
In der Ingelheimer Kultur- und Kongresshalle „kING“ konnte ich heute das Ergebnis der Ausgrabungsarbeiten aus unserer unmittelbaren Nachbarschaft in Augenschein nehmen. Hautnah hatten wir mitbekommen, wie ein Archäologenteam – den Unbillen des Wetters trotzend – auf dem unbebauten Areal neben unserer Terrasse ein Gräberfeld aus der Merowingerzeit freilegte. Und immer wieder musste das Team feststellen, dass schon im Mittelalter dort Grabräuber das entwendet hatten, was sie für wertvoll hielten. Doch dann – Grab 447 war unversehrt.
Jetzt endlich konnte aufgrund des reich (nicht im materiellen Sinn) ausgestatteten Grabs die Lebenswelt eines Kriegers, der hier vor mehr 1.400 Jahren zur letzten Ruhe gebettet worden war, rekonstruiert werden. Holger Grewe, Leiter der Forschungsstelle Kaiserpfalz, führte fachkundig durch eine Präsentation, die als Highlight die originale Blockbergung des sensationellen Fundes bot. Geduldig beantwortete Grewe die zahlreichen Fragen des höchst interessierten Publikums. Eine Antwort allerdings musste er schuldig bleiben – nämlich die auf die Frage, wohin der Krieger aus Grab 447 nach all den anstehenden Untersuchungen unr Zurschaustellungen denn endgültig verbracht werde. Womit man zwangsläufig bei einem leidigen Ingelheimer Thema angelangt war – die Schaffung eines adäquaten musealen Rahmens für die zahlreichen Objekte, die die Geschichte der Stadt erst erlebbar machen …
