Bild: congerdesign / pixabay
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Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur

Ich setze mich für Forschung und Innovation ein. Rheinland-Pfalz soll auf diesem Gebiet eine Vorreiterfunktion haben, damit gute, zukunftsorientierte Arbeitsplätze zum Wohle der Menschen bei uns im Land entstehen. 

 

Für mich sollte Kultur aber auch erlebbar sein, deshalb liegt mein Schwerpunkt auf einer Stärkung der kommunalen Gestaltungspolitik.

Kultur ist eine der Triebfedern für Kreativität und Lebensfreude. Kultur erleichtert Integration und ist als weicher Standortfaktor mitentscheidend für die Attraktivität eines Ortes und einer Region. Und schließlich ist Kultur als Wirtschaftsfaktor von Bedeutung. 

Aktuelles zum Thema

So

08

Sep

2019

Stars von morgen?

Viele der Musikschaffenden, die uns heute bei Konzerten begeistern, verzeichnen in ihrer Vita die erfolgreiche Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Dass darunter überproportional viele Preisträger aus dem vergleichsweise kleinen Bundesland Rheinland-Pfalz kommen, ist überaus erfreulich.

Heute brachten einige dieser hoffnungsvollen Talente bei einem Konzert in Schloss Waldthausen in Budenheim Kostproben ihres Könnens zu Gehör. Dass die dargebotene Leistung bei aller erkennbar vorhandenen Begabung auch das Ergebnis konsequenten disziplinierten Übens ist, versteht sich von selbst. Doch in den Gesichtern der Jugendlichen war gleichzeitig auch die Freude abzulesen, die ihnen ihr Hobby bereitet. Ein Hobby, das vielleicht einmal zum Beruf werden kann.

Und dafür von mir schon jetzt:

   toi, toi, toi!

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Di

03

Sep

2019

Resilienz

Bild: pixabay
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Es scheint eine fast schon unvermeidliche Begleiterscheinung unserer immer „dynamischeren“ Zeit zu sein: Stress! Stress macht krank. Eine immer größere Zahl von Menschen leidet an „Burnout“. Doch was genau sind das für Krankheiten, die von Stress ausgelöst werden? Welche Mechanismen spielen sich in unserem Körper bei diesen Erkrankungen ab?  Wie können sie diagnostiziert werden? Welche Therapien können helfen? Und gibt es effektive Präventionsmaßnahmen gegen diese Erkrankungen, bei denen sich die Betroffenen einem Druck ausgesetzt sehen, unter dem sie zu zerbrechen drohen?

Eine Fülle von dubiosen Ratgebern und Wundermitteln überflutet derzeit einen aufnahmebereiten Markt.

Einen seriösen Ansatz hingegen wählt das Resilienz Zentrum Mainz (DRZ). Es widmet sich der Forschung zur Aufrechterhaltung und/oder Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach mit Stress einhergehenden Lebenssituationen.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Klaus Lieb und Dr. Donya A. Gilan erfuhr ich, dass die Bemühungen des DRZ dabei auf Möglichkeiten zur Veränderung unserer Lebens- und Arbeitsumstände abzielen, die auf eine Stärkung der Resilienz hinauslaufen. Und dabei haben die Wissenschaftler auch den schulischen Bereich im Fokus, was meine Neugier ganz besonders weckte.

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Sa

31

Aug

2019

Neuer Intendant

Mit einem Theaterfest feierte das Schlosstheater Neuwied heute die Amtseinführung seines neuen Intendanten Lajos Wenzel. Viele Gäste waren geladen und wurden von dem „Neuen“ mit launischen Worten begrüßt. Kultusminister Prof. Dr. Konrad Wolf wurde gleich einmal darauf hingewiesen, dass das Schlosstheater ja auch die Bezeichnung „Landesbühne Rheinland-Pfalz“ führe. Dieser nahm den schelmischen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung finanzielle Unterstützung denn auch augenzwinkernd zur Kenntnis.

Und als am Rednerpult der „Alte“ (Walter Ullrich) und der „Neue“ (Lajos Wenzel) die Harmonie des Stabwechsels für jeden erkennbar machten, war dies schon ein bewegender Moment. Auch wenn der „Neue“ durchaus der Enkel des „Alten“ sein könnte – beide sind Theatermacher vom gleichen Schlag. Das Publikum in der Region wird es mit Freude registriert haben.

Die anschließende Premiere von „Comedian Harmonists“ war ein Beleg dafür, wie man ohne überzogene Modernismen ein hochaktuelles Thema (Antisemitismus) auf die Bühne bringen kann – am Beispiel der legendären Gesangsgruppe, die letztlich auseinanderbracht, weil drei ihrer sechs Mitglieder Juden waren. Nach Hitlers Machtergreifung wurde die Freundschaft dieser frühen „Boygroup“ auf eine echte Bewährungsprobe gestellt, der sie nicht standhielt. Ihr Song „Ein Freund, ein guter Freund“ konnte da nur noch makaber erscheinen 

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Di

20

Aug

2019

Fusion auf Augenhöhe

AStA-Vorsitzender Paul Klär mit MdL Helga Lerch
AStA-Vorsitzender Paul Klär mit MdL Helga Lerch

Wenn im parlamentarischen Alltag schwierige Fragen anstehen, die kontrovers diskutiert werden, ist es ratsam, möglichst alle Seiten zu hören, um sich eine Meinung bilden zu können. Die Fusionierung des Campus Landau der Doppel-Uni Koblenz-Landau mit der TU Kaiserslautern ist ein solcher Fall, in dem die Emotionen mitspielen – auch bei meinen eigenen Parteifreunden.

In der Sache hatte ich in der Vergangenheit bereits einige Gespräche mit den Akteuren geführt. Heute stand das schon länger geplante Gespräch mit denen an, um die es ja letztlich geht – nämlich den Studierenden. Dazu traf ich mich mit dem AStA-Vorsitzenden Paul Klär und dem zuständigen Referenten Lukas Körner.

Als unabdingbar bei der angedachten Fusion sehen beide allerdings, dass man sich dabei „auf Augenhöhe“ begegnet. In der Steuerungsgruppe zur Vorbereitung der Fusion werden beide als studentischer Vertreter sicherlich diesen Aspekt auch betonen. Und dass der Campus Landau in diese „Vernunftehe“ – denn um eine „Liebesheirat“ handelt es sich ja eher nicht – eine beachtliche „Mitgift“ zum Beispiel in Form gut ausgestatteter Laborgebäude einbringt, machten sie in unserem Gespräch ebenfalls deutlich. Woran es der „Braut“ mangelt, ist sicher die Finanzausstattung, bei der man auf Mittel aus dem Hochschulpakt angewiesen ist.

Als „Land aus der Retorte“ hat Rheinland-Pfalz nun einmal eine recht zersplitterte Hochschullandschaft. Keiner weiß das wohl besser als Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. Schließlich war er bis zum Antritt seines Ministeramts Präsident der Hochschule Kaiserslautern – und die hatte mit Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken gleich drei Standorte.

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Sa

17

Aug

2019

Attraktiver Standort

Besuchern, die in den letzten Wochen zu uns kamen, bot sich beim Parken ihres Fahrzeugs dieses Bild. Und dann kam unweigerlich die Frage, wer denn da baue. Unsere Antwort versetzte die Frager in Erstaunen. Nein hier wird nicht gebaut – hier finden archäologische Untersuchungen statt. Denn quasi unter unseren Füßen liegt ein Gräberfeld aus der Zeit der Merowinger. Das Grabungs-Team hatte es wetterbedingt nicht ganz einfach. Rekordhitze wechselte mit Starkregen. Doch der Stimmung schien dies in keinster Weise abträglich zu sein. Zumindest schlossen wir dies, wenn wir auf unserer Terrasse saßen, aus dem fröhlichen Lachen von nebenan.

Die Ausmaße des Gräberfeldes lassen übrigens auf eine größere Siedlung in dem Gebiet schließen, was dann auch Karl der Große als so attraktiv fand, dass er hier eine Pfalz in Stein-Bauweise errichten ließ. Die meisten Pfalzen der Karolingerzeit waren erheblich bescheidener konzipiert.

In Ingelheim hat es sich also wohl schon früher gut leben lassen.

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Di

30

Jul

2019

Allgegenwärtige Kirche?

In Spanien stößt der Liebhaber von Süßigkeiten („dulces“) schon einmal auf eine seltsame Symbiose von Feinbäckerei und Glauben. Das Städtchen Ávila macht da keine Ausnahme. Bei meiner Suche nach einem passenden Mitbringsel stieß ich in einem Laden auf diese „glutenfreien“ Nonnen.

 

Aber auch bei uns zuhause gibt es ähnliche „Symbiosen“ – wie die Vermarktung von Hildegard von Bingen am Beispiel der „Hildegard-Torte“ belegt. Allerdings hat in diesem Fall der Konditor auf eine figürliche Darstellung der Heiligen verzichtet.

Die „Hildegard-Torte“ schmeckt übrigens ganz ausgezeichnet.

 

 

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Mo

29

Jul

2019

Ambivalenz der Kirche

Für die Zeit meines Aufenthalts in Ávila hatte ich eine Bleibe im mittelalterlichen Stadtkern gefunden. Das ermöglichte mir genau das „Eintauchen“, das ich mir gewünscht hatte. Dass Spanien ein vom Katholizismus bestimmtes Land ist, wusste ich schon von früheren Aufenthalten. Hier ist die Mystikerin Teresa von Ávila (1515 – 1582) die „prominenteste“ Exponentin des Glaubens. Bereits auf meinem ersten Stadtrundgang stieß ich auf ihre Skulptur.

Die Lebensgeschichte ihrer Familie ist ein Spiegel der Ambivalenz des Zeitgeistes der „Reconquista“. Ihr Großvater, ein jüdischer Kaufmann, war damals (freiwillig?) zum christlichen Glauben konvertiert. Aber auch der Umgang mit ihr nach ihrem Tod zeigt die Ambivalenz des christlichen Glaubens jener Zeit. So enthält ihr Grab in der Nähe von Salamanca beileibe nicht ihre kompletten sterblichen Überreste. Nein - ihre Gliedmaßen finden sich quasi zerstückelt als Reliquien in halb Europa. Und als sie 1617 vom Papst zur Schutzpatronin Spaniens erklärt wurde, entbrannte sofort ein heftiger Streit.

Immerhin vermerken heute sowohl die katholische, evangelische und sogar die anglikanische Kirche den 15. Oktober als Gedenktag für die heilige Teresa. Und für diesen Tag gilt die Bauernregel „Zu Teres´beginnt die Weinles´“ – wenn da der Klimawandel diese Regel nicht mal hinfällig macht.

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Mo

29

Jul

2019

Lebendiges Geschichtsbuch

Eigentlich hätte es bei meiner Reise vom Madrider Flughafen mit dem Bus nach Ávila weitergehen sollen. Doch der Bus kam nicht (falsche Information über Abfahrtsort). Also wieder Taxi! Entschädigt für den Ärger wurde ich durch den einmaligen Anblick der auf ca. 1100 m Höhe gelegenen Stadt mit ihrer 2,5 km langen vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer.

Erbaut wurde diese im 11. Bis 14. Jahrhundert als Bollwerk gegen die Mauren. Denn die rund 300 Jahre friedlicher Koexistenz zwischen Christen, Muslimen und Juden auf der iberischen Halbinsel waren zunehmend abgelöst worden durch die „Reconquista“, die zunehmende – gewaltsame – Ausdehnung des christlichen Machtbereichs. 1492 fand diese mit der kampflosen Übergabe Granadas ihren Abschluss.

 

Angesichts der heutigen Diskussionen in unserer Gesellschaft um den respektvollen Umgang mit den vermeintlichen „Anderen“ kann ich jedem Urlauber nur ans Herz legen, maurische Architektur und jüdische Viertel in spanischen Städten nicht nur als interessante Foto-Motive zu sehen. Mit ihrer Geschichte und den Geschichten um die Menschen in ihnen können sie sowohl Integration wie Ausgrenzung lehrstückhaft anschaulich machen.   

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So

28

Jul

2019

Ávila vengo...

...heißt auf Deutsch „Ávila – ich komme“ und war für mich das Motto des heutigen Tages. Denn in der Kleinstadt nordwestlich von Madrid wollte ich im Rahmen meines Aufenthalts nicht nur meine Sprachpraxis des Spanischen verbessern – sondern auch in den Alltag der Menschen eintauchen. Und meine Gastgeber hatten auf meinen Wunsch extra ein Treffen mit dortigen Kommunalpolitikern ins Programm aufgenommen.

Die erste Etappe meiner Reise begann gleich mit einer Panne. Der Zug von Mainz zum Frankfurter Flughafen sollte 80 (!) Minuten Verspätung haben. Soviel zum Thema ÖPNV! Also blieb mir nur das weniger umweltfreundliche Taxi als Alternative, um meinen Flug nach Madrid nicht zu verpassen.

 

Mit dem Flieger klappte alles – und ich war einigermaßen erleichtert.

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Di

23

Jul

2019

Geheimnisvoller Goldhut

Wenn ich auf das Grundstück neben unserem Haus in Ingelheim blicke, sehe ich dort gerade Archäologen bei der Erkundung eines Gräberfeldes aus der Zeit der Merowinger. Sollten sie dabei auf interessante Grabbeigaben stoßen, so könnten diese in den Werkstätten des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) in Mainz landen. Diese genießen weltweit Anerkennung für ihre restauratorischen Fähigkeiten. So wurde den Mitarbeitern vor nicht allzu langer Zeit zum Beispiel die Totenmaske von Pharao Tutanchamun anvertraut.

Bei meinem heutigen Besuch im Rahmen der Sommerreise von Kultusminister Konrad Wolf durfte ich ein nicht minder interessantes Objekt aus nächster Nähe in Augenschein nehmen -  den Berliner Goldhut. Die Restauratorin erläuterte mir die Geheimnisse, die dieses Artefakt aus der Bronzezeit umgeben. Ist auf dem Goldblech tatsächlich das astronomische Wissen der damaligen Zeit wieder-gegeben? Handelt es sich um eine Art Kalender? Wurde der Hut als Ummantelung einer „normalen“ Kopfbedeckung zu speziellen rituellen Anlässen getragen?

Und als ob das nicht schon genügend Fragen wären, auf die die Wissenschaftler nach Antworten suchen, umgibt das Objekt auch noch die Aura einer ungeklärten Fundsituation, die für sich genommen schon Stoff für einen archäologischen Krimi bieten könnte.

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