„Sei a Mensch!“

Bild: pixabay
Bild: pixabay

Es war vielleicht nicht die beste Idee, unmittelbar auf das Gedenken an die Opfer des Holocaust die „Generalabrechnung“ im Rahmen der Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag folgen zu lassen. Denn in der zeigten die Kontrahenten Olaf Scholz und Friedrich Merz sich in einer Art und Weise, die entlarvend war.

 

Kurz zuvor hatte der als Sportkommentator einem breiten Publikum bekannte Marcel Reif noch in seiner Rede zum Holocaust-Gedenktag mit den Worten „Sei a Mensch“ die Zuhörerinnen und Zuhörer im Tiefsten berührt. Es war der Satz, den ihm sein Vater, selbst ein Überlebender des Nazi-Terrors, quasi als Leitmotiv mit auf den Weg gegeben hatte – nämlich in dem Anderen zu allererst auch einen Menschen zu sehen.

 

Hätten Scholz und Merz richtig zugehört und verstanden, hätten sie sich wohl an-schließend nicht wie blindwütig aufeinander eindreschende Boxer gebärdet. Einer Gesellschaft, die unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ sich gerade eindrucksvoll gegen die Tendenzen erhebt, die letztlich zur NS-Diktatur führten, haben sie einen Bärendienst erwiesen. Als Leitfiguren einer solchen „Mitte der Gesellschaft“ haben sie sich jedenfalls disqualifiziert!