Herzlich willkommen

Mein Name ist Helga Lerch. Ich bin Abgeordnete des rheinland-pfälzischen Landtags sowie Mitglied des Kreistags Mainz-Bingen und möchte Ihnen hier Einblicke in meine Arbeit geben.

So

08

Sep

2019

Stars von morgen?

Viele der Musikschaffenden, die uns heute bei Konzerten begeistern, verzeichnen in ihrer Vita die erfolgreiche Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Dass darunter überproportional viele Preisträger aus dem vergleichsweise kleinen Bundesland Rheinland-Pfalz kommen, ist überaus erfreulich.

Heute brachten einige dieser hoffnungsvollen Talente bei einem Konzert in Schloss Waldthausen in Budenheim Kostproben ihres Könnens zu Gehör. Dass die dargebotene Leistung bei aller erkennbar vorhandenen Begabung auch das Ergebnis konsequenten disziplinierten Übens ist, versteht sich von selbst. Doch in den Gesichtern der Jugendlichen war gleichzeitig auch die Freude abzulesen, die ihnen ihr Hobby bereitet. Ein Hobby, das vielleicht einmal zum Beruf werden kann.

Und dafür von mir schon jetzt:

   toi, toi, toi!

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Fr

06

Sep

2019

KiTa-Kongress

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Heute war ich wieder in Sachen „Kita-Gesetz“ unterwegs. Es ging nach Koblenz, wo in der dortigen Hochschule der V. KiTa-Kongress stattfand. Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig referierte zum Kita-Zukunftsgesetz für Rheinland-Pfalz, das nach langen Debatten nun endlich auf den Weg gebracht werden konnte. Der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz nutzte seinen Heimvorteil zu einigen süffisanten Ausführungen zu einem „guten“ Kita-Gesetz.

Auf der Rückfahrt von Koblenz saß ich im Zug und ließ die ganzen Debatten noch einmal vor meinem geistigen Auge Revue passieren. Und da kam mir das Lied „Sind so kleine Hände“ in den Sinn. Die Idee zu diesem Lied war seiner Schöpferin Bettina Wegner nach eigenem Bekunden übrigens auch auf einer Zugfahrt gekommen.

Und ich musste mit Bedauern feststellen, dass die Debatten der letzten Monate sich viel zu wenig um die gedreht hatten, um die es eigentlich gehen sollte – die Kinder!

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Di

03

Sep

2019

Resilienz

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Es scheint eine fast schon unvermeidliche Begleiterscheinung unserer immer „dynamischeren“ Zeit zu sein: Stress! Stress macht krank. Eine immer größere Zahl von Menschen leidet an „Burnout“. Doch was genau sind das für Krankheiten, die von Stress ausgelöst werden? Welche Mechanismen spielen sich in unserem Körper bei diesen Erkrankungen ab?  Wie können sie diagnostiziert werden? Welche Therapien können helfen? Und gibt es effektive Präventionsmaßnahmen gegen diese Erkrankungen, bei denen sich die Betroffenen einem Druck ausgesetzt sehen, unter dem sie zu zerbrechen drohen?

Eine Fülle von dubiosen Ratgebern und Wundermitteln überflutet derzeit einen aufnahmebereiten Markt.

Einen seriösen Ansatz hingegen wählt das Resilienz Zentrum Mainz (DRZ). Es widmet sich der Forschung zur Aufrechterhaltung und/oder Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach mit Stress einhergehenden Lebenssituationen.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Klaus Lieb und Dr. Donya A. Gilan erfuhr ich, dass die Bemühungen des DRZ dabei auf Möglichkeiten zur Veränderung unserer Lebens- und Arbeitsumstände abzielen, die auf eine Stärkung der Resilienz hinauslaufen. Und dabei haben die Wissenschaftler auch den schulischen Bereich im Fokus, was meine Neugier ganz besonders weckte.

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Sa

31

Aug

2019

Neuer Intendant

Mit einem Theaterfest feierte das Schlosstheater Neuwied heute die Amtseinführung seines neuen Intendanten Lajos Wenzel. Viele Gäste waren geladen und wurden von dem „Neuen“ mit launischen Worten begrüßt. Kultusminister Prof. Dr. Konrad Wolf wurde gleich einmal darauf hingewiesen, dass das Schlosstheater ja auch die Bezeichnung „Landesbühne Rheinland-Pfalz“ führe. Dieser nahm den schelmischen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung finanzielle Unterstützung denn auch augenzwinkernd zur Kenntnis.

Und als am Rednerpult der „Alte“ (Walter Ullrich) und der „Neue“ (Lajos Wenzel) die Harmonie des Stabwechsels für jeden erkennbar machten, war dies schon ein bewegender Moment. Auch wenn der „Neue“ durchaus der Enkel des „Alten“ sein könnte – beide sind Theatermacher vom gleichen Schlag. Das Publikum in der Region wird es mit Freude registriert haben.

Die anschließende Premiere von „Comedian Harmonists“ war ein Beleg dafür, wie man ohne überzogene Modernismen ein hochaktuelles Thema (Antisemitismus) auf die Bühne bringen kann – am Beispiel der legendären Gesangsgruppe, die letztlich auseinanderbracht, weil drei ihrer sechs Mitglieder Juden waren. Nach Hitlers Machtergreifung wurde die Freundschaft dieser frühen „Boygroup“ auf eine echte Bewährungsprobe gestellt, der sie nicht standhielt. Ihr Song „Ein Freund, ein guter Freund“ konnte da nur noch makaber erscheinen 

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Do

29

Aug

2019

Nicht schon wieder...

Antisemitismus-Beauftragter Dieter Burgard mit Helga Lerch
Antisemitismus-Beauftragter Dieter Burgard mit Helga Lerch

In unserem Bundesland Rheinland-Pfalz liegen mit Mainz, Speyer und Worms die drei SchUM-Städte, die sich derzeit publikumswirksam um eine Anerkennung als UNESCO-Welterbe bemühen. Sie berufen sich dabei auf die jahrhundertelange Tradition jüdischer Gelehrsamkeit, die diese Städte prägte. Doch wie sieht das Hier und Heute jüdischen Lebens an den Ufern des Rheins aus? Wenn es schon eines „Antisemitismus-Beauftragten“ in unserem Bundesland bedarf, dann kann die Antwort sicher nicht ungeteilt positiv ausfallen.

Und wenn der heutige „Tag der Prävention“ den Antisemitismus zum Thema hat, dann hat das tiefliegende Gründe – nämlich eine nicht zu leugnende latente Voreingenommenheit gegen das Judentum und den Staat Israel in bestimmten Teilen unserer Gesellschaft. Wie politische Kräfte sich diese Ressentiments zunutze machen können, zeigte in beklemmender Art und Weise der Film „Jud Süß“, der den Besuchern der Veranstaltung gezeigt wurde. Das perfide Juden-Bild, das dieses Machwerk zeichnete, war für viele Deutsche im Dritten Reich quasi die moralische Rechtfertigung für das Wegschauen beim Holocaust.

Dieter Burgard wäre froh, wenn er sagen könnte „Ich werde in dieser Funktion nicht mehr gebraucht“. Die Realität – auch im eher beschaulichen Rheinland-Pfalz – belehrt uns eines Besseren.

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Mi

28

Aug

2019

Vorfreude

Irgendwie haben wir uns als Landtagsabgeordnete an unser „Provisorium“ im Landesmuseum gewöhnt. Als aber Landtagspräsident Hendrik Hering uns heute zum Richtfest am Sanierungsprojekt „Deutschhaus“ einlud, waren Neugier und Vorfreude gleichermaßen groß. 

Wie so oft bei wichtigen Ereignissen, bewies der Herrgott wieder einmal, dass er „en Meenzer“ ist und sorgte für ideales Wetter. Bei der Besichtigung des kernsanierten Innenbereichs standen zwei Bereiche im Fokus des Interesses: der künftige Plenarsaal als unser parlamentarischer Arbeitsplatz...

...und das großzügig dimensionierte Landtags-Restaurant (das übrigens für Jedermann zugänglich sein wird).

Ich bin gespannt, wie sich das kulinarische Angebot auf die Debattenkultur auswirken wird.

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Di

27

Aug

2019

Freie Schulen

"Bildung braucht Vielfalt“ – unter diesem Motto stand die feierliche Gründung der Arbeitsgemeinschaft Freie Schulen Rheinland-Pfalz/Saarland. Und dass dieser Akt im Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtags vollzogen wurde, gab dem Ganzen einen Rahmen, mit dem wohl auch die Initiatoren nicht gerechnet hatten.

Schulen in freier (also nicht-staatlicher) Trägerschaft stellen eine wichtige Ergänzung des Bildungsangebots dar. Von den Kritikern dieser als „teure Privatschulen für die Kinder von Reichen“ dargestellten Einrichtungen wird dabei gerne übersehen, dass die Einrichtung solcher Schulen bereits in den Freiheitsrechten des Grundgesetzes verankert ist (Artikel 7). Die Formulierung dieses Artikels geht übrigens auf einen prominenten Liberalen zurück: Theodor Heuss!

Es freute mich als Liberale daher ganz besonders, dass der Verfassungsrechtler Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio in seinem Festvortrag genau diese nunmehr 70-jährige Tradition der Privatschulfreiheit thematisierte.

Ja – Bildung braucht Vielfalt! Und Freie Schulen sind unverzichtbarer Bestandteil dieser Vielfalt! Und da unterscheide ich mich eben von jenen Bildungspolitikern, die die „Einheitsschule für alle“ zum Ideal erheben.

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Di

27

Aug

2019

Beruf Schulleiter/in

Birgit Vogt, MdL Lerch, Ingrid Baumgartner-Schmitt u. Christine Gauer
Birgit Vogt, MdL Lerch, Ingrid Baumgartner-Schmitt u. Christine Gauer

Wenn es heutzutage darum geht, Schulleiter-Stellen zu besetzen, ist die Bewerberzahl meist überschaubar. Meine heutigen Gesprächspartnerinnen vom Schulleitungsverband Rheinland-Pfalz können dafür eine Vielzahl von Gründen nennen. Und die decken sich mit meinen Erfahrungen als ehemalige Schulleiterin.

„Schulleiter/in“ ist de facto ein eigenständiger Beruf, in dem Qualifikationen gefordert sind, die über die des Lehrberufs hinausgehen. Die Schulleitung ist vor Ort die oberste Führungsebene einer Schule. Für Schülerinnen und Schüler, für die Erziehungsberechtigten, für das Kollegium und für das übrige Schulpersonal ist sie der Ansprechpartner. Und gegenüber Schulträger und ADD muss sie ein ums andere Mal diplomatisches Geschick beweisen.

Doch wo und wie kann man vor Antritt eines solch verantwortungsvollen Postens diese notwendigen Qualifikationen erwerben? Und wie sorgt der Dienstherr für die angemessene Fort- und Weiterbildung derjenigen, die sich der Herausforderung des Berufs „Schulleiter/in“ stellen?

Fragen, auf die Politiker/innen Antworten finden müssen – über Parteigrenzen hinweg. Damit in Zukunft mehr Schulleiter/innen das Gefühl haben können, dass ihrer Tätigkeit die nötige Wertschätzung entgegengebracht wird. Denn eine frustrierte Schulleitung geht irgendwann in die „innere Emigration“ – statt „ihre“ Schule mit Motivation und Engagement nach vorne zu bringen.

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Mo

26

Aug

2019

Schulanfang

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wenn ich – zugegebenermaßen verspätet – mit diesem Bild den Erstklässlern einen guten Start ins schulische Leben wünsche, wird manch einer gleich zwei kritische Anmerkungen parat haben:

 

1. „Bärchen sind uncool!“ und

2. „ Hat MdL Lerch nicht im Landtagswahlkampf das Ende der Kreidezeit propagiert?“

 

Was den ersten Einwand angeht, so sehe ich vor meinen Augen noch immer die „hippen IT-affinen Youngster“, die beim schriftlichen Abi zur moralischen Unterstützung ihr Stofftier mitgebracht hatten...

Und was die „Kreidezeit“ angeht, so bieten die meisten Suchmaschinen bei Eingabe des Suchbegriffs „Schulanfang“ als Symbole immer noch Schultüte und Schiefertafel an statt Tablet. Die Digitalisierung tut sich mit dem Wecken von Emotionen offenbar noch etwas schwer.

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Mo

26

Aug

2019

Bibliothek im Digitalzeitalter

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Jedes Treffen mit Frau Dr. Annette Gerlach vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) lässt vor meinem geistigen Auge unwillkürlich Bilder aus meiner Studienzeit erstehen. Ich sehe mich dann in der Schlagwortkartei nach Büchern zu einem zu bearbeitenden Thema suchen. Mit Glück war das betreffende Buch in der Bibliothek des Fachbereichs oder der Universitätsbibliothek vorhanden und konnte ausgeliehen werden. Ansonsten blieben nur Vorbestellung oder Fernleihe als Alternative. So war das eben im vor-digitalen Zeitalter .

Bei meinem heutigen Besuch in der Pfalzbibliothek in Speyer zeigte mir Frau Dr. Gerlach, wie die digitale Welt Einzug in die Bibliothekswelt hält. Das Zauberwort heißt „dilibri“ – und es steht für ein Digitalisierungsportal, über das man sich landeskundliche Literatur zur Pfalz bequem auf den häuslichen PC downloaden kann. Und „dilibri“ ist nur eines der vielen Portale, die die früher oft mühselige und langwierige Recherchearbeit rückblickend wie einen bösen Traum erscheinen lassen.

Einen Haken hat diese digitale Revolution allerdings: die Digitalisierung der Dokumente erfordert den Einsatz von Personal- und Sachmitteln, von denen (nicht nur das LBZ) gerne mehr zur Verfügung hätte.

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