Bild: Tumisu / pixabay
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Gleichstellung und Frauenförderung

Für mich ist Gesellschafts- und Sozialpolitik kein Reparaturbetrieb für die Gesellschaft sondern Gestaltungspolitik. Mir reicht es nicht, Missstände für die Betroffenen erträglicher zu gestalten, mein Ziel ist es, ihnen, wo immer es möglich ist, einen Ausweg aufzuzeigen. Freiheitliche Sozialpolitik ist nicht die gängelnde oder führende Hand, sie ist die helfend ausgestreckte Hand. 

Aktuelles zum Thema

Do

03

Mai

2018

Frauen und Sucht

Eine Suchterkrankung kann sich in den unterschiedlichsten Formen zeigen. Von meinen heutigen Gesprächspartnern Annette Schilling und Dr. Dirk Kratz vom Therapieverbund Ludwigsmühle erfuhr ich viel über die Besonderheiten von Suchtproblemen bei Frauen. 

 

Die typische Klientin, die eine der Beratungsstellen aufsucht, ist zwischen 40 und 50 Jahre alt – und damit gut 10 Jahre älter als der typische Klient. Aber auch die Art der Sucht von Männern und Frauen unterscheidet sich deutlich. Bei Frauen dominieren Alkohol und Medikamente als suchtauslösende Substanzen.    

Typisch weiblich sind Essstörungen als nicht substanzgebundene Suchtprobleme. Auslöser für das Suchtverhalten sind oft traumatische Erfahrungen – häufig einhergehend mit psychischen Erkrankungen.     

Es gibt also in der Tat so etwas wie frauenspezifische Süchte. Und diese erfordern dementsprechend eine differenzierte Art der Herangehensweise in Prävention, Beratung und Therapie. Ein zusätzliches Problem stellt die Tatsache dar, dass die betroffenen Frauen – wenn sie überhaupt in Arbeit sind – meist nur „niedere“ Tätigkeiten ausüben. Eine Stabilisierung der persönlichen Lebensumstände gestaltet sich daher schwierig.  

Mo

23

Apr

2018

Frauenhaus Speyer

Wer eine der zahllosen TV-Talkshows verfolgt, in denen vehement über die Defizite in der Umsetzung von Frauenrechten Klage geführt wird, der verliert vielleicht den Blick auf weit gravierendere Probleme von Frauen – Probleme, derentwegen sie Zuflucht in einem Frauenhaus suchen (müssen).   

Silvia Bürger (im Bild links) und Ute Brommer (im Bild rechts) vom Frauenhaus Speyer berichteten mir bei ihrem heutigen Besuch von den Nöten der Frauen, die sich hilfesuchend an sie wenden. Hinter dem Schlagwort von „Gewalt gegen Frauen“ verstecken sich ganz unterschiedliche Formen der Gewaltausübung:

• körperliche und/oder seelische Misshandlung

• sexuelle Gewalt

• Beleidigungen und/oder Demütigungen

• soziale Isolation

• Kontrolle über die Lebensgestaltung.

Da sich diese Gewaltausübung im häuslichen Bereich abspielt, suchen die betroffenen Frauen Zuflucht in einem anderen Umfeld. Oft genug müssen die betroffenen Frauen auch versuchen, ihre Kinder aus dem gewalttätigen häuslichen Umfeld zu befreien. Dies kann zum Beispiel in einer anonymen Wohnung gelingen. Das Anbieten einer solchen Wohnung ist aber nur ein Teil der Arbeit der Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Speyer. Mindestens ebenso wichtig ist die psychologische Betreuung der betroffenen Frauen, um sie wieder zu stabilisieren. Rechtsberatung und Hilfe bei Behördengängen sind weitere Elemente ihrer Arbeit.

Meine Besucherinnen lenkten meine Aufmerksamkeit noch auf einen Aspekt, der mir bis dato nicht bewusst war: in zunehmendem Maße wenden sich Frauen aus anderen Kulturkreisen an die Frauenhäuser. Sie erwarten sich zum Beispiel Hilfe bei einer drohenden Zwangsverheiratung.

2014 konnte das Frauenhaus Speyer eine Bilanz von 25 Jahren Hilfe für Betroffene Ziehen. In dieser Zeit fanden dort 1.234 Frauen und 992 Kinder Zuflucht.    

Do

08

Mär

2018

Weltfrauentag

1975 war von den Vereinten Nationen zum „Jahr der Frau“ erklärt worden, was mit einer Feier am 8. März begangen wurde. Warum gerade der 8. März? Nun – dafür werden unterschiedliche historische Begründungen geliefert. Unstrittig aber ist, dass dieser Tag für den Kampf um Frauenrechte (insbesondere das Wahlrecht) auf die Initiativen sozialistischer Gruppierungen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg zurück-geht. In der Weimarer Republik wurde das Frauenwahlrecht eingeführt – der Weltfrauentag aber weiterhin gefeiert. Im Dritten Reich wurde stattdessen der Muttertag eingeführt. Sind diese Feiertage heute nur noch Feiertage für Blumen-geschäfte?    

Im Internet finden sich „Sprüche zum Weltfrauentag“ wie dieser von Margaret Thatcher:

Wenn Sie in der Politik etwas gesagt haben wollen, wenden Sie sich an einen Mann. Wenn Sie etwas getan haben wollen, wenden Sie sich an eine Frau.

Do

28

Dez

2017

Gleichberechtigung

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Die Gleichheit von Mann und Frau vor dem Gesetz wird heutzutage kaum jemand ernsthaft in Frage stellen wollen. Die Umsetzung dieses Gleichheits-Gedankens in der politischen Praxis treibt aber zuweilen seltsame Blüten.

Da wird bei der Aufstellung von Wahllisten nach einem ausgewogenen Verhältnis von männlichen und weiblichen Bewerbern gerufen. Manche postulieren gar eine Frauen-Quote. In den eigenen Reihen – sprich innerparteilich – mag das ja noch mit den Partei-Statuten vereinbar sein. Problematisch wird ein solches Denken allerdings, wenn es dann in politisches Handeln übertragen wird. Die Forderung nach einer Mindestquote an Frauen in den Vorständen börsennotierter Unternehmen ist da nur die Spitze eines Eisbergs.

Die – in meinen Augen – Fehlentwicklung zeigt sich auch im Bildungsbereich. In den rheinland-pfälzischen Kindertagesstätten sind fast ausschließlich Erzieherinnen tätig (95,7 %). Auch an den Grundschulen des Landes sind 85 % des Lehrpersonals weiblich. Niemand wird bestreiten können, dass Jungen für ihre Entwicklung auch männliche Bezugs- und Identifikationsfiguren brauchen. Die Bildungspolitik ist daher aufgefordert, nach sinnvollen Rezepten zu suchen, die der zunehmenden „Feminisierung“ der pädagogischen Berufe entgegenwirken.

Das Denken in den Kategorien typischer Männer- oder Frauenberufe sollte längst überwunden sein.

Mi

08

Nov

2017

Drittes Geschlecht

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Eltern, die ein Kind erwarten, wissen meist schon anhand eines Ultraschallbildes, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Entsprechend wird die Babykleidung in blau oder rosa angeschafft. Doch ist es wirklich so einfach? Gibt es nur „männlich“ oder „weiblich“?

 

Was ist mit den Neugeborenen, deren Körper Merkmale beider Geschlechter aufweist? Gewiss – ihre Zahl ist nicht groß. Aber je älter sie werden, desto mehr werden sie sich der Probleme ihrer Intersexualität bewusst. Im Alltagsleben wird ihnen ihre „Andersartigkeit“ schon an Kleinigkeiten vor Augen geführt. Wo sollen sie bei der Beantwortung eines Fragebogens ihr Kreuz machen – bei „männlich“ oder „weiblich“?    

Mit seinem heutigen Urteil hat das Bundesverfassungsgericht zumindest für die Eintragung ins Geburtenregister den Weg frei gemacht für eine alternative dritte Angabe.    

Doch damit wurde möglicherweise eine Lawine losgetreten, deren Kraft momentan nur schwer abzuschätzen ist. Ich will das an einem einfachen Beispiel zeigen:

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wird es zukünftig in Deutschland im öffentlichen Bereich ausreichen, wenn die Einrichtung von Toiletten dem bisher bekannten Schema folgt?    

Oder müssen wir uns an etwas gewöhnen, was manche von uns schon im Urlaub erlebt haben – nämlich Toiletten, die nicht nach Geschlechtern getrennt sind?

Egal – für die Betroffenen bedeutet das Karlsruher Urteil einen wichtigen ersten Schritt weg von einem gesellschaftlichen Außenseiter-Dasein. Und das begrüße ich als Liberale auf jeden Fall!

Do

02

Nov

2017

Künstler mit Handicap

Das Wort „Inklusion“ nimmt einen breiten Raum in der gesellschaftspolitischen Debatte ein. Das Wort meint die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit einer – wie auch immer gearteten – Behinderung am gesellschaftlichen Leben. Wie dies aussehen kann, zeigte die Veranstaltung, die ich heute besuchte.

Vorgestellt wurden Bilder, die für den Kalender „Menschen mit Behinderung malen“ eingereicht worden waren. Die besten Werke wurden mit einem Preis ausgezeichnet.   

Ich war tief beeindruckt von der Aussagekraft der vorgestellten Werke, mit denen uns behinderte Menschen zeigen, wie sie vermeintliche Grenzen, die ihnen ihre Behinderung in den Augen der übrigen Gesellschaft setzt, überwinden.

 

Der 2018er Kalender wird einen Platz in meinem Abgeordnetenbüro bekommen und mich stets daran erinnern, dass der Abbau von Barrieren in den Köpfen letztlich nichts anderes ist als gelebter Liberalismus. 

Do

26

Okt

2017

"Ehe für alle"

Hinter diesem Thema, zu dem ich heute im Landtag sprechen durfte, verbirgt sich das Ende eines langen – und unrühmlichen – Kapitels deutscher Geschichte. Inhalt dieses Kapitels ist der Umgang der deutschen Gesellschaft mit denen, die „anders“ sind – nämlich homosexuell statt heterosexuell.

Im Berlin der „Goldenen Zwanziger“ war das „Lila Lied“ populär, zu dem Kurt Schwabe den Text geschrieben hatte. Dort heißt es:

„Wir sind nun einmal anders als die andern …“ 

 

und an späterer Stelle: 

 

„Wozu die Qual, uns die Moral der andern aufzudrängen?“.

 

Das Lied endet optimistisch mit:

 

„… doch bald, gebt acht, wird über Nacht auch unsre Sonne scheinen. Dann haben wir das gleiche Recht erstritten, wir leiden nicht mehr, sondern sind gelitten!“.

Doch mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kam erst einmal alles ganz anders. Der § 175 wurde bereits 1935 verschärft. Homosexualität wurde mit Gefängnis bestraft. Viele „Homos“ landeten in Konzentrationslagern, wo sie als „Erkennungszeichen“ einen „Roten Winkel“ auf ihrer Lagerkleidung tragen mussten. Aber auch im Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland fand sich immer noch dieser § 175 in der verschärften Form des Dritten Reichs. Erst 1974 wurde er ersatzlos gestrichen.

Bis zur Normalität im Umgang mit denen, die „anders“ sind, war es aber immer noch ein weiter Weg. Noch waren Schwulen-Witze an der Tagesordnung. Schwule Politiker wagten erst zögerlich ein „Outen“.

Als ich in meiner Zeit als Lehrerin im Sozialkunde-Unterricht auf ausdrücklichen Schülerwunsch ein Projekt zum Thema „Lesben und Schwule“ anbot und dabei Betroffene in den Unterricht einladen wollte, musste ich zuvor die Genehmigung sowohl der Schulleitung als auch der Eltern einholen.

Ich hätte heute noch viel in meinem Redebeitrag im Landtag sagen können – doch das hätte den mir zur Verfügung stehenden Zeitrahmen gesprengt. 

Mit der „Ehe für alle“, wie sie dieses Bild symbolisch darstellt, werden auf jeden Fall alle Formen einer Partnerschaft, die auf gegenseitiger Liebe und Respekt beruht, gleichgestellt – und das ist schon lange überfällig …

Do

26

Okt

2017

Rede zur Ehe für alle

In der Aktuellen Debatte der Plenarsitzung am 26. Oktober 2017 sprach ich zur "Ehe für Alle" und erklärte: "Die Einführung der "Ehe für Alle" war ein Befreiungsschlag für alle Betroffenen und war schon lange überfällig." Außerdem betonte ich, dass Verantwortung füreinander in guten wie in schlechten Zeiten zu übernehmen, die Voraussetzung für eine Ehe ist - nicht das Geschlecht.

Di

17

Okt

2017

Häusliche Gewalt

Die Hauptursache für Tod oder Gesundheitsschädigung von Frauen in Europa ist häusliche Gewalt. Auf diese erschreckende Tatsache machte der Flyer aufmerksam, mit dem eine Einladung zum zehnjährigen Bestehen der Initiative „Contra Häusliche Gewalt“ ausgesprochen wurde.

Die Formen dessen, was unter häuslicher Gewalt zu verstehen ist, sind vielfältig. Sie reichen von psychischer Gewalt (Beleidigungen, Drohungen, Verbot von Kontakten zur Außenwelt) über wirtschaftliche Gewalt (Einbehalten von Geld) bis hin zu strafrechtlich relevanten Formen wie körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Allen gemeinsam ist, dass diese Formen der Gewaltausübung in dem stattfinden, was gemeinhin als Haushalt bezeichnet wird. Und die Erfahrung zeigt, dass jedes Mitglied eines Haushalts (Mann, Frau, Kind) Täter oder Opfer sein kann – auch wenn man Frauen und Kinder als die vermeintlich Schwächeren eher in der Opferrolle vermutet.

Mit dem landesweiten Projekt „Contra Häusliche Gewalt“ im Rahmen der Täterarbeit hat Rheinland-Pfalz Pionierarbeit für präventiven Opferschutz geleistet und damit neue Wege in der sozialen Rechtspflege beschritten.

Mo

20

Feb

2017

Berichtsantrag - One Billion Rising

Begründung:

Am 14. Februar 2017 fand der weltweite Aktionstag „One Billion Rising“ statt. Hierzu riefen auch in Rheinland-Pfalz einige Initiativen zu Protestaktionen und Veranstaltun- gen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auf.

Die Landesregierung wird um Berichterstattung über die Aktionen und die Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger gebeten.

 

Zum Berichtsantrag: 76(2) GOLT 17/1036