige für mein Kind? Diese Frage stellen sich Eltern stets aufs Neue. In der Tat ist es nicht ganz einfach, sich als „Laie“ in der Schullandschaft zurecht zu finden. Was z.B. sind Freie Schulen? Auch Wikipedia hilft da nicht viel weiter.

 

 

In der Weimarer Republik stand der Begriff für Schulen ohne religiöse Ausrichtung. Und heute? Ist jede Schule in freier Trägerschaft – also eine nichtstaatliche Schule – gleich eine teure Privatschule, die sich nur Millionäre leisten können? Und was ist denn nun eine Schule mit einem alternativen pädagogischen Konzept?

Meine heutigen Gesprächspartner (im Bild von links nach rechts: Götz Döring, Gernot Zeitlinger, Regine Schuster, Dr. Falk Raschke) wissen als Repräsentanten der Träger solcher Schulen um die Unklarheiten, die bei vielen Erziehungs-berechtigten bestehen. Und daher wollen sie eine Arbeitsgemeinschaft gründen, die durch ihre Öffentlichkeitsarbeit für mehr Aufklärung sorgen soll.

Aufklärung müsse aber nicht nur bei der Elternschaft geleistet werden. Auch die politischen Entscheidungsträger sorgten – möglicherweise aus Unkenntnis – nach wie vor in manchen Bereichen für eine Ungleichbehandlung der verschiedenen Schulträger. Ein typisches Beispiel seien etwa die Fahrtkostenerstattungen zur Schule. Die Eltern, deren Kinder, die eine Freie Schule besuchen, erhielten keine Zuschüsse – anders als im Fall des Besuchs einer öffentlichen Schule.

Die Anregungen meiner heutigen Besucher werden in eine Kleine Anfrage einfließen, über die ich demnächst an dieser Stelle berichten werde

mehr lesen

So

19

Mai

2019

Junge Musiker begeistern

Bild :  E. Emard (Landesmusikrat)
Bild : E. Emard (Landesmusikrat)

In letzter Zeit nahm ich als Landtagsabgeordnete einige Termine wahr, bei denen die Musik im Vordergrund stand. Da ich selbst in meiner – zugegebenermaßen äußerst knappen – Freizeit ein Instrument spiele (Klavier), empfinde ich diese Termine als besonders angenehm und inspirierend.

 

Heute stand ein echtes Highlight auf meinem Programm: das Konzert der Preisträger des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert. Im „Roten Saal“ der Hochschule für Musik auf dem Campus der Mainzer Uni zeigten die jungen Musiker (die „ältesten“ gerade einmal 17) einen beeindruckenden Querschnitt ihres Könnens. Das Publikum erlebte dabei auch ganz unterschiedliche Musikstile. Dabei reichte der Bogen von Bach bis hin zu einem für einen „rezitierenden Cellisten“ geschriebenen Stück, in dem Gedichte des Schweizer Theologen und Literaten Kurt Marti „vertont“ wurden. Und in der Kategorie „Gesang“ wartete der Preisträger mit einem selbstkomponierten Song auf, bei dem er sich auf der Gitarre begleitete.

 

Begeisterter Applaus war die mehr als verdiente Anerkennung für eine Leistung, hinter der neben Talent auch eiserne Disziplin steckt.

mehr lesen

Do

16

Mai

2019

Rede zum Einsatz von Jugendoffizieren im Schulunterricht

In meiner Rede am 15. Mai 2019 sprach ich zum Einsatz von Jugendoffizieren in Schulen. 

 

Für mich leisten Jugendoffizieren seit Jahrzehnten einen wertvollen Beitrag zur politischen Bildung an Schulen. Die Diskussion um die Einsatzmöglichkeiten von Jugendoffizieren muss dabei in enger Verbindung mit der persönlichen Haltung gegenüber der Bundeswehr geschehen. 

 

Da es in bestimmten politischen Kreisen nicht mehr selbstverständlich ist, sich zur Bundeswehr und damit auch zum Bildungsauftrag von Jugendoffizieren zu bekennen, erinner ich im Einzelnen und im Wesentlichen an das, was die Bundeswehr u.a. zu leisten hat: internationale Konfliktverhütung, Kampf gegen den internationalen Terrorismus, Unterstützung von Bündnispartnern oder den Schutz der Bürgerinnen und Bürger.

 

Zudem verweise ich auf den Beutelsbacher Konsens für die politische Bildung, wonach Jugendoffiziere Politik kontrovers darstellen sollen und sich jede Einseitigkeit verbiete. Es gilt das Verbot der Indoktrination und das Gebot der Vielfalt und Gegensätzlichkeit, mit dem Ziel der freien Meinungsbildung der Schülerinnen und Schüler.

 

In meiner Zeit als Sozialkundelehrerin habe ich durchweg positive Erfahrungen mit Jugendoffizieren gemacht: einerseits durch eine hohe fachliche Kompetenz, aber auch in Hinblick auf das Auftreten und die Persönlichkeit.

mehr lesen

Do

16

Mai

2019

Rede zum Kita-Zukunftsgesetz

In meiner Rede vom 16. Mai 2019 sprach ich im Landtag zum Kita-Zukunftsgesetz.


Neue gesellschaftliche Rahmenbedingungen, wie etwa die steigende Anzahl an erwerbstätigen Frauen, wurden zum Anlass genommen ein Kita-Zukunftsgesetz auf den Weg zu bringen. Kernstück ist ein Rechtsanspruch auf 7h Betreuung und Bildung am Stück mit Mittagessen zu verankern. Unbestritten ist das Kita-Zukunftsgesetz ein Meilenstein auf dem Weg zur frühkindlichen Bildung!


Auch für Erzieherinnen und Erzieher bietet das Gesetz konkrete Vorteile: Zeit für Leitungsaufgaben, Zeit für die Anleitung von Auszubildenden & Studierenden, mehr Personal für besondere Aufgaben sowie eine feste Verankerung von Fortbildungskosten in die Personalkostenzuteilung des Landes.

mehr lesen

Fr

10

Mai

2019

Musikausbildung in der Breite

In meiner bildungs- und kulturpolitischen Landtagsarbeit habe ich es sehr oft mit Vertretern der Musik zu tun. So auch heute bei meinem Besuch in Neuwied-Engers. Er begann in der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz, wo mir Leiter Rolf Ehlers (im Bild neben mir) zuerst einmal die Räumlichkeiten zeigte.

 

Das Haus fungiert als Begegnungsstätte für Musiker und Musikpädagogen, die hier im Rahmen von Workshops Teile des Programms erarbeiten, mit dem sie sich später dem Publikum präsentieren wollen. In diesem Jahr werden über 75 solcher mehrtägigen Workshops angeboten. Die Teilnehmer übernachten unmittelbar vor Ort. Für 2019 rechnet man mit ca. 13.000 Übernachtungen – in einer im Vergleich zur benachbarten Villa Musica doch eher spartanischen Umgebung. Hier sieht mein Gesprächspartner noch „Luft nach oben“.

Gleiches gilt auch für geeignete Probenräume. Die drei vorhandenen reichen bei weitem nicht aus. Ausweichmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung (Aula der Christiane-Herzog-Schule, Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde, Räume der Villa Musica) sind zwar prinzipiell gegeben – sind aber oftmals durch anderweitige Nutzung belegt.

mehr lesen

Fr

10

Mai

2019

Villa Musica

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Sie sehen sich selbst gerne als „Spitze der Pyramide“ in der Musiker-Ausbildung des Landes Rheinland-Pfalz – die Verantwortlichen der Landesstiftung „Villa Musica“. Schon seit längerem hatten diese mich zu einem Besuch in ihrem Domizil in Schloss Engers eingeladen. Heute klappte es endlich mit dem Termin.

Dass ich ein Cello als Illustration dieses Website-Beitrags gewählt habe, ist der Tatsache geschuldet, dass der künstlerische Leiter Alexander Hülshoff von Hause aus Cellist ist. Ich habe ihn bereits mehrfach bei Terminen, die ich als Landtagsabgeordnete wahrnahm, in dieser Funktion erlebt. Seine Schwester gehörte als Musiklehrerin übrigens dem Kollegium des Nackenheimer Gymnasiums an, das ich bis zum Antritt meines Landtagsmandats leitete.

 

Sicher ist das Ambiente des direkt am Rheinufer gelegenen Barockschlosses eine Umgebung, die dem Selbstverständnis als „Spitze der Pyramide“ angemessen erscheint. Damit diese „Spitze“ nicht bröckelt, muss natürlich „Geld in die Hand genommen“ werden. Das gab man mir in einem Memo anlässlich meines Besuchs auch ziemlich unmissverständlich zu verstehen.

mehr lesen

Mo

15

Apr

2019

Berufliche Bildung im Digitalzeitalter

Auch die Berufsschulen sind längst im „Digital-Zeitalter“ angekommen. Davon konnte ich mich heute an der David-Roentgen-Schule in Neuwied überzeugen. Dorthin hatte sich der Landtagsausschuss „Bildung“ nämlich zu einer auswärtigen Sitzung aufgemacht.

 

Schulleiter Dirk Oswald (im Bild neben mir) umriss die Ziele dieser BBS mit den Schwerpunkten Gewerbe und Technik:

 

1. Menschen für technische Berufe begeistern

2. Menschen auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten.

Dazu bietet die Schule den über 2.700 Schülerinnen und Schülern aus 45 Nationen Ausbildungsgänge in 42 gewerblich-technischen Berufen an. Das für Deutschland so charakteristische – und vom Ausland immer wieder bewunderte – Modell der Dualen Bildung wird dabei eindrucksvoll mit fast 700 Partner-Betrieben praktiziert.

 

mehr lesen

Do

11

Apr

2019

Smart School

Bild :  MdL Helga Lerch mit Tina Veigel
Bild : MdL Helga Lerch mit Tina Veigel

Es kommt nicht allzu oft vor, dass man als Politikerin ein Dankschreiben für sein Engagement erhält. Umso mehr freute mich die Mail, die mich vor einem Monat von der Steinhöfelschule erreichte. Darin wurde mir und anderen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft gedankt, die die Bewerbung der Schule als „Smart School“ unterstützt hatten. 

Heute durfte ich mit Tina Veigel, die zusammen mit ihrem Mann Joachim die Schule leitet, die Urkunde präsentieren. Die Auszeichnung bescheinigt der Schule, in Bezug auf Digitalisierung „ganz vorne dabei zu sein“.

 

Nochmals meinen herzlichen Glückwunsch!

 

mehr lesen

Do

11

Apr

2019

Schulfach "Musik"

Bild :  MdL Helga Lerch mit Dr. Joachim Junker und Heinz-Dieter Scheid (beide BMU RLP)
Bild : MdL Helga Lerch mit Dr. Joachim Junker und Heinz-Dieter Scheid (beide BMU RLP)

Musik“ und „Kunst“ werden von Schülerinnen und Schülern schon mal als Fächer abgetan, bei denen sie den Sinn einer Schulnote in Frage stellen. Entweder hat man eine musikalische oder künstlerische Ader – oder man hat sie eben nicht. So zumindest ihre Meinung. Und folgerichtig sehen sie diese beiden Fächer auch nur als Nebenfächer zweiten Grades.

Doch das ist nur eines der Probleme, mit denen sich meine beiden heutigen Gesprächspartner vom Bundesverband Musikunterricht (BMU) in den Schulen konfrontiert sehen. Sie konstatieren in der Praxis auch eine stiefmütterliche Behandlung des Schulfachs „Musik“ in der Bildungspolitik.

 

Was müsste sich ändern?

mehr lesen