Bild: Tumisu / pixabay
Bild: Tumisu / pixabay

Gleichstellung und Frauenförderung

Für mich ist Gesellschafts- und Sozialpolitik kein Reparaturbetrieb für die Gesellschaft sondern Gestaltungspolitik. Mir reicht es nicht, Missstände für die Betroffenen erträglicher zu gestalten, mein Ziel ist es, ihnen, wo immer es möglich ist, einen Ausweg aufzuzeigen. Freiheitliche Sozialpolitik ist nicht die gängelnde oder führende Hand, sie ist die helfend ausgestreckte Hand. 

Aktuelles zum Thema

Fr

18

Okt

2019

Danke!

Die vier Tage in Athen waren für mich und sicher auch alle anderen Mitglieder der Delegation des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung ebenso aufschlussreich wie angenehm. Dafür möchte ich an dieser Stelle Dank sagen an alle, die dazu beigetragen haben – von der Landtagsverwaltung über unsere Dolmetscherin bis hin zu unseren interessanten Gesprächspartnerinnen und –partnern. Und natürlich auch der Deutschen Botschaft in Athen, die uns zu einem Empfang in den Vorort Vrilissia eingeladen hatte. Selbst Fee, der Hund der Ständigen Vertreterin der Botschaft, Frau Heike Dettmann, stellte dabei geschliffenes diplomatisches Auftreten unter Beweis.

Fr

18

Okt

2019

Akropolis adieu...

... ist der Titel eines Schlagers, mit dem Mireille Mathieu 1971 beim deutschen Publikum Griechenland-Sehnsüchte weckte. Beim abendlichen Blick von Athens Stadtberg kam mir dieses Lied unwillkürlich in den Sinn. Es war zwar nicht – wie einst getextet – September in Athen. Doch auch mein Aufenthalt im Oktober hat bei mir eine Menge an Eindrücken hinterlassen, die sicher in meine politische Arbeit in heimischen Gefilden einfließen werden.

Fr

18

Okt

2019

Wege aus der Krise 3

Am letzten Tag unseres Besuchs konnten wir als Mitglieder des Landtagsausschusses für Gleichstellung Frauenförderung noch einen Aspekt der griechischen Krise kennen lernen – und wie man ihr durch persönliches Engagement begegnet. Georgios Vichas (im Bild) verabschiedete gerade eine seiner Patientinnen in der Sozialklinik Elliniko.

2011 richtete eine Gruppe von Ärzten und Apothekern Baracken auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens für die medizinische Versorgung von Menschen her, die durch die Maschen der staatlichen Einheitsversicherung EOPYY gefallen waren. Und das waren in der Krise des Landes immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung. Sie konnten sich diese Versicherung einfach nicht mehr leisten!

Nun helfen ihnen in dieser Athener Sozialklinik etwa 300 ehrenamtlich tätige Kräfte. Der Klinikbedarf – von Windeln und Babynahrung über Verbandsmaterial und Medikamente bis hin zu Medizingeräten – stammt ausschließlich aus Spenden. Und die Spender müssen akzeptieren, dass sie mit ihren Spenden keine Werbung betreiben dürfen.

Do

17

Okt

2019

Wege aus der Krise 2

Ihre Häufung im Athener Stadtbild ist schon auffällig. Unsere Gastgeber erklärten den Besuchern vom Landtagsausschuss für Gleichstellung und Frauenförderung, was es mit diesen Kiosken auf sich hat. Denn es sind keine normalen Verkaufsstellen für Touristenbedarf oder ähnliche Artikel.

Früher konnten sich Kriegsversehrte mit solchen Kiosken ein bescheidenes Zubrot verdienen. Heute können Arbeitslose eine Genehmigung für einen Kiosk beantragen und so den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. Und wenn ihr Kiosk sich an einem stark frequentierten Punkt der Stadt befindet, kann sich ihr „Start-up“ zu einer kleinen Goldgrube entwickeln.

Do

17

Okt

2019

Wege aus der Krise 1

Gleich zu Beginn unseres Athen-Aufenthalts hatte uns das Team von der Obdachlosen-Zeitung „Shedia“ mit den Schattenseiten der griechischen Hauptstadt bekanntgemacht – und mit den Menschen, die durch die Krise des Landes zuerst ihre Arbeit und dann auch noch ihre Wohnung verloren.

Wenn diese Menschen aus Papier Lampen fertigen und diese dann auch noch verkaufen können, ist dies ein erster – wenn auch kleiner – Schritt, der ihnen hilft, nicht auch noch den Glauben an sich selbst zu verlieren.

 

Do

17

Okt

2019

Griechische Krise

Hier blicken mein Kollege Sven Teuber (SPD) und ich noch entspannt in die Kamera. Doch was uns und den anderen Mitgliedern der Delegation des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung wenig später vom Leiter des Sozialausschusses des griechischen Parlaments an Fakten präsentiert wurde, war ernüchternd.

Von 2009 bis 2016 war das Bruttoinlandsprodukt in Griechenland um 25 % (!) zurückgegangen. Der Staat musste mit einem rigiden Programm gegensteuern: Erhöhung von Steuern und Sozialabgaben bei gleichzeitiger Kürzung der Leistungen der Sozialversicherung. In der Wirtschaft kam es zudem zum massiven Abbau von Arbeitsplätzen. Und als ob dies allein nicht schon zu massiven Problemen in der Gesellschaft geführt hätte, drängten dann auch noch Zehntausende von Flüchtlingen aus Krisenregionen und Kriegsgebieten ins Land.

Welche Wege aus der Krise die Mitglieder einer dermaßen gebeutelten Gesellschaft suchen und auch finden – darüber erfahren Sie mehr in den folgenden Beiträgen auf meiner Website.

Do

17

Okt

2019

Vorbild Deutschland

OAED-Leiter Protopsaltis bei seinen Ausführungen
OAED-Leiter Protopsaltis bei seinen Ausführungen

Er hat im Augenblick im Land einen Job, um den ihn wohl kaum jemand beneiden wird – Spyridon Protopsaltis, der Leiter der griechischen Arbeitsagentur OAED.

Er schilderte uns – der Delegation des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung – die Herkules-Aufgabe, vor der er steht. Was fand er vor, als er vor 6 Wochen sein neues Amt antrat?

Die Statistiken vermeldeten für das erste Quartal 2019 eine Arbeitslosenquote von 15,4 % bei den Männern und 24,0 % bei den Frauen. Dem gegenüber standen Unternehmen, die händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften suchen. Und genau an dieser Qualifikation mangelt es in dem Heer der Arbeitslosen. Auch bei den Jugendlichen. Berufliche Bildung wurde in Griechenland offenbar lange sträflich vernachlässigt.

Hier will man nun den Hebel ansetzen – mit Berufsschulen nach deutschem Vorbild. 49 gibt es bereits, weitere sollen folgen. Gerade vor einer Woche startete zum Beispiel eine Kooperation für das Konditoren-Handwerk mit der Handwerkskammer in Köln.

Do

17

Okt

2019

Wenig Frauenpower

Das Bild täuscht. Natürlich hatten wir als Mitglieder des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung bei unserem heutigen Besuch im griechischen Parlament weibliche Abgeordnete als Gesprächspartner. Doch der Frauenanteil unter den Parlamentariern ist nach wie vor erschreckend niedrig.

In der Antike war die Gesellschaft streng patriarchalisch – mit nur geringfügigen Unterschieden in den einzelnen Stadtstaaten. Und auch in der dritten Phase der Umsetzung des Frauenwahlrechts in Europa – nach dem Zweiten Weltkrieg – dauerte es in Griechenland immerhin bis 1952 (!), bis den Griechinnen das uneingeschränkte Wahlrecht eingeräumt wurde.

Mi

16

Okt

2019

Baustelle Demokratie

Heute stand für den Landtagsausschuss u.a. ein Besuch der Akropolis auf dem Programm. Für Politikerinnen und Politiker, die in einer Demokratie ihr Mandat ausüben, ist das ein ganz besonderer Ort. Wie sagte schon Theodor Heuss 1950 bei der Einweihung einer Schule in Heilbronn:

Es gibt drei Hügel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt …“.

 

Und wenn die Akropolis sich heute den Besucherinnen und Besuchern teils eingerüstet präsentiert, so hat das fast schon symbolische Bedeutung:

Demokratie ist eine ständige Baustelle,

wenn wir sie für uns erhalten wollen !

Di

15

Okt

2019

Das andere Athen...

bekamen die Mitglieder des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung gleich nach ihrer Ankunft im Hotel zu Gesicht – auf einer alternativen Stadtführung von „Shedia“, dem Obdachlosen-Magazin, dessen Profilbild auf Facebook sehr aussagekräftig ist (hier links zu sehen).

Wer des Griechischen nicht mächtig ist, erkennt, dass „Shedia“ nichts anderes als „Floß“ bedeutet. Und in der Tat sahen wir auf unserem Gang durch Straßen der Stadt, in die sich wohl kaum ein Tourist verirren würde, immer wieder jene Menschen, die wohl auf ihrer Flucht aus Not und Elend mit solchen oder ähnlichen alles andere als seetüchtigen Transportmitteln hier angekommen waren. Zusammen mit den Griechinnen und Griechen, die Opfer der wirtschaftlichen Misere des Landes geworden sind, bilden sie eine ganz spezielle „community“ gestrandeter Existenzen.

Dass ich auf meiner Website keine fotografischen „Impressionen“ dieser ungewöhnlichen Stadtführung präsentiere, gebietet der Respekt vor der Würde dieser Menschen. Dass es aber auch für sie Wege heraus aus ihrer vermeintlich hoffnungslosen Lage gibt, zeigt die Straßenzeitung „Shedia“ jeweils auf ihrer letzten Seite. Einen solchen ins Deutsche übersetzten Beitrag finden Sie hier.