Herzlich willkommen

Mein Name ist Helga Lerch. Ich bin Abgeordnete des rheinland-pfälzischen Landtags sowie Mitglied des Kreistags Mainz-Bingen und möchte Ihnen hier Einblicke in meine Arbeit geben.

Fr

16

Aug

2019

Wir sind bereit...

... für die Arbeit in der neuen Legislaturperiode des Kreistags Mainz-Bingen. Das zeigte sich recht deutlich in der heutigen ersten Sitzung des Gremiums. Denn im Unterschied zu der durch FWG und ÖDP vermeintlich stabilisierten GroKo hatten wir unsere Hausaufgaben gemacht. Bereits bei der Wahl des ehrenamtlichen Beigeordneten bekam der ins Rennen geschickte FWG-Mann Malkmus noch nicht einmal alle Stimmen des neuen Bündnisses. Und bei einigen Debattenbeiträgen spürte man, dass bei den Akteuren bereits jetzt die Nerven blank liegen. Meine beiden neuen Mitstreiter Stephanie Steichele-Guntrum und Moritz Mergen jedenfalls waren ob des Niveaus dieser Sitzung leicht verwundert.

Sei´s drum – wir werden unsere Arbeit so fortführen, wie wir dies auch in den letzten Jahren getan haben. An der Sache orientiert – und nicht an irgendwelchen Koalitionszwängen! Dass der Kreistag auch diese Art der politischen Arbeitsweise durchaus beherrscht, bewies er mit der Annahme unseres Antrags auf eine öffentliche Anhörung zur ÖPNV-Problematik im Landkreis. Vielleicht war diese erste Sitzung ja nur ein stilistischer Ausrutscher.

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Do

15

Aug

2019

Lesen neu gedacht

Bild: pixabay
Bild: pixabay

So lautete der Untertitel der heutigen Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung im Festsaal des Neuen Schlosses in Simmern. Zu der Diskussionsrunde war ich als bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion eingeladen.

Zentraler Punkt des Abends war die Frage nach der Lesekompetenz – nicht nur von Kindern. Schnell wurde klar, dass Lesekompetenz mehr ist als das bloße flüssige Vorlesen eines Textes mit möglichst noch korrekter Aussprache und Betonung. Nein – es geht letztlich um das Verstehen des Gelesenen.

Auch viele Studien zur Erfassung der Lesekompetenz berücksichtigen diesen Aspekt nur unzureichend. In der politischen Diskussion dienen solche Studien aber zur Rechtfertigung von Forderungen nach dem Ergreifen von Maßnahmen und der Bereitstellung von Mitteln zur Förderung der Lesekompetenz.

 

Damit liegt auf der Hand, dass auch Politiker über echte Lesekompetenz verfügen müssen, wenn sie solche Studien lesen und verstehen wollen. Und dann entpuppt sich so manche Studie als teure Makulatur.  

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Mi

14

Aug

2019

Caritas

Bild: MdL Lerch mit den Caritas-Direktoren Wolfgang Schnörr (l.) und Stefan Hohmann (r.)
Bild: MdL Lerch mit den Caritas-Direktoren Wolfgang Schnörr (l.) und Stefan Hohmann (r.)

In diesen Wochen häufen sich die Einladungen zu sommerlichen Jahresempfängen und parlamentarischen Abenden unterschiedlichster Verbände. Meist ist auf den Einladungen vermerkt „Für das leibliche Wohl ist gesorgt“. Aha – wird da so mancher denken – die Damen und Herrn aus der Politik lassen es sich mal wieder auf Kosten anderer gut gehen. Ich kann diese kritischen Geister beruhigen. Essen und Trinken stehen bei solchen Gelegenheiten nicht im Vordergrund – es geht um zwanglose Gespräche in lockerer Atmosphäre. Und die sind meist ergiebiger als die bei Treffen mit fester Tagesordnung.

Das gilt auch für den heutigen Jahresempfang des Caritasverbandes Mainz in Ingelheim.

Sicher können wohl die meisten der Besucher auf meiner Website etwas mit dem Begriff „Caritas“ anfangen. Und die meisten werden auch wissen, dass das Wort „caritas“ aus dem Lateinischen kommt. Aber auch diejenigen, die das „Große Latinum“ haben, werden sich schwer tun mit einer griffigen Übersetzung des Worts ins Deutsche. Das Englische tut sich da leichter – da hat man das lateinische „caritas“ einfach zum englischen „care“ gemacht. Na dann übersetzen Sie einmal „care“ ins Deutsche. 

 

Bei unseren Übersetzungsbemühungen stoßen wir zwangsläufig auf Begriffe wie „helfen, kümmern, pflegen, mitfühlen“ – um nur einige zu nennen. Und da sind wir genau auf der richtigen Spur. Denn als diese Begriffe sind Aspekte der Arbeit der Caritas!

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Mi

14

Aug

2019

Wege zum mündigen Bürger

Helga Lerch mit Prof. Dr. Ulrich Sarcinelli
Helga Lerch mit Prof. Dr. Ulrich Sarcinelli

Der mündige Bürger ist der Idealtypus des Menschen, der ein demokratisches Staatssystem „am Laufen“ hält. Um dies effektiv leisten zu können, braucht er ein Mindestmaß an dem, was man als „politische Bildung“ bezeichnen kann. Die zu vermitteln ist Aufgabe von Einrichtungen wie der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

In dieser Legislaturperiode sitze ich für die FDP im Kuratorium dieser Einrichtung. Dort vertreten ist auch ein Mann, dessen Bücher ich schon als Sozialkundelehrerin gerne einsetzte: Prof. Dr. Ulrich Sarcinelli. Als Politikwissenschaftler ist er geradezu prädestiniert für diese Tätigkeit – und es macht mir große Freude, mit ihm in dieser Funktion zusammen zu arbeiten.

In der heutigen Kuratoriumssitzung ging es unter anderem um die Planung neuer Publikationen und Informationsveranstaltungen.

Wer ernsthaft an fundierter Hintergrundinformation interessiert ist und sich nicht mit Posts und Tweets zufrieden gibt, dem kann ich das Angebot der Landeszentrale für politische Bildung wärmstens empfehlen.

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Mo

12

Aug

2019

Raum der Stille

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Im Landtag können wir oft Schülergruppen als Besucher willkommen heißen. Sie verfolgen mit Interesse die Debatten von uns Parlamentariern. Im Anschluss äußern sich unsere jungen Besucher dann über ihre Eindrücke. Und da kommt manchmal eine Rüge: „Wenn wir in der Klasse so schwätzen würden ..“. In der Tat hat man als MdL bei einem Redebeitrag selten die ungeteilte Aufmerksamkeit des Plenums. Etwas mehr Stille würde man sich da schon wünschen.

Doch Stille ist mehr als nur die bloße Abwesenheit von Geräuschen. Echte Stille meint auch die Gelegenheit zum persönlichen In-sich-Gehen, um seine Gedanken zu sortieren – nicht nur für politische Akteure heilsam. Es muss ja nicht gleich Meditation sein.

Beim Aufbau meiner früheren Wirkungsstätte, des Gymnasiums Nackenheim, war es mir gelungen, einen Raum der Stille in die Bauplanung „einzuschmuggeln“. Könnte man nicht bei der Sanierungsplanung für den Landtag einen ähnlichen Raum berücksichtigen?

 

Im Juni wandte ich mich mit einem entsprechenden Vorschlag an den „Bauherrn“, den Landtagspräsidenten Hendrik Hering. Und siehe da – er hat die Idee aufgegriffen. Ein entsprechender Raum soll im Erdgeschoss des Landtagsgebäudes eingerichtet werden. Es läuft bereits die Phase der Gestaltungsplanung, in die auch die Vertreter der Kirchen einbezogen werden sollen (hatte ich in Nackenheim auch gemacht).

Als Politiker fragt man sich ja manchmal, ob man in seiner politischen Laufbahn Spuren hinterlassen hat. Immerhin wird dieser Raum der Stille zumindest eine bauliche Spur von mir sein.

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Sa

03

Aug

2019

DigitalPakt Schule

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Im ersten Schuljahr hatte ich noch Angst, in meinem Ranzen könnte die Schwammdose auslaufen. Schule war damals eben tatsächlich noch „Kreidezeit“. Später als Lehrerin arbeitete ich zu Beginn selbst noch mit Tafel und Kreide. Doch die Digitalisierung bemächtigte sich mit Riesenschritten auch des schulischen Alltags. Als Schulleiterin freute ich mich, dass der Schulträger meine Schule großzügig mit Whiteboards, Laptops und Tablets ausstattete.

Und jetzt erlebe ich als Bildungspolitikerin, wie sogar das Grundgesetz geändert wird, damit der Bund den Ländern finanziell unter die Arme greifen kann – damit diese ihrerseits den Schulträgern Mittel zu Aufbau und Verbesserung der digitalen Infrastruktur der Schulen zur Verfügung stellen können. DigitalPakt Schule nennt sich das Ganze.

Auch der Landkreis Mainz-Bingen profitiert davon. In den nächsten 5 Jahren kann er auf zusätzlich 6 Mio. Euro aus diesem „Topf“ zugreifen. Damit Schülerinnen und Schüler Tafel und Kreide bald nur noch in einem der zahlreichen Heimatmuseen zu Gesicht bekommen.

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Sa

03

Aug

2019

Adios Ávila

Was für ein Anblick! Meine Gastgeber meinten, dieses Bild ihrer nächtlichen Stadt müsse ich unbedingt noch gesehen haben.

Recht haben sie!

Morgen geht es wieder zurück – voll beladen mit jeder Menge unvergesslicher Eindrücke. Aber die verursachen ja kein Übergepäck.

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Mi

31

Jul

2019

Gefräßige Post

Ich gehöre noch zu denen, die gerne Ansichtskarten schreiben – auch wenn das eine Angewohnheit ist, die „aus der Zeit gefallen“ wirken mag. So wollte ich heute die Daheimgebliebenen mit Karten aus Ávila beglücken. Die Karten waren schnell gefunden – die Suche nach Briefmarken gestaltete sich da schon etwas schwieriger (entsprechende Verkaufsstellen halten sich an die Zeiten der Siesta!).

Aber nach erfolgreichem Erwerb der Briefmarken suchte ich erst einmal einen Briefkasten. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass diese beiden gefräßigen Löwenmäuler nur auf meinen Einwurf warteten.

Hoffentlich kommen die schönen Karten wohlbehalten an.

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Di

30

Jul

2019

Allgegenwärtige Kirche?

In Spanien stößt der Liebhaber von Süßigkeiten („dulces“) schon einmal auf eine seltsame Symbiose von Feinbäckerei und Glauben. Das Städtchen Ávila macht da keine Ausnahme. Bei meiner Suche nach einem passenden Mitbringsel stieß ich in einem Laden auf diese „glutenfreien“ Nonnen.

 

Aber auch bei uns zuhause gibt es ähnliche „Symbiosen“ – wie die Vermarktung von Hildegard von Bingen am Beispiel der „Hildegard-Torte“ belegt. Allerdings hat in diesem Fall der Konditor auf eine figürliche Darstellung der Heiligen verzichtet.

Die „Hildegard-Torte“ schmeckt übrigens ganz ausgezeichnet.

 

 

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Mo

29

Jul

2019

Ambivalenz der Kirche

Für die Zeit meines Aufenthalts in Ávila hatte ich eine Bleibe im mittelalterlichen Stadtkern gefunden. Das ermöglichte mir genau das „Eintauchen“, das ich mir gewünscht hatte. Dass Spanien ein vom Katholizismus bestimmtes Land ist, wusste ich schon von früheren Aufenthalten. Hier ist die Mystikerin Teresa von Ávila (1515 – 1582) die „prominenteste“ Exponentin des Glaubens. Bereits auf meinem ersten Stadtrundgang stieß ich auf ihre Skulptur.

Die Lebensgeschichte ihrer Familie ist ein Spiegel der Ambivalenz des Zeitgeistes der „Reconquista“. Ihr Großvater, ein jüdischer Kaufmann, war damals (freiwillig?) zum christlichen Glauben konvertiert. Aber auch der Umgang mit ihr nach ihrem Tod zeigt die Ambivalenz des christlichen Glaubens jener Zeit. So enthält ihr Grab in der Nähe von Salamanca beileibe nicht ihre kompletten sterblichen Überreste. Nein - ihre Gliedmaßen finden sich quasi zerstückelt als Reliquien in halb Europa. Und als sie 1617 vom Papst zur Schutzpatronin Spaniens erklärt wurde, entbrannte sofort ein heftiger Streit.

Immerhin vermerken heute sowohl die katholische, evangelische und sogar die anglikanische Kirche den 15. Oktober als Gedenktag für die heilige Teresa. Und für diesen Tag gilt die Bauernregel „Zu Teres´beginnt die Weinles´“ – wenn da der Klimawandel diese Regel nicht mal hinfällig macht.

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