Aktuelle Meldungen

So

17

Nov

2019

Volkstrauertag

Seit 1952 hat der Volkstrauertag einen festen Platz im deutschen Kalender, Zwei Sonntage vor dem 1. Advent gedenken wir der Toten der beiden Weltkriege. Diesem Gedenken hat sich der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge verschrieben. Die heutige Landesfeier dieses Gedenktags fand in der Binger Basilika Sankt Martin statt. Zusammen mit meinem Mann war ich der Einladung gefolgt.

 

 

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Sa

16

Nov

2019

Bauernprotest

Im Alpenvorland lernte ich schon vor Jahren eine originelle Form des Protests in der Agrarwirtschaft kennen. An ihren Höfen warben Milchbauern mit Aufstellern in Form einer schwarz-rot-goldenen Kuh für faire und auskömmliche Milchpreise. Seit einiger Zeit ist auch bei uns eine andere auffällige Form des Protests von Landwirten und Bauern zu sehen. Mit grünen Kreuzen, die sie gut sichtbar für Autofahrer und Spaziergänger in ihren Wingerten und Obstgärten oder auf ihren Feldern aufgestellt haben, wehren sie sich gegen die Verunglimpfung ihres Berufsstands in der öffentlichen Diskussion als „Naturzerstörer“.

Leider zeugt die Argumentation vieler dieser Gut-Menschen, die Tierhalter und Landwirte so wortreich an den Pranger stellen, von wenig Sachkenntnis. Man sieht sich selbst lieber auf der Seite der Guten – und die Agrarbranche eben auf der Seite der Bösen, die ihrem Profitstreben Tierwohl und Umwelt bereitwillig opfern.

Eine sehr bequeme Haltung – frei nach dem Motto „Was interessieren mich Fakten, wenn ich eine Meinung habe!“. Leider ist dies alles gar nichts Neues. Schon vor Jahrzehnten bediente ein Büttenredner der Mainzer Fassenacht das Klischee vom Bauern, der nur so im Geld schwimmt, mit dem Vers „Kauft nur bei deutsche Bauersleit´- sonst macht Mercedes Kurzarbeit!“.

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Fr

15

Nov

2019

KulturWinterReise 1

Herbert Speyerer, Prof. Dr. Andreas Schmauder, MdL Helga Lerch, Thomas Metz (GDKE), Sven Schillings, Arnold Thieltges u. Günther Bomm (v. l. n. r.)
Herbert Speyerer, Prof. Dr. Andreas Schmauder, MdL Helga Lerch, Thomas Metz (GDKE), Sven Schillings, Arnold Thieltges u. Günther Bomm (v. l. n. r.)

Rheinland-Pfalz hat eine vielfältige Museumslandschaft. Die zu erkunden macht einfach Spaß. Und wenn wir im Landtag über Anliegen der Museen beraten, ist es sicher kein Fehler, diese Museen aus eigener Anschauung zu kennen. Also fasste ich den Entschluss, mich im Winter-Halbjahr auf eine „KulturWinterReise“ zu begeben.

Den Anfang machte ich heute in Koblenz, wo ich zusammen mit meinem Mitarbeiter Matthias Fehl und Parteifreunden aus der Region dem dortigen Landesmuseum einen Besuch abstattete.

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Sa

09

Nov

2019

Schicksalstag

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Als „Schicksalstag der Deutschen“ wird er oft bezeichnet – der 9. November. Und in der Tat markiert er Ereignisse, die richtungsweisend für unsere Geschichte waren. An diesem Tag rief 1918 Philipp Scheidemann von einem Fenster des Berliner Reichstags die erste deutsche Republik aus. Am 9. November 1989 fiel die Mauer, die die Menschen in der DDR von den Deutschen im Westen trennte. Ein 9. November markiert aber auch den Beginn des wohl dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte. 1938 entlud sich – geschürt von einer perfide gelenkten Stimmungsmache – blanker Hass gegen die jüdischen Mitbürger*innen.

Die Aktionen der „Reichskristallnacht“ führten schnurstracks zum Holocaust, dem dann nicht nur Juden zum Opfer fielen. Die wahnwitzigen Vorstellungen von Maß-nahmen zur Erhaltung einer vermeintlichen „Reinheit der arischen Rasse“ führten zum barbarischen Abschlachten von Menschen, die diesen Vorstellungen nicht entsprachen.

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Sa

09

Nov

2019

Mauerfall

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wenn ich heute durch Berlin spaziere, dann habe ich noch die Bilder vor Augen, wie die Stadt beim meinem ersten Besuch aussah. Die Mauer verdeutlichte die Spaltung Deutschlands – und eine Überwindung dieses Zustands schien in unendlicher Ferne zu liegen. War damals die Mauer – noch in tristem Grau und ohne mehr oder minder sinnreiche Graffiti – quasi allgegenwärtig, so ist sie jetzt fast nur noch an in den Boden eingelassenen Markierungen nachvollziehbar.

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Mi

06

Nov

2019

Singendes Rheinland-Pfalz

Wenn wir im Landtag beraten, geht es um mehr als abstrakte Themen. Es geht immer auch um Menschen – Menschen, auf deren Leben sich das Ergebnis unserer Beratungen auswirkt. Wir sollten uns über diese Auswirkungen bewusst sein. Nun sind wir als Abgeordnete nicht Fachleute auf jedem Gebiet, das Gegenstand unserer politischen Arbeit ist. Wir müssen uns also fachkundig machen. Dazu bieten „Parlamentarische Abende“ eine zwanglose Gelegenheit.

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Mo

04

Nov

2019

Mobilität...

war einer der Schwerpunkte der diesjährigen Mitgliederversammlung des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz in Bingen, an der ich heute teilnahm. Das signalisierte bereits die Einladung.

In einem Bundesland, in dem rund ¾ der Arbeitnehmer*innen zwischen Wohnort und Arbeitsstätte pendeln müssen, greifen die überwiegend für urbane Räume diskutierten Vorstellungen kaum – darüber waren sich alle Teilnehmer weitgehend einig. Ländliche Räume brauchen andere Lösungen.

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Mo

04

Nov

2019

Hass und Gewalt...

Bild: pixabay
Bild: pixabay

scheinen in unserer Gesellschaft immer mehr um sich zu greifen. Auch wenn dies nicht das Thema der heutigen Mitgliederversammlung des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz war, griffen es Landtagspräsident Hendrik Hering und Innenminister Roger Lewentz dennoch auf. Beide beklagten eine Verrohung in Teilen der Gesellschaft.

Darunter haben auch Politiker*innen zu leiden. Längst bleibt es in den sozialen Medien nicht bei „Dislikes“. An ihre Stelle treten immer stärker Hass-Postings – bis hin zur Androhung von Gewalt. Geschieht dies meist noch in der Anonymität des Internets, so kommt es immer öfter auch zur tatsächlichen Ausübung verbaler oder gar physischer Gewalt gegen gewählte Volksvertreter.

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So

03

Nov

2019

Bonifatiuswerk

Das Pontifikalamt im Hohen Dom zu Mainz stand auch im Zusammenhang mit dem 170. Geburtstag von Bonifatius, dem „Missionar der Deutschen“. In der Briefmarkensammlung meines Mannes findet sich die 2004 herausgegebene Sondermarke aus Anlass der Wiederkehr seines Todestages. Zu Mainz hatte er eine besondere Beziehung. Immerhin war er von 745 bis 754 dort Erzbischof.

Sein Entschluss, seine englische Heimat zu verlassen und auf dem Festland die Menschen zum christlichen Glauben zu bekehren, prädestiniert ihn geradezu zum Namensgeber für das 1849 gegründete Bonifatiuswerk, das seine Aufgabe heute darin sieht, Menschen in einer zunehmend an profanen Werten ausgerichteten Gesellschaft einen an christlichen Idealen orientierten Wertekompass an die Hand zu geben.

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So

03

Nov

2019

Bischöfe in der Diaspora

Die von Gundula Gause charmant moderierte Feier zur Verleihung des Bonifatius-Preises brachte gleich zu Beginn einige der „weltlichen“ Besucher zum Schmunzeln. Als zum Beispiel die Band „Patchwork“, die schon beim morgendlichen Pontifikalamt im Dom für „flotte“ Musik gesorgt hatte, zu den Instrumenten griff, konnte sich Zbigņevs Stankevičs, Erzbischof von Riga, einige swingende Bewegungen nicht verkneifen. Nicht nur mich erinnerte das an eine Szene aus dem Film „Sister Act“.

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So

03

Nov

2019

Tradition und Moderne

Für mich als evangelische Christin ist die Teilnahme an einem Pontifikalamt im Hohen Dom zu Mainz nichts Alltägliches. Nicht alltäglich war auch der Anlass – nämlich die Eröffnung der „Diaspora-Aktion 2019“. Sie steht unter dem Motto „Werde Glaubensstifter!“ und hat in diesem Jahr insbesondere die Katholiken im Fokus, die in Regionen leben, in denen sie eine religiöse Minderheit darstellen. Dies gilt zum Beispiel für Nordeuropa. Daher wirkten neben dem „Hausherrn“ Bischof Dr. Peter Kohlgraf auch zahlreiche Bischöfe aus den nordischen Ländern beim Zelebrieren des Pontifikalamts mit.

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Do

31

Okt

2019

Visionen für Ludwigshafen

Konrad Reichert, MdL Helga Lerch und Intendant Beat Fehlmann
Konrad Reichert, MdL Helga Lerch und Intendant Beat Fehlmann

Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ist ein Klangkörper, der weit über die Grenzen des Landes hinaus einen exzellenten Ruf genießt. Das belegen nicht zuletzt Weltstars der Opernbühne wie Anna Netrebko, Elīna Garanča oder Juan Diego Flόrez, die bei Tourneen gerne mit diesem Orchester zusammenarbeiten.

Seit gut einem Jahr zeichnet Beat Fehlmann als Intendant für den Philharmonie-Betrieb verantwortlich. Zeit für einen Besuch also.

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Di

29

Okt

2019

Mehr Demokratie wagen...

auch in der Schule. Mit diesem politischen Motto, das die Schülerinnen und Schüler unserer Tage bestenfalls noch aus Berichten über die Zeit des Entstehens der ersten sozialliberalen Koalition der Bundesrepublik Deutschland kennen, könnte man ein Anliegen im Entwurf der Landesregierung zur Änderung des rheinland-pfälzischen Schulgesetzes skizzieren – eines Gesetzes, das im Kern auf das Jahr 2004 zurückgeht.

Unter dem Begriff „Demokratisierung“ ist hier in erster Linie die gesetzliche Verankerung der Mitwirkungsrechte von Schülerinnen und Schülern zu verstehen, was auch meine heutigen Gesprächspartner Jean Matthias Dilg (im Bild links) und Lucas Fomsgaard (im Bild rechts) von der Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV) begrüßen.

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So

27

Okt

2019

Arrivederci Verona

Heute geht es schon wieder zurück. Am Morgen bestand noch einmal die Gelegenheit, sich persönlich von der Stadt zu verabschieden – jener Stadt, mit der ihre Besucher so Unterschiedliches in Verbindung bringen:

  • Dante, den Autor der „Göttlichen Komödie“, der hier lebte.
  • Romeo und Julia, das wohl bekannteste Liebespaar der Weltliteratur.
  • die Opernfestspiele in der Arena di Verona.

Mein Abschiedsfoto entstand an der Etsch (Adige), über die man in die historische Altstadt gelangt. Aber mit diesem Abschied ist keine Sentimentalität verbunden …

... denn ich werde wieder hierher kommen – oder wie es bei meinem „Stamm-Italiener“ in Ingelheim so schön heißt: Alla prossima volta!

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Sa

26

Okt

2019

Noch ein Highlight...

erwartete die Mitglieder des Kreisausschusses des Kreistags Mainz-Bingen am Nachmittag dieses Tages, der in der Stadt mit dem herzlichen Empfang durch die Provinzregierung schon so verheißungsvoll begonnen hatte.

Es ging mit dem Bus in Richtung Monte Baldo – vorbei an den Wassern des Gardasees. In Malcesine vertrauten wir uns der Seilbahn Funivia Malcesine Monte Baldo an, die uns mit ihren drehenden Kabinen (toller Rundum-Blick!) auf 1.760 m Höhe brachte.

Dort erwarteten uns ein grandioses Panorama und eine reizvolle Landschaft mit einer einzigartigen Pflanzenwelt. Beides wird nicht ohne Grund in der Tourismuswerbung in höchsten Tönen angepriesen.

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Sa

26

Okt

2019

Veroneser Impressionen 2

Bereits 1405 kam Verona unter venezianische Herrschaft, die erst 1797 durch den „Frieden von Campoformio“ und das Ende der Republik Venedig nunmehr von den Österreichern abgelöst wurde. Das venezianische Erbe der Stadt Verona begegnet jedem Besucher der Stadt auch an den Marktständen auf der „Piazza delle Erbe“. Hier war schon zu Zeiten der Römerherrschaft das Forum, auf dem sich das öffentliche Leben abspielte. Schon damals dürften Händler dort ihre Waren angeboten haben.

Auch heute ist das Angebot farbenprächtig und verlockend. Und die venezianischen Masken sind zumindest ein beliebtes Fotomotiv.

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Sa

26

Okt

2019

Veroneser Impressionen 1

Das Stadtbild von Verona ist nicht nur durch die Bautätigkeit der Skaliger geprägt, die die Stadt von 1260 bis 1387 regierten und ihr mit dem „Palazzo degli Scaligeri“ einen Prachtbau hinterließen, in dem heute die Provinzregierung Gäste wie die Delegation aus dem Landkreis Mainz-Bingen würdevoll empfängt.

Praktisch um die Ecke zeigt die Säule mit dem geflügelten Löwen, dass die Stadt auch ein venezianisches Erbe hat.

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Sa

26

Okt

2019

Buoni amici...

Helga Lerch mit Manuel Scalzotto
Helga Lerch mit Manuel Scalzotto

sind sie schon seit 1952. Damals begründeten der Landkreis Bingen und die Provinz Verona die erste kommunale Partnerschaft einer Gebietskörperschaft der noch jungen Bundesrepublik. Mit der Verwaltungsreform 1969 entstand der neue Landkreis Mainz-Bingen, der diese Partnerschaft übernahm.

Von Beginn an wurde diese Partnerschaft von den Menschen „gelebt“ – auf der Ebene von Gemeinden, Vereinen und Familien. Dass dies auch künftig so sein wird, daran ließ Manuel Scalzotto, der neue Präsident der Provinz Verona, beim Empfang seiner politischen Gäste im traditionsreichen Ambiente des Skaliger-Palastes keinen Zweifel. Dass es sich dabei nicht um irgendwelche Floskeln handelt, nimmt man dem sympathisch und herzlich auftretenden Gastgeber sofort ab. Und die Tatsache, dass er – nicht zuletzt wegen seines Studiums in Deutschland – perfekt Deutsch spricht, lässt auf zusätzliche Impulse für eine ohnehin schon rege Zusammenarbeit hoffen. Erste Ideen wurden beim heutigen Treffen schon einmal ausgetauscht.

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Do

24

Okt

2019

Und noch einmal Danke!

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz …“ – so ein flapsiger Spruch, wenn man trotz Schmerzen an seinem Arbeitsplatz erscheint. Dies traf gestern auch auf den „Indianer“ Helga Lerch zu, der einen Tag nach einer schmerzhaften mehrstündigen Zahn-OP pflichtbewusst den Arbeitsplatz Landtag aufsuchte, um dort an der Debatte im Plenum teilzunehmen. Wenig Nachtschlaf und eine hauptsächlich aus Pudding bestehende Nahrungszufuhr waren keine solide Grundlage für diesen Tag. Und das Trinkverbot im Plenarsaal (sollte man vielleicht doch noch einmal überdenken!) trug auch nicht gerade zur Stärkung meiner Konstitution bei. Meine Redebeiträge schaffte ich noch – aber dann …

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Mi

23

Okt

2019

Plenarrede zu Regulierungsmethoden des Unterrichtsausfalls

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Mi

23

Okt

2019

Plenarrede zum IQB-Bildungstrend

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Mo

21

Okt

2019

Hebammen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

So romantisch die Vorstellung auch sein mag – es ist nicht Adebar, der die Babys quasi per Luftfracht überbringt. Noch müssen Schwangere ohne seine Hilfe auskommen. Dafür stehen ihnen Hebammen vor, während und nach der Geburt eines neuen Erdenbürgers mit Rat und Tat zur Seite. Das war schon immer so und ist nicht erst eine Errungenschaft der Neuzeit. Der Beruf der Hebamme ist einer der ältesten Frauenberufe – und bereits in Wandmalereien im Ägypten der Pharaonen-Zeit dokumentiert.

 

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Fr

18

Okt

2019

Danke!

Die vier Tage in Athen waren für mich und sicher auch alle anderen Mitglieder der Delegation des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung ebenso aufschlussreich wie angenehm. Dafür möchte ich an dieser Stelle Dank sagen an alle, die dazu beigetragen haben – von der Landtagsverwaltung über unsere Dolmetscherin bis hin zu unseren interessanten Gesprächspartnerinnen und –partnern. Und natürlich auch der Deutschen Botschaft in Athen, die uns zu einem Empfang in den Vorort Vrilissia eingeladen hatte. Selbst Fee, der Hund der Ständigen Vertreterin der Botschaft, Frau Heike Dettmann, stellte dabei geschliffenes diplomatisches Auftreten unter Beweis.

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Fr

18

Okt

2019

Akropolis adieu...

... ist der Titel eines Schlagers, mit dem Mireille Mathieu 1971 beim deutschen Publikum Griechenland-Sehnsüchte weckte. Beim abendlichen Blick von Athens Stadtberg kam mir dieses Lied unwillkürlich in den Sinn. Es war zwar nicht – wie einst getextet – September in Athen. Doch auch mein Aufenthalt im Oktober hat bei mir eine Menge an Eindrücken hinterlassen, die sicher in meine politische Arbeit in heimischen Gefilden einfließen werden.

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Fr

18

Okt

2019

Wege aus der Krise 3

Am letzten Tag unseres Besuchs konnten wir als Mitglieder des Landtagsausschusses für Gleichstellung Frauenförderung noch einen Aspekt der griechischen Krise kennen lernen – und wie man ihr durch persönliches Engagement begegnet. Georgios Vichas (im Bild) verabschiedete gerade eine seiner Patientinnen in der Sozialklinik Elliniko.

2011 richtete eine Gruppe von Ärzten und Apothekern Baracken auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens für die medizinische Versorgung von Menschen her, die durch die Maschen der staatlichen Einheitsversicherung EOPYY gefallen waren. Und das waren in der Krise des Landes immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung. Sie konnten sich diese Versicherung einfach nicht mehr leisten!

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Do

17

Okt

2019

Wege aus der Krise 2

Ihre Häufung im Athener Stadtbild ist schon auffällig. Unsere Gastgeber erklärten den Besuchern vom Landtagsausschuss für Gleichstellung und Frauenförderung, was es mit diesen Kiosken auf sich hat. Denn es sind keine normalen Verkaufsstellen für Touristenbedarf oder ähnliche Artikel.

Früher konnten sich Kriegsversehrte mit solchen Kiosken ein bescheidenes Zubrot verdienen. Heute können Arbeitslose eine Genehmigung für einen Kiosk beantragen und so den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. Und wenn ihr Kiosk sich an einem stark frequentierten Punkt der Stadt befindet, kann sich ihr „Start-up“ zu einer kleinen Goldgrube entwickeln.

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Do

17

Okt

2019

Wege aus der Krise 1

Gleich zu Beginn unseres Athen-Aufenthalts hatte uns das Team von der Obdachlosen-Zeitung „Shedia“ mit den Schattenseiten der griechischen Hauptstadt bekanntgemacht – und mit den Menschen, die durch die Krise des Landes zuerst ihre Arbeit und dann auch noch ihre Wohnung verloren.

Wenn diese Menschen aus Papier Lampen fertigen und diese dann auch noch verkaufen können, ist dies ein erster – wenn auch kleiner – Schritt, der ihnen hilft, nicht auch noch den Glauben an sich selbst zu verlieren.

 

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Do

17

Okt

2019

Griechische Krise

Hier blicken mein Kollege Sven Teuber (SPD) und ich noch entspannt in die Kamera. Doch was uns und den anderen Mitgliedern der Delegation des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung wenig später vom Leiter des Sozialausschusses des griechischen Parlaments an Fakten präsentiert wurde, war ernüchternd.

Von 2009 bis 2016 war das Bruttoinlandsprodukt in Griechenland um 25 % (!) zurückgegangen. Der Staat musste mit einem rigiden Programm gegensteuern: Erhöhung von Steuern und Sozialabgaben bei gleichzeitiger Kürzung der Leistungen der Sozialversicherung. In der Wirtschaft kam es zudem zum massiven Abbau von Arbeitsplätzen. Und als ob dies allein nicht schon zu massiven Problemen in der Gesellschaft geführt hätte, drängten dann auch noch Zehntausende von Flüchtlingen aus Krisenregionen und Kriegsgebieten ins Land.

Welche Wege aus der Krise die Mitglieder einer dermaßen gebeutelten Gesellschaft suchen und auch finden – darüber erfahren Sie mehr in den folgenden Beiträgen auf meiner Website.

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Do

17

Okt

2019

Vorbild Deutschland

OAED-Leiter Protopsaltis bei seinen Ausführungen
OAED-Leiter Protopsaltis bei seinen Ausführungen

Er hat im Augenblick im Land einen Job, um den ihn wohl kaum jemand beneiden wird – Spyridon Protopsaltis, der Leiter der griechischen Arbeitsagentur OAED.

Er schilderte uns – der Delegation des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung – die Herkules-Aufgabe, vor der er steht. Was fand er vor, als er vor 6 Wochen sein neues Amt antrat?

Die Statistiken vermeldeten für das erste Quartal 2019 eine Arbeitslosenquote von 15,4 % bei den Männern und 24,0 % bei den Frauen. Dem gegenüber standen Unternehmen, die händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften suchen. Und genau an dieser Qualifikation mangelt es in dem Heer der Arbeitslosen. Auch bei den Jugendlichen. Berufliche Bildung wurde in Griechenland offenbar lange sträflich vernachlässigt.

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Do

17

Okt

2019

Wenig Frauenpower

Das Bild täuscht. Natürlich hatten wir als Mitglieder des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung bei unserem heutigen Besuch im griechischen Parlament weibliche Abgeordnete als Gesprächspartner. Doch der Frauenanteil unter den Parlamentariern ist nach wie vor erschreckend niedrig.

In der Antike war die Gesellschaft streng patriarchalisch – mit nur geringfügigen Unterschieden in den einzelnen Stadtstaaten. Und auch in der dritten Phase der Umsetzung des Frauenwahlrechts in Europa – nach dem Zweiten Weltkrieg – dauerte es in Griechenland immerhin bis 1952 (!), bis den Griechinnen das uneingeschränkte Wahlrecht eingeräumt wurde.

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Mi

16

Okt

2019

Baustelle Demokratie

Heute stand für den Landtagsausschuss u.a. ein Besuch der Akropolis auf dem Programm. Für Politikerinnen und Politiker, die in einer Demokratie ihr Mandat ausüben, ist das ein ganz besonderer Ort. Wie sagte schon Theodor Heuss 1950 bei der Einweihung einer Schule in Heilbronn:

Es gibt drei Hügel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt …“.

 

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Di

15

Okt

2019

Das andere Athen...

bekamen die Mitglieder des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung gleich nach ihrer Ankunft im Hotel zu Gesicht – auf einer alternativen Stadtführung von „Shedia“, dem Obdachlosen-Magazin, dessen Profilbild auf Facebook sehr aussagekräftig ist (hier links zu sehen).

Wer des Griechischen nicht mächtig ist, erkennt, dass „Shedia“ nichts anderes als „Floß“ bedeutet. Und in der Tat sahen wir auf unserem Gang durch Straßen der Stadt, in die sich wohl kaum ein Tourist verirren würde, immer wieder jene Menschen, die wohl auf ihrer Flucht aus Not und Elend mit solchen oder ähnlichen alles andere als seetüchtigen Transportmitteln hier angekommen waren. Zusammen mit den Griechinnen und Griechen, die Opfer der wirtschaftlichen Misere des Landes geworden sind, bilden sie eine ganz spezielle „community“ gestrandeter Existenzen.

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Di

15

Okt

2019

Nach Athen

Reisen soll ja bekanntlich bilden. Und so verspreche ich mir auch von der Reise des Landtagsausschusses für Gleichstellung und Frauenförderung nach Athen wert-volle Informationen für meine Arbeit in diesem Gremium. Das Programm ist jedenfalls vielversprechend – und hat so gar nichts vom Charakter eines Betriebsausflugs von Parlamentariern auf Kosten des Steuerzahlers.

Ich werde auf dieser Website aus Athen berichten.

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Fr

11

Okt

2019

Gold für Lerch & Strutz

Goldmedaille für Helga Lerch und Walter Strutz! Aber in welcher Disziplin? Nein – es handelt sich nicht um eine Auszeichnung für sportliche Leistungen. Heute erhielten wir beide die Ehrenmedaille des Landkreises Mainz-Bingen für unser langjähriges kommunalpolitisches Engagement.

Für unser Auftreten im Kreistag attestieren uns die Vertreterinnen und Vertreter anderer politischer Gruppierungen – ebenso wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung – eine Haltung, die Engagement in der Sache mit Respekt vor dem Andersdenkenden verbindet. Für Liberale eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dass bei unserer rheinhessischen Herkunft dabei der Humor nicht auf der Strecke bleibt, ist unser Beitrag zur Entkrampfung hitziger Debatten.

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Do

10

Okt

2019

Musikgenuss

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Mit ihrer 80 Meter hohen Kuppel ist sie sicher einer der auffälligsten Sakralbauten im Mainzer Stadtbild – die Christuskirche. Ihr Inneres bietet aber auch ein ganz besonderes Ambiente für musikalische Aufführungen.

Davon konnte ich mich mit meinem Mann heute wieder einmal überzeugen. Das LandesJugendOrchester Rheinland-Pfalz (LJO) hatte in einer zweiwöchigen Arbeitsphase in der Landesmusikschule Engers ein anspruchsvolles Programm einstudiert, das von der „Carmen Suite“ (Georges Bizet) bis hin zu den „Enigma Variationen“ (Edward Elgar) reichte. Dazwischen eingebettet war ein Auftritt der belgischen Star-Flötistin Gaby Pas-Van Riet, die mit dem LJO das „Concerto Symphonique“ ihres Landsmanns Hendrik Waelput darbot. Als dann noch der Dirigent Enrico Delamboye – übrigens ein gebürtiger Wiesbadener – das LJO zu einem in atemberaubenden Tempo vorgetragenen Klassiker der „Last Night of the Proms“ aus Henry Woods „Fantasia on British Sea Songs“ anspornte, war auch dem letzten Besucher klar geworden, zu welchen Leistungen diese jungen Musikerinnen und Musiker fähig sind. Das Durchschnittsalter des Ensembles liegt übrigens bei 16 Jahren! Und für so manches ehemalige Mitglied des 1973 entstandenen LJO startete dort eine musikalische Karriere.

Allen, die dieses Konzert nicht miterleben konnten, empfehle ich die Links in diesem Beitrag.

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Mi

09

Okt

2019

Gewalt gegen Frauen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Am 01.02.2018 wurde in Deutschland die Istanbul-Konvention in geltendes Recht überführt. Grundlage ist das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt – ein völkerrechtlich verbindliches Instrument für den gesamten europäischen Raum.

In Art. 22 dieser Konvention ist festgeschrieben, dass es für alle von geschlechtsspezifischer Gewalt Betroffenen Hilfseinrichtungen geben muss, die gut erreichbar und mit angemessenen Ressourcen ausgestattet sind.

Der Frauennotruf Mainz ist eine solche Einrichtung, die auch vom Landkreis Mainz-Bingen unterstützt wird. Mit Frau Eva Jochmann führte ich heute ein Gespräch über ihre Arbeit. Natürlich waren wir uns darüber einig, dass der persönliche Kontakt zwischen ihr und den Hilfesuchenden im Vier-Augen-Gespräch das Beste wäre. Doch scheuen viele Betroffene diesen Schritt. Die anonyme Kontaktaufnahme per Telefon ist dagegen mit einer niedrigeren Hemmschwelle verbunden. Eine Beratung und Hilfestellung wird auch auf diesem Weg gegeben.

Die „MeToo“-Debatte hat einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt, dass Frauen und Mädchen auch in unserem Land – unabhängig vom Kulturkreis, aus dem sie stammen – nicht nur Opfer körperlicher Gewaltanwendung oder sexueller Übergriffe werden können. Das ehrenamtliche Team des Frauennotrufs kennt auch die seelischen Verletzungen der Betroffenen, die um Hilfe suchen.

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So

06

Okt

2019

Reisekönigtum

Wenn Kanzlerin Merkel wegen eines defekten Regierungsfliegers erst verspätet zu einer Konferenz erscheinen kann, setzt in den Medien gleich ein großes Wehklagen über veraltetes Fluggerät ein. Solche Probleme hatten die Regierenden des Mittelalters sicher nicht. Ihre Tagesreisen waren auf die Distanz beschränkt, die mit Pferden und Ochsengespannen zurückgelegt werden konnte. Sie waren also im wahrsten Sinn des Wortes dauernd „auf Achse“. Eine Hauptstadt brauchten sie daher auch nicht. Dafür aber „Pfalzen“, wo sie ihre Regierungsgeschäfte abwickeln konnten.

In Ingelheim befand sich eine solche „Pfalz“, wo sich nicht nur Karl der Große gerne aufhielt. Ihre Reste sind bis heute im Stadtbild zu sehen und werden auch von Touristen bewundert.

Eine zusätzliche Attraktion ist sicherlich die Ausstellung „Der charismatische Ort“, die dem Besucher vor Augen führt, wie „Regieren“ damals funktionierte. Nach meinem heutigen Besuch kann ich diese Ausstellung wärmstens empfehlen. Sie bietet nicht nur einen reizvollen Blick in die Vergangenheit. Sie regt auch zum Nachdenken an … zum Beispiel darüber, ob die heutigen Möglichkeiten, Politik zu „machen“, wirklich in allen Punkten besser sind als damals. Zumindest hatten die "Politikmacher“ damals mehr Zeit zum Reflektieren über ihre Tätigkeit. Diese Zeit vermisse ich heute manchmal

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So

06

Okt

2019

Frauenpower

Zum 16. Mal wollten heute Unternehmerinnen aus dem Kreis Mainz-Bingen im Rahmen einer Messe ihr Angebot einem breiten Publikum präsentieren. Leider war der Besucherandrang recht überschaubar. Ein Grund war sicher, dass man wegen der Verlegung des verkaufsoffenen Sonntags auf einen ungewohnten Termin ausweichen musste. Und zu allem Überfluss meinte es der Wettergott nicht gut mit den Ausstellerinnen.

Da hatte das Besucherinnen-Trio aus Angela Schneider-Braun (im Bild rechts), der Leiterin des Büros für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung in unserem Landkreis, Daniela Schmitt (Bildmitte), der Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, und mir es drinnen im Kreishaus erheblich angenehmer als diejenigen Ausstellerinnen, die ihre Stände im Außenbereich aufgebaut hatten.

Auch wenn Petrus sich heute eher von seiner unfreundlichen Seite zeigte … wir alle drei werden die tatkräftigen Unternehmerinnen jedenfalls nicht im Regen stehen lassen!

 

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Fr

04

Okt

2019

Meisterpflicht

Das waren noch Zeiten, als diese Marke genügte, um einen Brief portogerecht zu frankieren … und zur Eröffnung eines Handwerksbetriebs die Meisterpflicht gefordert war.

Zumindest auf Letzteres sprach mich heute meine Friseurin an. Sie klagte darüber, dass heutzutage „Hinz und Kunz einen Friseurladen aufmachen können“. Und die Qualität sei dann dementsprechend. Wie denn die FDP das sehe, wollte sie von mir wissen.

2004 hatte die Bundesregierung unter Kanzler Schröder aus arbeitsmarktpolitischen Gründen für eine Vielzahl von Gewerken in der Handwerksordnung die Meisterpflicht abgeschafft. Unter dem Aspekt der Qualitätssicherung in meinen Augen keine gute Entscheidung. Dass die jetzige Bundesregierung mit der Wiedereinführung der Meisterpflicht in einigen Gewerken gegensteuern will, finde ich gut. Noch (!) zählt das Friseurhandwerk nicht dazu.

Auf Landesebene hat die FDP aber bereits das umgesetzt, was sie vor der Wahl versprochen hatte – nämlich die finanzielle Unterstützung derjenigen, die sich als Meister selbstständig machen wollen. Und Qualität „von Meisterhand“ ist gerade im Friseurhandwerk etwas, was ich all denen empfehle, die mich danach fragen, zu welcher Friseurin ich denn gehe. Eine gute Frisur ist zwar noch kein Indiz für gute politische Arbeit einer Mandatsträgerin – aber sie schadet auch nicht …

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Do

03

Okt

2019

Lehrer-Star von morgen?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Eigentlich bin ich ja nicht der Typ, der gebannt vor dem Fernseher sitzt, um ein Sportereignis zu verfolgen. Und mein heutiges Interesse an der Leichtathletik-WM in Doha war auch eher der Tatsache geschuldet, dass im Zehnkampf Niklas Kaul antrat. Seinen Vater Michael kenne ich als Referatsleiter in der Gymnasialabteilung des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums. Und spätestens mit dem ersten Speerwurf seines Sohnes war bei mir aus reiner Neugier echtes Mitfiebern geworden.

Dass dieser jüngste „König der Athleten“ aus Rheinhessen – also meiner Region – kommt, ist natürlich ein schöner Aspekt. Dass dieser junge Mensch zudem aber bereits eine ungewöhnlich gereifte Persönlichkeit ist, erscheint mir als ehemalige Lehrerin und Schulleiterin noch viel interessanter. Denn Niklas Kaul will Lehrer werden und studiert Sport und Physik. Und dass er als Schüler bereits für seine Teilnahme am Wettbewerb „Jugend debattiert“ der Hertie-Stiftung ausgezeichnet wurde, lässt mich auf einen künftigen Pädagogen hoffen, der seinen Schülerinnen und Schülern eine ganze Menge mitgeben kann

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Mi

02

Okt

2019

Wir sind das Volk...

In meiner Zeit als Sozialkundelehrerin versuchte ich meinen Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Unterrichtsreihe „Von der Teilung zur Wiedervereinigung“ die wohl interessanteste Epoche deutscher Nachkriegsgeschichte näherzubringen. Prominente Zeitzeugen wie Egon Bahr waren dabei zu Gast. Bei einem Berlin-Aufenthalt konnten sie im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen nach-vollziehen, wie der SED-Staat mit seinen Gegnern umgegangen war. Mit zunehmendem zeitlichem Abstand zu den Ereignissen, die schließlich zur „Wende“ führten, drohen diese in Vergessenheit zu geraten. Was können Jugendliche heute zum Beispiel mit dem Motiv dieser Briefmarke anfangen?

Auch jetzt als Politikerin versuche ich, im Rahmen meiner Möglichkeiten gegen dieses Vergessen anzugehen. Manchmal bedarf es dazu noch nicht einmal großer Aktionen. So habe ich heute als Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kreistag Mainz-Bingen einen Antrag zur Präsentation einer Ausstellung im Foyer des Ingelheimer Kreishauses überbracht. Diese Ausstellung soll auf Plakaten wesentliche Aspekte des Wegs hin zur „Friedlichen Revolution“ beleuchten. Aber auch die Bedeutung des mit der „Wende“ einhergehenden Umbruchs für die Menschen in der ehemaligen DDR soll dabei thematisiert werden.

Den Text des Antrags finden Sie auf der Homepage unserer Fraktion.

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So

29

Sep

2019

Lecker, lecker...

Wenn man schon an einem Sonntag auf die Kochkünste des Ehemanns verzichtet und stattdessen das Freilichtmuseum in Bad Sobernheim aufsucht, dann sollte man dem Daheimgebliebenen wenigstens ein adäquates Souvenir mitbringen.

Und wenn dann dort beim „Tag der offenen Tür“ der „Backes“ beschickt wird, fällt die Wahl eines passenden Mitbringsels nicht schwer.

Aber auch sonst gibt es in diesem Freilichtmuseum allerhand zu sehen – und bei der Vorführung alter Handwerkskünste auch zu erleben. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall – für Eltern und Kinder!

Neugierig geworden? Dann informieren Sie sich doch einfach einmal auf www.freilichtmuseum.rlp.de.

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Fr

27

Sep

2019

Junge Talente fördern...

... kann man in der Schule zum Beispiel dadurch, dass ihnen die Möglichkeit eingeräumt wird, das Fach, für das sie sich als besonders talentiert erwiesen haben, als Hauptfach zu wählen. Am Landeskunstgymnasium Alzey ist dies der Fall.

Dort können Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9, die einen besonderen Schwerpunkt auf das Fach „Kunst“ legen wollen, sich um einen Platz bewerben. Dazu müssen sie eine Arbeitsmappe vorlegen, mit der sie ihre künstlerische Begabung unter Beweis stellen. Dazu gibt es noch eine Aufnahmeprüfung.

Wenn diese Hürden genommen sind, haben sie damit einen der begehrten Plätze ergattert. Und dass ein solcher Platz so begehrt ist, liegt unter anderem daran, dass dieses Gymnasium in seiner Form einzig ist – in ganz Deutschland!

Grund genug für mich als Bildungspolitikerin aus der Region, mir diese Einrichtung einmal näher anzuschauen.

Und was mir Schulleiterin Dagmar Ried zeigte, hat mich zutiefst beeindruckt. Die talentierten jungen Künstlerinnen und Künstler werden nicht nur ermuntert, ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen. Ihnen wird zugleich eine Menge an handwerklichen Fähigkeiten vermittelt, wie sie ihre Vorstellungen in die Praxis umsetzen können. Dabei wird auch fächerübergreifend – Kunst ist schließlich nicht das alleinige Fach – unterrichtet. Im Chemie-Unterricht lernen die jungen Talente zum Beispiel viel über Farbpigmente und deren mögliche Veränderungen durch den Maluntergrund oder Lichteinwirkung.

Wie groß die Bandbreite der künstlerischen Tätigkeit der Schülerinnen und Schüler ist, zeigt eindrucksvoll ein von einer Gruppe im Herbst 2016 erstellter Trailer, der auf YouTube zu sehen ist.

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Do

26

Sep

2019

Erntedank

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Herbstzeit ist Erntezeit. Und in vielen ländlich geprägten Regionen haben sich die unterschiedlichsten Traditionen des Danks für eine gute Ernte herausgebildet.

Doch längst ernten Landwirte, Bauern und Winzer nicht nur die Produkte ihrer mühevollen und mit unkalkulierbaren Risiken behafteten Arbeit. – sondern auch massive Kritik von Seiten der Konsumenten dieser Produkte. Mit der moralinsauren Attitüde des Gutmenschen wird da die gesamte Landwirtschaft in zwei Kategorien eingeteilt: ökologisch arbeitend = gut, konventionell arbeitend = böse. Wenn es so einfach wäre...

Wer wie ich in dieser Woche mit dem Auto in die Stadt Mainz hineinfuhr, dem fielen am Straßenrand zahlreiche grüne Kreuze auf. Sie waren ein unübersehbares Zeichen des Protests der in der Landwirtschaft Tätigen. Sie sind es leid, sich als „böse Buben“ an den Pranger stellen zu lassen. Insektizide, Pestizide, Herbizide, Mineraldünger – alles „Teufelszeug“, das doch nur die Umwelt belastet? Und den Rückgang der Bienenpopulation haben sie doch auch zu verantworten?

Wenn in einer solchen Stimmungslage sich auch noch die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner diesen Agrar-Kritikerin anzubiedern scheint, ist es umso wichtiger, wenn der zuständige rheinland-pfälzische Minister kraftvoll dagegenhält. Das hat Dr. Volker Wissing bei der Agrarministerkonferenz mit klaren Worten getan – auch eine Art von Erntedank!

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Mi

25

Sep

2019

Menschenwürde ... nicht für Politiker?

Bild: pixabay
Bild: pixabay

In diesem Jahr feiert unser Grundgesetz seinen 70. Geburtstag. Als es 1949 beraten wurde, hatten die Parlamentarier zweifelsohne noch all die Schrecken der menschenverachtenden Schrecken der NS-Herrschaft vor Augen. Und so formulierten sie in Artikel 1 des Grundgesetzes unmissverständlich als Leitmotiv:

"Die Würde des menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt...".

Gilt dieser Schutzanspruch auch für diejenigen, die in unserem Land sich durch die Übernahme eines politischen Mandats in den Dienst der Allgemeinheit stellen?

Ein Urteilsspruch des Berliner Landgerichts lässt daran zumindest massive Zweifel aufkommen. Die Kammer wies eine Klage der Grünen-Politikerin Renate Künast ab, die in den Sozialen Medien in übelster Weise als „Stück Scheiße“, „Sondermüll“ und „Geisteskranke“ (die noch schlimmeren Formulierungen möchte ich hier lieber nicht wiedergeben!) beleidigt wurde. In ihrer Urteilsbegründung ordneten die Richter die diffamierenden Äußerungen des anonymen Verfassers als „den Rahmen des Zulässigen nicht überschreitend“ ein.

Meine Auffassung ist klar:

Artikel 1 des Grundgesetzes bindet mit seiner Verpflichtung zum Schutz der Menschenwürde ausdrücklich alle staatliche Gewalt – also auch die Rechtsprechung! Mit ihrem Urteil haben diese Richter sich nicht nur gegen die Klägerin gestellt und damit Politikerinnen und Politiker quasi zum Freiwild für verbale Attacken erklärt. Sie haben sich auch gegen ein elementares Prinzip unserer Verfassung gestellt und das Vertrauen in den Rechtsstaat erschüttert.

 

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Mo

23

Sep

2019

Wir sind dann mal weg...

Bild: pixabay
Bild: pixabay

... zur „Fridays for Future“-Demo! So ähnlich wie auf dem Bild könnte es dann in dem einen oder anderen Klassensaal aussehen.

Wie aber sollen die Schulen mit dieser Situation umgehen? Auf der Suche nach einer Antwort verweist die Kultusministerkonferenz auf ihre Beschlusslage – doch die stammt von 1973, als noch kaum jemand vom Klimawandel sprach. In meiner Zeit als Regionale Fachberaterin (1997 – 2008) wäre ich sicher von den Schulen in meinem Betreuungsbereich auf die Problematik des Umgangs mit demonstrationswilligen Schülerinnen und Schülern angesprochen worden. Was würde ich ihnen heute sagen?

Wahrscheinlich hätte ich ihnen das Beispiel des Leiters des Oppenheimer Gymnasiums zur Nachahmung empfohlen. Ihn besuchte ich heute, da er mir den Erweiterungsbau seiner Schule einmal persönlich zeigen wollte. Auf „Fridays for Future“ angesprochen legte er mir seine Vorgehensweise dar. Und nach der gilt primär die Schulpflicht – auch wenn das Anliegen der Demonstrationswilligen im Kern noch so verständlich sein mag. Dies habe er im Vorfeld Schüler- und Elternschaft wie auch dem Kollegium dargelegt und damit für Klarheit gesorgt.

Als Politikerin und ehemalige Sozialkundelehrerin möchte ich an dieser Stelle zudem die engagierten Jugendlichen zu einem kritischen Hinterfragen der Motive der Initiatoren von „Fridays for Future“ (FFF). Da genügt schon ein Blick auf den FFF-Auftritt bei Facebook vom 24. März. Dort heißt es wörtlich „Wir müssen die Schule bestreiken, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken …“. Die Schule als die Institution, gegen die sich die Streiks richten? Und im gleichen Beitrag findet sich ein Bild von einer FFF-Demo. Darauf groß ein handgemachtes Plakat „SYSTEM CHANGE NOT CLIMATE CHANGE“. Also die unverhohlene Forderung nach einem Systemwechsel!

Dazu passt das, was ich am letzten Freitag als Augen- und Ohrenzeuge der FFF-Demo in Mainz erlebte – nämlich Sprechchöre „Revolution“ und eine aggressive Grundstimmung.

Daher mein Appell an die Jugendlichen, denen es wirklich um mehr Klimaschutz geht: Lasst euch nicht von Agitatoren missbrauchen, die in Wahrheit ganz andere Ziele verfolgen!

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Do

19

Sep

2019

Plenarrede zur Neuordnung der Universität Koblenz-Landau

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Do

19

Sep

2019

Plenarrede zum AfD-Antrag "Bildungswende"

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Mi

18

Sep

2019

Plenarrede zur Kulturpolitik

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Mo

16

Sep

2019

Bauhaus

Heute war ich einer Einladung des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz gefolgt. Dieser Tag stand ganz unter dem Motto „Bauhaus“.

100 Jahre Bauhaus waren für die Bundespost Anlass für die Herausgabe einer Sondermarke aus der Serie „Design aus Deutschland“. Beim Betrachten der Marke fällt einem natürlich der klassische Bauhaus-Stil des Gebäudes ins Auge. Aber der Schriftzug „Bauhaus“ auf dem Gebäude zeigt noch ein weiteres charakteristisches Merkmal des „Bauhaus-Stils“ – die damals geradezu revolutionär erscheinenden Schrift-Typen.

Dass der Museumsverband Rheinland-Pfalz beim heutigen Museumstag in der Gutenberg-Stadt Mainz der „Bauhaus-Schrift“ breiten Raum widmete, ist folglich naheliegend. Und die Exponate im Gutenberg-Museum führten uns vor Augen, wie diese klare Schrift in all ihren Anwendungen Ästhetik und Praktikabilität aufs Beste vereint – bis heute!

Und wer diese Schrift noch nicht in der Fonts-Sammlung seines PC haben sollte – kostenlose Downloads sind verfügbar.

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Sa

14

Sep

2019

2 x Grund zum Feiern

Gleich doppelten Anlass zum Feiern gab es heute im Merkurweg in Mainz-Finthen. Die dortige Freie Waldorfschule Mainz konnte mit Stolz auf ihre Anfänge vor 40 Jahren zurückblicken. Gleichzeitig konnte man an 100 Jahre Waldorf-Pädagogik erinnern.

Alles begann damit, dass 1919 der Direktor der Stuttgarter Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik den Anthroposophen Rudolf Steiner mit dem Aufbau einer Schule für die Kinder seiner Mitarbeiter betraute. Seine schulischen Vorstellungen bedeuteten einen totalen Bruch mit dem Schulsystem des untergegangenen Kaiserreichs. 

Steiners Schule auf der Uhlandshöhe war die erste Gesamtschule in Deutschland. Heute gibt es in Deutschland 245 Waldorf-Schulen (Stand 2018). Grund genug für mich, mich heute in die Schar der Gratulanten einzureihen.

Ich sehe in den Waldorf-Schulen - wie überhaupt in allen Freien Schulen – eine wertvolle Bereicherung des bildungspolitischen Angebots. Denn dieses Angebot sollte von Vielfalt geprägt sein – und nicht von nebulöser Einheitlichkeit. Warum? Weil jedes Kind verschieden ist!

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Do

12

Sep

2019

Berlin – janz stille

In ihrem Lied „Ich hab so Heimweh nach dem Kurfürstendamm“ beschreibt Hildegard Knef in einer Zeile so „Berliner Tempo, Betrieb und Tamtam!“. Das war der Zustand, als die Stadt noch geteilt war. Heute gilt diese Charakterisierung noch weit mehr. Auch die rheinland-pfälzische Landesvertretung bot beim Sommerfest mit rund 2.500 Gästen sicher keine Oase der Ruhe. Gibt es eine solche überhaupt in der Hauptstadt? Ja – es gibt sie. Und zwar an einer Stelle, wo sie die wenigsten vermuten würden. Im Brandenburger Tor!

1993 konstituierte sich in der nunmehr wiedervereinigten Stadt ein Initiativkreis, der einen „Raum der Stille“ einrichten wollte. Vorbild war ein Raum, den 1954 Dag Hammerskjöld, der damalige UNO-Generalsekretär, am Sitz der Vereinten Nationen in New York für die Mitarbeiter als Meditationsraum schuf. Am 27. Oktober 1994 wurde das Berliner Pendant eines solchen Raums im Brandenburger Tor eröffnet. Es ist ein schlichter Raum, dessen Lage an der ehemaligen Trennlinie zweier sich feindlich gegenüberstehender Systeme zusätzlichen Symbolcharakter hat. Die ursprüngliche Symbolik als Ort der Stille kommt in dem von P. Franz Prentke geschaffenen Relief klar zum Ausdruck.

Schirmherrin der Initiative zur Einrichtung dieses ungewöhnlichen Raumes war damals übrigens die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses. Warum ich das erwähne? Nun – bei besagter Person handelt es sich um Hanna-Renate Laurien. Und die ist für Rheinland-Pfälzer keine Unbekannte. Schließlich war sie vor ihrem Weggang nach Berlin von 1976 bis 1981 Kultusministerin unseres Bundeslandes. Und während dieser Jahre wohnte sie in Nackenheim – wo ich bis zu meinem Eintritt in den Landtag Schulleiterin war.

Mein heutiger Besuch im „Raum der Stille“ hier in Berlin hatte von daher auch eine gewisse symbolhafte Bedeutung.

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Mo

09

Sep

2019

„Berlin, Berlin …

wir fahren nach Berlin!“. So klingt es bei DFB-Pokalspielen auf den Rängen, wenn die Fans hoffen, dass ihre Mannschaft das Pokalfinale im Berliner Olympiastadion erreicht. Meine Motivation für die heutige Fahrt nach Berlin war ganz anderer Art – nämlich die Teilnahme an einer gemeinsamen Sitzung der rheinland-pfälzischen FDP-Landtagsfraktion mit den FDP-Bundestagsabgeordneten aus unserem Bundesland. Und bei der Gelegenheit durften wir natürlich auch beim Sommerfest in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung nicht fehlen.

Fehlen durfte auch nicht mein Berliner Bär „Steppke“, ein Geschenk meines Mannes, das er vor Jahrzehnten im „KaDeWe!“ erworben hatte. „Steppke“ besuchte denn auch gleich einmal seine heutigen Kollegen in dem berühmten Konsumtempel. Deren Outfit kommentierte er typisch berlinerisch „Nicht mal Krone un Schärpe hamn´se – kieken aus wie Knastbrüder …“.

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So

08

Sep

2019

Stars von morgen?

Viele der Musikschaffenden, die uns heute bei Konzerten begeistern, verzeichnen in ihrer Vita die erfolgreiche Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Dass darunter überproportional viele Preisträger aus dem vergleichsweise kleinen Bundesland Rheinland-Pfalz kommen, ist überaus erfreulich.

Heute brachten einige dieser hoffnungsvollen Talente bei einem Konzert in Schloss Waldthausen in Budenheim Kostproben ihres Könnens zu Gehör. Dass die dargebotene Leistung bei aller erkennbar vorhandenen Begabung auch das Ergebnis konsequenten disziplinierten Übens ist, versteht sich von selbst. Doch in den Gesichtern der Jugendlichen war gleichzeitig auch die Freude abzulesen, die ihnen ihr Hobby bereitet. Ein Hobby, das vielleicht einmal zum Beruf werden kann.

Und dafür von mir schon jetzt:

   toi, toi, toi!

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Fr

06

Sep

2019

KiTa-Kongress

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Heute war ich wieder in Sachen „Kita-Gesetz“ unterwegs. Es ging nach Koblenz, wo in der dortigen Hochschule der V. KiTa-Kongress stattfand. Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig referierte zum Kita-Zukunftsgesetz für Rheinland-Pfalz, das nach langen Debatten nun endlich auf den Weg gebracht werden konnte. Der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz nutzte seinen Heimvorteil zu einigen süffisanten Ausführungen zu einem „guten“ Kita-Gesetz.

Auf der Rückfahrt von Koblenz saß ich im Zug und ließ die ganzen Debatten noch einmal vor meinem geistigen Auge Revue passieren. Und da kam mir das Lied „Sind so kleine Hände“ in den Sinn. Die Idee zu diesem Lied war seiner Schöpferin Bettina Wegner nach eigenem Bekunden übrigens auch auf einer Zugfahrt gekommen.

Und ich musste mit Bedauern feststellen, dass die Debatten der letzten Monate sich viel zu wenig um die gedreht hatten, um die es eigentlich gehen sollte – die Kinder!

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Di

03

Sep

2019

Resilienz

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Es scheint eine fast schon unvermeidliche Begleiterscheinung unserer immer „dynamischeren“ Zeit zu sein: Stress! Stress macht krank. Eine immer größere Zahl von Menschen leidet an „Burnout“. Doch was genau sind das für Krankheiten, die von Stress ausgelöst werden? Welche Mechanismen spielen sich in unserem Körper bei diesen Erkrankungen ab?  Wie können sie diagnostiziert werden? Welche Therapien können helfen? Und gibt es effektive Präventionsmaßnahmen gegen diese Erkrankungen, bei denen sich die Betroffenen einem Druck ausgesetzt sehen, unter dem sie zu zerbrechen drohen?

Eine Fülle von dubiosen Ratgebern und Wundermitteln überflutet derzeit einen aufnahmebereiten Markt.

Einen seriösen Ansatz hingegen wählt das Resilienz Zentrum Mainz (DRZ). Es widmet sich der Forschung zur Aufrechterhaltung und/oder Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach mit Stress einhergehenden Lebenssituationen.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Klaus Lieb und Dr. Donya A. Gilan erfuhr ich, dass die Bemühungen des DRZ dabei auf Möglichkeiten zur Veränderung unserer Lebens- und Arbeitsumstände abzielen, die auf eine Stärkung der Resilienz hinauslaufen. Und dabei haben die Wissenschaftler auch den schulischen Bereich im Fokus, was meine Neugier ganz besonders weckte.

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Sa

31

Aug

2019

Neuer Intendant

Mit einem Theaterfest feierte das Schlosstheater Neuwied heute die Amtseinführung seines neuen Intendanten Lajos Wenzel. Viele Gäste waren geladen und wurden von dem „Neuen“ mit launischen Worten begrüßt. Kultusminister Prof. Dr. Konrad Wolf wurde gleich einmal darauf hingewiesen, dass das Schlosstheater ja auch die Bezeichnung „Landesbühne Rheinland-Pfalz“ führe. Dieser nahm den schelmischen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung finanzielle Unterstützung denn auch augenzwinkernd zur Kenntnis.

Und als am Rednerpult der „Alte“ (Walter Ullrich) und der „Neue“ (Lajos Wenzel) die Harmonie des Stabwechsels für jeden erkennbar machten, war dies schon ein bewegender Moment. Auch wenn der „Neue“ durchaus der Enkel des „Alten“ sein könnte – beide sind Theatermacher vom gleichen Schlag. Das Publikum in der Region wird es mit Freude registriert haben.

Die anschließende Premiere von „Comedian Harmonists“ war ein Beleg dafür, wie man ohne überzogene Modernismen ein hochaktuelles Thema (Antisemitismus) auf die Bühne bringen kann – am Beispiel der legendären Gesangsgruppe, die letztlich auseinanderbracht, weil drei ihrer sechs Mitglieder Juden waren. Nach Hitlers Machtergreifung wurde die Freundschaft dieser frühen „Boygroup“ auf eine echte Bewährungsprobe gestellt, der sie nicht standhielt. Ihr Song „Ein Freund, ein guter Freund“ konnte da nur noch makaber erscheinen 

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Do

29

Aug

2019

Nicht schon wieder...

Antisemitismus-Beauftragter Dieter Burgard mit Helga Lerch
Antisemitismus-Beauftragter Dieter Burgard mit Helga Lerch

In unserem Bundesland Rheinland-Pfalz liegen mit Mainz, Speyer und Worms die drei SchUM-Städte, die sich derzeit publikumswirksam um eine Anerkennung als UNESCO-Welterbe bemühen. Sie berufen sich dabei auf die jahrhundertelange Tradition jüdischer Gelehrsamkeit, die diese Städte prägte. Doch wie sieht das Hier und Heute jüdischen Lebens an den Ufern des Rheins aus? Wenn es schon eines „Antisemitismus-Beauftragten“ in unserem Bundesland bedarf, dann kann die Antwort sicher nicht ungeteilt positiv ausfallen.

Und wenn der heutige „Tag der Prävention“ den Antisemitismus zum Thema hat, dann hat das tiefliegende Gründe – nämlich eine nicht zu leugnende latente Voreingenommenheit gegen das Judentum und den Staat Israel in bestimmten Teilen unserer Gesellschaft. Wie politische Kräfte sich diese Ressentiments zunutze machen können, zeigte in beklemmender Art und Weise der Film „Jud Süß“, der den Besuchern der Veranstaltung gezeigt wurde. Das perfide Juden-Bild, das dieses Machwerk zeichnete, war für viele Deutsche im Dritten Reich quasi die moralische Rechtfertigung für das Wegschauen beim Holocaust.

Dieter Burgard wäre froh, wenn er sagen könnte „Ich werde in dieser Funktion nicht mehr gebraucht“. Die Realität – auch im eher beschaulichen Rheinland-Pfalz – belehrt uns eines Besseren.

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Mi

28

Aug

2019

Vorfreude

Irgendwie haben wir uns als Landtagsabgeordnete an unser „Provisorium“ im Landesmuseum gewöhnt. Als aber Landtagspräsident Hendrik Hering uns heute zum Richtfest am Sanierungsprojekt „Deutschhaus“ einlud, waren Neugier und Vorfreude gleichermaßen groß. 

Wie so oft bei wichtigen Ereignissen, bewies der Herrgott wieder einmal, dass er „en Meenzer“ ist und sorgte für ideales Wetter. Bei der Besichtigung des kernsanierten Innenbereichs standen zwei Bereiche im Fokus des Interesses: der künftige Plenarsaal als unser parlamentarischer Arbeitsplatz...

...und das großzügig dimensionierte Landtags-Restaurant (das übrigens für Jedermann zugänglich sein wird).

Ich bin gespannt, wie sich das kulinarische Angebot auf die Debattenkultur auswirken wird.

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Di

27

Aug

2019

Freie Schulen

"Bildung braucht Vielfalt“ – unter diesem Motto stand die feierliche Gründung der Arbeitsgemeinschaft Freie Schulen Rheinland-Pfalz/Saarland. Und dass dieser Akt im Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtags vollzogen wurde, gab dem Ganzen einen Rahmen, mit dem wohl auch die Initiatoren nicht gerechnet hatten.

Schulen in freier (also nicht-staatlicher) Trägerschaft stellen eine wichtige Ergänzung des Bildungsangebots dar. Von den Kritikern dieser als „teure Privatschulen für die Kinder von Reichen“ dargestellten Einrichtungen wird dabei gerne übersehen, dass die Einrichtung solcher Schulen bereits in den Freiheitsrechten des Grundgesetzes verankert ist (Artikel 7). Die Formulierung dieses Artikels geht übrigens auf einen prominenten Liberalen zurück: Theodor Heuss!

Es freute mich als Liberale daher ganz besonders, dass der Verfassungsrechtler Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio in seinem Festvortrag genau diese nunmehr 70-jährige Tradition der Privatschulfreiheit thematisierte.

Ja – Bildung braucht Vielfalt! Und Freie Schulen sind unverzichtbarer Bestandteil dieser Vielfalt! Und da unterscheide ich mich eben von jenen Bildungspolitikern, die die „Einheitsschule für alle“ zum Ideal erheben.

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Di

27

Aug

2019

Beruf Schulleiter/in

Birgit Vogt, MdL Lerch, Ingrid Baumgartner-Schmitt u. Christine Gauer
Birgit Vogt, MdL Lerch, Ingrid Baumgartner-Schmitt u. Christine Gauer

Wenn es heutzutage darum geht, Schulleiter-Stellen zu besetzen, ist die Bewerberzahl meist überschaubar. Meine heutigen Gesprächspartnerinnen vom Schulleitungsverband Rheinland-Pfalz können dafür eine Vielzahl von Gründen nennen. Und die decken sich mit meinen Erfahrungen als ehemalige Schulleiterin.

„Schulleiter/in“ ist de facto ein eigenständiger Beruf, in dem Qualifikationen gefordert sind, die über die des Lehrberufs hinausgehen. Die Schulleitung ist vor Ort die oberste Führungsebene einer Schule. Für Schülerinnen und Schüler, für die Erziehungsberechtigten, für das Kollegium und für das übrige Schulpersonal ist sie der Ansprechpartner. Und gegenüber Schulträger und ADD muss sie ein ums andere Mal diplomatisches Geschick beweisen.

Doch wo und wie kann man vor Antritt eines solch verantwortungsvollen Postens diese notwendigen Qualifikationen erwerben? Und wie sorgt der Dienstherr für die angemessene Fort- und Weiterbildung derjenigen, die sich der Herausforderung des Berufs „Schulleiter/in“ stellen?

Fragen, auf die Politiker/innen Antworten finden müssen – über Parteigrenzen hinweg. Damit in Zukunft mehr Schulleiter/innen das Gefühl haben können, dass ihrer Tätigkeit die nötige Wertschätzung entgegengebracht wird. Denn eine frustrierte Schulleitung geht irgendwann in die „innere Emigration“ – statt „ihre“ Schule mit Motivation und Engagement nach vorne zu bringen.

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Mo

26

Aug

2019

Schulanfang

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Wenn ich – zugegebenermaßen verspätet – mit diesem Bild den Erstklässlern einen guten Start ins schulische Leben wünsche, wird manch einer gleich zwei kritische Anmerkungen parat haben:

 

1. „Bärchen sind uncool!“ und

2. „ Hat MdL Lerch nicht im Landtagswahlkampf das Ende der Kreidezeit propagiert?“

 

Was den ersten Einwand angeht, so sehe ich vor meinen Augen noch immer die „hippen IT-affinen Youngster“, die beim schriftlichen Abi zur moralischen Unterstützung ihr Stofftier mitgebracht hatten...

Und was die „Kreidezeit“ angeht, so bieten die meisten Suchmaschinen bei Eingabe des Suchbegriffs „Schulanfang“ als Symbole immer noch Schultüte und Schiefertafel an statt Tablet. Die Digitalisierung tut sich mit dem Wecken von Emotionen offenbar noch etwas schwer.

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Mo

26

Aug

2019

Bibliothek im Digitalzeitalter

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Jedes Treffen mit Frau Dr. Annette Gerlach vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) lässt vor meinem geistigen Auge unwillkürlich Bilder aus meiner Studienzeit erstehen. Ich sehe mich dann in der Schlagwortkartei nach Büchern zu einem zu bearbeitenden Thema suchen. Mit Glück war das betreffende Buch in der Bibliothek des Fachbereichs oder der Universitätsbibliothek vorhanden und konnte ausgeliehen werden. Ansonsten blieben nur Vorbestellung oder Fernleihe als Alternative. So war das eben im vor-digitalen Zeitalter .

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Sa

24

Aug

2019

Liebe Freunde

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Zum Geburtstag lädt man sich gerne Freunde ein – zum 50. allemal. Da macht das Geburtstagskind Landkreis Mainz-Bingen keine Ausnahme. Und so kamen heute Gäste aus der Provinz Verona und dem Landkreis Neisse, mit denen wir ein enges Band der Freundschaft geknüpft haben, das auch von den Bürgerinnen und Bürgern tatkräftig mit Leben erfüllt wird.

Und so zeigen wir den Gegnern des europäischen Gedankens eindrucksvoll die rote Karte.

 

Lunga vita all´Europa!

Niech żyje Europa!

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Sa

24

Aug

2019

Bürgerfest

50 Jahre Landkreis Mainz-Bingen – das war Anlass für ein großes Bürgerfest rund um das „Kreishaus“ in Ingelheim. Der Wettergott belohnte Aussteller und Besucher mit prächtigem Sommerwetter. Mit meinem Mann hatte ich eigentlich eine klare Prioritätenliste, die wir „abarbeiten“ wollten. Doch gleich zu Beginn unseres Rundgangs beanspruchte dieses Mitglied der Rettungshundestaffel des Ingelheimer DRK unsere ganze Aufmerksamkeit.

Mit einiger Verspätung kamen wir aber doch noch zu den gewünschten Einkäufen aus den Partnerregionen des Landkreises. Mitgebrachte Pasta, Olivenöl und Honig bereicherten denn auch prompt den sonntäglichen Speiseplan.

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Sa

24

Aug

2019

Lehrerstellen

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Die Frage nach angemessenen Schulen für unsere Kinder ist ein Dauerthema – nicht nur im Landtag. Und da wird viel in einen Topf geworfen: Zustand der Gebäude, technische Ausstattung, Zahl der Lehrkräfte …

Bei solchen oftmals emotionsgeladenen Debatten geht auch schon mal der Blick für die Zuständigkeiten verloren. Bund, Länder, Kommunen – kurz: die da oben sollens richten...

....zum Beispiel bei der Schaffung von Lehrerstellen.

Und dabei denkt man sicher nicht an einen Vertreter jener Spezies, die Wilhelm Busch mit seinem Lehrer Lämpel so treffend karikierte.

Doch die vorausschauende Planung des tatsächlichen Bedarfs an Lehrerstellen muss mit einigen „Tücken des Objekts“ kämpfen. Neben dem Wettbewerb der ein-zelnen Bundesländer, der sich in Unterschieden bei Besoldung und Beförderung bis hin zu Abwerbungen (obwohl das angeblich keiner tut!) zeigt, spielt – was auf der Hand liegt – auch die zu erwartende Schülerzahl eine Rolle. Da gab es in Deutschland in den Nachkriegsjahren den bis in die Mitte der 60er Jahre andauernden „Babyboom“, der dann vom „Pillenknick“ abgelöst wurde. Und auch heute stehen solche Prognosen auf wackligen Füßen – und sollen doch die Grundlage für politische Entscheidungen liefern.

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Fr

23

Aug

2019

Glückwunsch

Als vor 50 Jahren aus den beiden alten Landkreisen Mainz und Bingen der neue Landkreis Mainz-Bingen gebildet wurde, waren viele Bürgerinnen und Bürger skeptisch. Schon das Wappen wies auf höchst unterschiedliche historische – und damit auch kulturelle (?) – Wurzeln des „Gebildes“ hin: der Adler auf die ehemaligen Reichsgüter bei Ingelheim, Nierstein und Oppenheim, das Rad auf die zum früheren Fürstbistum Mainz gehörigen Regionen und schließlich der Löwe für frühere kurpfälzische Besitzungen. Konnte das zu einem harmonischen Ganzen zusammen-wachsen?

Ja – es konnte! Heute wurde in der Veranstaltungshalle der TG 1847 Nieder-Ingelheim mit einem Festakt der 50. Geburtstag des „Gebildes“ gefeiert. Und diese Feier war von einem selbstbewussten Wir-Gefühl der Mainz-Binger geprägt. Herzlichen Glückwunsch!

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Do

22

Aug

2019

Rede zum AfD-Antrag "Deutschunterricht vor Regelunterricht"

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Mi

21

Aug

2019

Rede zur aktuellen Debatte: Gute Rahmenbedingungen für erfolgreiche Bildung - gelungener Start

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Mi

21

Aug

2019

Geschafft

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Das Kita-Zukunftsgesetz war sicher eines der wichtigsten Vorhaben dieser Landesregierung. Mit ihm sollten die Weichen gestellt werden für eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichzeitig sollte eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung ermöglicht werden – und das ohne Kosten für die Eltern. Ein ambitioniertes Vorhaben, bei dem es sich die Regierungs-Fraktionen nicht leicht gemacht haben. Auch ich wurde da schon mal gescholten, wenn ich Nachbesserungen beim ersten vorgelegten Entwurf einforderte. Aber heute wurde ein Gesetz verabschiedet, hinter dem ich stehe. Mein Einsatz hat sich gelohnt – auch wenn ich manchem dabei auf seine Nerven gegangen sein mag.

Die Spielzeug-Lok, die durchaus in einer Kita stehen könnte, ist in doppelter Hinsicht symbolisch. Ihre Bauteile tragen die Farben der Parteien der „Ampel-Koalition“, die dieses Gesetz auf den Weg brachten. Es fehlen die Farben der Oppositions-Parteien im Landtag. Sie wurden nicht müde, fast schon gebetsmühlenartig hervorzuheben, was ihnen alles an dem eingebrachten Gesetzesentwurf nicht passt. Diese Kritik und die fast schon ebenso gebetsmühlenartig vorgebrachte Forderung nach mehr Geld – ohne zu sagen, wo es denn herkommen solle – schienen ihnen den Blick auf das Positive des Vorhabens zu verstellen. Konstruktive Opposition sieht anders aus.

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Mi

21

Aug

2019

Rede zum KiTa-Zukunftsgesetz

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Di

20

Aug

2019

Fusion auf Augenhöhe

AStA-Vorsitzender Paul Klär mit MdL Helga Lerch
AStA-Vorsitzender Paul Klär mit MdL Helga Lerch

Wenn im parlamentarischen Alltag schwierige Fragen anstehen, die kontrovers diskutiert werden, ist es ratsam, möglichst alle Seiten zu hören, um sich eine Meinung bilden zu können. Die Fusionierung des Campus Landau der Doppel-Uni Koblenz-Landau mit der TU Kaiserslautern ist ein solcher Fall, in dem die Emotionen mitspielen – auch bei meinen eigenen Parteifreunden.

In der Sache hatte ich in der Vergangenheit bereits einige Gespräche mit den Akteuren geführt. Heute stand das schon länger geplante Gespräch mit denen an, um die es ja letztlich geht – nämlich den Studierenden. Dazu traf ich mich mit dem AStA-Vorsitzenden Paul Klär und dem zuständigen Referenten Lukas Körner.

Als unabdingbar bei der angedachten Fusion sehen beide allerdings, dass man sich dabei „auf Augenhöhe“ begegnet. In der Steuerungsgruppe zur Vorbereitung der Fusion werden beide als studentischer Vertreter sicherlich diesen Aspekt auch betonen. Und dass der Campus Landau in diese „Vernunftehe“ – denn um eine „Liebesheirat“ handelt es sich ja eher nicht – eine beachtliche „Mitgift“ zum Beispiel in Form gut ausgestatteter Laborgebäude einbringt, machten sie in unserem Gespräch ebenfalls deutlich. Woran es der „Braut“ mangelt, ist sicher die Finanzausstattung, bei der man auf Mittel aus dem Hochschulpakt angewiesen ist.

Als „Land aus der Retorte“ hat Rheinland-Pfalz nun einmal eine recht zersplitterte Hochschullandschaft. Keiner weiß das wohl besser als Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. Schließlich war er bis zum Antritt seines Ministeramts Präsident der Hochschule Kaiserslautern – und die hatte mit Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken gleich drei Standorte.

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Sa

17

Aug

2019

Attraktiver Standort

Besuchern, die in den letzten Wochen zu uns kamen, bot sich beim Parken ihres Fahrzeugs dieses Bild. Und dann kam unweigerlich die Frage, wer denn da baue. Unsere Antwort versetzte die Frager in Erstaunen. Nein hier wird nicht gebaut – hier finden archäologische Untersuchungen statt. Denn quasi unter unseren Füßen liegt ein Gräberfeld aus der Zeit der Merowinger. Das Grabungs-Team hatte es wetterbedingt nicht ganz einfach. Rekordhitze wechselte mit Starkregen. Doch der Stimmung schien dies in keinster Weise abträglich zu sein. Zumindest schlossen wir dies, wenn wir auf unserer Terrasse saßen, aus dem fröhlichen Lachen von nebenan.

Die Ausmaße des Gräberfeldes lassen übrigens auf eine größere Siedlung in dem Gebiet schließen, was dann auch Karl der Große als so attraktiv fand, dass er hier eine Pfalz in Stein-Bauweise errichten ließ. Die meisten Pfalzen der Karolingerzeit waren erheblich bescheidener konzipiert.

In Ingelheim hat es sich also wohl schon früher gut leben lassen.

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Fr

16

Aug

2019

Wir sind bereit...

... für die Arbeit in der neuen Legislaturperiode des Kreistags Mainz-Bingen. Das zeigte sich recht deutlich in der heutigen ersten Sitzung des Gremiums. Denn im Unterschied zu der durch FWG und ÖDP vermeintlich stabilisierten GroKo hatten wir unsere Hausaufgaben gemacht. Bereits bei der Wahl des ehrenamtlichen Beigeordneten bekam der ins Rennen geschickte FWG-Mann Malkmus noch nicht einmal alle Stimmen des neuen Bündnisses. Und bei einigen Debattenbeiträgen spürte man, dass bei den Akteuren bereits jetzt die Nerven blank liegen. Meine beiden neuen Mitstreiter Stephanie Steichele-Guntrum und Moritz Mergen jedenfalls waren ob des Niveaus dieser Sitzung leicht verwundert.

Sei´s drum – wir werden unsere Arbeit so fortführen, wie wir dies auch in den letzten Jahren getan haben. An der Sache orientiert – und nicht an irgendwelchen Koalitionszwängen! Dass der Kreistag auch diese Art der politischen Arbeitsweise durchaus beherrscht, bewies er mit der Annahme unseres Antrags auf eine öffentliche Anhörung zur ÖPNV-Problematik im Landkreis. Vielleicht war diese erste Sitzung ja nur ein stilistischer Ausrutscher.

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Do

15

Aug

2019

Lesen neu gedacht

Bild: pixabay
Bild: pixabay

So lautete der Untertitel der heutigen Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung im Festsaal des Neuen Schlosses in Simmern. Zu der Diskussionsrunde war ich als bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion eingeladen.

Zentraler Punkt des Abends war die Frage nach der Lesekompetenz – nicht nur von Kindern. Schnell wurde klar, dass Lesekompetenz mehr ist als das bloße flüssige Vorlesen eines Textes mit möglichst noch korrekter Aussprache und Betonung. Nein – es geht letztlich um das Verstehen des Gelesenen.

Auch viele Studien zur Erfassung der Lesekompetenz berücksichtigen diesen Aspekt nur unzureichend. In der politischen Diskussion dienen solche Studien aber zur Rechtfertigung von Forderungen nach dem Ergreifen von Maßnahmen und der Bereitstellung von Mitteln zur Förderung der Lesekompetenz.

 

Damit liegt auf der Hand, dass auch Politiker über echte Lesekompetenz verfügen müssen, wenn sie solche Studien lesen und verstehen wollen. Und dann entpuppt sich so manche Studie als teure Makulatur.  

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Mi

14

Aug

2019

Caritas

Bild: MdL Lerch mit den Caritas-Direktoren Wolfgang Schnörr (l.) und Stefan Hohmann (r.)
Bild: MdL Lerch mit den Caritas-Direktoren Wolfgang Schnörr (l.) und Stefan Hohmann (r.)

In diesen Wochen häufen sich die Einladungen zu sommerlichen Jahresempfängen und parlamentarischen Abenden unterschiedlichster Verbände. Meist ist auf den Einladungen vermerkt „Für das leibliche Wohl ist gesorgt“. Aha – wird da so mancher denken – die Damen und Herrn aus der Politik lassen es sich mal wieder auf Kosten anderer gut gehen. Ich kann diese kritischen Geister beruhigen. Essen und Trinken stehen bei solchen Gelegenheiten nicht im Vordergrund – es geht um zwanglose Gespräche in lockerer Atmosphäre. Und die sind meist ergiebiger als die bei Treffen mit fester Tagesordnung.

Das gilt auch für den heutigen Jahresempfang des Caritasverbandes Mainz in Ingelheim.

Sicher können wohl die meisten der Besucher auf meiner Website etwas mit dem Begriff „Caritas“ anfangen. Und die meisten werden auch wissen, dass das Wort „caritas“ aus dem Lateinischen kommt. Aber auch diejenigen, die das „Große Latinum“ haben, werden sich schwer tun mit einer griffigen Übersetzung des Worts ins Deutsche. Das Englische tut sich da leichter – da hat man das lateinische „caritas“ einfach zum englischen „care“ gemacht. Na dann übersetzen Sie einmal „care“ ins Deutsche. 

 

Bei unseren Übersetzungsbemühungen stoßen wir zwangsläufig auf Begriffe wie „helfen, kümmern, pflegen, mitfühlen“ – um nur einige zu nennen. Und da sind wir genau auf der richtigen Spur. Denn als diese Begriffe sind Aspekte der Arbeit der Caritas!

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Mi

14

Aug

2019

Wege zum mündigen Bürger

Helga Lerch mit Prof. Dr. Ulrich Sarcinelli
Helga Lerch mit Prof. Dr. Ulrich Sarcinelli

Der mündige Bürger ist der Idealtypus des Menschen, der ein demokratisches Staatssystem „am Laufen“ hält. Um dies effektiv leisten zu können, braucht er ein Mindestmaß an dem, was man als „politische Bildung“ bezeichnen kann. Die zu vermitteln ist Aufgabe von Einrichtungen wie der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

In dieser Legislaturperiode sitze ich für die FDP im Kuratorium dieser Einrichtung. Dort vertreten ist auch ein Mann, dessen Bücher ich schon als Sozialkundelehrerin gerne einsetzte: Prof. Dr. Ulrich Sarcinelli. Als Politikwissenschaftler ist er geradezu prädestiniert für diese Tätigkeit – und es macht mir große Freude, mit ihm in dieser Funktion zusammen zu arbeiten.

In der heutigen Kuratoriumssitzung ging es unter anderem um die Planung neuer Publikationen und Informationsveranstaltungen.

Wer ernsthaft an fundierter Hintergrundinformation interessiert ist und sich nicht mit Posts und Tweets zufrieden gibt, dem kann ich das Angebot der Landeszentrale für politische Bildung wärmstens empfehlen.

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Mo

12

Aug

2019

Raum der Stille

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Im Landtag können wir oft Schülergruppen als Besucher willkommen heißen. Sie verfolgen mit Interesse die Debatten von uns Parlamentariern. Im Anschluss äußern sich unsere jungen Besucher dann über ihre Eindrücke. Und da kommt manchmal eine Rüge: „Wenn wir in der Klasse so schwätzen würden ..“. In der Tat hat man als MdL bei einem Redebeitrag selten die ungeteilte Aufmerksamkeit des Plenums. Etwas mehr Stille würde man sich da schon wünschen.

Doch Stille ist mehr als nur die bloße Abwesenheit von Geräuschen. Echte Stille meint auch die Gelegenheit zum persönlichen In-sich-Gehen, um seine Gedanken zu sortieren – nicht nur für politische Akteure heilsam. Es muss ja nicht gleich Meditation sein.

Beim Aufbau meiner früheren Wirkungsstätte, des Gymnasiums Nackenheim, war es mir gelungen, einen Raum der Stille in die Bauplanung „einzuschmuggeln“. Könnte man nicht bei der Sanierungsplanung für den Landtag einen ähnlichen Raum berücksichtigen?

 

Im Juni wandte ich mich mit einem entsprechenden Vorschlag an den „Bauherrn“, den Landtagspräsidenten Hendrik Hering. Und siehe da – er hat die Idee aufgegriffen. Ein entsprechender Raum soll im Erdgeschoss des Landtagsgebäudes eingerichtet werden. Es läuft bereits die Phase der Gestaltungsplanung, in die auch die Vertreter der Kirchen einbezogen werden sollen (hatte ich in Nackenheim auch gemacht).

Als Politiker fragt man sich ja manchmal, ob man in seiner politischen Laufbahn Spuren hinterlassen hat. Immerhin wird dieser Raum der Stille zumindest eine bauliche Spur von mir sein.

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Sa

03

Aug

2019

DigitalPakt Schule

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Im ersten Schuljahr hatte ich noch Angst, in meinem Ranzen könnte die Schwammdose auslaufen. Schule war damals eben tatsächlich noch „Kreidezeit“. Später als Lehrerin arbeitete ich zu Beginn selbst noch mit Tafel und Kreide. Doch die Digitalisierung bemächtigte sich mit Riesenschritten auch des schulischen Alltags. Als Schulleiterin freute ich mich, dass der Schulträger meine Schule großzügig mit Whiteboards, Laptops und Tablets ausstattete.

Und jetzt erlebe ich als Bildungspolitikerin, wie sogar das Grundgesetz geändert wird, damit der Bund den Ländern finanziell unter die Arme greifen kann – damit diese ihrerseits den Schulträgern Mittel zu Aufbau und Verbesserung der digitalen Infrastruktur der Schulen zur Verfügung stellen können. DigitalPakt Schule nennt sich das Ganze.

Auch der Landkreis Mainz-Bingen profitiert davon. In den nächsten 5 Jahren kann er auf zusätzlich 6 Mio. Euro aus diesem „Topf“ zugreifen. Damit Schülerinnen und Schüler Tafel und Kreide bald nur noch in einem der zahlreichen Heimatmuseen zu Gesicht bekommen.

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Sa

03

Aug

2019

Adios Ávila

Was für ein Anblick! Meine Gastgeber meinten, dieses Bild ihrer nächtlichen Stadt müsse ich unbedingt noch gesehen haben.

Recht haben sie!

Morgen geht es wieder zurück – voll beladen mit jeder Menge unvergesslicher Eindrücke. Aber die verursachen ja kein Übergepäck.

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Mi

31

Jul

2019

Gefräßige Post

Ich gehöre noch zu denen, die gerne Ansichtskarten schreiben – auch wenn das eine Angewohnheit ist, die „aus der Zeit gefallen“ wirken mag. So wollte ich heute die Daheimgebliebenen mit Karten aus Ávila beglücken. Die Karten waren schnell gefunden – die Suche nach Briefmarken gestaltete sich da schon etwas schwieriger (entsprechende Verkaufsstellen halten sich an die Zeiten der Siesta!).

Aber nach erfolgreichem Erwerb der Briefmarken suchte ich erst einmal einen Briefkasten. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass diese beiden gefräßigen Löwenmäuler nur auf meinen Einwurf warteten.

Hoffentlich kommen die schönen Karten wohlbehalten an.

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Di

30

Jul

2019

Allgegenwärtige Kirche?

In Spanien stößt der Liebhaber von Süßigkeiten („dulces“) schon einmal auf eine seltsame Symbiose von Feinbäckerei und Glauben. Das Städtchen Ávila macht da keine Ausnahme. Bei meiner Suche nach einem passenden Mitbringsel stieß ich in einem Laden auf diese „glutenfreien“ Nonnen.

 

Aber auch bei uns zuhause gibt es ähnliche „Symbiosen“ – wie die Vermarktung von Hildegard von Bingen am Beispiel der „Hildegard-Torte“ belegt. Allerdings hat in diesem Fall der Konditor auf eine figürliche Darstellung der Heiligen verzichtet.

Die „Hildegard-Torte“ schmeckt übrigens ganz ausgezeichnet.

 

 

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Mo

29

Jul

2019

Ambivalenz der Kirche

Für die Zeit meines Aufenthalts in Ávila hatte ich eine Bleibe im mittelalterlichen Stadtkern gefunden. Das ermöglichte mir genau das „Eintauchen“, das ich mir gewünscht hatte. Dass Spanien ein vom Katholizismus bestimmtes Land ist, wusste ich schon von früheren Aufenthalten. Hier ist die Mystikerin Teresa von Ávila (1515 – 1582) die „prominenteste“ Exponentin des Glaubens. Bereits auf meinem ersten Stadtrundgang stieß ich auf ihre Skulptur.

Die Lebensgeschichte ihrer Familie ist ein Spiegel der Ambivalenz des Zeitgeistes der „Reconquista“. Ihr Großvater, ein jüdischer Kaufmann, war damals (freiwillig?) zum christlichen Glauben konvertiert. Aber auch der Umgang mit ihr nach ihrem Tod zeigt die Ambivalenz des christlichen Glaubens jener Zeit. So enthält ihr Grab in der Nähe von Salamanca beileibe nicht ihre kompletten sterblichen Überreste. Nein - ihre Gliedmaßen finden sich quasi zerstückelt als Reliquien in halb Europa. Und als sie 1617 vom Papst zur Schutzpatronin Spaniens erklärt wurde, entbrannte sofort ein heftiger Streit.

Immerhin vermerken heute sowohl die katholische, evangelische und sogar die anglikanische Kirche den 15. Oktober als Gedenktag für die heilige Teresa. Und für diesen Tag gilt die Bauernregel „Zu Teres´beginnt die Weinles´“ – wenn da der Klimawandel diese Regel nicht mal hinfällig macht.

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Mo

29

Jul

2019

Lebendiges Geschichtsbuch

Eigentlich hätte es bei meiner Reise vom Madrider Flughafen mit dem Bus nach Ávila weitergehen sollen. Doch der Bus kam nicht (falsche Information über Abfahrtsort). Also wieder Taxi! Entschädigt für den Ärger wurde ich durch den einmaligen Anblick der auf ca. 1100 m Höhe gelegenen Stadt mit ihrer 2,5 km langen vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer.

Erbaut wurde diese im 11. Bis 14. Jahrhundert als Bollwerk gegen die Mauren. Denn die rund 300 Jahre friedlicher Koexistenz zwischen Christen, Muslimen und Juden auf der iberischen Halbinsel waren zunehmend abgelöst worden durch die „Reconquista“, die zunehmende – gewaltsame – Ausdehnung des christlichen Machtbereichs. 1492 fand diese mit der kampflosen Übergabe Granadas ihren Abschluss.

 

Angesichts der heutigen Diskussionen in unserer Gesellschaft um den respektvollen Umgang mit den vermeintlichen „Anderen“ kann ich jedem Urlauber nur ans Herz legen, maurische Architektur und jüdische Viertel in spanischen Städten nicht nur als interessante Foto-Motive zu sehen. Mit ihrer Geschichte und den Geschichten um die Menschen in ihnen können sie sowohl Integration wie Ausgrenzung lehrstückhaft anschaulich machen.   

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So

28

Jul

2019

Ávila vengo...

...heißt auf Deutsch „Ávila – ich komme“ und war für mich das Motto des heutigen Tages. Denn in der Kleinstadt nordwestlich von Madrid wollte ich im Rahmen meines Aufenthalts nicht nur meine Sprachpraxis des Spanischen verbessern – sondern auch in den Alltag der Menschen eintauchen. Und meine Gastgeber hatten auf meinen Wunsch extra ein Treffen mit dortigen Kommunalpolitikern ins Programm aufgenommen.

Die erste Etappe meiner Reise begann gleich mit einer Panne. Der Zug von Mainz zum Frankfurter Flughafen sollte 80 (!) Minuten Verspätung haben. Soviel zum Thema ÖPNV! Also blieb mir nur das weniger umweltfreundliche Taxi als Alternative, um meinen Flug nach Madrid nicht zu verpassen.

 

Mit dem Flieger klappte alles – und ich war einigermaßen erleichtert.

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Fr

26

Jul

2019

MINT-Nachwuchs

MdL Lerch mit TH-Präsident Becker
MdL Lerch mit TH-Präsident Becker

Zugegeben – die naturwissenschaftlichen Fächer gehörten in der Schule nicht gerade zu meinen Lieblingsfächern (was mich übrigens nicht daran gehindert hat, einen Chemiker zu heiraten). Dennoch ist auch mir bewusst, dass unser Land nicht durch Dichter und Denker alleine groß geworden ist. Deutsche Ingenieurskunst hat nach wie vor in aller Welt einen guten Ruf. Damit dies auch in Zukunft noch der Fall ist, braucht es Nachwuchs im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.

Und wo wüsste man dies besser als an der TH Bingen, einer Einrichtung mit der Erfahrung von 120 Jahren in der Ausbildung von Ingenieuren. Und der „Chef“ in Bingen, Prof. Dr.-Ing. Klaus Becker, ist ein echter „Talent-Scout“ in Sachen MINT-Nachwuchs. Bereits 2014 rief die TH Bingen ein Projekt ins Leben gerufen, um Schülerinnen und Schüler nachhaltig für Mathematik, Informatik, Naturwissen-schaften und Technik (= MINT) zu interessieren. Sie ist damit zur „Keimzelle der MINT-Region Mainz-Bingen“ (so die Formulierung im Pressedienst des Wissenschaftsministeriums) geworden.

Ich beteiligte mich daher gerne am Besuch von Minister Wolf im Rahmen seiner Sommer-Tour – zumal es mit TH-Präsident Becker einiges zu bereden gab. Aktuell insbesondere der von ihm und mir unterstützte Antrag der Berufsbildenden Schule in Bingen auf Einrichtung eines Zweigs „Technisches Gymnasium“.

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Di

23

Jul

2019

Geheimnisvoller Goldhut

Wenn ich auf das Grundstück neben unserem Haus in Ingelheim blicke, sehe ich dort gerade Archäologen bei der Erkundung eines Gräberfeldes aus der Zeit der Merowinger. Sollten sie dabei auf interessante Grabbeigaben stoßen, so könnten diese in den Werkstätten des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) in Mainz landen. Diese genießen weltweit Anerkennung für ihre restauratorischen Fähigkeiten. So wurde den Mitarbeitern vor nicht allzu langer Zeit zum Beispiel die Totenmaske von Pharao Tutanchamun anvertraut.

Bei meinem heutigen Besuch im Rahmen der Sommerreise von Kultusminister Konrad Wolf durfte ich ein nicht minder interessantes Objekt aus nächster Nähe in Augenschein nehmen -  den Berliner Goldhut. Die Restauratorin erläuterte mir die Geheimnisse, die dieses Artefakt aus der Bronzezeit umgeben. Ist auf dem Goldblech tatsächlich das astronomische Wissen der damaligen Zeit wieder-gegeben? Handelt es sich um eine Art Kalender? Wurde der Hut als Ummantelung einer „normalen“ Kopfbedeckung zu speziellen rituellen Anlässen getragen?

Und als ob das nicht schon genügend Fragen wären, auf die die Wissenschaftler nach Antworten suchen, umgibt das Objekt auch noch die Aura einer ungeklärten Fundsituation, die für sich genommen schon Stoff für einen archäologischen Krimi bieten könnte.

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Di

23

Jul

2019

Mehr als nur Ausgraben!

“Götter, Gräber und Gelehrte“ war der Titel eines Buches, das endgültig mit dem Vorurteil von Archäologie als staubtrockener Wissenschaft aufräumte. Dass archäologische Grabungen dennoch eine staubige Angelegenheit sein können, kann ich derzeit auf unserem Nachbargrundstück miterleben, wo Gräber aus der Zeit der Merowinger untersucht werden.

Dass Kultusminister Konrad Wolf seine Sommerreise 2019 heute mit einem Besuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz startete, ist konsequent. Denn dort beschäftigt man sich intensiv mit den frühen Zeugnissen menschlicher Kultur. Ich begleitete ihn dabei in meiner Funktion als kulturpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion.

Und wir beide erlebten dabei ein Museums-Team in Vorbereitung des für das zweite Halbjahr 2020 geplanten Umzugs in das neue Domizil in der Mainzer Neutorstraße. Und das heißt konkret:

Die Objekte im RGZM müssen

• einer Grundreinigung unterzogen

• restauratorisch begutachtet

• digital erfasst

• und schließlich depottauglich verpackt

werden.

Und wer dabei einmal zugesehen hat, wird über privaten Umzugsstress nicht mehr klagen.

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Mo

22

Jul

2019

Schulobst

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Im Englisch-Unterricht lernte ich bereits den Satz „An apple a day keeps the doctor away“. Ja – Obst ist gesund. Und so ist auch zu begrüßen, dass das Land Rheinland-Pfalz sich weiterhin an dem „Europäischen Schulprogramm“ beteiligt, in dessen Rahmen Kindergärten, Kindertagesstätten, Grund- und Förderschulen einmal in der Woche mit einer Obstkiste beliefert werden.

Auch die Kinder in der Ockenheimer Grundschule kommen in den Genuss dieser Extra-Portion an Vitaminen. Doch als zertifizierte ÖKOPROFIT-Schule fragten sich Schüler und Eltern ebenso wie die Lehrerschaft, ob die Abwicklung des Programms auch im Sinne eines nachhaltigen Stoffstrom- und Abfallmanagements erfolge, zu dem sich die Schule ja verpflichtet habe. Bei einem Besuch vor Ort hatte ich Schulleiterin Kerstin Perrey zugesichert, mich als MdL der Sache anzunehmen. Am 25. Juni berichtete ich auf meiner Website darüber.

Mit einer entsprechenden Kleinen Anfrage hatte ich mich an die Landesregierung gewandt. Heute kam die Antwort von der zuständigen Ministerin Ulrike Höfken.  Zu der von der Ockenheimer Schule bemängelten Verwendung von Plastikverpackungen heißt es darin konkret „… wird von den Lieferanten ab dem Schuljahr 2019/20 auch gefordert, unnötige Umverpackungen aus Plastik zu vermeiden …“.

Und auch hinsichtlich der Herkunft der gelieferten Produkte äußert sich das Ministerium klar: „Lieferanten sind vertraglich angehalten, die Einrichtungen bei Vor-handensein saisonaler Angebote vorrangig mit Obst aus Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Regionen zu beliefern …“. Bananen, Kiwis, Melonen und andere „Exoten“ sollen daher eher die Ausnahme sein.

 

Und noch ein wichtiger Aspekt: Das Schulobst-Programm beinhaltet auch ein pädagogisches Begleitprogramm!    

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So

21

Jul

2019

Kita-taugliches Modell?

Eigentlich sollte es ja nur ein verlängertes Wochenende – verbunden mit dem Besuch einer ehemaligen Klassenkameradin – in Lüneburg sein. Aber so ganz lässt sich das politische „Geschäft“ auch dabei nicht ausblenden. Auch nicht beim Besuch der im Museumsdorf Hösseringen wieder aufgebauten architektonischen Zeugen von Wohnen und Wirtschaften in der Region in früheren Zeiten.

Bereits die Anschrift des Freilichtmuseums (Landtagsplatz 2) sorgte bei mir für ein Schmunzeln. Als ich aber dann in einem aus dem Jahr 1780 stammenden Wohn- und Werkstatthaus (Schmied) diesen Kinderstuhl sah, fragte ich mich unwillkürlich, wie heutiges Kita-Personal ihn wohl bewerten würde.

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Sa

20

Jul

2019

Autofreie Innenstadt?

Stellen Sie sich einmal folgendes Szenario vor: Sie schlendern gemütlich – mitten auf der Straße (!) – durch die Innenstadt zum Rathaus. Links und rechts sitzen auf den Bürgersteigen entspannte Menschen und genießen gerade einen Kaffee. Oder sie kaufen in einem der zahlreichen Geschäfte ein. Und Sie befinden sich nicht in Utopia oder einer Stadt der Zukunft – sondern in Lüneburg im Sommer 2019!

Denn die Lüneburger haben Benziner und Diesel aus der Innenstadt verbannt (Ausnahme: Taxis und Linienbusse). Und das bereits seit 1994!

Klar – es gab anfangs Proteste von Autofahrern und Befürchtungen um Nachteile für den Einzelhandel. Doch mittlerweile teilen sich entschleunigte Fußgänger und (sehr rücksichtsvolle!) Radfahrer den öffentlichen Straßenraum. Und außer einem Stadtbus begegnet man höchstens noch einem Gespann mit 2 PS. Dabei handelt es sich dann um eines der Gespanne, die Touristen in einem Planwagen durch die malerischen Gassen kutschieren.

Von wegen tote Innenstädte...

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Sa

20

Jul

2019

Süß oder salzig?

Dass die Lüneburger zu Salz ein ganz besonderes Verhältnis entwickelt haben, erklärt sich aus der Bedeutung, die das „weiße Gold“ für die Stadt hatte. Dass die Lüneburger bei winterlicher Schnee- und Eisglätte Salz als Streumittel ablehnen, ist angesichts ihrer Wertschätzung für das Mineral als Basis des städtischen Wohlstands im Mittelalter daher nachvollziehbar.

Auch wenn Salz heute nicht mehr den hohen Materialwert vergangener Zeiten hat, so haben die Lüneburger der Neuzeit dennoch einen Weg gefunden, es zu „veredeln“. Die Wertschöpfung über „Salzpralinen“ ist zumindest ein Beleg für hanseatischen Geschäftssinn.

 

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Sa

20

Jul

2019

Reich durch Salz

„Mir strunze net – mir habbe“ heißt es auf gut Hessisch. Und wer diese Hausfassade aus der Renaissance sieht, dem kommt unwillkürlich dieser Spruch in den Sinn. Denn in dem 1548 erbauten Gebäude residiert die IHK Lüneburg.

Zwar ist Salz nicht mehr das „weiße Gold“, das im Mittelalter diese Stadt reich machte – aber die architektonischen Zeugnisse dieser salzig-goldenen Zeit prägen auch heute noch das Stadtbild. Und wie durch ein Wunder blieb die alte Hansestadt von verheerenden Stadtbränden verschont. Selbst im Zweiten Weltkrieg blieb Lüneburg das Schicksal anderer deutscher Städte erspart. Die Lüneburger und die Touristen freut es.

Was Bombenkrieg und Wiederaufbau-Architektur einer historisch bedeutenden Stadt an Wunden reißen können, ist in Mainz leider heute auf Schritt und Tritt zu sehen. Und das tut auch mir – nicht nur als Kulturpolitikerin – weh.

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Di

16

Jul

2019

Freundschaft in Zeiten Trumps

Eigentlich müssten ja bei einem US-Präsidenten mit deutschen Wurzeln die transatlantischen Beziehungen völlig problemlos sein – noch dazu wenn diese Wurzeln in der Pfalz zu verorten sind. Doch Donald Trumps Politik stellt für die Pflege der deutsch-amerikanischen Freundschaft zunehmend eher eine Belastung dar.

Viel Arbeit also für die Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz, zu deren Vorstand ich gehöre (bei der heutigen Mitgliederversammlung wurde der Vorstand übrigens im Amt bestätigt). Unsere Arbeit wird in diesem Jahr noch um einen zusätzlichen Aspekt ergänzt. Der 70. Geburtstag der NATO ist Anlass, sich mit dem – nicht nur von Trump geforderten – stärkeren Engagement Deutschlands in diesem Bündnis auseinander zu setzen.

Aber ich bin sicher: die starken Bande zwischen Deutschland und USA halten auch die Belastungen durch einen Donald Trump aus!

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Fr

12

Jul

2019

Kulturgut Buch

Wer mein Arbeitszimmer betritt, erkennt unschwer, dass ich eine „Leseratte“ bin. Und die Bandbreite der Bücher reicht dabei vom „Ostfriesen-Krimi“ über Fachbücher und Biographien bis zu opulenten Bildbänden. Und darunter befinden sich auch zahlreiche Ausgaben von kleinen Verlagen – auch aus Rheinland-Pfalz. Ein ehemaliger Schüler betreibt – wenn auch nicht in Rheinland-Pfalz – einen solchen kleinen Verlag. Ich weiß daher, dass diese „Nischen-Verlage“ mit ihren Werken nicht das „große Geld“ machen. Aber sie bereichern mit ihren Editionen die literarische Landschaft ungemein.

Messen bieten ihnen die Gelegenheit, ihre Ausgaben einem breiten Publikum zu präsentieren. Doch solche Messe-Auftritte sind mit Kosten verbunden – Kosten, die diese Verlage alleine kaum stemmen können. Bereits 2006 schlossen sich daher kleine und mittlere Verlage in Rheinland-Pfalz zum „Verlags-Karree“ zusammen. Dessen Auftritt auf der Buchmesse wurde vom Wirtschaftsministerium des Landes finanziell unterstützt. Damit sollte nun Schluss sein. Ein Aufschrei ging durch die Kulturszene des Landes.

Die Vorsitzende des  Landesfachausschusses „Kultur“ der FDP intervenierte beim Minister. Und auch ich wurde als kulturpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion aktiv.

 

 

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Do

11

Jul

2019

Museen im Digitalzeitalter

Digitalisierung ist ein Schlagwort, das uns in unserer modernen Gesellschaft laufend begegnet. Auch Museen sind damit konfrontiert, wenn sie ihr Publikum ansprechen wollen. Welche Wege sie dabei gehen können, erfuhr ich heute im Rahmen eines überaus interessanten Gesprächs von Bettina Scheeder, der Geschäftsführerin des „Museumsverbands Rheinland-Pfalz“.

 

Der Verband sieht seine Aufgabe in der Stärkung der Kernkompetenzen der kleinen und großen Museen: Sammeln, Erhalten, Forschen und Vermitteln. 

Wer wissen will, wo in Rheinland-Pfalz welche Museen zu finden sind und welche Schwerpunkte sie haben, dem ist das Museumsportal Rheinland-Pfalz zu empfehlen. Und zahlreiche Exponate kann man sich auch ganz bequem online anschauen.

Kleine Notiz am Rande:

In unserem Haus in der Ingelheimer Rotweinstraße werde ich zur Zeit jeden Morgen um 7 Uhr vom Geräusch eines Kleinbaggers geweckt. Er legt auf dem unbebauten Nachbargrundstück die Oberfläche frei für die Grabungsarbeiten eines Archäologen-Teams. Wir wohnen nämlich auf einem merowingischen Gräberfeld. Vielleicht landen einige der Fundstücke demnächst auch in einem rheinland-pfälzischen Museum.

Mo

08

Jul

2019

Geburtstag auf „Rhoihessisch“

Am 8. Juli 1816 erblickte „Rheinhessen“ das Licht der Welt – zunächst nur ein Verwaltungsakt als Folge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Als dann 2016 der 200. Geburtstag des Konstrukts begangen wurde, konnte man erfreut feststellen, dass sich dessen Bewohner längst mit Rheinhessen als ihrer Heimat identifizieren. Und da man in Rheinhessen bekanntlich gerne feiert, beschloss man, künftig jedes Jahr Geburtstag zu feiern.

Heute fand diese Feier im Ingelheimer Winzerkeller statt. Mein Mann und ich gehörten zu den geladenen Gästen, denen Volker Gallé „uff rhoihessisch“ klar machte, was diese Region und ihre Menschen so einzigartig macht.

Bevor dann die zahlreichen Gäste beim „flying buffet“ rheinhessische Spezialitäten genießen konnten, stand noch der Anschnitt der Geburtstagstorte auf dem Programm. Peter E. Eckes, unermüdlicher „Vermarkter“ von Rheinhessen, war bereits etwas ungeduldig geworden – obwohl die Redner sich bei ihren Grußworten um Kürze bemüht hatten.

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Mo

08

Jul

2019

Puzzle Uni Koblenz-Landau

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Ein bisschen kommt es einem schon vor wie ein Puzzle – das Konstrukt „Universität Koblenz-Landau“. Im Gründungsjahr 1969 nannte sich das Ganze noch „Erziehungswissenschaftliche Hochschule Rheinland-Pfalz“. Doch auch schon damals war es ein Puzzle, dessen Teile nicht so recht zusammen passen wollten. Momentan verteilen sich knapp 18.000 Studierende aus den Campus Landau und den Campus Koblenz. Und das „Headquarter“ Präsidialamt residiert über den Dächern von Mainz in einem der Bonifazius-Türme.

Und genau dort empfing heute Universitätspräsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode die FDP-Fraktionsvorsitzende Cornelia Willius-Senzer und mich zu einem Meinungs-austausch über die Probleme der Doppel-Uni. Denn an dem Puzzle wird schon wieder gebastelt, um es „passend“ zu machen.

Ob diese hochschulpolitischen „Bastelarbeiten“ der Weisheit letzter Schluss sind, fragt sich nicht nur die Eule, die ja den alten Griechen als Symbol der Weisheit galt. Auch ich versuche, in Gesprächen mit allen Akteuren Antworten auf diese Frage(n) zu finden. Denn ich sehe meine parlamentarische Aufgabe in mehr als dem bloßen Abnicken von Vorlagen der Regierung 

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Do

04

Jul

2019

Handwerk

Die letzte Etappe der Sommer-Tour der FDP-Landtagsfraktion führte uns heute wieder zurück nach Mainz. Im Gewerbegebiet MZ-Hechtsheim besuchten wir das „BBZ I“ (Berufsbildungszentrum) der Handwerkskammer Rheinhessen. Dort sollen jährlich 3.500 Auszubildende und 800 Teilnehmer an Fort- und Weiterbildungs-maßnahmen fit gemacht werden für einen Beruf im Handwerk. Das BBZ ist auch der Ort für die Meister-Ausbildung sowie Umschulungskurse.

 

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Do

04

Jul

2019

Master oder Meister?

Bild: pixabay
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Im Rahmen der Sommer-Tour der FDP-Landtagsfraktion bestand jeweils abends die Gelegenheit zur Vertiefung des Themas des Tages im Rahmen einer Talk-Runde vor Ort. Heute stand ich im „Alten Auktionsgaus“ in Mainz auf dem Gelände der ehemaligen Waggonfabrik zum Thema „Berufliche Bildung“ Rede und Antwort.

Ich griff dabei noch einmal den Slogan auf, mit dem wir bereits im Landtags-Wahlkampf unsere Position verdeutlicht hatten „Ein Meister muss so viel wert sein wie ein Master“. Prägnanter kann man die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung wohl nicht auf den Punkt bringen.

Durch unsere Regierungsbeteiligung in Rheinland-Pfalz haben wir nun die Möglichkeit, unseren Worten auch Taten folgen zu lassen. Denn dem Fachkräfte-Mangel kann nicht durch immer mehr und neue Studiengänge begegnet werden – sondern nur durch eine qualifizierte Berufsausbildung.

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