Bild: unsplash
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In meinem Alltag als Landtagsabgeordnete freue ich mich auch immer abseits meiner Tätigkeiten in den Ausschüssen vieles Andere und Neue zu erleben. Durch die folgenden Einträge auf dieser Seite möchte ich Sie an meinen Erlebnissen teilhaben lassen.

Sonstiges aus dem Landtag

Do

03

Okt

2019

Lehrer-Star von morgen?

Bild: pixabay
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Eigentlich bin ich ja nicht der Typ, der gebannt vor dem Fernseher sitzt, um ein Sportereignis zu verfolgen. Und mein heutiges Interesse an der Leichtathletik-WM in Doha war auch eher der Tatsache geschuldet, dass im Zehnkampf Niklas Kaul antrat. Seinen Vater Michael kenne ich als Referatsleiter in der Gymnasialabteilung des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums. Und spätestens mit dem ersten Speerwurf seines Sohnes war bei mir aus reiner Neugier echtes Mitfiebern geworden.

Dass dieser jüngste „König der Athleten“ aus Rheinhessen – also meiner Region – kommt, ist natürlich ein schöner Aspekt. Dass dieser junge Mensch zudem aber bereits eine ungewöhnlich gereifte Persönlichkeit ist, erscheint mir als ehemalige Lehrerin und Schulleiterin noch viel interessanter. Denn Niklas Kaul will Lehrer werden und studiert Sport und Physik. Und dass er als Schüler bereits für seine Teilnahme am Wettbewerb „Jugend debattiert“ der Hertie-Stiftung ausgezeichnet wurde, lässt mich auf einen künftigen Pädagogen hoffen, der seinen Schülerinnen und Schülern eine ganze Menge mitgeben kann

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So

29

Sep

2019

Lecker, lecker...

Wenn man schon an einem Sonntag auf die Kochkünste des Ehemanns verzichtet und stattdessen das Freilichtmuseum in Bad Sobernheim aufsucht, dann sollte man dem Daheimgebliebenen wenigstens ein adäquates Souvenir mitbringen.

Und wenn dann dort beim „Tag der offenen Tür“ der „Backes“ beschickt wird, fällt die Wahl eines passenden Mitbringsels nicht schwer.

Aber auch sonst gibt es in diesem Freilichtmuseum allerhand zu sehen – und bei der Vorführung alter Handwerkskünste auch zu erleben. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall – für Eltern und Kinder!

Neugierig geworden? Dann informieren Sie sich doch einfach einmal auf www.freilichtmuseum.rlp.de.

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Do

26

Sep

2019

Erntedank

Bild: pixabay
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Herbstzeit ist Erntezeit. Und in vielen ländlich geprägten Regionen haben sich die unterschiedlichsten Traditionen des Danks für eine gute Ernte herausgebildet.

Doch längst ernten Landwirte, Bauern und Winzer nicht nur die Produkte ihrer mühevollen und mit unkalkulierbaren Risiken behafteten Arbeit. – sondern auch massive Kritik von Seiten der Konsumenten dieser Produkte. Mit der moralinsauren Attitüde des Gutmenschen wird da die gesamte Landwirtschaft in zwei Kategorien eingeteilt: ökologisch arbeitend = gut, konventionell arbeitend = böse. Wenn es so einfach wäre...

Wer wie ich in dieser Woche mit dem Auto in die Stadt Mainz hineinfuhr, dem fielen am Straßenrand zahlreiche grüne Kreuze auf. Sie waren ein unübersehbares Zeichen des Protests der in der Landwirtschaft Tätigen. Sie sind es leid, sich als „böse Buben“ an den Pranger stellen zu lassen. Insektizide, Pestizide, Herbizide, Mineraldünger – alles „Teufelszeug“, das doch nur die Umwelt belastet? Und den Rückgang der Bienenpopulation haben sie doch auch zu verantworten?

Wenn in einer solchen Stimmungslage sich auch noch die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner diesen Agrar-Kritikerin anzubiedern scheint, ist es umso wichtiger, wenn der zuständige rheinland-pfälzische Minister kraftvoll dagegenhält. Das hat Dr. Volker Wissing bei der Agrarministerkonferenz mit klaren Worten getan – auch eine Art von Erntedank!

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Mi

25

Sep

2019

Menschenwürde ... nicht für Politiker?

Bild: pixabay
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In diesem Jahr feiert unser Grundgesetz seinen 70. Geburtstag. Als es 1949 beraten wurde, hatten die Parlamentarier zweifelsohne noch all die Schrecken der menschenverachtenden Schrecken der NS-Herrschaft vor Augen. Und so formulierten sie in Artikel 1 des Grundgesetzes unmissverständlich als Leitmotiv:

"Die Würde des menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt...".

Gilt dieser Schutzanspruch auch für diejenigen, die in unserem Land sich durch die Übernahme eines politischen Mandats in den Dienst der Allgemeinheit stellen?

Ein Urteilsspruch des Berliner Landgerichts lässt daran zumindest massive Zweifel aufkommen. Die Kammer wies eine Klage der Grünen-Politikerin Renate Künast ab, die in den Sozialen Medien in übelster Weise als „Stück Scheiße“, „Sondermüll“ und „Geisteskranke“ (die noch schlimmeren Formulierungen möchte ich hier lieber nicht wiedergeben!) beleidigt wurde. In ihrer Urteilsbegründung ordneten die Richter die diffamierenden Äußerungen des anonymen Verfassers als „den Rahmen des Zulässigen nicht überschreitend“ ein.

Meine Auffassung ist klar:

Artikel 1 des Grundgesetzes bindet mit seiner Verpflichtung zum Schutz der Menschenwürde ausdrücklich alle staatliche Gewalt – also auch die Rechtsprechung! Mit ihrem Urteil haben diese Richter sich nicht nur gegen die Klägerin gestellt und damit Politikerinnen und Politiker quasi zum Freiwild für verbale Attacken erklärt. Sie haben sich auch gegen ein elementares Prinzip unserer Verfassung gestellt und das Vertrauen in den Rechtsstaat erschüttert.

 

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Sa

17

Aug

2019

Attraktiver Standort

Besuchern, die in den letzten Wochen zu uns kamen, bot sich beim Parken ihres Fahrzeugs dieses Bild. Und dann kam unweigerlich die Frage, wer denn da baue. Unsere Antwort versetzte die Frager in Erstaunen. Nein hier wird nicht gebaut – hier finden archäologische Untersuchungen statt. Denn quasi unter unseren Füßen liegt ein Gräberfeld aus der Zeit der Merowinger. Das Grabungs-Team hatte es wetterbedingt nicht ganz einfach. Rekordhitze wechselte mit Starkregen. Doch der Stimmung schien dies in keinster Weise abträglich zu sein. Zumindest schlossen wir dies, wenn wir auf unserer Terrasse saßen, aus dem fröhlichen Lachen von nebenan.

Die Ausmaße des Gräberfeldes lassen übrigens auf eine größere Siedlung in dem Gebiet schließen, was dann auch Karl der Große als so attraktiv fand, dass er hier eine Pfalz in Stein-Bauweise errichten ließ. Die meisten Pfalzen der Karolingerzeit waren erheblich bescheidener konzipiert.

In Ingelheim hat es sich also wohl schon früher gut leben lassen.

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Sa

03

Aug

2019

Adios Ávila

Was für ein Anblick! Meine Gastgeber meinten, dieses Bild ihrer nächtlichen Stadt müsse ich unbedingt noch gesehen haben.

Recht haben sie!

Morgen geht es wieder zurück – voll beladen mit jeder Menge unvergesslicher Eindrücke. Aber die verursachen ja kein Übergepäck.

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Mi

31

Jul

2019

Gefräßige Post

Ich gehöre noch zu denen, die gerne Ansichtskarten schreiben – auch wenn das eine Angewohnheit ist, die „aus der Zeit gefallen“ wirken mag. So wollte ich heute die Daheimgebliebenen mit Karten aus Ávila beglücken. Die Karten waren schnell gefunden – die Suche nach Briefmarken gestaltete sich da schon etwas schwieriger (entsprechende Verkaufsstellen halten sich an die Zeiten der Siesta!).

Aber nach erfolgreichem Erwerb der Briefmarken suchte ich erst einmal einen Briefkasten. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass diese beiden gefräßigen Löwenmäuler nur auf meinen Einwurf warteten.

Hoffentlich kommen die schönen Karten wohlbehalten an.

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Di

30

Jul

2019

Allgegenwärtige Kirche?

In Spanien stößt der Liebhaber von Süßigkeiten („dulces“) schon einmal auf eine seltsame Symbiose von Feinbäckerei und Glauben. Das Städtchen Ávila macht da keine Ausnahme. Bei meiner Suche nach einem passenden Mitbringsel stieß ich in einem Laden auf diese „glutenfreien“ Nonnen.

 

Aber auch bei uns zuhause gibt es ähnliche „Symbiosen“ – wie die Vermarktung von Hildegard von Bingen am Beispiel der „Hildegard-Torte“ belegt. Allerdings hat in diesem Fall der Konditor auf eine figürliche Darstellung der Heiligen verzichtet.

Die „Hildegard-Torte“ schmeckt übrigens ganz ausgezeichnet.

 

 

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Mo

29

Jul

2019

Ambivalenz der Kirche

Für die Zeit meines Aufenthalts in Ávila hatte ich eine Bleibe im mittelalterlichen Stadtkern gefunden. Das ermöglichte mir genau das „Eintauchen“, das ich mir gewünscht hatte. Dass Spanien ein vom Katholizismus bestimmtes Land ist, wusste ich schon von früheren Aufenthalten. Hier ist die Mystikerin Teresa von Ávila (1515 – 1582) die „prominenteste“ Exponentin des Glaubens. Bereits auf meinem ersten Stadtrundgang stieß ich auf ihre Skulptur.

Die Lebensgeschichte ihrer Familie ist ein Spiegel der Ambivalenz des Zeitgeistes der „Reconquista“. Ihr Großvater, ein jüdischer Kaufmann, war damals (freiwillig?) zum christlichen Glauben konvertiert. Aber auch der Umgang mit ihr nach ihrem Tod zeigt die Ambivalenz des christlichen Glaubens jener Zeit. So enthält ihr Grab in der Nähe von Salamanca beileibe nicht ihre kompletten sterblichen Überreste. Nein - ihre Gliedmaßen finden sich quasi zerstückelt als Reliquien in halb Europa. Und als sie 1617 vom Papst zur Schutzpatronin Spaniens erklärt wurde, entbrannte sofort ein heftiger Streit.

Immerhin vermerken heute sowohl die katholische, evangelische und sogar die anglikanische Kirche den 15. Oktober als Gedenktag für die heilige Teresa. Und für diesen Tag gilt die Bauernregel „Zu Teres´beginnt die Weinles´“ – wenn da der Klimawandel diese Regel nicht mal hinfällig macht.

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Mo

29

Jul

2019

Lebendiges Geschichtsbuch

Eigentlich hätte es bei meiner Reise vom Madrider Flughafen mit dem Bus nach Ávila weitergehen sollen. Doch der Bus kam nicht (falsche Information über Abfahrtsort). Also wieder Taxi! Entschädigt für den Ärger wurde ich durch den einmaligen Anblick der auf ca. 1100 m Höhe gelegenen Stadt mit ihrer 2,5 km langen vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer.

Erbaut wurde diese im 11. Bis 14. Jahrhundert als Bollwerk gegen die Mauren. Denn die rund 300 Jahre friedlicher Koexistenz zwischen Christen, Muslimen und Juden auf der iberischen Halbinsel waren zunehmend abgelöst worden durch die „Reconquista“, die zunehmende – gewaltsame – Ausdehnung des christlichen Machtbereichs. 1492 fand diese mit der kampflosen Übergabe Granadas ihren Abschluss.

 

Angesichts der heutigen Diskussionen in unserer Gesellschaft um den respektvollen Umgang mit den vermeintlichen „Anderen“ kann ich jedem Urlauber nur ans Herz legen, maurische Architektur und jüdische Viertel in spanischen Städten nicht nur als interessante Foto-Motive zu sehen. Mit ihrer Geschichte und den Geschichten um die Menschen in ihnen können sie sowohl Integration wie Ausgrenzung lehrstückhaft anschaulich machen.   

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