
Kostenüberschreitungen, Bauverzögerungen, Planungsfehler, Baumängel – gerade bei öffentlichen Bauvorhaben trauriger Alltag. Das Ingelheimer Rathaus oder die Dreifeldhalle in Nieder-Olm sind jüngste Beispiele für ein Problem bei kommunalen Bauvorhaben – der „Zwang“, dem günstigsten Bieter den Zuschlag zu erteilen. So positiv es zu bewerten ist, dass die Kommunen sorgsam mit dem Geld der Steuerzahler umgehen sollen – so problematisch können die Konsequenzen mitunter sein. Denn „günstig“ darf nicht mit „billig“ gleichgesetzt werden. Und so werden Aufträge nur allzu oft an Bieter vergeben, die noch nicht einmal aus der Region kommen – und im Notfall nur schwer „zu greifen“ sind. Gerade örtliche Handwerksbetriebe beklagen diesen Umstand seit langem – und das zu Recht!
Wann werden für die kommunalen Auftraggeber endlich die Fesseln der Aufsichtsbehörden wenigstens ein bisschen gelockert? Damit sie regionale Anbieter berücksichtigen dürfen, die vielleicht nur die Zweit- oder Drittbilligsten sind – aber die bewiesen haben, dass sie gute und verlässliche Qualität liefern. Auf lange Sicht spart dies nämlich auch Geld der Steuerzahler!
