Fähren oder Rheinbrücke?

Viele der Zuhörer, die heute in den „Hildegardishof“ zu einer FDP-Veranstaltung mit Andy Becht, dem Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium, gekommen waren, erhofften sich Neuigkeiten in Sachen Rheinquerung. Ich machte da keine Ausnahme – gehöre ich doch zu den Initiatoren jener Bürgerbewegung, die mit rund 11.000 Unterschriften den Kreistag Mainz-Bingen zu einer Aufgabe seiner ablehnenden Haltung hinsichtlich einer Machbarkeitsstudie für eine Rheinquerung im Raum zwischen Bingen und Ingelheim gebracht hatte.

 

Dass sich nun mit der FWG ausgerechnet jene Gruppierung, die im Kreistag – damals noch in einem Bündnis mit SPD und Grünen – gegen eine solche Machbarkeitsstudie gestimmt hatte, jetzt als Kämpfer für eine Rheinquerung darstellt, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Und ihr Vorwurf der Untätigkeit an die Landesregierung erfordert dringend eine Reaktion.

 

Und diese Reaktion blieb der Gast aus dem Ministerium nicht schuldig. Er machte klar, dass man in seinem Hause eindeutig für eine solche Rheinquerung sei. Es habe aber lange gedauert, bis zwischen den beiden „Brückenköpfen“ – den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz sowie dem Rheingau-Taunus-Kreis und dem Kreis Mainz-Bingen – der politische Konsens in der Sache hergestellt gewesen sei. Und nun sei der nächste Schritt die Prüfung der rechtlichen Grundlagen für ein solches Projekt. Denn seit den vor rund 15 Jahren in dieser Sache erstellten Gutachten habe es einige rechtliche Änderungen gegeben. Er rechne aber damit, dass diese Klärung noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen werde. Eine sorgfältige Prüfung sei aber allemal besser als ein „Schnellschuss“ zur Beruhigung ungeduldiger Geister.

 

 

Hinsichtlich des als Alternative immer wieder ins Spiel gebrachten Ausbaus des Fährverkehrs herrschte Klarheit, dass dies kein realistischer Beitrag zur dauerhaften Anbindung der „ebsch Seit“ sein könne. Gleichwohl seien die Fähren im Mittelrheintal ein Charakteristikum, das unbedingt erhalten bleiben müsse. Eine Brücke stellt dabei nach allen Erfahrungen keine Existenzgefährdung der Fährbetriebe dar.