Herzlich willkommen

Mein Name ist Helga Lerch. Ich bin Abgeordnete des rheinland-pfälzischen Landtags sowie Mitglied des Kreistags Mainz-Bingen und möchte Ihnen hier Einblicke in meine Arbeit geben.

Sa

03

Aug

2019

DigitalPakt Schule

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Im ersten Schuljahr hatte ich noch Angst, in meinem Ranzen könnte die Schwammdose auslaufen. Schule war damals eben tatsächlich noch „Kreidezeit“. Später als Lehrerin arbeitete ich zu Beginn selbst noch mit Tafel und Kreide. Doch die Digitalisierung bemächtigte sich mit Riesenschritten auch des schulischen Alltags. Als Schulleiterin freute ich mich, dass der Schulträger meine Schule großzügig mit Whiteboards, Laptops und Tablets ausstattete.

Und jetzt erlebe ich als Bildungspolitikerin, wie sogar das Grundgesetz geändert wird, damit der Bund den Ländern finanziell unter die Arme greifen kann – damit diese ihrerseits den Schulträgern Mittel zu Aufbau und Verbesserung der digitalen Infrastruktur der Schulen zur Verfügung stellen können. DigitalPakt Schule nennt sich das Ganze.

Auch der Landkreis Mainz-Bingen profitiert davon. In den nächsten 5 Jahren kann er auf zusätzlich 6 Mio. Euro aus diesem „Topf“ zugreifen. Damit Schülerinnen und Schüler Tafel und Kreide bald nur noch in einem der zahlreichen Heimatmuseen zu Gesicht bekommen.

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Sa

03

Aug

2019

Adios Ávila

Was für ein Anblick! Meine Gastgeber meinten, dieses Bild ihrer nächtlichen Stadt müsse ich unbedingt noch gesehen haben.

Recht haben sie!

Morgen geht es wieder zurück – voll beladen mit jeder Menge unvergesslicher Eindrücke. Aber die verursachen ja kein Übergepäck.

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Mi

31

Jul

2019

Gefräßige Post

Ich gehöre noch zu denen, die gerne Ansichtskarten schreiben – auch wenn das eine Angewohnheit ist, die „aus der Zeit gefallen“ wirken mag. So wollte ich heute die Daheimgebliebenen mit Karten aus Ávila beglücken. Die Karten waren schnell gefunden – die Suche nach Briefmarken gestaltete sich da schon etwas schwieriger (entsprechende Verkaufsstellen halten sich an die Zeiten der Siesta!).

Aber nach erfolgreichem Erwerb der Briefmarken suchte ich erst einmal einen Briefkasten. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass diese beiden gefräßigen Löwenmäuler nur auf meinen Einwurf warteten.

Hoffentlich kommen die schönen Karten wohlbehalten an.

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Di

30

Jul

2019

Allgegenwärtige Kirche?

In Spanien stößt der Liebhaber von Süßigkeiten („dulces“) schon einmal auf eine seltsame Symbiose von Feinbäckerei und Glauben. Das Städtchen Ávila macht da keine Ausnahme. Bei meiner Suche nach einem passenden Mitbringsel stieß ich in einem Laden auf diese „glutenfreien“ Nonnen.

 

Aber auch bei uns zuhause gibt es ähnliche „Symbiosen“ – wie die Vermarktung von Hildegard von Bingen am Beispiel der „Hildegard-Torte“ belegt. Allerdings hat in diesem Fall der Konditor auf eine figürliche Darstellung der Heiligen verzichtet.

Die „Hildegard-Torte“ schmeckt übrigens ganz ausgezeichnet.

 

 

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Mo

29

Jul

2019

Ambivalenz der Kirche

Für die Zeit meines Aufenthalts in Ávila hatte ich eine Bleibe im mittelalterlichen Stadtkern gefunden. Das ermöglichte mir genau das „Eintauchen“, das ich mir gewünscht hatte. Dass Spanien ein vom Katholizismus bestimmtes Land ist, wusste ich schon von früheren Aufenthalten. Hier ist die Mystikerin Teresa von Ávila (1515 – 1582) die „prominenteste“ Exponentin des Glaubens. Bereits auf meinem ersten Stadtrundgang stieß ich auf ihre Skulptur.

Die Lebensgeschichte ihrer Familie ist ein Spiegel der Ambivalenz des Zeitgeistes der „Reconquista“. Ihr Großvater, ein jüdischer Kaufmann, war damals (freiwillig?) zum christlichen Glauben konvertiert. Aber auch der Umgang mit ihr nach ihrem Tod zeigt die Ambivalenz des christlichen Glaubens jener Zeit. So enthält ihr Grab in der Nähe von Salamanca beileibe nicht ihre kompletten sterblichen Überreste. Nein - ihre Gliedmaßen finden sich quasi zerstückelt als Reliquien in halb Europa. Und als sie 1617 vom Papst zur Schutzpatronin Spaniens erklärt wurde, entbrannte sofort ein heftiger Streit.

Immerhin vermerken heute sowohl die katholische, evangelische und sogar die anglikanische Kirche den 15. Oktober als Gedenktag für die heilige Teresa. Und für diesen Tag gilt die Bauernregel „Zu Teres´beginnt die Weinles´“ – wenn da der Klimawandel diese Regel nicht mal hinfällig macht.

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Mo

29

Jul

2019

Lebendiges Geschichtsbuch

Eigentlich hätte es bei meiner Reise vom Madrider Flughafen mit dem Bus nach Ávila weitergehen sollen. Doch der Bus kam nicht (falsche Information über Abfahrtsort). Also wieder Taxi! Entschädigt für den Ärger wurde ich durch den einmaligen Anblick der auf ca. 1100 m Höhe gelegenen Stadt mit ihrer 2,5 km langen vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer.

Erbaut wurde diese im 11. Bis 14. Jahrhundert als Bollwerk gegen die Mauren. Denn die rund 300 Jahre friedlicher Koexistenz zwischen Christen, Muslimen und Juden auf der iberischen Halbinsel waren zunehmend abgelöst worden durch die „Reconquista“, die zunehmende – gewaltsame – Ausdehnung des christlichen Machtbereichs. 1492 fand diese mit der kampflosen Übergabe Granadas ihren Abschluss.

 

Angesichts der heutigen Diskussionen in unserer Gesellschaft um den respektvollen Umgang mit den vermeintlichen „Anderen“ kann ich jedem Urlauber nur ans Herz legen, maurische Architektur und jüdische Viertel in spanischen Städten nicht nur als interessante Foto-Motive zu sehen. Mit ihrer Geschichte und den Geschichten um die Menschen in ihnen können sie sowohl Integration wie Ausgrenzung lehrstückhaft anschaulich machen.   

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So

28

Jul

2019

Ávila vengo...

...heißt auf Deutsch „Ávila – ich komme“ und war für mich das Motto des heutigen Tages. Denn in der Kleinstadt nordwestlich von Madrid wollte ich im Rahmen meines Aufenthalts nicht nur meine Sprachpraxis des Spanischen verbessern – sondern auch in den Alltag der Menschen eintauchen. Und meine Gastgeber hatten auf meinen Wunsch extra ein Treffen mit dortigen Kommunalpolitikern ins Programm aufgenommen.

Die erste Etappe meiner Reise begann gleich mit einer Panne. Der Zug von Mainz zum Frankfurter Flughafen sollte 80 (!) Minuten Verspätung haben. Soviel zum Thema ÖPNV! Also blieb mir nur das weniger umweltfreundliche Taxi als Alternative, um meinen Flug nach Madrid nicht zu verpassen.

 

Mit dem Flieger klappte alles – und ich war einigermaßen erleichtert.

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Fr

26

Jul

2019

MINT-Nachwuchs

MdL Lerch mit TH-Präsident Becker
MdL Lerch mit TH-Präsident Becker

Zugegeben – die naturwissenschaftlichen Fächer gehörten in der Schule nicht gerade zu meinen Lieblingsfächern (was mich übrigens nicht daran gehindert hat, einen Chemiker zu heiraten). Dennoch ist auch mir bewusst, dass unser Land nicht durch Dichter und Denker alleine groß geworden ist. Deutsche Ingenieurskunst hat nach wie vor in aller Welt einen guten Ruf. Damit dies auch in Zukunft noch der Fall ist, braucht es Nachwuchs im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.

Und wo wüsste man dies besser als an der TH Bingen, einer Einrichtung mit der Erfahrung von 120 Jahren in der Ausbildung von Ingenieuren. Und der „Chef“ in Bingen, Prof. Dr.-Ing. Klaus Becker, ist ein echter „Talent-Scout“ in Sachen MINT-Nachwuchs. Bereits 2014 rief die TH Bingen ein Projekt ins Leben gerufen, um Schülerinnen und Schüler nachhaltig für Mathematik, Informatik, Naturwissen-schaften und Technik (= MINT) zu interessieren. Sie ist damit zur „Keimzelle der MINT-Region Mainz-Bingen“ (so die Formulierung im Pressedienst des Wissenschaftsministeriums) geworden.

Ich beteiligte mich daher gerne am Besuch von Minister Wolf im Rahmen seiner Sommer-Tour – zumal es mit TH-Präsident Becker einiges zu bereden gab. Aktuell insbesondere der von ihm und mir unterstützte Antrag der Berufsbildenden Schule in Bingen auf Einrichtung eines Zweigs „Technisches Gymnasium“.

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Di

23

Jul

2019

Geheimnisvoller Goldhut

Wenn ich auf das Grundstück neben unserem Haus in Ingelheim blicke, sehe ich dort gerade Archäologen bei der Erkundung eines Gräberfeldes aus der Zeit der Merowinger. Sollten sie dabei auf interessante Grabbeigaben stoßen, so könnten diese in den Werkstätten des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) in Mainz landen. Diese genießen weltweit Anerkennung für ihre restauratorischen Fähigkeiten. So wurde den Mitarbeitern vor nicht allzu langer Zeit zum Beispiel die Totenmaske von Pharao Tutanchamun anvertraut.

Bei meinem heutigen Besuch im Rahmen der Sommerreise von Kultusminister Konrad Wolf durfte ich ein nicht minder interessantes Objekt aus nächster Nähe in Augenschein nehmen -  den Berliner Goldhut. Die Restauratorin erläuterte mir die Geheimnisse, die dieses Artefakt aus der Bronzezeit umgeben. Ist auf dem Goldblech tatsächlich das astronomische Wissen der damaligen Zeit wieder-gegeben? Handelt es sich um eine Art Kalender? Wurde der Hut als Ummantelung einer „normalen“ Kopfbedeckung zu speziellen rituellen Anlässen getragen?

Und als ob das nicht schon genügend Fragen wären, auf die die Wissenschaftler nach Antworten suchen, umgibt das Objekt auch noch die Aura einer ungeklärten Fundsituation, die für sich genommen schon Stoff für einen archäologischen Krimi bieten könnte.

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Di

23

Jul

2019

Mehr als nur Ausgraben!

“Götter, Gräber und Gelehrte“ war der Titel eines Buches, das endgültig mit dem Vorurteil von Archäologie als staubtrockener Wissenschaft aufräumte. Dass archäologische Grabungen dennoch eine staubige Angelegenheit sein können, kann ich derzeit auf unserem Nachbargrundstück miterleben, wo Gräber aus der Zeit der Merowinger untersucht werden.

Dass Kultusminister Konrad Wolf seine Sommerreise 2019 heute mit einem Besuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz startete, ist konsequent. Denn dort beschäftigt man sich intensiv mit den frühen Zeugnissen menschlicher Kultur. Ich begleitete ihn dabei in meiner Funktion als kulturpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion.

Und wir beide erlebten dabei ein Museums-Team in Vorbereitung des für das zweite Halbjahr 2020 geplanten Umzugs in das neue Domizil in der Mainzer Neutorstraße. Und das heißt konkret:

Die Objekte im RGZM müssen

• einer Grundreinigung unterzogen

• restauratorisch begutachtet

• digital erfasst

• und schließlich depottauglich verpackt

werden.

Und wer dabei einmal zugesehen hat, wird über privaten Umzugsstress nicht mehr klagen.

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