Aktuelles zum Thema Wissenschaft, Weiterbildung & Kultur

Sa

15

Feb

2020

Erinnerungen

Vor genau 100 Jahren – am 15. Februar 1920 – fand das erste Konzert des „Landes-Sinfonie-Orchesters für Pfalz und Saarland“ statt. Und zwar genau an gleicher Stelle – der Jugendstil-Festhalle Landau. was lag näher als das Festkonzert mit genau dem Stück zu eröffnen, das auch damals erklang – „Tod und Verklärung“ von Richard Straus.

Und wie das bei einem Geburtstag nun mal so ist – man trifft Leute, die zu dem Geburtstagskind eine ganz besondere Beziehung haben. Für Prof. Dr. Bernhard Vogel gilt das auf jeden Fall. Immerhin war er rheinland-pfälzischer Minister-präsident, als 1979 das „Pfälzische Sinfonie-Orchester“ zur „Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz“ wurde.

Bevor er dieses Amt übernommen hatte, war er lange Zeit Kultusminister in der Mainzer Landesregierung gewesen – und hatte maßgeblich die Schullandschaft geprägt, in der mein Mann und ich zum Abitur geführt wurden.

Genug Gesprächsstoff also für das Auffrischen von Erinnerungen an eine Zeit, die wir aus unterschiedlichem Blickwinkel betrachten konnten. Und zum Abschluss des Festkonzerts – nach den letzten Takten von Beethovens „Fünfter“ erhoben wir uns gemeinsam von unseren Ehrenplätzen, um das Geburtstagskind mit stehenden Ovationen zu feiern.

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Sa

15

Feb

2020

Ein Mann für alle Töne

Heute begrüßte er mich in edlem Zwirn. Schließlich gab es was zu feiern – die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz hatte zu ihrem „Hundertsten“ in die Jugendstil-Festhalle nach Landau geladen. „Musik zu den Menschen bringen“ – das ist das Motto des Intendanten Beat Fehlmann. Dabei geht der gebürtige Schweizer schon mal ungewohnte Wege.

Bereits seiner Einladung lag ein Kochbuch bei, in dem Ensemblemitglieder ihre Lieblingsrezepte vorstellen. Sein Beitrag: „Kohlrabi tonnato“ – für alle, die kein Fleisch mögen und daher um das klassische „Vitello tonnato“ lieber einen Bogen machen. Und am heutigen Abend wunderte sich der eine oder andere Gast vielleicht über die Bierdeckel auf den Bistrotischen. Beim Umdrehen des vermeintlich unangemessenen Untersetzers fürs Sekt- oder Weinglas dann des Rätsels Lösung: man konnte auf der Rückseite seine Wünsche für das Geburtstagskind notieren. Ein Gästebuch lag allerdings auch aus – für alle, die es lieber klassisch mögen.

Auf seine leise Art verkörpert er einen ganz besonderen Typ eines „Menschenfängers“, der die Menschen, denen er begegnet, für sein Projekt begeistern kann. Beim Umgang mit „der Politik“ kann dies nur von Vorteil sein.

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So

09

Feb

2020

Engagement für die Heimat

Foto: Rainer Claaßen
Foto: Rainer Claaßen

Als mich mein umtriebiger Parteifreund Dr. Paul Peter Baum (links im Bild) im letzten Jahr fragte, ob ich bereit wäre, auf der Jubiläumsfeier des „Heimat- und Verschönerungsvereins Neuwied-Feldkirchen“ den Festvortrag zu halten, zögerte ich mit meiner Zusage nicht lange. Immerhin kann der Verein auf eine lange Geschichte zurückblicken – er wurde am 10. Februar 1895 gegründet! Und da Geschichte schon als Schülerin mein Lieblingsfach gewesen war und ich als Gästeführerin in Ingelheim Interessierte gerne mit auf eine historische Exkursion durch die Rotweinstadt nehme, musste ich mich bei meinen Zuhörer*innen im „Alt Wollendorf“ heute nicht als Fachfremde fühlen.

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Sa

01

Feb

2020

Goodbye Britannia?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Als das Collegium musicum Mainz das Programm für sein heutiges Semesterabschlusskonzert festgelegt hatte, konnte niemand ahnen, dass dieser Abend ausge-rechnet der Abend von Tag 1 des von den Briten vollzogenen Brexit sein würde. Und so entbehrte das musikalische Motto des Abends – nämlich „Rule Britannia“ – nicht einer gewissen Pikanterie; worauf auch Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch in seiner Begrüßung der Ingelheimer kING hinwies. Und bei dieser Gelegenheit rief er auf die besonderen „Beziehungen“ der Mainzer Universität zur europäischen Idee hin. Am 13. Januar 1950 hatte nämlich Robert Schumann, der Vater der europäischen Einigung“ vor Studenten der Mainzer Universität seine Gedanken formuliert, die später zur Gründung der Montanunion als Vorläufer der Europäischen Union führten.

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Di

28

Jan

2020

Museum mit Ideen

v.l.n.r.:  MdL Helga Lerch, Dr. Alexander Schubert,  Staatssekretär a.D. Günter Eymael u. Susanne Schilz
v.l.n.r.: MdL Helga Lerch, Dr. Alexander Schubert, Staatssekretär a.D. Günter Eymael u. Susanne Schilz

Wer unter dem Namen „Historisches Museum der Pfalz“ langweilige und verstaubte museale Atmosphäre erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Oder hätten Sie an diesem Ort eine Sonderschau zu Marilyn Monroe vermutet? Gerade mit seinen Sonderausstellungen geht das Haus von Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert und seiner Referentin Susanne Schilz konsequent einen Weg, der gerade für Familien den Museumsbesuch zu einem Erlebnis macht. Das konnte auch das regionale FDP-„Urgestein“ Ex-Staatssekretär Günter Eymael bestätigen.

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Fr

24

Jan

2020

Besuchermagnet

Heute führte mich meine Tour durch die vielfältige rheinland-pfälzische Museumslandschaft nach Trier. Das dortige Rheinische Landesmuseum ist seit Jahren ein echter Besuchermagnet. Jüngst erlagen sogar dreiste Einbrecher dem Reiz einiger Exponate. Ihr Raubzug schlug zwar fehl – doch Museumsdirektor Dr. Marcus Reuter (Bildmitte) und GDKE-Chef Thomas Metz (rechts im Bild) zeigten mir die Vitrine mit den Spuren des Einbruchs.

Natürlich sind die Hinterlassenschaften der Römer – und dies auch im Museum – ein triftiger Grund für einen Besuch in der Stadt, die sich über Jahre hinweg mit Mainz einen „Wettbewerb“ um den Rang als älteste Stadt des Landes lieferte.

Und für alle „Römerzeit-Fans“ schon hier ein wichtiger Hinweis: Im Jahr 2022 steht in Trier eine große Ausstellung zum Thema „Untergang des Römischen Reiches“ an. Mein Rat: unbedingt vormerken!

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Sa

18

Jan

2020

Unterhaltung mit Haltung

Unter dieser knappen – aber treffenden – Formulierung fassen Kritiker gerne zusammen, was Maren Kroymann ihrem Publikum auf der Bühne präsentiert. Dafür wurde sie schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Heute kam nun ein weiterer hinzu. Im Staatstheater Mainz wurde ihr die Carl-Zuckmayer-Medaille überreicht.

Ensemblemitglied Klaus Köhler führte bei der Feier mit leichter Hand durch das Programm, das mir und den anderen Gästen einen Einblick in die zahlreichen Facetten der Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin Kroymann ermöglichte. 

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Fr

17

Jan

2020

Klein aber fein...

so charakterisiert sich das Museum bei der Kaiserpfalz in Ingelheim selbst in seinem Internet-Auftritt. In meiner Nebentätigkeit als Ingelheimer Gästeführerin starte ich mit meinen Besuchergruppen genau hier zu der gern gebuchten Kaiserpfalz-Führung. Und die Info-Tafel im Hintergrund veranschaulicht die Regierungspraxis zur Zeit Karls des Großen – das Reisekönigtum.

Heute hatte ich mich gemeinsam mit meinen Mitarbeitern sowie Magnus Warga von der Ingelheimer FDP im Rahmen meiner Tour durch die regionale Museumslandschaft zu einem Meinungsaustausch mit Dr. Mendelsohn und Dr. Domes getroffen, denen „ihr Haus“ wirklich eine echte Herzensangelegenheit ist. Und so sehnen sie den Tag herbei, an dem endlich Fakten hinsichtlich der lange versprochenen Umgestaltung und Erweiterung ihres Wirkungsfeldes geschaffen werden.

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So

29

Dez

2019

Zufallstreffen in Herxheim

Der Besuch eines politischen Stücks wie „Kleine Frau – was nun?“ im Chawwerusch-Theater in Herxheim war offenbar nicht nur für meinen Mann und mich von Interesse. Alexander Schweitzer, Vorsitzender SPD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag war gleich mit seiner ganzen Familie erschienen.

Spontan meinte er, dieses ungeplante Zusammentreffen müsse man doch eigentlich im Bild festhalten, was seine Frau auch prompt tat. Dass ich – um auch optisch den Eindruck zu erwecken, mit der SPD „auf Augenhöhe“ zu sein – dazu die Bühne als Podest nutzen musste, ist der durchaus beachtlichen Körperlänge des Kollegen geschuldet. Das freundschaftliche Lächeln auf dem Bild ist hingegen nicht „getrickst“ – es ist ehrlich!

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So

29

Dez

2019

Kleine Frau - was nun?

Unter diesem Titel schildert das Ensemble des Herxheimer Chawwerusch-Theaters in einer Eigenproduktion den schwierigen Weg vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Verabschiedung der Weimarer Verfassung. Die dramatischen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auf diesem Weg werden anhand des Schicksals der jungen Luise erlebbar gemacht, die es von der heimischen Pfalz in den brodelnden Moloch Berlin verschlägt.

Dass dieser holprige politische Weg ziemlich genau 9 Monate dauerte, legt für die Macher des Stücks das Bild von einer „Schwangerschaft“ nahe, an deren Ende die „Geburt“ einer demokratischen Verfassung steht. Dass dieses „Kind“ mit einer „Milch“ gesäugt wurde, die „sauer“ war (Kurt Tucholsky), stand als bittere Erkenntnis am Ende des Stücks.

Und als Schauspieler Ben Hergl in seiner Rolle als Erzähler das Publikum mit einem eindringlichen Appell in den Abend entlässt, dass Demokratie ein „zartes Pflänzchen“ sei, welches es mit aller Kraft zu schützen gelte, war wohl auch dem Letzten klar, dass die Macher des Stücks weit mehr auf die Bühne gebracht hatten als einen historischen Stoff.

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